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Blogartikel 'Biotop Schwarzwasser - Umsetzung im Aquarium

von Alex S
Offline (Zuletzt 09.01.2016)BlogInfoKarte
    Sieger Beckenwettbewerb März 2012 
Userbild von Alex S
Ort / Land: 
Schwabenland /
Aquarianer seit: 
gefühlten 10 Jahren ;-)


Biotop Schwarzwasser - Umsetzung im Aquarium

 
Der Trend in der Aquaristik geht immer mehr in Richtung Naturaquarien bzw. Biotopaquarien.

Ganz besonders gefällt zunehmend die Thematik des Schwarzwassers.

Meist wird dies verbunden mit Südamerika, von wo doch die allseits beliebten Diskus, Skalare, Neons und Co stammen. Jedoch gibt es diese Schwarzgewässer auch in anderen Gebieten und Kontinenten, wie zum Beispiel Asien oder Australien.


Doch was ist Schwarzwasser und was bedeutet es überhaupt?

Der Name ist bei dem einen oder anderen vielleicht irreführend. Denn das Wasser ist natürlich nicht schwarz. Es hat ein teebraunes und dunkles Aussehen. Eben einfach ganz anders wie Klar- oder Weißgewässer.

Entgegen der Vermutungen ist es sehr klar, da es frei von Schwebeteilchen ist, welche das Wasser eintrüben würden. Es ist vielmehr gefärbt. Gefärbt durch Humin- und Fulvosäuren, die von Totholz, Torf und Laub abgegeben werden. Eine große Rolle spielen auch die humösen Böden an Ufer und Ursprung der Flüsse. Dadurch ist das Wasser sehr sauer und weich. Es erreicht in der freien Natur solch niedrige Werte, die in einem Aquarium kaum zu ermöglichen sind (Rio Negro PH_Wert oft unter 4!). Wir können sie jedoch anstreben (PH zumindest unter 7, besser ca 6,5).

Meist ist das Wasser sehr nährstoffarm, weshalb die Vegetation sehr niedrig ist. Es gibt kaum Pflanzen. Dies liegt auch an der begrenzten Lichtdurchlässigkeit des Wassers.

Typisch ist auch wenig Sauerstoff und Strömung.

Laub, Holz und dunkler Bodengrund bestimmt die Optik.



Nun zum Schwarzwasser Aquarium:


Aus den oben genannten Punkten erschließt sich von selbst, dass wenig Pflanzen eingesetzt werden, dafür viel Holz und Laub und Zapfen. Hier können wir uns im Fachgeschäft bedienen und Seemandelbaumblätter und Erlenzapfen verwenden. Aber auch in der heimischen Natur finden wir Abhilfe. Zum Beispiel gut getrocknetes und altes Eichen- und Buchenlaub kann ebenso verwendet werden. Deren Zweige natürlich auch. Hierbei bedarf es einer bestimmten vorrangegangenen Behandlung.

Behandlung/ Vorbereitung:

Wichtig ist, dass es sich um trockene (getrocknete) Äste handelt. Sie werden so gut es geht von lockerer Rinde befreit, zudem Knospen und Astlöcher oder sonstige mögliche Fäulnissquellen befreit. Ein 24-stündiges Salzbad mit anschließendem Abspülen und Abreiben unter klarem Wasser kommt im Anschluss. So können diese Äste ins Aquarium gegeben werden und einige Wochen darin verweilen. Man sollte trotzdem stets immer wieder auf Fäulniss usw überprüfen.

Sehr gut eignen sich der Optik wegen Birkenäste, da sie sehr feingliedrig sind.



„Einfach mal Laub und Zweige ins Becken werfen und schauen was Strömung und Einrichtung daraus machen.“


Dies schafft den natürlichsten Schwarzwasser – Look. Die Strömung würde hintrapierte Blätter und Ästchen sowieso wieder anders anordnen.

Die Beleuchtung sollte eher dunkel gehalten werden. Das bedeutet aber nicht, dass unbedingt das komplette Licht auf 20% herunter gedimmt werden muss. Vielmehr kann man die Leuchtröhren punktuell abdunkeln, zB mittels Alufolienstreifen. So entstehen größere Schattenzonen im Becken, die immer wieder durch schöne Lichtkegel durchbrochen werden.

Sehr gut eignen sich hier Weißlichtröhren. Warmweiß, aber auch Kaltweiß. Im Zusammenspiel mit dem bräunlichen Wasser schafft dies schöne, natürliche Reflektionen und Lichtverhältnisse. Hat das Becken genug Höhe kann man auch durchaus mit einer blauen Röhre experimentieren.

Als Grundgestaltungsmittel dienen Wurzeln. Zu empfehlen ist hierbei vorallem die Moorkienwurzel. Moorkienholz wurde über Jahre in Torfmooren eingeschlossen und dort konserviert. Die Abgabe von Gerbstoffen und Huminsäuren färben das Wasser auf natürliche Weise ein.

Sehr schön ist, wenn man sie im Becken „aufstellt“, also nicht nur auf den Boden legt, so können sie unterschwommen werden und bieten Verstecke/ Unterstände, aber auch Abdunklung. Man kann sie auch ins Becken hängen lassen. Dies bedarf einer kleinen Befestigung am Beckenrand durch zB Draht usw oder ist aber auch mit Aquariumsilikon möglich.

Schöne Mangrovenwurzeln möchte ich auch noch als interessante Holz und Wurzelart erwähnt haben.

Als Bodengrund empfiehlt sich dunkler Sand oder Feinkies. Heller, gar weißer Sand würde das Licht zu sehr reflektieren und kontraproduktiv wirken. Zudem irritiert dies oft den gepflegten Besatz. Akzente kann man mit grob eingestreuten größeren Kieseln (1-5cm) setzen. Kleinere Steinaufbauten mit großen runden Flusskieseln sind nicht nur optisch vorteilhaft, sie bieten auch dem kommenden Besatz Revierabgrenzungen und auch Höhlen und Spalten, zB für L-Welse oder Barsche.

Die Filterung und Strömung ist so eine Sache für sich. In der Natur ist die Strömung sehr schwach, aber auch frei von Schwebeteilchen. Ist die Leistung bzw der Durchfluss des Filters zu schwach können nicht alle Schwebeteilchen vom Filter aufgenommen werden. Jedoch sollte man aber auch nicht eine zu starke unnatürliche Strömung im Becken haben.

Zu empfehlen ist hier ein Aussenfilter mit großem Filtervolumen, der u.a. gut mit Filterwatte bestückt ist. Bei diesem könnte man dann den Durchfluss drosseln. Jedoch sollte man trotzdem schauen, dass die Umwälzung mindestens das 2-3 fache des Beckenvolumens betrifft.

Übrigens ist Aktivkohle bei einem Schwarzwasserprojekt nicht zu empfehlen, da es die Eintrübung aufheben würde. Vielmehr kann man zB über Torf filtern, was auch die Wasserwerte drückt (PH und Härte).

Achtet man ein wenig auf die genannten Punkte, kann man ein wunderschönes Schwarzwasser Biotop Aquarium errichten, was dann einen ganz besonderen Scharm hat.

Die gezeigten Fotos sind Beispielbilder aus und von meinem Rio Negro Becken. Sie zeigen Gesamtansicht, Detailaufnahmen und auch ganz hübsche „Schwarzwasser-Schnappschüsse“.

Liebe Grüße, Alex

 
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Kategorie: "Lebensräume" zuletzt bearbeitet am 22.05.2012 um 15:26 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 22.05.2012 um 20:22 von Falk
Hey Alex

Na , mein Lieber, ich geb mal ne eins !!!
Schwarzwassergewässer , egal auf welchem Kontinent, findet man meist da, wo kalkfreies/armes Gestein bzw. Bodengrund rein geologisch vorgegeben ist. Wäre dies nicht so, so hätten wir kein reines Schwarzwasser,welches wie oben beschrieben von Dir Säuren enthält, sondern eher die Weiswasser-Gewässer mit härteren Wasserwerten. Z.BspRio Negro als ausgewiesener Schwarzwasserfluß mit zwischen 0-2,7 pH im Schnitt.

Dann mal weitermachen!!!

Drücker*
 
 
Geschrieben am 20.05.2012 um 08:07 von GGuardiaNN
Hallo Alex,
sehr schön beschrieben und zusammengefasst. Das hier war für dich die Nummero uno und viele weitere werden folgen ;-)).
Jetzt wissen wir was Schwarzwasser ist. Ich werde bei der Umgestaltung meines Aquariums auch wieder ein Stück in diese Richtung zurückgehen.
LG vom Mich@ aus Gronau, aka. GGuardiaNN
 
 


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