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Artentafel - Pseudotropheus sp. "elongatus mpanga"

Artentafel - Pseudotropheus sp. "elongatus mpanga"
Lebensraum

Pseudotropheus sp. „elongatus mpanga“ lebt im sedimentfreien Felsbiotop, in Riffen und Felsküsten, wo er hauptsächlich in und um Höhlen und engen Spalten gesehen wird. Oft kann die Art auch im freien Wasser beim fressen von Phytoplankton beobachtet werden. Diese Art aus dem Elongatus-Komplex bevorzugt klares und stark bewegtes Wasser.


Wassertiefe der „Elongatus mpanga“-Habitate

Die Habitate aller vier „Elongatus mpanga“-Populationen erstrecken sich ab 5 bis hin zu 30 Metern Wassertiefe.


Besonderheiten

Der Elongatus-Komplex umfasst eine grosse Zahl verschiedener Arten, deren Farbmuster den Metriaclima-Arten (Zebra-Komplex) sehr ähneln, aber in der Regel einen länglicheren Körperbau als dieselben haben. Dieser schlankere Körper scheint eine Anpassung an das Leben in Höhlen und engen Spalten zu sein.

Die grosse Anzahl verschiedener Arten in diesem Komplex, hat Ad Konings bereits vor Jahren dazu veranlasst, diese in weitere, besser überschaubare Untergruppen zu unterteilen. Malawi-Guru benützt diese Unterteilung lediglich, um die Zuordnung der einzelnen Arten etwas zu vereinfachen, weist aber darauf hin, dass es sich bei den definierten Untergruppen um rein künstliche Konstrukte handelt, welche keine wirklichen Verwandtschaften aufzeigen.

>> Zebra-ähnliche Arten
>> Tropheops-ähnliche Arten
>> Gelbschwänzige Elongatus
>> Braune Elongatus-Gruppe

Zur Zebra-Gruppe zählen die meisten sehr länglichen Arten, welche durch ein endständiges Maul und eine sehr zurückgezogene Lebensweise auffallen.

Die Angehörigen der Tropheops-Gruppe weisen eine ähnliche Maulstruktur auf, wie sie bei Tropheops tropheops zu finden ist. Alle Tropheops-ähnlichen Arten sind viel weniger scheu und vor allem auch massiv weniger aggressiv als die Zebra-Arten. Sie haben in den meisten Fällen eine blaue Grundfarbe und sind schwarz gebändert. Das Verbreitungsgebiet dieser zweiten Gruppe beschränkt sich ausschliesslich auf die Ost- und die Südküste des Malawi-Sees.

Das Hauptmerkmal der gelbschwänzigen Elongatus-Gruppe wird bereits durch den Namen ersichtlich. Alle Angehörigen fallen durch kräftig gelb gefärbte Schwanzflossen auf und sind in deren Brutfärbungen nicht voneinander zu unterscheiden. Es besteht sogar die Annahme, dass alle dieser Gruppe zugeordneten „Populationen“ in Wahrheit einer einzigen Art angehören könnten. Die Gelbschwänze leben bevorzugt im klaren Wasser der sedimentreichen Felszone und fressen regelmässig Plankton im offenen Wasser.

Die vierte und letzte Gruppe, die braunen Elongatus‘, fällt durch eine permanent braune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Die dieser Gruppe zugeordneten Arten bevorzugen das sedimentreiche Felsbiotop.

Des weiteren sind inzwischen auch einige wenige Arten bekannt, die sich beim besten Willen keiner dieser vier Untergruppen zuordnen lassen und von Malawi-Guru bis auf weiteres als „Restgruppe“ bezeichnet werden.

An vielen Felsküsten können jeweils 2 Elongatus-Arten, sympatrisch lebend, beobachtet werden (es ist nur ein Standort bekannt, wo sich mehr als 2 Elongatus dasselbe Biotop teilen). Die Männchen solcher Arten differenzieren sich aber fast ausnahmslos durch eine deutliche Unterschiede in der Brutfärbung.

Ps. sp. "elongatus mpanga" wird der gelbschwänzigen Gruppe des Elongatus-Komplexes zugeordnet.


Ernährung

P. sp. „elongatus mpanga“ ernährt sich hauptsächlich von locker sitzenden Algen (Kieselalgen), welche aus dem Aufwuchs heraus gepickt werden, was sie zu limnivoren Cichliden macht. Der Mpanga scheint aber, wie auch einige Metriaclima-Arten, kein sehr spezialisierter Aufwuchsfresser zu sein, denn weder durchkämmt er den Aufwuchs mit typischerweise weit geöffnetem Maul, noch rupft er ganze Algenbüschel aus dem Aufwuchs, wie das die wirklichen Nahrungsspezialisten tun. Oftmals werden die Tiere auch kopfüber in grossen Höhlen beobachtet, wo sie den Aufwuchs an den Höhlendecken nach fressbaren Partikeln durchstöbern. Die Mpangas werden auch immer wieder im freien Wasser angetroffen, wo sie Jagd auf Phytoplankton machen (vor allem während der Blütezeit).


Verhalten

Nicht territoriale Männchen und nicht-brütende Weibchen streifen einzeln oder in losen Furangiergruppen durch das Felsbiotop und picken immer wieder im Aufwuchs nach Futter. Auffallend ist der starke Bezug dieser Art auch zu grossen Höhlen. In solchen sind immer wieder grössere Gruppen des Mpanga anzutreffen, wie sie kopfüber das Höhlendach absuchen.

Paarungswillige Männchen besetzen eine kleine Höhle, oder eine enge Spalte, in welchem sie eine kleinen Laichplatz bauen respektive säubern. Weibchen aus der näheren Umgebung werden heftig angebalzt und versucht, zum vorbereiteten Laichplatz zu geleiten. Nach erfolgter Paarung suchen sie die maulbrütenden Weibchen kleine Höhlen, in welche sie sich während den 3 Wochen Reifezeit zurückziehen und, welche sie währenddessen auch mit Bestimmtheit verteidigen.


Populationen

Von Pseudotropheus sp. „elongatus mpanga“ sind vier verschiedene Populationen rund um Chilumba bekannt, welche sich körperlich nicht unterscheiden:

>> Chirwa Island
>> Luwino Reef
>> Maison Reef
>> Mpanga Rocks

Die meisten für den Export bestimmten Tiere wurde an den Mpanga Rocks gefangen.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium braucht diese Art bis zur Wasseroberfläche reichenden Felsbarrieren. Wichtig ist auch, dass für jedes Tier mindestens eine kleine Höhle zur Verfügung steht (sollten etwas entfernt voneinander liegen - innerartliche Aggression) und genügend Felsen verstreut herumliegen, um den Weibern und Junggesellen dazwischen Verstecke für die Nachtruhe zu bieten. Ebenfalls sollte auch noch freier Schwimmraum (Freiwasserzone) sichergestellt werden.

Ps. sp. „elongatus mpanga“ könnte bereits in Becken ab 200 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 100 Zentimetern gewährleistet ist. Ich empfehle aber mindestens einen 300-Liter-Tank, damit eine „beruhigende Vergesellschaftung“ realisiert werden kann.

Aufgrund der auffallenden innerartlichen Aggressivität unter Männchen sollten bevorzugt Harems (1m/3-4w) gepflegt werden. Gruppen (z.Bsp. 3m/9w) sind zwar ebenfalls möglich; hier sollte dann aber mit anderen Arten vergesellschaftet werden, sodass sich die Aggressivitäten der Männchen etwas abgelenkt werden.


Vergesellschaftung

Ps. sp. „elongatus mpanga“ ist ein sehr temperamentvoller Mbuna, welcher vor allem innerartlich ziemlich ruppig werden kann. Eine Vergesellschaftung dieser Arten ist problemlos möglich und sogar sinnvoll, um die Aggressionen untereinander besser kontrollieren zu können. Wichtig für eine Vergesellschaftung ist, dass die Ernährungs-Ansprüche und das Temperament beachtet werden. Hier empfehlen sich also robuste limnivore oder auch planktonfressende Mbunas.

>> Cynotilapia afra
>> Iodotropheus sprengerae
>> Melanochromis johannii
>> Metriaclima estherae
>> Metriaclima livingstonii
>> Pseudotropheus demasoni
>> Pseudotropheus flavus
>> Pseudotropheus saulosi
>> Pseudotropheus sp. “kingsizei”


Beckenbeleuchtung

Da Pseudotropheus sp. „elongatus mpanga“ in allen Regionen zwischen 5 und 30 Metern Wassertiefe vorkommt, ist die Definition der Aquarien-Beleuchtung anhand dieser Art eher zweitrangig. Ich empfehle deshalb, sich beleuchtungstechnisch an anderen vergesellschafteten Arten zu orientieren.
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