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Artentafel - Lethrinops macrochir

Artentafel - Lethrinops macrochir
Lebensraum

Lethrinops macrochir ist wie alle Vertreter der Gattung Lethrinops ein Sandcichlide und lebt dementsprechend über Sand entlang seichter Buchten – wandert aber auch immer wieder in sehr Tiefe Regionen. Die riesigen Sandflächen sind meist von einer dicken Schicht Sediment bedeckt und von einzelnen kleinen Felsplateaus respektive grossen Steinen durchzogen. In den seichteren Regionen existieren Bestände an verschiedenen Pflanzen wie: Valisnerias und Ceratophyllum demersum (Hornkraut).


Wassertiefe der Macrochir-Habitate

Die Habitate des Macrochir liegen in Wassertiefen zwischen 10 und 40 Meter, wobei die grösste Populationsdichte in der seichten Senga Bay (10-20 Meter) ausgemacht werden konnte.


Ernährung

L. macrochir ist ein klassischer Gräberfisch. In grossen Gruppen durchstreift er sein Habitat und sucht im Sand oder im Schlamm nach Wirbellosen, kleinen Krebstierchen und Insektenlarven. Die Futtersuche findet fast ausschliesslich in der Gruppe statt. Mit dem Maul wird tief in das Sediment gestossen und der so aufgenommene Sand durchgekaut. Fressbares wird herausgefiltert und der verbleibende Sand durch die Kiemen wieder ausgestossen. Typischerweise wird die Art deshalb meist von sogenannten Verfolgerfischen begleitet, welche ihren Anteil aus den Lethrinops-Staubwolken ergattern wollen.

Interessanterweise wird die Art auch immer wieder in einigem Abstand über dem Bodengrund beobachtet, wie sie Plankton aus dem Wasser filtert, was eine Zugehörigkeit zu den Utakas vermuten lässt.


Besonderheiten

Lethrinops macrochir gehört zu einer Reihe von Lethrinops-Arten, welche nur sehr schwer auseinander zu halten sind. Hierzu gehören auch Arten wie L. leptodon, L. oculatus und L. lunaris.

Im allgemeinen werden über Züchter oder Fachhändler immer wieder Lethrinops angeboten, welche den Handelsnamen „YELLOW RED DORSAL“ tragen, die dann aber tatsächlich einer der eingangs erwähnten, und nicht zwingerdermassen einer einzigen Art, angehören.

In ihrem Verhalten bestehen jeweils nur sehr geringe Unterschiede unter den genannten Arten, jedoch konnten aufgrund kleiner anatomischer Eigenheiten inzwischen einige von Ihnen, wie der Lethrinops macrochir, wissenschaftlich definitiv eigenen Arten zugeordnet werden.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren „Red List“ geführt, weshalb bislang noch keine Aussage über den Gefährdungs-Status gemacht werden kann.


Verhalten

Lethrinops macrochir lebt, wie die meisten Sandcichliden in grösseren Gruppen, welche ihnen, im vor Fressfeinden ungeschützten Sandbiotop, ein gewisses Mass an Sicherheit bieten. Die Paarungszeit von Lethrinops macrochir ist zwischen August und Januar. Die Männchen bauen in dieser Zeit Sandburgen, was charakteristisch in der Gruppe passiert (Koloniebrüter).

Jedes territoriale Männchen ist ständig dabei, seine Sandburg auszubessern und das grösste und stärkste Tier besitzt in der Regel auch die grösste und höchste Sandburg.

Weibchen, nicht-territoriale und juvenile Böcke durchstreifen die nähere Umgebung solcher Brutarenen in grossen Schulen, um gemeinsam im Sediment nach Nahrung zu suchen.

Jedes, sich einem männlichen Revier nähernde, Weibchen wird vom revierbesitzenden Männchen angebalzt. Stösst das Männchen mit seinem „Zittern“ auf Interesse, folgt das paarungsbereite Weibchen diesem in seine Sandburg, wo dann in Folge auch abgelaicht wird.


Populationen

Lethrinops macrochir ist im gesamten Südteil des Malawi-Sees zu finden und wurde sogar ebenfalls schon im Lake Malombe beobachtet. Die grösste Populationsdichte besteht allerdings in der Senga Bay.

>> Südteil des Malawisees
>> Lake Malombe
>> vorwiegend in Senga Bay

Alle für den Export bestimmten Macrochirs stammen aus der Senga Bay.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer grossen Sandfläche an, welche durch einzelne grössere Felsbrocken unterbrochen wird. Der Bepflanzung eines Macrochir-Beckens ist nichts entgegenzusetzen, da vor allem die Senga Bay durch grosse Schilf- und Valisnerien-Zonen auffällt. Es ist aber absolute Pflicht, viele offene Sandflächen zu belassen, welche von der Lethrinops-Gruppe ständig nach fressbarem durchsucht werden.

L. macrochir kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 150 Zentimeter gewährleistet wird. Aufgrund des natürlichen Gruppenverhaltens ist es empfehlenswert, diese Art immer in grösseren Gruppen (mind. 5m/7w) zu pflegen.

Bedingt durch den sehr friedfertigen Charakter der Art und den Umstand, dass sich auch bei der gemeinsamen Haltung mehrerer Männchen, meist alle Tiere ausfärben, ist es empfehlenswert, die Gruppen mit einem nur leichten Weibchen-Überschuss zu halten. Während der Brutzeit werden zwar andere Männchen aus den entsprechenden Revieren vertrieben, jedoch passiert dies in der Regel einzig auf Basis eines kurzen „Drohens“


Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte grundsätzlich nur mit friedfertigen Cichliden, da Lethrinops macrochir sehr durchsetzungsschwach ist. Optimalerweise sollte diesem Gräberfisch eine Art aus der Gruppe der Verfolgerfische zugesetzt werden.

Mögliche Verfolgerfische:
>> Placidochromis electra
>> Placidochromis phenochillus
>> Cyrtocara moori

Jäger / Räuber:
Jäger und Fischfresser sollten grundsätzlich vermieden werden. Ausnahmen bilden zum Beispiel des Mylochromis gracilis, welcher eher ein ruhiger Fisch ist und nur ganz kleinen Arten (Schneckencichliden) nachstellt und zudem dasselbe Biotop wie der Macrochir bevorzugt. Ebenfalls wäre Dimidiochromis compressiceps denkbar, welcher ruhig in den seichten Schilf- und Valisnerienständen Jungfischen auflauert.

Weitere:
Des weiteren bieten sich aber natürlich auch einige andere ruhige Arten zur Vergesellschaftung an:

>> Aulonocaras-Arten (Sand-Aulonocaras)
>> Aulonocara-Arten (Übergangszone)


Beckenbeleuchtung

Da sich die Habitate des L. macrochir über eine grosse Spannweite von Wassertiefen erstrecken, wird bezüglich der Beleuchtung von den Gegebenheiten in der Senga Bay ausgegangen – also von einer Habitats-Tiefe zwischen 10 und 20 Meter:

In diesem Habitat von l. macrochir werden die Spektralfarben BLAU und GRÜN noch stark reflektiert. GELB befindet sich bei knapp über 15 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase, ORANGE schon ab 10 Metern und ROT wird bereits total absorbiert.
Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau-, abgeschwächten Gelb- und marginalen Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Macrochir-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> HAGEN Power GLO
>> HAGEN Marine GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
>> SERA daylight brilliant
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