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Bau einer Zuchtanlage: Ein Fazit nach 5 Jahren Betrieb

Bau einer Zuchtanlage: Ein Fazit nach 5 Jahren Betrieb
Im folgenden möchte ich von den Problemen beim Aufbau meiner Zuchtanlage berichten. Infos gibt es im Netz fast schon wie Sand am Meer, man muss sich aber oft ewig durchklicken und kann die Informationen auch nicht immer 1 zu 1 auf seine Anlage übertragen. Nun gebe ich also auch meinen Senf dazu und so Interessierten Anhaltpunkte und Anregungen zu geben…hoffe ich zumindest.

Die Grundlage:
Grundlage bildet ein Gartenhaus mit einfachem Holzdach und Sandsteinwänden mit 25 cm Dicke. Die Grundfläche beträgt 2x2 Meter, die Stehhöhe 1,60 Meter. Als Boden dient festgetrampelte Erde. Ein Wasseranschluss fehlt genauso wie ein Heizungsanschluss. Fenster gibt es eins aus Glasbausteinen, dazu eine Tür mit 50cm Breite. Auf dieser Grundlage habe ich mir das Ziel gesetzt, eine Hobbyzuchtanlage zu gestalten, die genau meinen Wünschen entspricht. Das Hauptproblem: Geld. Davon hat man als Schüler nicht allzu viel. Somit war schon klar, dass ich auf gebrauchte Dinge zurückgreifen und viel an Eigenleistung einbringen muss.


Was ich machen musste:

Aufgabe 1: Raum erhöhen
Zunächst ging es daran, die Stehhöhe zu erhöhen, um mehr Aquarien unterzubringen. Insgesamt wurde der Boden gute 70 cm tiefer gelegt. Das schafft zum einen eine tolle Stehhöhe von 2 Meter, zum anderen Platz für einen stabilen Boden. Das Ganze war eine dolle Plackerei, hat sich aber gelohnt, da die Stehhöhe sonst nur rund 1,35 Meter gewesen wäre.

Aufgabe 2: Isolierung
Nun wurde die Isolierung angebracht. Ich entschied mich für eine Innendämmung mit 6 cm starkem grünem Styrodur. Um dieses anzubringen, wurde eine Lattung auf die Wände und an die Decke angebracht. Zwischen diese Lattung wurden die Platten einfach geklemmt. Nachdem Decke und Wände fertig waren, wurden die restlichen Platten auf den Boden gelegt. Anschließend wurde der komplette Raum mit einer Dampfsperre versehen.

Aufgabe 3: Der Boden
Beim Boden entschied ich mich für ganz normalen Beton, der in einer Dicke von 17 cm aufgebracht wurde. Nach dem Trocknen flieste ich den Raum mit einfachen Tonfliesen, da diese günstig und robust sind. Beim Boden plante ich einen Abfluss neben der Tür. Dafür wurde einfach eine Fläche von 15x15 cm vor dem Beton geschützt. Da durch das Absenken des Bodens eine Stufe entstanden war, war der Durchbruch unter dieser Stufe durch nach draußen einfach. Der Einbau des Abflusses stellte kein Problem dar. Das Rohr wurde an das vorhandene Rohrsystem im Garten angeschlossen, sodass das Wasser direkt in die Kanalisation laufen kann. Zusätzlich legte ich einen Schlauch von drinnen nach draußen, um draußen einen Gartenschlauch anschließen zu können. Innen wurde ein Verteiler angebracht. Anschließend wurde der Hohlraum neben dem Abfluss mit Beton aufgefüllt und der Bereich gefliest und verfugt.
Insgesamt ist der Raum leicht abschüssig gestaltet, damit das Wasser gut ablaufen kann.

Aufgabe 4: Die Wände
Bei den Wänden zogen wir einen befreundeten Architekten zu Rate, der uns feuchtraumgeeignete Rigipsplatten empfahl. Diese wurden auf die Lattung aufgeschraubt. Anschließend habe ich Fugen und Schrauben verspachtelt und dann geschliffen. Normale Wandfarbe machte die Sache hübsch. Unten verarbeitete ich Betonfarbe, um Eindringen von Wasser in die Wand zu verhindern. Das gleiche geschah im Tür- und Fensterbereich, da dort im Winter viel Schwitzwasser zu erwarten war.

Aufgabe 5: Die Ausstattung

Strom:
In der Anlage habe ich zunächst mehrere Verteilerdosen angebracht. Dann wurde die Position der Steckdosen festgelegt und diese angeschlossen. Hierbei entschied ich mich für Aufputz-Außensteckdosen. Zusätzlich wurde ein Schalter eingebaut, um den geplanten Lüfter bedienen zu können. Ein Stromzähler und ein FI-Schalter sind ebenfalls zum Einsatz gekommen, befinden sich jedoch nicht im Raum, sondern im Haus. Der Anschluss dieser beiden Dinge erfolgte durch einen befreundeten Sachkundigen. Steckdosen schloss ich selber an. Wer sich nicht sicher ist, wie es geht, sollte es KEINESFALLS selber machen.

Weitere Technik:
Um die Anlage zu beleuchten, wurde eine Feuchtraumleuchtstoffröhre verbaut.
Die Filterung erfolgt über Luftheber. Die Luft dafür kommt aus einer Hailea ACO-208 mit 35 l/min. Zusätzlich besfestigte ich unter den Regalen eine Ringleitung.Auch die meisten Luftheber baute ich selber
Um den Raum entlüften zu können, wurde ein Lüfter eingebaut. Dieser ersetzt einen Glaasbaustein und sitzt recht Deckennah.
Die Heizung der Becken erfolgt über den Raum. Um diesen zu erwärmen, blieb mir nichts anderes übrig, als einen Ölradiator zu verwenden.

Regale:
Für die Anlage plante ich ein Metallregal mit den Maßen (lxbxh) 200cm x 50cm x 200 cm und eins mit den Maßen 125 cm x 50 cm x 200 cm. Diese konnte ich gegen Abholung kostenlos erhalten.Sie wurden abgeschliffen und neu gestrichen. Zudem habe ich mit Trennschleifer und Schweißgerät Anpassungen vorgenommen. Das kleinere positionierte ich direkt vor dem Eingang, so blieben abzüglich Dämmung etc. rund 60 cm bis zur Tür. Das Große steht direkt gegenüber auf voller Länge. Die Regale erhielten alle durchgehende Einlegeböden, die mit Betonfarbe geschützt wurden.
Ein Tisch zum an die Wand hängen vervollständigt die ganze Geschichte.

Die Becken:
Verbaut wurden 6 Becken 80x50x40 cm, die mit Trennwänden geteilt werden können. Die Zwischenräume wurden mit zahlreichen Becken mit den Maßen 50x30x30, 40x40x40, 30x30x30, 20x15x20 und 30x20x20 cm bestückt. Am Ende befanden sich fast 30 Becken in der Anlage. Die Becken stammen aus Zuchtauflösungen, die großen Becken aus einer Importfirma. Diese wiesen auch einen Ablauf auf, den ich aber nicht nutzte.


Die Praxis:
Im Sommer lief alles ohne Probleme. Im Winter gab es davon dann umso mehr. Dicker Schimmel war auf der Wand, ich wurde krank und legte die Anlage bis in den Frühling lahm. Die Fische gab ich ab odeer brachte sie in einem meiner anderen Becken unter.


DIE RENOVIERUNG:
Auch nun gab es Aufgaben zu erfüllen.

Aufgabe 1: Abbau von Becken und Regalen
Da gibt’s nichts zu zu sagen

Aufgabe 2: Abbau der Wand
Mit Ganzkörperschutz wurden die völlig verschimmelten Wände herausgerissen und entsorgt. Anschließend habe ich die Dampfsperre geöffnet, um nachzusehen, ob die Dämmung noch intakt ist. Das war sie zum Glück. Trotzdem lüftete der Raum nun erst einmal gut aus.

Aufgabe 3: Neue Wände
Bei den neuen Wänden entschied ich mich für Calzium-Silikatplatten. Hier sind wir genau so vorgegangen wie bei den Rigipsplatten, nur dass diese mit Silikatfarbe gestrichen wurden.

Aufgabe 4: Aufbau der Anlage
Dieser erfolgte im Grundprinzip wie oben genannt. Allerding nahm ich Änderungen vor. So erhielten die großem Becken alle einen Absperrhahn und nun konnten die Abflüsse besser zum Wasserwechsel genutzt werden. Sehr zu empfehlen. Außerdem istalllierte ich eine LED-Leiste statt der Leuchtstoffröhre.



Probleme:
Auch diesen Winter kam es stellenweise zu Schimmel, der allerdings bei weitem nicht so stark war wie zuvor, sodass ich weitere Winter dranhängen konnte, natürlich immer mit Behandlungen des Schimmels.


Der erneute Abbau:

Da ich umziehen werde und die Anlage nicht mitnehmen kann, habe ich mich nun an den Abbau gemacht und weitere Dinge aufgedeckt, etwa, dass die Einlegeböden auch Schimmel angesetzt haben. Folglich ergibt sich ein Fazit.

Das Fazit: Was ich anders machen würde:

Wände:
Ich würde die Wände nicht nocheinmal verkleiden. Ich denke, ich würde die Styrodurplatten verkleben und die Fugen verschließen und es dann so lassen. Wären Wände vorgegeben, würde ich diese mit Poolfarbe streichen und so gegen Wassereindringen/Feuchtigkeit schützen.

Technik:
Den Lüfter habe ich so gut wie nie gebraucht. Er hat sich als sehr gute Kältebrücke herausgestellt, was zu Kondenswasser und später zu Schimmel führte.
Zudem werde ich auf einen Heizungsanschluss achten, das ist billiger. Außerdem ist ein Wasseranschluss praktisch.
Ein Abfluss ist praktisch und für mich fast schon ein Muss, wenn möglich.
Einrichtung:
Nie wieder werde ich durchgängige Einlegeböden verwenden, jedenfalls nicht bei den großen Becken. Diese werde ich bei einen erneuten Aufbau höchstens auf einzelne Holzstreifen stellen, vielleicht auch nur auf den Rahmen des Regals. Wie ich es mit den Kleinen Becken machen werde weiß ich noch nicht, ich werde mal nachdenken.
Die Beleuchtung mit Led werde ich der mit einer Leuchtstoffröhre vorziehen.

Sonstiges:
Baue ich die Anlage erneut auf, wovon ich ausgehe, plane ich erst den Besatz und passe dann die Becken an und nicht umgekehrt. Man ist dann doch zu sehr eingeschränkt. So war es zum Beispiel nicht möglich, vernünftig Malawibarsche zu vermehren, obwohl Platz da gewesen ist.




Ich hoffe, mit dem Bericht einigen Personen weiterhelfen zu können. Sollten noch Fragen sein, beantworte ich diese gerne via PN. Fragen zum finanziellen Rahmen beantworte ich grundsätzlich nicht, das kann jeder selber ausrechen und von vielen Faktoren abhängig.


Die letzten beiden Bilder zeigen schon den Anfang des Abbaus, es standen noch mehr Becken in dem Raum
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