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Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten

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Auch in unserem Aquaristik-Forum fühlen wir uns selbstverständlich den Zielen und Werten verpflichtet, die uns alle zu erfolgreichen Aquarianern machen sollen und ein konstruktives und respektvolles Miteinander garantieren.
Wolfgang N

27.11.2015, 16:37
 

Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten (Einrichtungsbeispiele)

Viele Aquarianer haben Erlebnisse, an die sie sich auch nach Jahren noch erinnern. Da gibt es lustige, traurige, spannende und auch aufregende Geschichten. Meist spielen einer oder mehrere Fische darin die Hauptrolle. Ich habe diesen Thread eröffnet, weil ich neugierig auf Eure Geschichten bin. Das ist also eine Aufforderung an Euch, diese Geschichten hier zum Besten zu geben. Nur Mut! :-) Damit Eure Hemmschwelle sinkt, mache ich mal den Auftakt:

Die Story beginnt mit einem Zeitsprung ins Jahr 1975. Ich hatte soeben ein "großes" 160-Liter Becken genehmigt bekommen und mit Keilfleckbärblingen und Glaswelsen besetzt, als ich beim Händler einen wunderschönen, kleinen Stachelaal entdeckte. Gerade einmal 10 cm groß. Kaufen und reinsetzen war eins. (Das war der letzte Fisch, den ich kaufte, ohne mich vorher ausgiebig zu informieren) Wie ich erst später rausfand, handelte es sich um einen Mastacembelus armatus. Das ging etwa ein halbes Jahr gut, bis der Stachelaal etwa 25 cm lang war. Dann begannen meine Keilfleckbärblinge weniger zu werden. Schließlich war keiner mehr da. Ich rätselte noch über die Ursache, als ich bei einer Fütterung beobachten musste, wie der Aal einen Glaswels verschluckte. Blitzschnell, einfach so. Noch am selben Tag wanderte der Aal in Einzelhaft, was ihn nicht sonderlich zu stören schien, denn er wuchs weiter und weiter...

Einem meiner Schulfreunde gefiel der Aal außerordentlich gut. Daher bot er mir einen Tausch an: Den Aal gegen einen rückenschwimmenden Kongowels. Bei letzterem handelte es sich allerdings nicht wirklich um einen Synodontis nigriventris sondern um einen etwas über 20 cm großen Synodontis nigrita. Ich willigte ein. Der Synodontis zog in mein neues Afrika-Becken, wo er sich friedlich in den restlichen Besatz einfügte. Der Aal hatte das Glück zu meinem Schulfreund in ein (für damalige Verhältnisse) riesiges 350-Liter Malawiaquarium zu ziehen. Dort verschwand er erst mal im Lochgestein, wovon es jede Menge gab. Alle Malawibecken der 70er sahen so aus. In erster Betrachtung war damit alles in Ordnung.

Das änderte sich mit dem fortschreitenden Wachstum des Stachelaals. Zuerst passte er nicht mehr ins Lochgestein, was als positiv empfunden wurde, da man ihn jetzt in voller Länge bewundern konnte. Als mein Schulfreund aber aus einem zweiwöchigen Urlaub zurück kam, war seine bunt gemischte Mbuna-Truppe spurlos verschwunden. Der einzige noch vorhandene Beckenbewohner war der Aal. Er hatte sichtbar zugenommen, allerdings mit seiner ethnischen Säuberung auch seinen Kredit verspielt. Ganz im Gegenteil zu meinem inzwischen liebgewonnenen Synodontis, der selbst mit Fischen in Neon-Größe völlig problemlos zusammenlebte. Die Entscheidung stand damit fest: Der Aal muss raus!

Die Gelegenheit ergab sich durch ein trauriges Ereignis bereits nach wenigen Wochen. Ein uns Schuljungs bekannter und von uns vereehrter Züchter, den wir öfters aufsuchten, hatte zur "Beseitigung" seines fehlfarbigen oder anderweitig unerwünschten Nachwuchses einen Raubwels. Es war ein fast ein Meter langer Pseudoplatystoma tigrinum (Tigerspatelwels), von uns nur ehrfürchtig "das Monster" genannt. Der lebte in einer ziemlich großen Eternitwanne, die oben mit einem massiven Gitter gegen Herausspringen gesichert war. Die Wanne stand im Zuchtraum, einem treibhausähnlichen Konstrukt mit reihenweise Becken in drei Ebenen.

Dieser Wels übertraf alles an Angriffslust und Gefräßigkeit, was ich bis dahin gesehen hatte. Davon zeugten zahlreiche Blessuren und Narben an den Händen seines Pflegers, der uns jedes Mal erneut warnte: "Fass da ja nicht rein!" Haben wir uns sowieso nicht getraut. Manchmal konnte es passieren, wenn man zu dicht davor stand, dass plötzlich ein Angriff erfolgte, der nur am Gitter scheiterte. Das war der aggressivste Fisch, den ich bis heute je gesehen habe. Um das zu glauben, muss man es wohl erlebt haben...

Während einer längeren Kälteperiode bekam der Tigerspatelwels ein paar Heizstäbe in seine Wanne, weil diese auf dem kalten Boden stand und auszukühlen drohte. Das muss er wohl falsch verstanden haben. So kam er auf die Idee, einen der Heizstäbe zu verschlucken. Hätte er dabei das Kabel aus der Steckdose gerissen, wäre wahrscheinlich nichts passiert. So aber muss der Heizstab wohl beim nächsten Einschalten schwere innere Verbrennungen verursacht haben. Entweder war er nicht in der Lage, den Heizstab wieder herauszuwürgen, oder er wollte es einfach nicht. Jedenfalls hat er es nicht überlebt. Das ist der gruselig-traurige Teil der Geschichte.

Für den Aal wurde es dadurch zum Zwischen-Happy-End. Er durfte die Stellung des Liquidators antreten, was er auch sehr erfolgreich tat. Den Job hatte er dann bis Anfang der 80er Jahre inne, als sein Besitzer die Zierfischzucht aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Glücklicher Weise konnte er recht schnell an den Frankfurter Zoo vermittelt werden, (der Aal, nicht der Züchter) wo ich ihn 1993 oder 1994 das letzte Mal gesehen habe. Ich muss davon ausgehen, dass er dort seinen Lebensabend verbracht hat. Er war zum Schluss einen knappen Meter lang, länger als die Literaturangaben es ihm erlaubt hätten. Gut, dass er nicht lesen konnte. :-)

Die Geschichte ist damit aber noch nicht zu Ende. Sie geht bis heute noch weiter. Der friedliebende Synodontis nigrita lebt heute immer noch in meinem aktuellen Afrika-Becken. Da er bei unserer ersten Begegnung bereits ausgewachsen war, gehe ich davon aus, dass er inzwischen mindestens 40 Jahre alt ist. Er ist sehr scheu und versteckt sich praktisch die ganze Zeit hinter Holz oder Pflanzen. Es ist schon erstaunlich, wie effektiv sich ein Fisch dieser Größe unsichtbar macht. Man bekommt ihn nur bei der Fütterung zu sehen. Dann stopft er alles in sich rein, was er finden kann und verschwindet wieder spurlos. Sein Verhalten hat sich in all den Jahren nicht geändert. Ich gehe davon aus, dass er mir noch eine Weile erhalten bleibt und die Geschichte noch etwas weiter geht.

Und jetzt bin ich gespannt, was von Euch kommt! Wer macht den Anfang? :-)

der Steirer

27.11.2015, 17:07
(editiert von matthias6, 27.11.2015, 17:16)

@ Wolfgang N

Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten

Hallo Wolfgang,

dann mach ich mal den Anfang ("lustiger" Thread!!!)

Ich war, glaub ich 12 Jahre alt und bekam mit meinem 126 Liter Becken mein 2. Aquarium.
Natürlich musste da alles rein, was größer als ein Guppy war. Neben Skalaren (seufz), Feuerschwanz (seufz, seufz) und so weiter, kam auch ein schönes Paar Betta splendens rein.
Ein Tages bemerkte ich bei dem Bock eine Trübung am Auge. Ich übermotivierter Jungaquarianer dachte mir natürlich gleich, der ist krank und muss in Quarantäne!
Gesagt, getan, der Bock kam in ein 10 Liter Quarantäne- Becken und ich gab ein Pilzmittel rein. Da das auch noch im Winter war, und das Wasser nach einiger Zeit nur mehr 20 Grad hatte, kam schwuppi wupp auch gleich ein Heizstab rein.

Blöd nur, dass ich nicht checkte, dass der Heizstab keinen Thermostat hatte. Nach einer Stunde kam ich in das Zimmer zurück und... das Wasser war nicht nur am Sieden sondern die Kacke war am Dampfen. Das Wasser brodelte munter vor sich hin und mein ganzer Stolz trieb knallrot an der Wasseroberfläche...

Tief beschämt nahm ich den Fisch aus dem Becken (nein, nicht mit der Hand) und da ich wenigstens wissen wollte was er hatte, ging ich mit dem totem Fisch zum Händler um ihn zu fragen, was los mit dem Fisch war, soweit noch feststellbar.
Der Händler sah mich mitleidig an und meinte, dass das nur ein Laichausschlag war..

PS: Mir ist zwar heute noch nicht klar, ob Bettas wirklich einen Laichausschlag bekommen, aber die Aktion hat mich 2 Sachen gelehrt: Kauf dir sofort einen Ratgeber über Fischkrankheiten und benutze NIE MEHR einen Heizstab ohne Thermostat...

lg
Matthias

Ralf.SOS

28.11.2015, 19:17

@ der Steirer

Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten

Unter falschem Verdacht

Hallo Aquarienfreunde, eine Kurzgeschichte habe ich auch.

Es muss in den Siebzigern gewesen sein, ich war damals noch ein kleiner Junge und wohnte mit meinen Eltern in Berlin in der fünften Etage.
Am Nachmittag saß ich vor dem 120l Aquarium (damals noch ein Rahmenbecken) meines Vaters und der euch allen bekannte Virus Typ A ergriff langsam von mir Besitz.
Plötzlich begann das Wasser Wellen zu schlagen, die fast den Beckenrand erreichten.
Das blieb auch meinem Vater nicht verborgen.
Da ich am nächsten am Aquarienschrank war, beschuldigte er mich, hier aus Langeweile Unfug zu treiben. Alle meine Unschuldsbeteuerungen halfen nichts, ich musste den Rest des Tages unter Androhung von Strafe Abstand zum Aquarium halten.

Erst die Abendnachrichten entlasteten mich: Ein starkes Erdbeben in Norditalien hatte Erdstösse bis nach Deutschland geschickt, in einigen Hochhäusern waren sogar die Kronleuchter ins Schwingen geraten. Das Aquarium hatte also sozusagen als Seismograph gearbeitet, nur wir nicht an Beben gewöhnten Deutschen hatten das nicht erkannt.

Grüsse Ralf

Der Fischer

28.11.2015, 20:51

@ Wolfgang N

Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten

Hallo an euch und hallo lieber Wolfgang

meine Geschichte erinnert mich etwas an Wolfgang seine ... ich war so etwa 10-11 Jahre alt, also etwa 20 Jahre her ... da hatte ein 300l Aquarium mit Skalaren u verschiedenen Salmler ...

Als ich mal wieder mit meiner Mutter in "unser Zoofachgeschäft" gingen um etwas stöbern ... viel mir in einem der Aquarien ein etwas unscheinbarer etwa 10cm langer grauer Aal auf ... der "Fisch" besaß keine Flossen u die Augen waren kaum erkennbar, ich war so fasziniert von dem Tier das ich Mutter überreden konnte ihn zu kaufen ... der Händler fragte nicht viel u wusste selbst nicht genau was es für ein Fisch ist ... nur das es ein Import aus Südamerika war!

Nach einiger Zeit im Aquarium stellte sich ein großer Wachstumsschub bei dem Tier ein ... u ein unersättlicher Appetit ... im laufe der Zeit verschwanden immer mehr Salmler ... ich hatte erst die Skalare in Verdacht ... es waren Peru Skalare mit einer stattlichen Größe ... ich konnte allerdings keinen Raub beobachten ... der Aal war nach knapp einem dreiviertel Jahr etwa 25-30cm lang ... u es waren nun noch die Skalare im Becken ... tja mir war klar das es nun nicht die Skalare waren ... denn eines Tages kam ich von der schule u musste mit ansehen wie der Aal mein wunderschönes Skalarmännchen am Kopf voran im Maul durch das Aquarium zerrte ... der Skalar hat es trotz meiner Rettung nicht geschafft :-(


Ich musste mich nun schlau über diesen Aal machen u machte ein paar Fotos mit einer Sofortbild Kamera ... mit den Bildern ging ich zu meinem Cousin dessen Vater damals im Berliner Zoo Aquarium arbeitete ... der nahm die Bilder mit u zeigte sie dort wohl einem zoologischen Mitarbeiter/Zoologen !


Ein paar Tage später bekam ich meine Info ... es handelte sich gar nicht um einen Aal ...es war eine Schwimmwühle ... diese ist ein aquatisch lebendes Amphib ... mit großes Hunger auf alles was sich bewegt ... die Wühle lebte dann irgendwann allein in meinem Becken ... bis vor 10 Jahren ... als ich sie vertrocknet hinterm Aquarium fand ... sie ist über Nacht durch die
Kabelöffnung entflohen ausversehen ... sie hatte zu dem Zeitpunkt etwa 50cm

Ein sehr skurriles Tier , es hat trotzdem Spaß gemacht es zu pflegen u führte mich dadurch auch zu meinen zweiten Hobby, die Terraristik!

ehemaliger User

29.11.2015, 02:20

@ Wolfgang N

Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten

Labyrinthfisch-Suppe, Kapitel 2 (aber mit happy end)

Hallo zusammen!

Ich habe eine ähnliche Geschichte zu erzählen, wie Matthias. 1991 hatte ich als Schüler ein 200-Liter-Becken. Von meinem an mehreren Wochenenden hart erarbeiteten Geld konnte ich mir 4 Mosaikfadenfische kaufen - goldener Farbschlag - damals für mich ein Traum. Als ich die Tierchen endlich im Beutel hatte und mit ihnen im Linienbus nach Hause gefahren war, entliess ich sie in ein 20-Liter-Quarantänebecken (für einen Schüler und Anfänger doch recht gut, oder?). In diesem Becken war ein Stabheizer (natürlich gebraucht) mit Thermostat. Der wurde flugs eingestellt und das Winzig-Becken mit einer dünnen Plexiglasscheibe abgedeckt (mehr eine dicke Plexiglasfolie).

Als ich ein paar Stunden später wieder nach den Tierchen schaute, war das Becken zu meinem Entsetzen leer. Die Plexifolie lag verrutscht auf dem Becken, das Wasser war kochend heiss und ringsherum alles nass. Der Regler der altersschwachen Heizung muss versagt haben. Die Fische haben sich dem Kochen durch Sprünge aus dem Becken entzogen und lagen alle 4 auf dem Teppichboden - lebend!

Ich habe sie eingesammelt und in ein Glas gesetzt. Nach dem Austausch der Heizung kamen sie wieder ins Quarantänebecken und haben das ganze zu meinem großen Erstaunen überlebt. Die folgenden Tage haben sie eine komische Substanz am ganzen Körper abgesondert, ich denke, sie haben ihre Schleimhaus regenriert. Das ganze ist dann in mehr oder weniger unansehnlichen Portionen abgefallen und nach einiger Zeit waren sie wieder wie neu.

Ich kann nicht sagen, wie lange sie da auf dem Teppich gelegen haben, reine Kiemenatmer hätten das nicht überlebt.

Gut, dass es heute Aquariencomputer gibt, die einer "durchgeknallten" Heizung sicherheitshalber den Saft abdrehen.

Viele Grüße

Jens

Tom

Homepage

01.12.2015, 16:33

@ ehemaliger User

Lustige, traurige, spannende und gruselige Geschichten

Hallo,

da habe ich auch noch eine (von vielen) lustigen Geschichten.

Ich hatte vor vielleicht 15 Jahren das erste Aquarium mit Malawi-Räubern eingerichtet. Mit dabei ein wirklich prächtiges Männchen Nimbochromis Venustus, das dann schon irgendwann ca. 20 cm lang war. Bei der Fütterung war es öfter so, dass die Jungs und Mädels ordentlich am rumzappeln waren und ich nach der Fütterung ziemlich nass geworden war. So auch einmal. Schon mit dem Öffnen des Deckels bekam ich ordentlich Aquarienwasser ab. Was mich allerdings ein wenig irritierte, war die Tatsache, dass das Spritzwasser offenbar in großer Menge in die Futterdose, die ich noch in der Hand hatte, gelangt sein musste, denn die Dose war plötzlich auffällig schwer. Doch ein Blick in die Dose zeigte, dass es nicht Spritzwasser war, das die Dose schwer gemacht hatte, sondern das Venustusmännchen war zielstrebig an die Quelle des Futters gehüpft und war jetzt regelrecht mit Flockenfutter paniert. Als ich ihn ins Becken zurückgeworfen hatte, war er natürlich der Held des Beckens und bei allen beliebt. Also zumindest das Futter, das er mitgebracht hatte ;-)

Grüße, Tom.