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Artentafel - Melanochromis lepidiadaptes

Artentafel - Melanochromis lepidiadaptes
Lebensraum

Melanochromis lepidiadaptes kommt lediglich entlang seichter Riffe in der Umgebung von Makanjila Point vor, wo die Art bevorzugt den Zwischenbereich zwischen den Riffen und der noch sedimentarmen Übergangszone bevölkert. Gelegentlich kann man einzelnen Individuen sogar bis weit in die Übergangszone begegnen. Auffallend ist, dass sich die Tiere oft in der Umgebung grosser, von Welsen bewohnten, Höhlen tummeln.


Wassertiefe der Lepidiadaptes-Habitate

Die Habitate von M. lepidiadaptes liegen in einer Wassertiefe von 5 bis 20 Metern.


Ernährung

Der Lepidiadaptes ist ein klassischer Allesfresser (Omnivore), wobei er aber eine spezielle Vorliebe für den Diebstahl und den Verzehr von Kampango-Eier und –Larven zu haben scheint. Kampangos sind grosse Welse, welche tagsüber sehr zurückgezogen in grossen Höhlen ruhen, respektive Ihre Brut bewachen. M. lepidiadaptes nähert sich meist in kleinen Gruppen dem „schlafenden“ Wels und schiesst von mehreren Seiten gleichzeitig, blitzschnell unter das Tier, um ihm seine Eier oder bereits die Larven abzunehmen.

Immer wieder kann auch beobachtet werden, wie der Lepidiadaptes kranken, respektive sterbenden Fischen einzelne Schuppen aus den Flanken reisst und frisst.

Neben den Wels-Eiern, -Larven und einzelnen Schuppen, wurde in den Mägen der untersuchten Tiere diverses Material verschiedenster Zuordnung festgestellt, was die Art dann eben zu einem Omnivore machte.


Besonderheiten

Lange Zeit wurde die beschriebene Art unter dem Synonym Melanochromis lepidophage geführt, bevor sie taxonomisch richtig gestellt wurde. Der aktuell einzig gültige Name ist MELANOCHROMIS LEPIDIADAPTES.

Immer wieder tauchen Gruselgeschichten über das vermeintliche Schuppenfresser-Monster M. lepidiadaptes auf. Es ist dann jeweils die Rede davon, wie solche Tiere ihre Opfer in der Art von Piranhas attackieren und sie blitzschnell, völlig entschuppt, zum sterben zurücklassen.

In den Mägen vieler untersuchter M. lepidiadaptes wurden zwar tatsächlich Schuppen gefunden, was wirklich auf einen spezialisierten Schuppenfresser schliessen lassen könnte. Allerdings wurde die Art bisher in der freien Wildbahn nie beobachtet, wie sie gesunde Fische attackierte. Beobachtet werden konnte jeweils nur, dass die Tiere immer wieder Schuppen aus den Flanken kranker respektive sterbender Fische rissen und frassen.

Beobachtungen in Aquarien zeigten hingegen aber auf, dass sich in grösseren Gruppen gehaltene Lepidiadaptes auch mal an einen grossen gesunden Haplochrominen wagen und diesem effektiv „an die Wäsche“ gehen. Dieses Verhalten wird aber wohl eher auf die Aquarien-Haltung und mangelnde Ausweichmöglichkeiten zurück zu führen sein.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als gefährdet eingestuft.


Verhalten

Melanochromis lepidiadaptes ist sehr sesshaft und tummelt sich mit Vorliebe in Gruppen in der Umgebung grosser Felshöhlen. Sind diese von brütenden Welsen bewohnt, bilden sich bald grosse Schwärme (> 50 Individuen) vor den Höhleneingängen, wobei dann immer wieder kleine Jagdverbände in die Höhle vordringen, um den Wels seines Nachwuchses zu erleichtern.

Ausserhalb der Brutzeit des Kampangos streifen die Gruppen meist durch die Riffe und die angrenzende Übergangszone und machen sich über alles Fressbare her, was ihnen in die Quere kommt.

Während der Laichzeit graben die sonst wenig territorialen Böcke kleine Vertiefungen in den Sand zwischen den Steinen der Übergangszone und versuchen, paarungswillige Weibchen aus den in der Nähe schwimmenden Schwärmen herauszulocken und mit ihrem Werben für sich zu gewinnen. Hat das erstmals geklappt, wird kurz darauf in der vorbereiteten Vertiefung abgelaicht.

Die Reviere der Böcke werden nur ansatzweise und nicht sehr aggressiv verteidigt.

Maulbrütende Weibchen ziehen sich nicht, wie sonst bei den meisten Mbunas typisch, in Höhlen oder Spalten zurück, sondern schwimmen weiter in ihren Schulen, bis dass sie ihren Nachwuchs nach rund 3 Wochen zwischen den Felsen des Riffs absetzen.


Populationen

Melanochromis lepidiadaptes lebt endemisch an den seichten Riffs in der Umgebung von Makanjila Point.

>> Makanjila Point

Durch den Gefährdungs-Status bedingt ist der Fang und der Export dieser Art verboten. Bei allen im Fachhandel erhältlichen Tieren handelt es sich dem entsprechend um Nachzuchten.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium sollte ein möglichst geräumiges Becken mit vielen Felsen, Spalten und grösseren Höhlen zur Verfügung gestellt werden. Die Gestaltung einer hohen Felsbarriere im Hintergrund (Riff) hat sich hier als ideal erwiesen. Der Vordergrund darf ruhig sandig sein, sollte aber aus Sichtschutz-Gründen von verschiedenen grösseren Felsen durchzogen sein. Es ist darauf zu achten, dass nach oben immer noch genügend freier Schwimmraum vorhanden ist.

Melanochromis lepdidiadaptes kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 130 Zentimeter gewährleistet ist. Es ist sehr empfehlenswert, die Tiere immer nur in grösseren Harems (1m/mind. 3-4w), oder aber in grösseren Gruppen (mind. 3m/9w) zu pflegen.


Vergesellschaftung

Optimal wäre es, diese Art in einem reinen Artenbecken zu pflegen, da für den Restbesatz in den allermeisten Fällen nicht genügend Raum zur Verfügung gestellt werden kann, um eben ausweichen zu können. Dies kann dann zu den bereits beschriebenen unschön endenden Attacken auf die Schuppen der Mitbewohner führen.

Da es sich bei den „Schuppen-Lieferanten“ aber vorwiegend um grössere Haplochromine handelt, wäre wenn, eine Vergesellschaftung mit robusten und wehrhaften omnivoren respektive planktonfressenden Mbunas vorzuziehen.

Mögliche Arten zur Vergesellschaftung:
>> Melanochromis-Arten
>> Cynotilapia-Arten


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von M. lepidiadaptes werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Lepdiadaptes-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> Dennerle trocal color plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
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