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Artentafel - Pseudotropheus elongatus

Artentafel - Pseudotropheus elongatus
Lebensraum

Pseudotropheus elongatus lebt in den seichten Bereichen des sedimentfreien Felsbiotops. Es handelt sich um Fels- und Geröllzonen, in welchen zwischen den vielen kleinen Felsen eine Vielzahl von Höhlen und Nischen bestehen.


Wassertiefe der Elongatus-Habitate

Die Habitate des „echten“ Elongatus liegen in Wassertiefen zwischen 7 und 15 Meter.


Ernährung

Pseudotropheus elongatus zählt zu den limnivoren Cichliden und ernährt sich ausschliesslich von lockerem Material (Algen, Kieselalgen, Mikroorganismen, etc.), welches er im sedimentfreien Aufwuchs findet.

Wie alle Arten des Elongatus-Komplexes frisst auch Ps. elongatus auf deutlich weniger effiziente Art und Weise als dies zum Beispiel die Tropheops- und viele Metriaclima-Arten tun. Er „schabt“ nicht, er „kämmt“ nicht und er kann auch nicht ganze Algenstränge aus dem Aufwuchs reissen, wie dies beispielsweise die Tropheops tun. Seine Art zu fressen ist eher als ein Herauspicken von lockerem Material aus den Algensträngen zu bezeichnen.


Besonderheiten

Der Elongatus-Komplex umfasst eine grosse Zahl verschiedener Arten, deren Farbmuster den Metriaclima-Arten (Zebra-Komplex) sehr ähneln, aber in der Regel einen länglicheren Körperbau als dieselben haben. Dieser schlankere Körper scheint eine Anpassung an das Leben in Höhlen und engen Spalten zu sein.

Die grosse Anzahl verschiedener Arten in diesem Komplex, hat Ad Konings bereits vor Jahren dazu veranlasst, diese in weitere, besser überschaubare Untergruppen zu unterteilen. Malawi-Guru benützt diese Unterteilung lediglich, um die Zuordnung der einzelnen Arten etwas zu vereinfachen, weist aber darauf hin, dass es sich bei den definierten Untergruppen um rein künstliche Konstrukte handelt, welche keine wirklichen Verwandtschaften aufzeigen.

>> Zebra-ähnliche Arten
>> Tropheops-ähnliche Arten
>> Gelbschwänzige Elongatus
>> Braune Elongatus-Gruppe

Zur Zebra-Gruppe zählen die meisten sehr länglichen Arten, welche durch ein endständiges Maul und eine sehr zurückgezogene Lebensweise auffallen.

Die Angehörigen der Tropheops-Gruppe weisen eine ähnliche Maulstruktur auf, wie sie bei Tropheops tropheops zu finden ist. Alle Tropheops-ähnlichen Arten sind viel weniger scheu und vor allem auch massiv weniger aggressiv als die Zebra-Arten. Sie haben in den meisten Fällen eine blaue Grundfarbe und sind schwarz gebändert. Das Verbreitungsgebiet dieser zweiten Gruppe beschränkt sich ausschliesslich auf die Ost- und die Südküste des Malawi-Sees.

Das Hauptmerkmal der gelbschwänzigen Elongatus-Gruppe wird bereits durch den Namen ersichtlich. Alle Angehörigen fallen durch kräftig gelb gefärbte Schwanzflossen auf und sind in deren Brutfärbungen nicht voneinander zu unterscheiden. Es besteht sogar die Annahme, dass alle dieser Gruppe zugeordneten „Populationen“ in Wahrheit einer einzigen Art angehören könnten. Die Gelbschwänze leben bevorzugt im klaren Wasser der sedimentreichen Felszone und fressen regelmässig Plankton im offenen Wasser.

Die vierte und letzte Gruppe, die braunen Elongatus‘, fällt durch eine permanent braune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Die dieser Gruppe zugeordneten Arten bevorzugen das sedimentreiche Felsbiotop.

Des weiteren sind inzwischen auch einige wenige Arten bekannt, die sich beim besten Willen keiner dieser vier Untergruppen zuordnen lassen und von Malawi-Guru bis auf weiteres als „Restgruppe“ bezeichnet werden.

An vielen Felsküsten können jeweils 2 Elongatus-Arten, sympatrisch lebend, beobachtet werden (es ist nur ein Standort bekannt, wo sich mehr als 2 Elongatus dasselbe Biotop teilen). Die Männchen solcher Arten differenzieren sich aber fast ausnahmslos durch eine deutliche Unterschiede in der Brutfärbung.

Ps. elongatus wird der Gruppe der Zebra-ähnlichen zugeordnet, ist aber für sämtliche Elongatus‘ die Typus-Art

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft.


Verhalten

Ps. elongatus lebt zwar in beachtlichen Populationen, schwimmt aber grundsätzlich alleine und bildet keine Gruppen, Schulen oder Schwärme. Während die Weibchen und juvenilen Böcke von Fels zu Fels ziehen, um im sedimentfreien Aufwuchs nach Fressbarem zu suchen, sind die geschlechtsreifen Böcke das ganze Jahr über territorial. Sie verteidigen kleine Höhlen zwischen den Felsen oder unter einem Überhang, sowie ein kleines Nahrungsrevier, in dessen Zentrum sich die besagte Höhle befindet. Oft befinden sich die Bruthöhlen und Nahrungsreviere der einzelnen Männchen nur jeweils einen knappen Meter voneinander entfernt. Jeder Bock verteidigt sein Revier sehr aggressiv gegenüber Artgenossen und versucht auch, artfremden Tieren gegenüber Stirn zu bieten.

Die grössten und stärksten Männchen kontrollieren in der Regel diejenigen Reviere mit den reichsten Aufwuchs-Gärten.

Jedes Weibchen, welches ein solches Territorium durchquert, wird heftig angebalzt. Stösst der Bock mit seinem Werben auf Interesse, geleitet er das Weibchen in die Höhle im Zentrum seines Reviers, wo dann kurze Zeit später abgelaicht wird.

Maulbrütende Weibchen verstecken sich in den engen Spalten zwischen den Felsen, wo sie rund 3 Wochen später Ihren Nachwuchs auch freisetzen.


Populationen

Pseudotropheus elongatus ist lediglich an einem kurzen Küstenabschnitt an der Ostküste, zwischen Thumbi Point und Mbamba Bay, zu finden, an welchem aber mehrere unabhängige Populationen festgestellt werden konnten.

Es bestehen keine, oder aber nur sehr geringe Variationen zwischen den einzelnen Populationen.

Da die Art auf der roten Liste gefährdeter Tierarten der IUCN steht, ist der Fang und die Ausfuhr von Pseudotropheus elongatus stark beschränkt, inzwischen sogar gänzlich verboten. Alle im Fachhandel erhältlichen Tiere sind dementsprechend Nachzuchten.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium braucht diese Art bis zur Wasseroberfläche reichende Felsbarrieren (felsige steile Abhänge). Wichtig ist auch, dass für jeden Bock mindestens eine kleine Höhle zur Verfügung steht (können auch nahe bei einander liegen – Populationsdichte im See) und genügend Felsen im Vordergrund verstreut herumliegen, um den Weibern und Junggesellen dazwischen Verstecke für die Nachtruhe zu bieten.

Grundsätzlich kann Ps. elongatus ab 250 Litern im Artenbecken gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 100 Zentimeter gewährleistet wird. Bei einer Vergesellschaftung mit anderen Arten wäre ein Becken ab mindestens 300 - 400 Litern empfehlenswert (artübergreifende Aggressionen während des Brutgeschäfts). Optimal wäre die Harems-Haltung (mindestens 1m/3w), was dem natürlichen, einzelgängerischen Wesen dieser Art entgegen käme. Grössere Gruppen (natürliche Populationsdichte) sind durchaus denkbar, würden aber entsprechend grössere Becken voraussetzen, damit sich die „alleine“ lebenden Tiere nicht zu stark in die Quere kommen (z.Bsp. 5m/15w ab 500 Liter).


Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte Pseudotropheus elongatus nur mit durchsetzungsstarken Arten, welche ähnliche Ansprüche an das Habitat und die Ernährung stellen.

mögliche robuste, limnivore Mbunas der sedimentfreien Felszone:
>> Metriaclima-Arten (z.Bsp. M. greshakei)
>> Petrotilapia-Arten (z.Bsp. P. sp. „fuscous“)
>> Tropheops-Arten (z.Bsp. T. sp. „dark“ Likoma)
>> Labidochromis-Arten (z.Bsp. L. sp. „gigas“)
>> Iodotropheus-Arten (z.Bsp. I. sprengerae)
>> Melanochromis-Arten (z.Bsp. M. cyaneorhabdos )


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von Ps. elongatus werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Elongatus-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> Dennerle trocal color plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
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