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Das leise sterben im Malawisee

Wasserpflanzen ersticken alles Leben in Afrikas drittgrößtem Gewässer

In Ostafrika bahnt sich eine Naturkatastrophe an. Das Leben in weiten Teilen des riesigen Malawi-Sees droht durch Sauerstoffmangel zu ersticken. Ursache ist eine Pflanze, die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes). Rund 500 Fischarten, die meisten davon endemisch, sind in ihrem Bestand bereits stark gefährdet.

Der Malawi-See ist mit 30.800 Quadratkilometer Fläche etwa so groß wie Belgien und der drittgrößte Süßwassersee Afrikas. Das 550 Kilometer lange und bis zu 80 Kilometer breite Gewässer liegt zwischen den steilen Wänden des Njassagrabens, einem Teil des ostafrikanischen Grabensystems. Der See ist bis zu 700 Meter tief.

Die mit den Lilien verwandte Wasserhyazinthe wurde irgendwann in den See eingeschleppt. Durch ihre starke vegetative Vermehrung ist sie zu einem gefürchteten Unkraut geworden. Die auf dem Wasser treibende Pflanze hält das Sonnenlicht ab und verhindert damit das Wachstum von Plankton, einer wichtigen Nahrungsquelle der Fische. Der Malawi-See ist unter anderem die Heimat der Buntbarsche (Cichliden), beliebten Aquarienfischen, die hier ihre größte Artenvielfalt entwickelt haben. Gefährdet sind aber auch Welse, Aale und Nilhechte. Die Wasserhyazinthe absorbiert zudem auch riesige Mengen von Stickstoff und Phosphor. Die verrottenden Pflanzenmassen reduzieren den Gehalt an Sauerstoff im Wasser und schädigen alle Lebensformen im Malawi-See.

Die Fischerei, Haupterwerbsquelle der See-Anrainer, ist kaum noch möglich, besonders im flachen Süden des Sees. Dort befindet sich der größte Artenreichtum an Fischen, dort liegen auch die bedeutendsten Laichplätze. In dieser Region ist der Teppich aus Wasserhyazinthen bereits so dicht, das die Boote Schwierigkeiten haben, hindurchzufahren. Zudem beginnt der See, gerade in seinem ökologisch wichtigsten Teile, zu verschlammen. Die riesigen Pflanzenmengen in seinem Süden bremsen die Strömung, die Wasser in den Shire-Fluss ableitet, der in den Zambesi mündet.

Die Regierung von Malawi versucht, mit natürlichen Mitteln die Wasserpest zu bekämpfen. Ihre Waffe ist der so genannte Wasserhyazinthen-Käfer. Er stammt aus Südafrika und wird nun am See gezüchtet. Die Insekten fressen die Blätter der Hyazinthen. Ihre Larven ernähren sich von den Blüten. Patrick Maseko Phiri, der Leiter des Käfer-Programms: "Das ist derzeit die einzige Methode, die einigermaßen Erfolg verspricht. Doch es ist ein langsamer Prozess." Die Bevölkerung wurde aufgefordert, so viel wie möglich der Wasserhyazinthen einzusammeln und zu verbrennen. Versuche, mit chemischen Waffen der Pest Herr zu werden, sind in doppelter Hinsicht gescheitert. Sie erwiesen sich als wenig effektiv und als zu teuer.

Welche Folgen es haben kann, wenn Pflanzen oder Tiere in ein für sie neues Ökosystem eindringen, zeigt sich einige hundert Kilometer weiter nördlich vom Malawi-See: In den 50er-Jahren hatten britische Kolonialbeamte den riesigen Nilbarsch im Viktoria-See ausgesetzt. Im größten Tropensee der Erde gab es damals nur zahlreiche Buntbarsch-

arten, aber keine großen Raubfische. Die bis zu hundert Kilogramm schweren Nilbarsche machten sich über die kleinen Verwandten her. Da sie dort selber keine natürlichen Feinde vorfanden, vermehrten sich die Nilbarsche explosionsartig. Der Buntbarsch-Bestand des Viktoria-Sees brach in wenigen Jahrzehnten zusammen. Schon 1988 wurde die gesamte natürliche Fischfauna des Sees auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere gesetzt. Bis 1992 waren bereits mehr als 60 Prozent der Cichliden ausgerottet. Mittlerweile ist die ökologische Struktur des Viktoria-Sees zerstört. Den Hunger lösen seitdem die Nilbarsche auf Raubfischart. Durch Kannibalismus.


Quelle: http://www.welt.de/print-wams/article613168/Das-leise-Sterben-im-Malawi-See.html

LG Torsten

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