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In diesem Blog möchte ich meine bisherigen Erfahrung mit den wohl fiesesten aller Algen den Blaualgen mit euch teilen.
Blaualgen? Was ist das?
Die Bezeichnung "Blaualge" ist leider etwas irreführend. Es handelt sich hierbei nähmlich nicht um tatsächliche Algen, sondern um eine ziemlich fiese Bakterienart, die so genannten "Cyano-Bakterien".
Mit rein pflanzlichen und oftmals als Nahrung dienenden Algen (Grünalgen wie die sehr beliebte und dekorative Mooskugel seien hier genannt) haben diese kleinen Biester also nichts zu tun.
Und warum heißen sie dann "Blaualgen"?
Der Name kommt hauptsächlich aus der optischen Ähnlichkeit dieser Bakterienansammlungen im Aquarium zu den tatsächlichen Algen. Die Cyanos treten meist als grün-blaue schleimige Häufchen/Nester an Pflanzen, Dekogegenständen u. Ä. auf.
Solche Nester sind dann für den ungeübten Aquarianer erstmal ein Rätsel und beunruhigen in der Anfangsphase noch nicht....
Die Betonung liegt hier jedoch auf dem NOCH!
Und wie kommen die in mein Becken?
Tja, hier kommen mehrere Möglichkeiten in Frage:
-Einschleppen durch Pflanzen oder Dekogegenständen
-Auftreten in der Einfahrphase
-Überdüngung, aber auch zu wenig Düngung
-falsche Beleuchtung
-Hohe Phosphatwerte*
-Hohe Nitratwerte*
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*Diese Gründe werden gerne und oft genannt, waren aber bei vielen Aquarianern NICHT der Grund! -Bei mir waren beide Werte perfekt!
Woran erkenne ich diese Blaualgen/Cyanos denn?
Wie bereits gesagt, sehen Blaualgen den tatsächlichen Algen oftmals zum Verwechseln ähnlich.
Auch läßt man sich durch den Namen gerne irreleiten, denn Cyanos müssen nicht unbedingt blaugrün sein, sondern können in den verschiedensten Farbschattierungen von hell-, mittel-, dunkel-, blaugrün oder sogar fast schwarz auftreten!
Es gibt jedoch EINE Methode diese lästigen Wimmerl eindeutig zu indentifizieren: Der Geruch!
Ja, das meine ich ernst. Diese kleinen Widerlinge stinken! Und zwar nicht wenig! Schnappt man sich eine kleine Ansammlung (Cyanos lassen sich IMMER sehr einfach vom Untergrund ablösen) und riecht daran, kommt ein fieser fischig-muffiger Gestank an das unschuldige Näschen.
Schmeißt man die Probe dann weg, stinken oft sogar noch die Finger danach! -BÄH!-
Ok, ich habe also Cyanos im Becken... was jetzt?
Mein Beileid. Aber keine Angst: Du bist in bester Gesellschaft. Wenn ein Aquarianer wegen Algen verzweifelt, sind es zu 75% Cyanos, die ihn quälen... und nicht nur ihn! Cyanos sind in größerer Menge sogar giftig für Fische und Wirbellose!!!
Die Bakterien scheiden ein Gift bei ihrem Stoffwechsel aus, das zu Lähmungen und sogar zum Atemstillstand unserer Lieblinge führen kann!
Sie müssen also weg. -Nur wie?
Hier erst einmal ein paar Dinge, die man sich genauer überlegen sollte:
1. WO treten die Cyanos auf?
Bei mir waren sie in meinem Amazonasbecken mit 200 Liter Inhalt hauptsächlich in der Schwimmpflanzendecke (damals noch Froschbiss) und das Hauptnest direkt vorm Filterauslauf meines Innenfilters.
2. WAS kann ich an meinem Becken verändern um dieses Nest zu zerstören?
Wichtig zu wissen ist, dass alle Algenprobleme, auch mit Cyanos, in der Einfahrphase (und diese dauert NICHT nur so lange, bis man den Nitritpeak überstanden hat, sondern durchaus noch einige Monate danach an) sich sehr oft ganz von alleine lösen!
Nein, das ist jetzt kein beruhigendes Geschwafel, sondern meine ganz persönliche Erfahrung meines Nanocubes. -Sie kamen und sie verschwanden. Einfach so.....
Nach der Einfahrphase sind Cyanos allerdings auch deshalb so gefürchtet, weil sie wirklich verd...t hartnäckig sind!
Es gab sogar schon Fälle, bei denen ein gesamtes Becken komplett ausgräumt, mit Essigsäure oder noch Schlimmeren gesäubert und desinfiziert und wieder komplett neu eingerichtet wurde, diese Dinger jedoch trotzdem wieder auftraten!
In meinem Fall war das erste Becken mit Cyanos bereits über ein halbes Jahr prima gelauften, bis ich mir diese Biester mit einer Pflanze eingeschleppt habe.
Abhilfe schuf dann der Umstieg auf einen Außenfilter und das Abschalten des Innenfilters, sowie das komplette entfernen meiner Schwimmpflanzendecke.
3. ABER wenn ich nichts zu verändern/verbessern finde, bzw. die Cyanos trotzdem wieder auftreten?
Finger weg von Algenmittel! -Das Zeug ist unglaublich giftig und killt euch Wirbellose, Zierschnecken und natürlich eure AQ-Pflanzen, da alle Cyanos die gleichen Nährstoffe aufnehmen, wie auch unsere Pflanzen (ein weiterer Grund, weshalb man sie gerne in einem Atemzug mit richtigen Algen nennt).
Will man also chemisch Cyanos killen, so killt man gleichzeitig seine Pflanzen.
Ein absolut wirksames Mittel soll Antibiotika sein (in den USA wird dies gerne gegen Cyanos eingesetzt).
Dabei ist ganz klar: Antibiotika töten zwar die Cyano-Bakterien, jedoch auch ALLE anderen Bakterien!!!
Euer Filter, sowie alle im Becken brav angesiedelten und Ammoniak und Nitrit abbauenden Bakterien sind hin --> Ihr könnt also die Stoppuhr nehmen und abwarten, bis alle Fische auf Grund des hieraus resultierenden Nitrit-Peaks synchron mit dem Bauch nach oben schwimmen....
Oft hilft ein ausdauerndes Absammeln. Hierbei täglich (bzw. so OFT WIE MÖGLICH) per Hand oder per Absaugen (Schlauch, Mulmglocken o. Ä.) die sichtbaren Blaualgen zu entfernen.
Das stört diese Tierchen nämlich ungemein und kann sie durchaus dazu veranlassen, sich endgültig zu verkrümeln.
Tägliche großzügige Wasserwechsel können auch helfen! Manchmal ist schon das die Lösung!
Falls die Wasserwechsel keinen Erfolg gebracht haben, dann ist die so genannte Dunkelkur eine rein natürliche und meist (also nicht IMMER) wirksame Methode.
Hierbei wird erst einmal sorgfältig alles an Cyanos herausgefischt, was ihr euch greifen könnt.
Dann wird ein schöner großer Wasserwechsel durchgeführt. Es ist sehr ratsam eine Durchlüfterpumpe einzusetzen und den Filterauslauf plätschernd einzustellen, damit eure Fischis auch dann genügend Sauerstoff kriegen, wenn die Pflanzen auf Grund der Dunkelheit keinen Sauerstoff mehr produzieren.
Anschließend verpackt ihr alle Scheiben eures Beckens mit mehreren Lagen Zeitungspapier oder sogar Karton und schaltet das Licht aus.
Es soll jetzt für 5-14 Tage (je nach Stärke des Befalls) keinerlei Licht mehr ins Becken fallen.
Ebenfalls aufpassen sollte man bei der Fütterung in dieser Zeit. Bitte nur ganz ganz gaaaanz sparsam Füttern! (Ausnahmen bei vorhandenen Jungfischen, die brauchen einfach ihre entsprechende Ration)
Nach Ablauf dieser Zeit alles wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen und wieder einen großen Wasserwechsel und bitte auch eine vorsichtige Reinigung des Filters (hier liegen viele mehr oder weniger tote Cyanobakterien) vornehmen.
Nicht wundern: Die Pflanzen sind oftmals ein ganzes Stück gewachsen wg. des hohen CO2- und des niedrigen O2-Gehaltes.
Es sollten alle Cyanos verschwunden sein.
GESCHAFFT! -Oder?!
Tja, nicht zu früh freuen. -Einfach einmal 3-4 Wochen abwarten. Nur in den richtigen Mengen füttern, Mulm schön beseitigen (aber nicht übertreiben, das ist ein Aquarium kein steriler OP-Saal), auf die richtige Filterleistung und -durchfluss achten und HOFFEN.
Sollten die Cyanos nach dieser Zeit wieder auftreten, einfach die Kur wiederholen.
Bleiben sie jedoch weg, dann heißt es "SIIIIIIIEEEG!"
Ich hoffe, der ein oder andere erkennt hier Zusammenhänge und wird so sein Blaualgenproblem los.
Eine 100%ige Lösung gibt es leider nicht.
LG
Steffi
| | | | | Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 26.06.2010 um 22:53 Uhr | | Der Blog wurde von 1426 User(n) seit dem 26.06.2010 gelesen | | | | | | Kommentare: | | | | Geschrieben am 02.07.2010 um 15:08 von Burschi | Hallo Steffi,
sehr oft ist ein Biologisches Ungleichgewicht im Aquarium daran schuld. Aber selbst in perfekt gepflegten Aquarien kann diese Alge problematisch werden. Ich glaube es gibt schon über 1000 verschiedene Arten und es sind auch welche dabei die Toxine ausscheiden. Das will ich natürlich nicht hoffen.4-6 tage verdunkeln und das gleiche dann nochmal eine Woche später bringt auf jeden Fall etwas. Ein Freund von mir hatte immer das Problem weil er zu viel Kies drin hatte und der faulte. Auf jeden Fall glaubten wir das ;-)Jetzt hat er nur noch 2-4 cm drin und alles ist perfekt!!!!!
LG Burschi (Jürgen) | | | | | | Geschrieben am 27.06.2010 um 21:43 von Caricciola | Ich drück und quetsch sie dir. In dem Forum habens leider berichtet, dass Vallisnerien und Co. hinüber waren. Nur die eher langsam wachsenden Pflanzen scheinen 14 Tage problemlos überstanden zu haben.
Wg. einer Dauer von ca. 1 Woche musst du dir allerdings keine Gedanken machen, es sei denn du hast so extrem lichthungrige Pflänzchen wie Pogostemoni helferi...
Gib mir bitte Bescheid, ob das Daumendrücken gefruchtet hat ;-)
LG
steffi | | | | | | Geschrieben am 27.06.2010 um 19:35 von Caricciola | Hallo Christian!
Ja, die Dauer von 14 Tagen ist die mir bekannte absolute Höchstgrenze.
Zwei User der Page aquaristik-talk haben eine derart lange Zeit benötigt --> bei mir haben 4 Tage vollkommen ausgereicht.
Die Nase ist hier wirklich das beste Mittel, die richtige Dauer zu finden!
GLG
Steffi | | | | | | Geschrieben am 27.06.2010 um 07:15 von balzman | Hallo Steffi
Dein Blog ist viel besser geschrieben wie meiner,als überschrift hab ich doch glatt Blaulagen geschrieben.Habe die Dunkelkur nach aquamax.de gemacht,und natürlich alles mit meiner Nase überwacht,erst am sechsten Dunkeltag war kein Geruch mehr feststellbar.Wichtig ist bei dieser Kur 90% ww auf zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu machen.Op es an Überdüngung liegt weiß ich nicht,viele Wachstumsstörungen sind mangelerscheinigungen zb an Phosphat,Kalium,und Nitrat.Meißt kommen bei Neueinrichtungen,und bei einer Störung des Filtersystems Blaualgen auf,und ich denke das liegt am noch nicht richtig funktionierenden Stichstoffkreislauf,an desem Ende das Nitrat steht.Man liest oftmals das hohe Phosphat,und Nitratwerte daran Schuld sind,das glaube ich nicht.Op das RV verhältniss von 10,33 optimal ist kann ich nicht sagen,weil diese Nitrattests irgend ein Gelbton anzeigen der nicht auf der Vergleichstabelle übereinstimmt,oder das Männer nicht so viele Farbunterschiede sehen können wie Frauen(lach),so kann ich auch dieses verhältniss nicht einstellen.Auch eine Kahmhaut ist ein Zeichen das irgend etwas mit dem Stichstoffkreislauf nicht stimmt.Auch eine Überfilterung in einen bepflanzten Becken kann daran Schuld sein,viel überflüssige,und überteuerte Filtermaterialien sind Nährstoffkiller,und das kann sich Negativ auf den Pflanzenwuchs auswirken.Bei mir kommt nur noch Blauer Filterschaumstoff zum Einsatz.Dünge zusätlich mit einen NPK-Tagesdünger,der hat meinen Becken gut getan,und sehe zu das mein Stichstoffkreislauff gut funktioniert,und mein Becken hat auch keine Kahmhaut mehr,sie ist Spiegelklar,ohne ein OFA einsetzen zu müßen,die Kahmhaut ist auch einer unter vielen Gesichtspunkten,die man im Auge haben sollte.
LG balzman | | | | | | Geschrieben am 26.06.2010 um 23:33 von Caricciola | Hehe, danke!
Ja, ich wünsche auch keinem Aquarianer sich mit diesen Biestern beschäftigen zu müssen.
Meine waren ja auch leider eingeschleppt, aber wenn du die erstmal hast, dann gehen sie dir fürchterlich auf den Zeiger ;-) | | | | | | Weiter | | | | Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich anmelden. |
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