Logo von Einrichtungsbeispiele.de
Hier werden 8.454 Aquarien mit 145.768 Bildern und 1.595 Videos von 17.594 Aquarianern vorgestellt
Wir werden unterstützt von:
Einrichtungsbeispiele.de wird unterstützt von Kölle-Zoo
Login Aquaristik-Werbung Teichbeispiele Terrariumbeispiele Top-Aquariums
Partner für Aquarienbau
Partner für Aquarientiere
Partner für Aquariumlicht
Partner für HMF-Filter

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

log in | registrieren

Auch in unserem Aquaristik-Forum fühlen wir uns selbstverständlich den Zielen und Werten verpflichtet, die uns alle zu erfolgreichen Aquarianern machen sollen und ein konstruktives und respektvolles Miteinander garantieren.
ehemaliger User

01.02.2016, 20:33
(editiert von grein1, 01.02.2016, 21:46)
 

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik (Krankheiten)

Hallo,

die letzten Tage bin ich öfters über das Thema Naturheilmittel in der Aquaristik gestoßen.
Angeregt wurde ich zu diesem Thread im übrigen, da hier zuletzt ein Becken gegen Kiemenwürmer behandelt wurde.
Leo hatte bspw. zuletzt den Tipp gegeben gegen Kiemenwürmer ein "Knoblauch Zeugs" anzuwenden.

In einem anderen Forum wird gerade über Kakaoblätter diskutiert usw.
Die Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen usw. kennt ja auch jeder, denen wird ja auch viel Gutes zugeschrieben. Grafschaft Dieter hat dazu auch einen interessanten Blog geschrieben
.
www.einrichtungsbe...ionierung_bid5196.html

Heute bin ich noch über folgende Internetseite gestolpert:
www.drta-archiv.de...mittel/Naturheilmittel

Diese Seite listet ziemlich viele "Hausmittel" auf und gibt auch Tipps wogegen es helfen kann und wie man es dosieren sollte.

Hat denn jemand schon Erfahrungen von euch bei diesem Thema?
Gebt ihr etwas vorbeugend ins Wasser von diesen Naturmitteln?
Habt ihr schon mal was wirksam eingesetzt wie Knoblauch gegen Würmer?

Bis dann

ehemaliger User

01.02.2016, 20:51

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hier habe ich noch einen Blog bei EB zum Thema gefunden:
www.einrichtungsbe...er-fische_aid5063.html

ehemaliger User

01.02.2016, 20:52

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hi,

ich gebe manchmal zur Vorbeugung zerriebenen Knoblauch in das aufgetaute Frostfutter und lasse das dann 10 Minuten einziehen.
Ich taue das immer in einer Tasse auf und gieße das Tauwasser durch ein Sieb ab.
Dann fülle ich frische Wasser nach und verfüttere das Löffelweise.

Grüße
L.

ehemaliger User

01.02.2016, 21:35

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hiho,

gegen was beugst Du denn mit Knoblauch vor?
Gegen Darm-Würmer?

Bis dann

ehemaliger User

01.02.2016, 21:47

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Im oberen Thread war der zweite Link fasch, habe ich geändert. Hier sicherheitshalber nochmal:
www.drta-archiv.de...mittel/Naturheilmittel

ehemaliger User

02.02.2016, 12:33

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Leo kann hier irgendwie nicht antworten. Deshalb sein Text, den er bei mir gepostet hat jetzt auch hier:

Hallo Tobias,
Würde ja gern ein Kommentar im Forum schreiben....
Aber es ist mir leider aus technischen Gründen immer noch nicht möglich!!!
Vorbeugend scheinen die Mandelbaum/Knoblauch Säckchen echt ganz gut zu funktionieren....bei mir zumindest.
Ich pack mittlerweile immer 2-3 Zehen mit in das selbst hergestellte Frostfutter.
Dazu- Ist nicht gerade ein Naturheilmittel- gebe ich Multivitaminpräparat für Zierfische wöchentlich ins
Becken. 100 Tropfen in meinem Fall.
Zusammensetzung: Saccharose,Traubenzucker und Orangenöl.
Viel Spaß noch.....
Gruß Leo

ehemaliger User

02.02.2016, 21:23

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hier nochmal was von Leo, was er bei meinem Becken gepostet hat, weil die Technik versagt:

Du meinst die Säckchen? Ich pack die in einen Damenstrumpf,und mache den mit ner Wäscheklammer am oberen Rand zur letzten Kammer fest. So wird er schön durchströmt.
Laut Packungshinweis ( Zajac) vorbeugend gegen: Ektoparasiten,Flossenfäule und-Verfilzung,Laichverpilzung,Lochkrankheiten bei Cichliden,Darmparasiten undNematoden.
In Lucks 54 er schmeiß ich die einfach rein......nach 2 Tagen gehen Sie unter!
Wie nett von dir das du den Text ins Forum übertragen hast :-)
Gruß Leo

ehemaliger User

02.02.2016, 21:35

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hi,

ja in erster Linie soll Knoblauch u.a. gegen Darmparasiten vorbeugen und die Vitalität
der Fische stärken.
Ich forsche auch nach ob und wie man Ingwer zu medizinischen Zwecken bei Fischen
einsetzen kann. Ingwer hat eine starke antibakterielle Wirkung.
Grüße
Lucky




>> Hiho,
>>
>> gegen was beugst Du denn mit Knoblauch vor?
>> Gegen Darm-Würmer?
>>
>> Bis dann

ehemaliger User

06.02.2016, 10:21

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hey Lucky,

vielen Dank für die Antwort.

Ich habe gestern mal einen Seemandelbaumtee aus 30 Blättern und ca. 1 Liter heißem Wasser aufgegossen. Das habe ich gestern Abend ins Becken gegeben. Zusätzlich habe ich Seemandelbaumrinde ins Becken gegeben. Alles zusammen hat erstmal "Schwarzwasser" produziert.

Heute Morgen Wasserwerte gemessen, hier konnte ich keine Veränderung bei PH / KH feststellen.

Was allerdings zu beobachten ist das meine Fasciatus etwas "lockerer" geworden sind und sich schon gestern Abend mehr im Vordergrund als sonst aufgehalten haben.

Laut meinem "Scheiben-Händler" stehen die auch eher auf mit Huminstoffen versetztem Wasser.


Zusätzlich habe ich noch den ein oder anderen interessanten Bericht in diesen Ausgabe gefunden:
www.aqualog.de/news/news-deutsch/

Bspw. in Ausgabe 115 ist eine schöner Bericht über die Wirkung der Schwarerlen.


Insgesamt finde ich es allerdings Schade, dass sich im Forum so wenige beteiligen. Gerade bei diesem Thema finde ich es sehr interessant, haben wir nicht alle schon Unsummen für irgendwelche Wassseraufbereiter, Vitamine, Mittelchen für besseres Wohlbefinden der Fische ausgegeben?

Bis dann

Wolfgang N

06.02.2016, 12:57

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

>> haben
>> wir nicht alle schon Unsummen für irgendwelche Wassseraufbereiter,
>> Vitamine, Mittelchen für besseres Wohlbefinden der Fische ausgegeben?

Nö, hab ich nicht. :-) Werd' ich auch in Zukunft nicht tun.

Was dieses Thema angeht, bin ich ein verdammungswürdiger Ungläubiger. Immer an der Schwelle zur Steinigung. :-D

So, jetzt isses raus!

Viele Grüße

Wolfgang

P.S.: Vielleicht lenkt diese Bemerkung das Thema auf einen neuen Teilaspekt und es kommt doch noch eine richtige Diskussion auf? Sicherheitshalber hol ich schon mal Popcorn... :-D

Thomas S-H

06.02.2016, 13:28

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo!

Ich schreibe mal kurz was dazu!

Ich habe immer mindestens 3-4 Seemandelbaumblätter im Becken.
1. finde ich optisch sehr cool
2. angeblich heilen so Verletzungen besser
3. angeblich ändern sich dier Wasserwerte (nie gemessen

Alle 3-4 Wochen hänge ich ein paar selbst gesammelte Erlenzapfen ins Becken
1. färbt Wasser etwas brauch
2. angeblich ändern sich Wasserwerte (nie gemessen)

Habe auch schon einen Erlenzapfentee verwendet, der macht dass Wasser noch brauner, aber dass ist mir zuviel Aufwand!

Ich schwöre auf Wasserwechsel, seit Jahren min 1x pro Woche!
Und jetzt durch die häufige Altumfütterung wechsle ich 2x pro Woche Wasser!

Ansonsten verwende ich zeitweise Activol, aber nur weil ich es noch daheim habe, ob es wirklcih hilft oder was verändert kann ich nicht sagen!

MfG
Thomas

ehemaliger User

06.02.2016, 18:10

@ Thomas S-H

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo,

ich verwende auch keine Mittelchen zur Aufbereitung des Wassers, das ist hier in meiner Region nicht notwendig. Zumindest dann nicht, wenn man Südamerika bzw. Fische mit weichem / sauren Wasser pflegen will. Chor oder ähnliches wird unserem Wasser auch nicht versetzt. Da hier keine größere Industrie ist und ich mehrmals die Woche den Wald kontrolliere aus dem unser Wasser kommt ....

Aber natürlich habe ich in der Vergangenheit auch schon Easy Life Filtermedium oder Catappa-X oder wie das Zeug heißt ausgetestet.
Aber mit oder ohne diese Mittel habe ich keinen Unterschied in meinen Becken festgestellt. Bei größeren Becken werden diese Mittel aber dann auch schnell unbezahlbar .....

Zu meinem Seemandelbaumtee, der war relativ einfach zubereitet. Wasserkocher an, Blätter und den Eimer, Wasser drauf, ziehen lassen - fertig.

Muss allerdings sagen, wenn ich mir heute das Becken angucke ist es schon sehr braun ;), entweder hat der Tee im Wasser nachgezogen oder die Rinde färbt schneller als man gucken kann.

Morgen messe ich dann nochmal Wasserwerte, gehe aber davon aus, dass dann immer noch keine Veränderung bzgl. PH / KH zu messen sein wird. Alles andere was der Tee bewirken könnte, kann man ja leider zu Hause nicht messen und muß sich auf seine Beobachtungen verlassen.

Den Scheiben scheint es wie oben geschrieben allerdings besser zu gefallen.

Bis dann

LaFrieda

08.02.2016, 18:25

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hej,
bei mir bekommen die Fische nach jeden Wasserwechsel etwas von dem JBL Tropol. Ist ja auch ein Auszug aus verschiedenen Blättern und Rinde. Eine Änderung der Wasserwerte konnte ich nicht feststellen, wohl aber das Verhalten der Fische, insbesondere der Kongosalmler hat sich verändert: sie sind viel ruhiger und reagieren nicht panisch, wenn man sich dem Becken nähert. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass das gelbliche Wasser und das dadurch gedämpfte Licht hier einiges zu beitragen. Bei anderen Blättern, die man direkt verwendet, könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht auch die vielbeschworenen "sekundären Pflanzenstoffe" den Fischen bestimmt gefallen, wenn dieser Effekt denn messbar ist... ;-)
Grüße
Frieda

ehemaliger User

08.02.2016, 18:41

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hi,

mit Tee kann man auch einiges bewirken:
www.heimbiotop.de/...erlichewirkstoffe.html

Ansonnsten schwöre ich auf Seemandelbaum und Bananenblätter in meinen Tanks.
Wasseraufbereiter benutze ich selten und wenn dann wenig.

Grüße

Lucky

Ralf.SOS

08.02.2016, 22:37

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

>> >> haben
>> >> wir nicht alle schon Unsummen für irgendwelche Wassseraufbereiter,
>> >> Vitamine, Mittelchen für besseres Wohlbefinden der Fische ausgegeben?
>>
>> Nö, hab ich nicht. :-) Werd' ich auch in Zukunft nicht tun.
>>
>> Was dieses Thema angeht, bin ich ein verdammungswürdiger Ungläubiger.
>> Immer an der Schwelle zur Steinigung. :-D
>>
>> So, jetzt isses raus!
>>
>> Viele Grüße
>>
>> Wolfgang
>>
>> P.S.: Vielleicht lenkt diese Bemerkung das Thema auf einen neuen Teilaspekt
>> und es kommt doch noch eine richtige Diskussion auf? Sicherheitshalber hol
>> ich schon mal Popcorn... :-D

Hallo Wolfgang
Da hab ich jetzt doch mal eine "ketzerische" Frage: Hälst du Leitungswasser (sofern es in der richtigen Härte aus dem heimischen Wasserhahn strömt) wirklich unbehandelt für geeignet zum Wasserwechsel? Vertraust du unseren heimischen Wasserwerken trotz teilweise grenzwertiger Nitratwerte?
Grüsse Ralf

Wolfgang N

09.02.2016, 12:55

@ Ralf.SOS

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Ralf,

ist Nitrat wirklich das einzige Problem? Wenn ich mir anschaue welches Arsenal an biologischen und chemischen Kampfstoffen der Handel bereithält um gegen das angeblich verseuchte deutsche Trinkwasser bestehen zu können, dann kommt man zwangsläufig zu der Ansicht, dass unsere Wasserversorger den vernichtenden Rundumschlag gegen die Menschheit planen.

Ich würde mir bei den Aquarianern etwas weniger Konsumgläubigkeit im Austausch gegen mehr kritisches Hinterfragen wünschen. Was gilt es denn wirklich zu "bekämpfen"?

Nitrat?
Ein Aquarium wird niemals ein "richtiges" Biotop sein. Immer nur ein kleiner Ausschnitt. Manche Teile der Stoffkreisläufe fehlen einfach, oder sind nur unzureichend vorhanden. Zum Beispiel die Denitrifikation. Also steigt die Nitratkonzentration an. Bei starkem Besatz ohne Pflanzen steigt die Nitratkonzentration mit der Zeit heftig an. In stark bepflanzten Becken mit moderatem Besatz dagegen kann die Nitratkonzentration leicht unter die Nachweisgrenze sinken. Das ist kein Problem des Trinkwassers. Es ist ein Problem des Konzepts. Wer will aber schon zugeben, dass sein Aquarium nicht optimal geplant ist? Die Trinkwasserverordnung erlaubt 50 mg/l Nitrat. Es ist erstaunlich, wie viele Fischarten diesen Wert tolerieren. Natürlich nicht alle. Jungfische sind da generell empfindlicher. Wenn ich solche Fische pflegen will, dann muss ich ein passendes Konzept entwickeln. Vorher! Zur Not mit einer Nitratsäule, einem Wodkafilter oder was auch immer. Zu hohe Nitratkonzentrationen senke ich nicht dadurch, dass ich irgend welche Mittelchen reinschütte. Ich muss das Nitrat rausholen.

Kupfer und andere Schwermetalle?
Das ist ein Problem, das primär in Neubauten mit Kupferverrohrung auftritt. Wasseraufbereiter enthalten Chelate, meist Ethylendiamintetraacetat (EDTA), welche die Schwermetalle "maskieren" und damit in Lösung halten. Durch die Maskierung sind sie mit handelsüblichen Tropftests nicht mehr messbar. Das Blöde daran ist die Tatsache, dass sie dann immer noch im Wasser rumschwimmen. Die Chelate werden nach einer Weile von Bakterien gefressen und dann? Genau, dann sind sie wieder messbar. Toll. :-( Dagegen genügt es meist völlig, wenn man den Wasserhahn eine Minute laufen lässt, bevor man das Wasser für das Aquarium nutzt. Messbare Kupferkonzentrationen entstehen nur, wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung steht. Daher besser auch kein Wasser aus dem Boiler nutzen. Wenn die Verrohrung erst mal ein paar Jahre alt ist, tritt eine Passivierung der Oberfläche ein. Dann löst sich fast nichts mehr. Wer eine Kupferverrohrung hat, sollte einfach ein paar Messungen mit und ohne Spülung durchführen um Klarheit zu erlangen. Zu hohe Schwermetallkonzentrationen senke ich nicht dadurch, dass ich irgend welche Mittelchen reinschütte. Ich muss das Schwermetall rausholen.

Keime?
Das kann nur ein Witz sein. Das Wasser eines durchschnittlichen Aquariums enthält zigtausendmal mehr Keime aller Arten als Trinkwasser. Wenn ich Trinkwasser ins Aquarium schütte, dann wird das Trinkwasser kontaminiert und nicht umgekehrt. Das wird nicht dadurch besser, wenn ich irgendwelche organische Substanzen ins Becken schmeiße. Die mögen ja wirklich irgend welche Inhaltsstoffe haben, die auf Bakterien wachstumshemmend wirken. Aber wollen wir das wirklich? Alle Bakterein hemmen? Auch die im Filter? :-) Hoppla, das heißt ja im Umkehrschluss, wenn im Filter nichts abstirbt, dann passiert den anderen Bakterien wohl auch nichts? :-D Ob die Konzentrationen wohl zu gering sind? :-D Zu allem Überfluss bringen diese Mittelchen jede Menge organisches Füllmaterial mit. Bakterienfutter eben. Wenn ich die Bakterien in der Wassersäule killen will, ohne dass die Filterbakterien beeinflusst werden, dann geht das nur mit einem UV-C Klärer. Zu hohe Keimkonzentrationen senke ich nicht dadurch, dass ich irgend welche Mittelchen reinschütte. Ich muss die Keime rausholen.

Chlor?
In der Tat führen die Wasserversorger in einem gewissen Turnus sogenannte Stoßchlorierungen durch, um Verkeimungen in Blindrohren zu eliminieren. Dies wird üblicherweise angekündigt. Solchen Ereignissen kann man also leicht aus dem Weg gehen. Seit Anfang der 90er Jahre gibt es im deutschen Trinkwassernetz keine dauerhafte Chlorierung mehr. Kein Grund für den Handel die beliebten Mittelchen aus dem Programmm zu nehmen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, lässt sein Wechselwasser über einen Kohleblockfilter oder ganz simple Aktivkohle laufen. Chlor reagiert mit Kohlenstoff zu Salzsäure und CO2.
2 Cl2 + C + 2 H2O -> 4 HCl + CO2
Weg isses. Die entstehende Menge Salzsäure ist völlig unbedenklich und wird vom Hydrogenkarbonat "geschluckt". Zu hohe Chlorkonzentrationen senke ich nicht dadurch, dass ich irgend welche Mittelchen reinschütte. Ich muss das Chlor rausholen.

Zurück zu Deiner Frage:
Ja, ich halte Leitungswasser (Trinkwasser!) für unbedenklich. In meiner gesamten aquaristischen Laufbahn habe ich noch keine Wasseraufbereiter oder sonstige Additive zum "Wasserverbessern" verwendet. Die einzige Ausnahme war bis jetzt Torffilterung um Schwarzwasser zu erhalten. In meiner Schulzeit war einfach das Geld für diese Mittel zu knapp. Nach ein paar Jahren wurde mir klar, dass es auch "ohne" geht. Das habe ich bis heute beibehalten. In all der Zeit hatte ich noch nie nach einem Wasserwechsel Verluste zu beklagen. Glück gehabt?

Leute, seid doch mal ehrlich! Wer von Euch schluckt Knoblauchpillen, Gingko-Extrakt und Heilerde, nur weil ihm der freundliche Drogerist an der Ecke weißmacht, dass man damit 130 Jahre alt wird? Die Blütezeit der Wunderheiler war im Wilden Westen. Wir alle wissen, dass man tendenziell gesünder lebt, wenn man sich ausgewogen ernährt, regelmäßig bewegt, Stress aus dem Weg geht, nicht raucht und so weiter. Ganz genau so ist das auch mit unseren Fischen. Inklusive passiv rauchen.

Meine Vorsorge für die Schuppigen sieht so aus: Quarantäne, natürliche Wasserwerte, niedrige Keimzahlen, moderate Besatzdichte, viele Rückzugsmöglichkeiten, abwechslungsreiches und naturnahes Futter. Keine Mittelchen. ;-) Weniger ist mehr. Hat sich bewährt. Was meint Ihr, warum ich Blogs zu genau DIESEN Themen geschrieben habe? ;-)

Klar, etliche von Euch sind sich sicher, dass diese Mittelchen helfen. Kosten ja auch Geld. Trotzdem weiß kaum einer WAS er da eigentlich reinkübelt. Die wenigsten Anbieter lassen sich in die Karten schauen. Egal, schwupp rein damit und bumms - schon geht's den Fischen viel besser. Das ist überspitzt dargestellt, aber vom Grundsatz her läuft es genau so ab. Damit will ich niemanden anklagen. Schließlich ist es die Absicht, den Fischen "etwas Gutes" zu tun. Das ist an sich schon mal lobenswert. Leider aber auch verlorene Liebesmüh.

Ok, jetzt wißt Ihr's! :-) Ich bin der Ketzer!
(singend und tanzend) Jehova, Jehova! :-D:-D:-D

Viele Grüße

Wolfgang

P.S.: Warum gibt es ein vehement verteidigtes Reinheitsgebot für Bier, nicht aber für Aquarienwasser? Wie wäre es mit einem Bieraufbereitungsmittel? :-)

ehemaliger User

09.02.2016, 16:13

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Halli hallo,

jetzt kommt hier richtig Leben in die Bude - sehr schön!

Nochmal nachgemessen, Seemandelbaumtee hat nichts was ich messen kann am Wasser geändert.

Aber er hat das Wasser zumindest schön gefärbt gold / gelb / rot / braun irgendwie. Fische sind irgendwie ruhiger im Verhalten. Denke aber es ist genau wie LaFrieda schreibt, das gedämpfte Licht.
Optisch finde ich es toll, sieht dadurch echter aus.

Insgesamt glaube ich auch, dass man das Wasser was aus der Leitung kommt den Fischen zumuten kann. Ich trinke es ja auch jeden Tag. Ich habe hier das Glück das das Wasser aus der Leitung bestens Südamerika geeignet ist. Ansonsten wird man das Wasser an PH / KH usw. anpassen müssen.

Hier gehts ja mehr um Heilmittel. Taugt denn nun Knoblauch, Seemandel usw. zumindest was zur Krankheitsvorsorge?

Es gibt ja auch Heilmittel auf angeblich rein pflanzlicher Basis, die wohl sehr gut gegen Kiemen- und Darmwürmer helfen sollen. In den Diskusforen schwören die Leute da auf die Firma Preis. Leider ist mir die Seite abhanden gekommen wo die Pflanzen / Inhaltsstoffe gelistet waren und Wirkung beschrieben wurde.

Helfen diese Mittel? Kann sich die ganze Internetgemeinde irren? Wenn eine Wirkung vorhanden ist, kann man die mit Zugabe von Knoblauch, SMBB usw. nachstellen? Oder verhält es sich eher so wie mit der Homöopathie, wo meiner Meinung eher der Glaube an die Wirkung diese auch erzielt? Nur was bringt es den Fischen, wenn ich glaube?

Bis dann

Wolfgang N

09.02.2016, 18:36

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Tobias,

Du solltest in meinem vorigen Post noch einmal die drei letzten Absätze lesen. Da hab ich mich zum Thema Wirksamkeit und auch zum Thema Vorsorge geäußert. Das sollte Deine Fragen beantworten.

Wenn Du einen Fisch heilen willst, dann muss der Wirkstoff entweder IN den Fisch rein (Dein Beispiel Darmparasiten), oder du musst den Fisch in einer ausreichenden(!) Konzentration baden (Dein Beispiel Kiemenwürmer). Beides schaffst Du mit ein paar ausgekochten Blättern oder ähnlichem nicht. Sonst wäre das schon lange als wirksame Methode publik. Ist es aber nicht.

Übrigens, wenn die alternativen Heilmethoden nichts oder nicht genug bringen, dann ist es nicht "die ganze Internetgemeinde", die sich geirrt hat. Ich bin nämlich bei weitem nicht der einzige Ungläubige. Wir sind viele... :-D

Viele Krankheiten kommen erst durch schlechte Vorsorge zum Ausbruch. Wie gute Vorsorge aussehen kann, habe ich in meinem letzten Post umrissen. Vertut Eure Zeit nicht mit hätte, könnte, sollte, wäre... Der Handel ist nur am Verkauf interessiert. Medikamente, Mittelchen, Wunderblätter und wenn alles schief geht auch neue Fische.

Mein alter Hausarzt hat mal gesagt: "Die besten Medikamente sind die, die man nicht braucht." Er meinte damit, dass man auf seine Gesundheit achten sollte, indem man überlegt und vorausschauend handelt. Und nicht, dass man "vorbeugend" allerlei Kräuter und Tinkturen konsumiert. Weil Aufwand und Nutzen in einem unglaublich krassen Missverhältnis zueinander stehen. Das könnt Ihr 1:1 auf Eure Fische übertragen.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass irgend welche prophylaktischen Mittelchen tatsächlich einen funktionierenden Wirkstoff enthalten: Habt Ihr eigentlich keine Angst, dass Ihr Euch durch die Dauerbeimpfung einen resistenten Stamm Krankheitserreger heranzüchtet? Bei Bakterien klappt so was ganz super. :-)

So, und jetzt könnt Ihr mich steinigen... :-)

Ketzerische Grüße

Wolfgang

ehemaliger User

09.02.2016, 18:55

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Wolfgang,

siehste jetzt habe ich auch mal eine Post provoziert - klappt wunderbar!

Habe ja eigentlich insbesondere zum Seemandelbaumtee Deine Aussagen bekräftigt ;)

Trotzdem muss jetzt nochmal bohren ^^

Insbesondere Diskushalter scheinen hiermit gegen Würmer vorzugehen:
www.zooprofi.de/in...und_Darmparasiten.html

Laut deren Aussage ist das Mittel auch wirksam. Hat der Hersteller es nun geschafft das was wirken könnte so hoch zu dosieren, dass man damit behandeln kann? Oder hilft hier auch der Glaube mehr als das Mittel selbst?

Bis dann

Wolfgang N

09.02.2016, 19:26

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Tobias,

oooch, helfen tut dieses Mittelchen bestimmt. Fragt sich nur bei wem und gegen was. :-) Ich hab die Inhaltsstoffe aus der Herstellerangabe mal aufgelistet und dazugeschrieben, wofür man es normalerweise verwendet. Kuckstu:

Allium ursium, Bärlauch
Wird in der Naturheilkunde eingesetzt, soll bei Wurmbefall helfen.

Allium stativum, Knoblauch
Wirkstoff Alliin in der Naturheilkunde gegen Thromben, Pest und Impotenz. Begrenzte antibakterielle Wirkung ist bewiesen.

Malva sylvestris, Wilde Malve
Zierpflanze, in der Naturheilkunde als Tee gegen Reizhusten.

Acidum citronicum, Zitronensäure
Wirkt gegen Harnsteinbildung, wird als Antioxydant (Konservierungsmittel) eingesetzt.

Chrysantenum vulgare, Rainfarn
In der Naturheilkunde gegen Flöhe, Läuse, seltener gegen Wurmerkrankungen, da es Vergiftungen hervorruft. Hemmt Herpesviren.

Wie das ganze sich bei Fischen bemerkbar macht und gegen was es da wirkt, kann ich Dir nicht sagen. Belastbare Untersuchungen dazu sind nicht zu finden. Die obigen Inhaltsstoffe waren wohl eher für die Anwendung bei Menschen gedacht...

Urteile selbst.

Viele Grüße

Wolfgang

Ralf.SOS

09.02.2016, 19:39

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Saibot

Also ich würde nicht alles in einen Topf werfen. Blätter fallen auch in der Natur in grossen Mengen in die Gewässer, zersetzen sich dort, geben dabei je nach Sorte mehr oder weniger
Gerbstoffe ab. Diese Stoffe wirken nachgewiesenermaßen antibakteriell und pilzhemmend auch auf der Haut unserer Fische. Ich sehe hier vor allem vorbeugende Wirkung. Einen schon sehr geschwächten, todkranken Fisch wirst du damit sicher nicht retten können.
Ob es nun unbedingt die teuren Catappa leaves aus der Zoohandlung sein müssen...
Ich habe mit Eichenblättern sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ob man die Blätter nun unbehandelt zugibt oder einen "Tee" aus ihnen kocht, bleibt jedem selbst überlassen, ich vermute mal, der Effekt ist derselbe.
Auch das Filtern über Hochmoortorf hat vor allem auf die Schleimhaut von Weichwasserfischen ähnliche Wirkung und ist ebenfalls der Natur abgeschaut.
Ich habe in Schweden Seen in Torfgebieten gesehen, deren Wasser war fast schon kaffeebraun.
Die positive Wirkung ist in der Aquaristik schon sehr lange bekannt.
Ob und wie Knoblauch und andere Naturheilmittel wirken, weiss ich nicht, aber ich verfolge die Disskussion hier mit Interesse. Warum nicht mal was Neues ausprobieren?
Eines noch zum Abschluss: Trotz mehrerer Versuche, es ist mir noch nie gelungen einen erkrankten Fisch mit einem handelsüblichen Medikament zu heilen.
Grüsse Ralf

ehemaliger User

09.02.2016, 20:48
(editiert von guenther7, 09.02.2016, 21:16)

@ Ralf.SOS

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hi,

Seemandelbaumblätter sollen den Sexualtrieb von Labyrinthfischen fördern.
Viele Züchter schwören wohl auf die.
Die Blätter beugen auch Laichverpilzung vor.

Grüße

Lucky

Ralf.SOS

10.02.2016, 09:53

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

>> Kupfer und andere Schwermetalle?
>> Das ist ein Problem, das primär in Neubauten mit Kupferverrohrung
>> auftritt. Wasseraufbereiter enthalten Chelate, meist
>> Ethylendiamintetraacetat (EDTA), welche die Schwermetalle "maskieren" und
>> damit in Lösung halten. Durch die Maskierung sind sie mit handelsüblichen
>> Tropftests nicht mehr messbar. Das Blöde daran ist die Tatsache, dass sie
>> dann immer noch im Wasser rumschwimmen. Die Chelate werden nach einer Weile
>> von Bakterien gefressen und dann? Genau, dann sind sie wieder messbar.
>> Toll. :-( Dagegen genügt es meist völlig, wenn man den Wasserhahn eine
>> Minute laufen lässt, bevor man das Wasser für das Aquarium nutzt.
>> Messbare Kupferkonzentrationen entstehen nur, wenn das Wasser längere Zeit
>> in der Leitung steht. Daher besser auch kein Wasser aus dem Boiler nutzen.
>> Wenn die Verrohrung erst mal ein paar Jahre alt ist, tritt eine
>> Passivierung der Oberfläche ein. Dann löst sich fast nichts mehr. Wer
>> eine Kupferverrohrung hat, sollte einfach ein paar Messungen mit und ohne
>> Spülung durchführen um Klarheit zu erlangen. Zu hohe
>> Schwermetallkonzentrationen senke ich nicht dadurch, dass ich irgend welche
>> Mittelchen reinschütte. Ich muss das Schwermetall rausholen.

>>

Hallo Wolfgang
In der Tat ist es vor allem die Angst vor für Wasserorganismen schädlichen Schwermetallen, die mich als "gläubigen Konsumenten" dazu bringt, Wasseraufbereiter (Sera Aquatan) zu verwenden. Das sich die Metalle nicht einfach in Luft auflösen, ist mir auch klar. Laut Herstellerangaben werden sie in ungiftige Verbindungen umgewandelt.
Nun schreibst du aber, daß sie durch Bakterien wieder freigesetzt werden.
Ohnehin wohl völlig überbewertet und mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen (siehe oben) lassen sich gefährliche Konzentrationen offenbar leicht vermeiden.
Also lasse ich den WB ab sofort weg (auf deine Verantwortung)
In dem Zusammenhang bewegt mich noch eine andere Frage: Wenn durch WB Metalle an Chelate gebunden werden und ich gleichzeitig Wasserpflanzendünger verwende unter anderem mit Eisen, Mangan, Cobalt, Molybdän, Chrom usw. ist beides zusammen nicht kontraproduktiv?
Sind die Nährstoffe für die Pflanzen dann noch nutzbar?

Grüsse Ralf

Wolfgang N

10.02.2016, 12:52

@ Ralf.SOS

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Ralf,

eine Herstelleraussage, dass die Metalle in ungiftige Verbindungen umgewandelt werden, halte ich für hochgradig bedenklich. Zum einen werden die Metalle durch die Chelate lediglich maskiert und nicht in andere Verbindungen überführt. Zum anderen kenne ich im Falle des Kupfers keine einzige ungiftige Verbindung, die im Aquarium auftreten könnte. Also eine inhaltlich falsche Werbeversprechung. Steht das wirklich so auf der Flasche?

Wasseraufbereiter und Dünger stören sich gegenseitig nicht im geringsten. Sie enthalten die gleichen oder zumindest sehr ähnliche Chelate. Speziell im Dünger sollen die Chelate ja sicherstellen, dass die Spurenmetalle (Eisen & Co.) in Lösung gehalten werden und sich nicht irgendwo absetzen. Beim Eisen passiert das in Form von Eisenhydroxid, sobald der Chelat kaputt geht oder gefressen wird. Im Idealfall gehen die Chelate über mehrere Tage hinweg langsam kaputt und setzen damit schön gleichmäßig den Dünger für die Pflanzen frei. Ohne Chelate wäre nach kurzer Zeit ein Großteil des Düngers als unlöslicher Niederschlag im Filter. Mit Chelat wird ständig eine kleine Menge an die Wassersäule frei gegeben.

Durch die Zugabe von Wasseraufbereiter wird die Düngerlösung eher noch etwas zusätzlich stabilisiert. Der Effekt ist aber recht gering und im Alltag praktisch ohne Bedeutung.

Ich habe 16 Jahre in einem Haus mit Kupferverrohrung gewohnt. Bei meinem Einzug war die Verrohrung bereits rund fünf Jahre in Betrieb und offensichtlich ausreichend passiviert. In der ersten Zeit habe ich vor jedem Wasserwechsel eine Minute lang gespült und die Kupferkonzentration des Wechselwassers gemessen. Das habe ich nach einer Weile eingestellt, als auch ohne Spülen kein Kupfer mehr nachweisbar war. Bei erhöhter Kupferkonzentration wären zuerst die Wirbellosen die Leidtragenden gewesen. In der ganzen Zeit ist aber nichts dergleichen passiert, obwohl ich nie Wasseraufbereiter verwendet habe.

Viele Grüße

Wolfgang

ehemaliger User

11.02.2016, 06:59

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hiho,

wir schwanken zwar jetzt ein wenig zwische Wasseraufbereitung und Krankheitsheilung / -vorsorge, aber ein interessantes Thema. Es hängt aber sicherlich beides zusammen. Wie Wolfgang schon schreibt, wenn man soweit möglich gute Voraussetzungen schafft hilft das den Fischen auf die Sprünge.

Trotzdem schade, dass keiner da ist, der die pflanzlichen Stoffe "verteidigt". Deshalb versuche ich mich mal daran. Bleiben mir dabei mal bei dem Zeug von Preis gegen Würmer, da haben wir ein festes Beispiel an dem man sich mal entlang hangeln kann. Das Zeugs enthält unter anderem Rainfarn / Chrysanthemum vulgare / Wurmkraut.

Aus Wikipedia:
"Die erste schriftliche Überlieferung findet sich im Capitulare Karls des Großen[6][7]. Rainfarn wurde früher bei Wurmerkrankungen eingesetzt, allerdings rufen größere Mengen als 1 bis 3 Gramm Rainfarn Vergiftungserscheinungen hervor, so dass man heute im Falle von Wurmerkrankungen auf andere, wirkungsvollere und harmlosere Mittel zurückgreift. Verbreitet war auch seine Verwendung gegen Ungeziefer. Eine Waschung sollte Flöhe und Kopfläuse vertreiben[6][7]. In der Tierheilkunde wird der Tee Kälbern und Kühen bei Durchfall verabreicht. Als Breiumschlag soll Rainfarn bei Quetschungen, Rheuma und Krampfadern helfen[4 .........."

Das ist ja nur ein Stoff aus der angegebenen Liste. Soweit ich das verstehe, hilft das schon gegen Würmer und gegen andere Darmprobleme. Zumindest im Fall des Menschen können schon kleine Mengen zumindest unangehm / giftig werden. Bei Hunden gibt es glaube ich Zeugs mit Auszügen aus der Pflanzen um es ins Fell zu reiben um gegen Zecken und Ungeziefer vorzubeugen.
Damit kann man auf jedenfall schon mal bestätigen, dass es nicht wirkstofflos ist!

Stellt sich mir nun die Frage wieso diese Stoffe nicht beim Fisch wirken sollen.

Bis dann

Wolfgang N

11.02.2016, 13:01

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Tobias,

ja genau, warum sollen diese Stoffe beim Fisch nicht wirken?

Vielleicht weil es eben Fische sind?
Weil sie im Wasser leben und man ihre Haut nicht einfach mit einem Brei einschmieren kann, damit Ektoparasiten die Flucht ergreifen?
Weil der Wirkstoff einfach ins Wasser gekippt wird, obwohl Süsswasserfische nie trinken und daher eine orale Aufnahme gegen Darmparasiten nicht funktioniert?
Weil durch die Giftigkeit der Pflanze der Fisch eher als die Parasiten umgebracht wird?

Ich zitiere aus Deinem Post: "Zumindest im Fall des Menschen können schon kleine Mengen zumindest unangehm / giftig werden." Stimmt! Rainfarn enthält (wie alle aus der Gattung Tanacetum) unter anderem Pyrethrum (ein wirkungsvolles Neurotoxin), eine für Fische stark giftige Verbindung. So giftig, dass es nicht als Pflanzenschutzmittel zugelassen ist, weil bei landwirtschaftlicher Anwendung die Gewässergefährdung zu groß wäre. Du kannst aber beruhigt davon ausgehen, dass die Firma Preis das Zeug bis zur Wirkungslosigkeit verdünnt hat. Schließlich will man ja Regressforderungen bei Überdosierung aus dem Weg gehen...

Fische reagieren bei vielen Substanzen erheblich empfindlicher als Menschen. Ein überzogenes Extrembeispiel: Du kannst eine Stunde im Meer schwimmen, danach eine Stunde im gechlorten Pool, dann cremst Du Dich ein und liegst eine Stunde in der Sonne. Super Programm. Aber mach das mal mit einem Fisch. Du musst Dir eben bewusst sein, dass Fische völlig anders auf Chemikalien/Umweltbedingungen/Medikamente reagieren als Menschen. Daher kann man Wirkstoffe aus der Humanmedizin und ihre Dosierung nur sehr eingeschränkt oder gar nicht auf Fische übertragen.

Mag ja sein, dass ein Wurmmittel beim Menschen hilft. Im Aquarium kann aber leicht der Fisch schneller als die Würmer sterben. Daher sind bei vielen frei käuflichen Fisch-Medikamenten die Wirkstoffe in wahrlich homöopathischen Dosen enthalten. So verhindert man auch Überdosierungen. Andererseits ist es schwer, mit diesen Mittelchen einen Erfolg zu erringen. Wie hatte Ralf so treffend bemerkt: "Trotz mehrerer Versuche, es ist mir noch nie gelungen einen erkrankten Fisch mit einem handelsüblichen Medikament zu heilen." Bei rezeptpflichtigen Medikamenten aus der Nutzfischzucht sieht die Sache anders aus. Als Hobbyaquarianer steht man sozusagen in der Spielzeugabteilung... :-)

Die beliebten "Vorsorge-Präparate" sind noch mal eine ganze Stufe unwirksamer. Die Wirkung ist reine Glaubenssache. Anderenfalls gäbe es von den Herstellern längst schon belastbare Beweise zur Wirksamkeit. Statt teure Blätter oder Extrakte aus dem Handel zu kaufen, sollte man auf Torf, Eichen-, Buchen- oder sonstiges einheimisches Laub zurückgreifen, das Zeug meinetwegegen zu Tee verarbeiten und das gesparte Geld in sinnvolle Dinge investieren.

Warum verwenden die asiatischen Züchter Seemandelbaum- und Bananenblätter? Ganz einfach - weil es dort wächst. Hätten die dort Eichen, Buchen und Torfmoore, dann würden die eben dieses Zeug verwenden! Wichtig sind lediglich die Huminsäuren, Tannine und Flavonoide. Der Rest ist Geschäftemacherei. Oder auch eine Glaubensfrage. Was die Sache viel schwieriger macht.

Viele Grüße

Wolfgang

ehemaliger User

12.02.2016, 00:24

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo zusammen,

wow, hier geht es ja richtig ans Eingemachte in dieser Diskussion. Ich hätte mich gerne beteiligt, aber die Arbeit lässt es im Moment nicht zu.

Ich würde gerne einen Gedanken ergänzen: wie ich in meinem Blog geschrieben habe, halte ich die ganzen Naturstoffe eher für Mittel, um die Wasserbiologie zu beeinflussen. Ganz wie in den natürlichen Biotopen. Es gibt kaum ein Gewässer, wo nicht ständig Laub oder andere Pflanzenteile reinfallen (egal von welchem Baum). Die Fische, die wir im Aquarium halten, müssen von daher daran gewöhnt sein. Also halte ich es für schlau, auch ruhig solche Sachen ins Becken zu werfen. Ob man sich für die teure Händler-Variante oder die super-günstige Selbersammel-Variante entscheidet, ist den Fischen bestimmt egal. Mir persönlich gefallen XXXL-Blätter vom Seemandelbaum aus dekorativen Gründen. Ausserdem kommt noch anderes pflanzliches Material rein (aber eher Schütt- und Bruchware). Deponiert wird das in einem Nylonstrumpf im Rückwandfilter. Das hat den Vorteil, dass man es schnell austauschen kann. Z. B. Bruch von Erlenzapfen (sind super billig). Wenn ein paar schöne Äste dabei sind, kommen sie auch vorne ins Becken. Catappa-Baumrinde ist ebenfalls eher dekorativ im Becken, Welse verstecken sich auch gerne darin. Die abgegebenen Stoffe nehme ich gerne in Kauf. Meines Erachtens ist das ein guter Beitrag dazu, die Biologie des Wassers stabil und möglichst naturnah zu halten (ausser selbstverständlich in Sondersituationen wie den ostafrikanischen Seen).

Im Bezug auf "Heilmittel" schliesse ich mich da Ralf und Wolfgang an. Durch Zuschütten mit Blättern habe ich auch noch nie einen offensichtlich kranken Fisch gesund bekommen. Meistens helfe ich diesen dann mit einem anderen "Naturstoff" (Nelkenöl). Diese Mittel taugen also nicht als Therapeutikum.

Aus meiner eigenen Profession heraus halte ich auch nichts von einem "natürlichen Mittel" gegen allerlei Wehwehchen. Das funktioniert bei Menschen und landbewohnenden Tieren auch nicht. Entweder man kennt seinen Feind (den Erreger einer Erkrankung) und bekämpft ihn gezielt. Dazu braucht man aber, wie Wolfgang sagt, Mittel aus der Veterinärapotheke. Oder man kennt ihn nicht (wie so oft) und steht nur dumm daneben (auch dann hilft ein beherzter Griff zum Nelkenöl).

Wenn man ehrlich ist, erkranken ja die meisten Fische an "vermutlich dieser oder jener Erkrankung" oder sind "rätselhaft krank" oder sind einfach nur "plötzlich" gestorben. Sind wir offen zueinander - diese Fische stehen unter enormem ökologischen Stress und denen versagt einfach das Immunsystem. Die Folge ist eine geschwächte Resistenz gegenüber simpelsten Krankheitserregern (sogenannte opportunistische oder sekundäre Infektionen). Ganz wie bei einem immungeschwächten Menschen (Leukämie, Chemotherapie, AIDS). Da sind sich Fische und Menschen wieder sehr ähnlich [sorry, Wolfgang]. Bekommt man das Immunsystem nicht wieder in den Griff, hilft auch kein Tee. Häufig auch keine Antibiotika.

Also - langes Gesabbel, kurzer Sinn: die in Aquarianerkreisen bekannten Mittel würde ich eher als Konditionierungsmittel bezeichnen, nicht als Heilmittel. Im günstigsten Falle beeinflusst (konditioniert) man die Wasser-Ökologie damit so günstig, dass es den Fischen zugute kommt (ähnlich ihren natürlichen Habitaten). Als Heilmittel oder gar Medikament taugen sie aus meiner Sicht nischt.

[Das ist mal ein Monster-Thread, mit so vielen langen Beiträgen...]

Viele Grüße

Jens

Diskus-Amanã

04.03.2016, 21:49

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Zusammen,

nachdem mich Tobias auf diesen Eintrag aufmerksam gemacht hat, und ich gerade eine intensive "herkömmliche" Behandlung bei meinen Fischen erfolgreich absolviert habe, möchte ich auch noch ein paar Zeilen schreiben.

Ich finde die Zeilen von Wolfgang immer erfrischend, da Sie die Sache so richtig in Schwung bringen.
Aber für mich ist die Welt (auch die der Aquaristik) weder schwarz noch weiß.

Ich komme eher aus der Fraktion "Handauflegen", so verwende ich Seemandelbaumblätter, Eichenlaub und "Aquakraut". Und doch habe ich gerade meine Fische mit allen "chemischen Bomben" behandelt die ich im Handel bekommen habe um Sie wieder gesund zu bekommen. Es hat funktioniert, hatte aber auch sein Preis (kaum Filterbakterien mehr, Salmler an der starken Dosis fast gestorben,...)

Prinzipiell werden viele Medikamente in der Humanmedizin aus pflanzliche Stoffen gewonnen -> daraus folgt für mich, natürliche Stoffe erzielen Heilung. Daher funktioniert dies auch bei Fischen!
Die herkömmliche Heilmittel in der Aquaristik haben allerdings ihre Heimat hauptsächlich(oder ausschließlich) in der anorganischen Chemie (Methylenblau, Malachitgrünoxalat,...) was auch sein Berechtigung hat.

Ich präferiere immer den Weg natürliche Zusätze zur Heilung/Prävention einzusetzen, ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, schließe aber "normale" Medikamente nicht aus.

Für mich ist es kein Ausschließungsgrund wenn die Wirkung nicht durch "belastbare Untersuchungen" bewiesen ist. Wenn ich eine positive Wirkung sehe reicht es mir.
PS: Alle Axiome der Physik sind nicht beweisbar, da ist auch die (Newtonsche) Schwerkraft mit dabei.

Mein Fazit:
1.) natürliche Substanzen können bei Fischen heilen, und präventiv positiv wirken.
2.) nicht alles was man kaufen kann funktioniert
3.) Ausprobieren - achtsam Beobachten - Erfahrung sammeln
Liebe Grüße
Oliver

Grünhexe

05.03.2016, 20:58

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

hallo Leute,
das ist ja mal ein interessantes Thema.
Geb mal meine Erfahrung und heutige Meinung zum besten.
In der Vergangenheit habe ich auch des öfteren natürliche Heilmittel versucht,
besonders bei meinen Dikus-Fischen. Aquakraut, Preis-Coli, Voogel - Easy-Life...
Seemandelbaumblätter ect.
Im Nachhinein, wenn ich Resümee ziehe hat nichts wirklich geholfen. Gut, Seemandelbaumblätter geb ich noch zu, wenn ich neue Fische anschaffe, bisher hatte ich trotz fehlendem Quarantänebecken nur wenige Ausfälle.
Mit Seemandelbaumblättern muss ich vorsichtig sein, da mein Wasser aus der Leitung fast schon so fertig eingestellt ist, wie Südamis das brauchen - Habe bei mir festgestellt, dass Seemandelbaumblätter durchaus den PH-Wert absenken können - hatte nach 2 Wochen PH 5 !

Mein Fazit heute:
Chemie hab ich schon lange nicht mehr im Haus, hat bisher nie geholfen. Das sehe ich genauso wie Ralf.
Einzigstes Mittel wie beschrieben Seemandelbaumblätter und Wasseraufbereiter Easy-Life. Seit dem ich diesen benutze habe ich keine epedemieartigen Krankheiten mehr.

Sonst würde ich die Aussagen von Wolfgang voll bestätigen.

Allerdings gehöre ich auch eher zu den Naturheilmittel-Gläubigern.
Und jetzt kommt noch ein Aspekt hinzu, auch wenn Ihr mich für verrückt erklärt,
aber ich schwöre auf den Original-Mondkalender von Paunger und Pope !
Ich habe fast 20 Jahre lang damit im Garten gearbeitet und das war immer ein voller Erfolg.
Jetzt starte ich ein Experiment in meinem Aquarium bezüglich Wasserwechsel nur noch an Wassertagen, Rückschnitte der Pflanzen nur noch bei abnehmendem, bzw. absteigendem Mond. Düngung auch noch bei abnehmendem Mond an entsprechenden Tagen. Mal schauen, obs wirkt. Die 2 sind einfach genial !

Die meisten Fische sterben an:
falscher Vergesellschaftung, dadurch bedingter extremer ständiger Stress,
verhungern, weil sie nicht mehr ans Futter gelassen werden,
Mobbing - bei Barschen fast alltäglich, so starben meine Disken...
zu kleine Beckenmaße für die gepflegten Fische,
keine passenden Wasserparameter,
zu hohe - zu niedrige Temperaturen.....
UND falscher Zeitpunkt der Arbeiten am Aquarium... probierts aus - wer interessiert ist.
Hier der Link

Grünhexe

05.03.2016, 20:59
(editiert von barbara21111, 05.03.2016, 21:06)

@ Grünhexe

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

>> hallo Leute,
>> das ist ja mal ein interessantes Thema.
>> Geb mal meine Erfahrung und heutige Meinung zum besten.
>> In der Vergangenheit habe ich auch des öfteren natürliche Heilmittel
>> versucht,
>> besonders bei meinen Dikus-Fischen. Aquakraut, Preis-Coli, Voogel -
>> Easy-Life...
>> Seemandelbaumblätter ect.
>> Im Nachhinein, wenn ich Resümee ziehe hat nichts wirklich geholfen. Gut,
>> Seemandelbaumblätter geb ich noch zu, wenn ich neue Fische anschaffe,
>> bisher hatte ich trotz fehlendem Quarantänebecken nur wenige Ausfälle.
>> Mit Seemandelbaumblättern muss ich vorsichtig sein, da mein Wasser aus der
>> Leitung fast schon so fertig eingestellt ist, wie Südamis das brauchen -
>> Habe bei mir festgestellt, dass Seemandelbaumblätter durchaus den PH-Wert
>> absenken können - hatte nach 2 Wochen PH 5 !
>>
>> Mein Fazit heute:
>> Chemie hab ich schon lange nicht mehr im Haus, hat bisher nie geholfen. Das
>> sehe ich genauso wie Ralf.
>> Einzigstes Mittel wie beschrieben Seemandelbaumblätter und
>> Wasseraufbereiter Easy-Life. Seit dem ich diesen benutze habe ich keine
>> epedemieartigen Krankheiten mehr.
>>
>> Sonst würde ich die Aussagen von Wolfgang voll bestätigen.
>>
>> Allerdings gehöre ich auch eher zu den Naturheilmittel-Gläubigern.
>> Und jetzt kommt noch ein Aspekt hinzu, auch wenn Ihr mich für verrückt
>> erklärt,
>> aber ich schwöre auf den Original-Mondkalender von Paungger und Poppe !
>> Ich habe fast 20 Jahre lang damit im Garten gearbeitet und das war immer
>> ein voller Erfolg.
>> Jetzt starte ich ein Experiment in meinem Aquarium bezüglich Wasserwechsel
>> nur noch an Wassertagen, Rückschnitte der Pflanzen nur noch bei
>> abnehmendem, bzw. absteigendem Mond. Düngung auch noch bei abnehmendem
>> Mond an entsprechenden Tagen. Mal schauen, obs wirkt. Die 2 sind einfach
>> genial !
>>
>> Die meisten Fische sterben an:
>> falscher Vergesellschaftung, dadurch bedingter extremer ständiger Stress,
>> verhungern, weil sie nicht mehr ans Futter gelassen werden,
>> Mobbing - bei Barschen fast alltäglich, so starben meine Disken...
>> zu kleine Beckenmaße für die gepflegten Fische,
>> keine passenden Wasserparameter,
>> zu hohe - zu niedrige Temperaturen.....
>> UND falscher Zeitpunkt der Arbeiten am Aquarium... probierts aus - wer
>> interessiert ist.
>> Hier der Link www.paungger-poppe...tuelles/der-mond-heute

Wolfgang N

06.03.2016, 12:21

@ Grünhexe

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Oliver,

da sind wir ja gar nicht so weit voneinander. Besonders Deinem Fazit stimme ich in allen Punkten zu.

Trotzdem komme ich nicht umhin, ein paar Deiner Äußerungen zu korrigieren, respektive zu relativieren:

Die von Dir genannten Substanzen Methylenblau und Malachitgrünoxalat sind KEINE anorgamischen Verbindungen. Im ersten Fall handelt es sich um einen polycyclischen Aromaten, im zweiten Fall um ein Triphenylmethan-Derivat. Beides sind Verbindungen aus der organischen Chemie.

Funktionierende "Heilmittel" aus der anorganischen Chemie sind sowohl in der Humanmedizin, als auch in der Veterinärmedizin fast nicht mehr existent, wenn man mal von solchen Dingen wie Ringerlösung, Zinksalbe & Co. absieht. Als die Helkunde noch in den Kinderschuhen steckte war das anders. Der alte Paracelsus versuchte die Syphilis mit Quecksilber zu kurieren. Zitat: "Mercurium ist ein gar schröcklich Gift!". Der Erfolg war bescheiden. Heute kommt keiner mehr auf diese Idee. Zu Recht.

Ach ja, die Axiome der Physik. :-) Richtig ist, dass ein Axiom, gleich welches, nicht beweisbar ist. Die Schwerkraft jedoch ist kein Axiom. Sie eine der vier Grundkräfte der Physik und wurde erstmalig von Newton mathematisch beschrieben. Die heute relevante Gravitationstheorie kommt aus Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie. Dort wird die Gravitation als eine Krümmung der Raumzeit durch Masse beschrieben. Nur so kann die Gravitation eines Schwarzen Lochs das Licht "verschlucken". Noch mehr sprengt hier aber den Rahmen. :-)

Das macht aber alles nix, weil ich weiß, was Du damit sagen willst.

Zurück zur Prophylaxe: Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn jemand Blätter ins Aquarium schmeißt. Mach ich ja auch. Was ich aber überhaupt nicht einsehe, dass ich teure Wunderteile aus dem Laden kaufen soll, obwohl Eichenlaub und Torf genau den selben Effekt bringen. Wozu viel Geld in die Ladenkasse schmeißen, wenn ich die selben Wirkstoffe im Wald finde?

Und was ist überhaupt dieser Effekt? Ganz einfach, es werden Huminsäuren, Tannine und Fulvosäuren an das Wasser abgegeben. Und was soll das bewirken? Hier wird immer wieder die Senkung der Keimzahl genannt. Am Anfang hab ich das auch geglaubt. Dann hab ich nachgemessen. Mehrfach. Das Ergebnis war ernüchternd. Um die Keimzahl nachweisbar, also um mindestens eine Zehnerpotenz, absenken zu können, muss man so viel Torf in das Wasser pressen, dass der pH-Wert unter 5 sinkt und die Brühe aussieht wie Cola. Ein Riesen-Aufwand für nichts. :-(

Ein UV-C Klärer kann das viel besser und bequemer. Trotzdem sind diese Geräte für etliche Aquarianer immer noch "böse". Dabei sind sie nach meinen Erfahrungen die wirksamste Prophylaxe-Maßnahme überhaupt.

Die ganzen Wässerchen und Pülverchen, mit denen wir die Schleimhaut unserer Fische stählen, werden im Ernstfall gegen eine Übermacht an Keimen und/oder Parasiten nichts ausrichten können.

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Die meisten Probleme in der Aquaristik rühren nicht daher, dass etwas im Wasser fehlt, sondern vielmehr, dass etwas zu viel darin ist.

Natürlich ist es jedem freigestellt, sein Wasser beliebig zu veredeln. Wenn Du zu der Überzeugung gelangst, dass es Deinen Fischen gut tut, dann soll es damit auch in Ordnung sein.

Vielleicht bin ich einfach zu kritisch. Vielleicht erkenne ich einfach nicht, dass es den Fischen mit Additiv XY besser geht. Vielleicht bin ich einfach ein schlechter Beobachter. Alles ist möglich. Deshalb habe ich den lästigen Drang, die Dinge zu hinterfragen und zu überprüfen. Ausprobieren und Messen. Das hat mir schon so manchen Aha-Effekt beschert... Der dritte Punkt aus Deinem Fazit. Das ist er. Den mag ich besonders. ;-)

Wie bereits oben geschrieben: Wir sind gar nicht so weit voneinander.

So, für heute hab ich wieder genug klug gesch.... :-) Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht krumm? Manchmal neige ich einfach zum Abschweifen. :-)

Jetzt kommt der (die) Nächste dran.


Hallo Babs,

Deine Liste mit den häufigsten Todesursachen trifft es ganz gut. Ich würde noch eine zu hohe Keimbelastung hinzufügen. Obwohl, eigentlich ist das ja bereits in "keine passenden Wasserparameter" enthalten. In der Tat sind es immer wieder die selben Fehler, mit denen es unsere Fische zu tun haben. Wenn man sich Deine Auflistung genau durchliest, dann kommt man auf den Trichter, dass die ideale Hälterung ein möglichst großes Artenaquarium mit genau eingestellten Wasserwerten ist. In der Tat dürfte das die beste Lösung sein. Nicht umsonst schwören so viele Diskushalter da drauf.

Manchmal ist es wirklich so: Das größte Problem für einen Fisch ist sein Pfleger. :-(

Falls Du übrigens Mondforschungen betreiben willst, dann vergiss nicht ein zweites möglichst identisches Aquarium parallel zu betreiben. In dem solltest Du alle Maßnahmen genau antizyklisch durchführen. Nur so hast Du einen Vergleich, aus dem man mögliche Vor- und Nachteile herauslesen kann. Genau genommen bräuchte man erheblich mehr als nur ein Aquarium von jeder Sorte um eine echte Statistik (zufällige und systematische Fehler, Fehlergrenzen, Standardabweichung...) zu betreiben. Aber das ist für eine Privatperson unrealistisch.

Du gehörst also zu den Auserwählten, bei denen Weichwasser aus der Leitung kommt? Hast Du es gut! Mit unserem Wasser kann man Wände kalken. :-( Seufz.

Viele Grüße

Wolfgang

Ele Meer

06.03.2016, 13:56

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo zusammen,

Saibot, da hast Du ja eine tolle Diskussion angezettelt. Gut so :-) ! Im Handel werden ja super viele Mittelchen angeboten. Wenn man so durch die Regale stöbert und den Verkäufern zuhört, sollte man ja ein sehr schlechtes Gewissen haben, diese Vielzahl der Produkte nicht anzuwenden. Schlechtes Gewissen? Ich nicht! Am Anfang meiner noch kurzen Aquarianerlaufbahn habe ich mich von diesen Verkaufsgesprächen noch beeindrucken lassen und Wasseraufbereiter und Co. regelmäßig ins Becken gegeben.

Doch irgendwann begann das Umdenken. Warum soll unser Wasser in Deutschland so schlecht sein, dass Fische ohne diese ganzen Mittel nicht leben können? Mittlerweile benutzte ich keine dieser Wundenmittel mehr. Fischverluste, kranke Tiere? Fehlanzeige!

Wir sollten die Aussagen der Verkäufer doch mehr in Frage stellen. Erstes Ziel ist hier, das ist meine Meinung, der Umsatz muss stimmen! Aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Immer wieder werde ich durch die Fachverkäufer darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Wasseraufbereiter beim Wasserwechsel zu verwenden. Denn nur daduch kann ich beispielweise die starke Chlorbelastung (Zerstörung der Schleimhäute beim Fisch) beseitigen. Unser Stadtwasser wird gar nicht gechlort! Darauf angesprochen erhalte ich meist nur irgendwelche belanglosen Antworten.

Ein wirklich natürliches Wasser werden wir im Aquarium nie erreichen. Aber in der Natur wird das Wasser durch Umwelteinflüsse auch immer wieder Schwankungen unterliegen. Durch regelmäßigen Wasserwechsel, Torffilterung, usw. können wir schon einiges bewirken. Ich denke hier ist weniger mehr.

Ich bin da der gleichen Meinung wie Wolfgang. Wenn etwas Schlechtes im Becken ist, kann ich es durch Hineinschütten von irgendwelchen Mittelchen nicht senken, sondern das Schlechte muss aus dem Becken herausgeholt werden. Ich habe eher die Befürchtung, gerade bei Bakterien, dass durch die niedrige Dosierung als Präventivmittel eine Resistenz entsteht.

Auch ich verwende Zweige, Blätter und Co. zur Dekoration und filtere über Torf. Durch das Einbringen dieser Gegenstände beeinflusse ich ganz bewusst das Wasser (Schwarzwasser) und den Lebensraum der Fische. Ich weiss auch, dass viele Pflanzen, wie z. B. Weide entzündungshemmende Wirkstoffe beinhalten. Doch woher soll ich wissen, vieviel gerade in diesem eingebrachten Zweig ist. Ich bin nicht vom Fach und habe kein Labor im Keller.

Krankheiten können trotz guter Bedingungen immer wieder mal auftreten. Kein Organismus ist dagegen immun. Doch hier sollte dann wirklich ein Fachmann/Arzt behandeln. Denn nur der kann die Krankheit/Parasitenbefall wirklich richtig diagnostizieren und entsprechende Medikamente in der richtigen Dosierung verabreichen. Ich halte nichts von irgendwelchen Breitbandmedikamenten. Um einen Befall des gesamten Bestandes zu verhindern hilft nur Quarantäne.

Eigentlich wollte ich nur zwei Sätze dazu schreiben , aber wenn ich so im Schreibfluss bin....

Gruß
Ele

Grünhexe

06.03.2016, 17:16

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

hallo Wolfgang,
mit dem Mond ist nur ein Versuch, soll keine Wissenschaft draus werden, dazu müßte man wirklich identische Becken haben, was kaum möglich ist.
Aber was man im Garten als positive Wirkung herausgefunden hat, warum sollte man es nicht aufs Aquarium übertragen. Für mich ist es nicht das Amen in der Kirche, ist aber schon erstaunlich, was passiert.
Sonst gilt auch für mich der Satz .Das größte Problem für einen Fisch ist sein Pfleger.

Grüße Babs

Ralf.SOS

06.03.2016, 22:47

@ Diskus-Amanã

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Oliver
Ja, jetzt bist du wohl platt?
E=m x c2. Gib Wolfgang das richtige Stichwort und wir landen bei Einsteins Relativitätstheorie.
Was so ein Aquarienforum doch "hervorkitzeln" kann.
Bin immer wieder erstaunt.
Und nun auch noch den Mond beobachten.
Babs, wenn ich meine Aquarienpflanzen nur noch bei abnehmendem Mond beschneide (jeden zweiten Monat) muss ich wohl dann mit der Heckenschere ins Aquarium.
Grüsse Ralf

Grünhexe

07.03.2016, 19:13

@ Ralf.SOS

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

huhu Ralf,
tja, warum auch nicht - Versuch macht gluch...:clap: , dann ist die Ausbeute an verkaufbaren Pflanzen vielleicht noch erfolgreicher, bzw. schneid sie doch mal genau an Vollmond, wenn die dann eingehen, weisst Du mehr !
Oder bei Neumond mal Spitzen schneiden von Pflanzen die nicht mehr schön sind.
Du erlebst Dein grünes Wunder !
Als ich noch" unwissend " war hab ich mal bei Vollmond einen Ahorn geschnitten, der ist prompt eingegangen. Man sollte so ein uraltes Wissen nicht verteufeln, bevor man sich nicht selber davon überzeugt hat, das es wirkt.
Na ok, wenn man nicht dran glaubt, könnte das nach neuesten Forschungen vom Placebo-Effekt natürlich nicht wirken.. vielleicht spielt wirklich der Glaube eine Rolle, hihi.
Aber ich fands immer spannend. In diesem Sinne...
Lieben Gruß Babs :love:

Diskus-Amanã

07.03.2016, 20:34
(editiert von oliver31, 07.03.2016, 20:41)

@ Ralf.SOS

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Ralf,
hallo Wolfgang,

finde ich echt cool, dass man sich hier gepflegt unterhalten kann :-)

Wolfgang, danke für deine Ausführungen zur anorganischen Chemie, da habe ich wieder was dazu lernen dürfen.
Bei der Geschichte mit dem Axiom habe ich mich nicht präzise genug ausgedrückt. Die newtonsche Schwerkraft oder präziser die Newtonsche Gravitationstheorie verwendet in ihrer Herleitung das zweite newtonsche Axiom.

Der Link zwischen unserem eigentlichem Thema und Newton ist für mich gar nicht so groß wie es vielleicht aussieht.

Einstein hat Newton (teilweise) widerlegt. (Newton setzt voraus, dass sich die Gravitationswirkung unendlich schnell ausbreitet).
Einstein wiederum ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss (Stichwort Quantenfeldtheorie).
In der Physik werden die Weltbilder ziemlich oft neu "erfunden", auch weil sehr sehr viel auf dem Gebiet geforscht wird.
Beim Thema Naturheilmittel, "alternative Behandlungen", Mondkalender,... fehlt es meiner Meinung nach leider an ernsthafter Forschung. Solange dies nicht geschieht, ist natürlich der Scharlatanerie Tür und Tor geöffnet, und es wird kein seriöser Status erreicht.

Aber wenn ich mir den Beitrag so ansehe ist hier wohl das richtige Team beisammen, um das "Forschungszentrum Naturheilmittel in der Aquaristik" aus der Taufe zu heben :-)

Liebe Grüße
Oliver

Wolfgang N

07.03.2016, 22:44

@ Diskus-Amanã

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Oliver,

hab doch geschrieben, dass ich weiß, was Du damit sagen willst. ;-)

Aber es stimmt schon, die Modelle der Weltbilder ändern sich immer wieder. Für unseren Alltag hat das natürlich wenig unmittelbare Bedeutung. Im Gegenteil, das zweite Axiom vom alten Isaac ist aktuell wie eh und je: Wenn meine Frau mir in den HINTERN tritt, bewege ich mich nach VORNE. :-D Der musste jetzt einfach sein.

Lassen wir es damit aber gut sein, bevor jemand auf die Idee kommt, den Gravitationsgedanken weiter zu spinnen und hier die Stringtheorie zu diskutieren. :-)

Das von Dir erwähnte Forschungszentrum wäre in der Tat eine interessante Sache. Leider kostet so was auch Geld. Viel Geld. :-( Mit Sicherheit ist das der Grund, warum sich auf diesem Gebiet so wenig tut. Das wird sich nur dann ändern, wenn entsprechender Profit winkt.

Blöderweise kann man Profit leicht mit sehr wenig Aufwand und dem entsprechenden Hokuspokus erreichen. Auch in der Aquaristik gibt es Magnetarmbänder, Kupferpyramiden, magische Steine, Mondstrahlenlinsen... Oder besser gesagt, die aquaristischen Pendants zur Humanesoterik. Fast so wirkungsvoll wie Catweazles Zaubersprüche. (Trotzdem liebe ich diese Serie) :-)


Hallo Ralf,

noch ein Tipp für Dich: Ein Mondzyklus dauert rund 28 Tage, also keine zwei Monate. Du kannst daher alle vier Wochen die Motorsense anwerfen. Das Chainsaw-Massacre bitte immer bei Neumond. Denk an Deine Sicherheit und setze eine Eishockeymaske auf! :-)

Ich muss mal meine Frau fragen, ob sie mir heute einen Clown ins Müsli gerührt hatte... :-D

Viele Grüße

Wolfgang

ehemaliger User

08.03.2016, 09:17

@ Wolfgang N

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Halli hallo,

Mensch hier wird ja mal Diskutiert - sehr schön. Die Diskussion passt zwar nicht mehr zum Titel - aber davon lassen wir uns mal nicht abhalten :lol3:

Vieles sprengt hier zwar meinen persönlichen Physik-, Chemie-, Biologiehorizont aber ich versuche trotzdem das ein oder andere mitzunehmen.

Zum einen sehe ich es so, dass man wenn man sich ein Becken anschafft vielleicht schon darauf achten sollte für welche Fische die Wasserwerte geeignet sind. Das erspart schon mal viel Panscherei.

Oben wird geschrieben, dass durch Seemandelbaum, Erlenzapfen, Torf, Buchenblätter usw. Huminstoffe ins Becken eingebracht werden, die das Wohlbefinden steigern oder zumindest das Wasser so aufbereiten, dass es Ähnlichkeiten mit dem Wasser in ihren natürlichen Habitaten hat.

An dieser Stelle geht der Punkt für mich genau an diese Zugaben. Sofern etwas das Wohlbefinden steigert, nützt es auch der Gesundheit! Es heilt vielleicht nicht, aber durch das gesteigerte Wohlbefinden werden die Fische seltener Krank. Es dient also der Vorsorge!


Eigene Erfahrung mit Fischmedikamenten, habe ich allerdings auch in den letzten 3 Wochen gesammelt. Nach über 20 Jahren, habe ich mir bzw. den Fischen zum ersten mal solch eine Tinktur gekauft. Meine Fasciatus waren von Anfang an immer sehr zurückhaltend. Irgendwann haben sie sich gescheuert, was sich wohl auch auf die anderen Metynnis übertragen hat. Ich denke, dass ich mir mit den Fischen tatsächlich die "Seuche" ins Haus geholt habe. Die meißten Symptome haben auf Haut- und Kiemenwürmer hingedeutet. Ich habe Sie daraufhin mit Bilocil Sensitive behandelt. Seit dem ist kein Scheuern mehr zu erkennen. Ich gehe hier auch ohne wissenschaftliche Gegenprobe davon aus, dass diese Tinktur tatsächlich eine entsprechende Wirkung hat.

Mal Frage in die Runde: Was tun wenn man sich doch bester Vorkehrungen die Seuche ins Becken geholt hat? Zugucken und abwarten?
Vielleicht ist es auch zu spät einen UVC zu installieren, denke wenn der Fisch die Seuche schon im Körper kann der UVC vielleicht unterstützend helfen, aber das was im Körper sitzt bekommt man durch den UVC auch nicht raus........

===================================

Abriß, abseits von den Fischen:
Ich kenne einige Leute die auf "Energiesteine" stehen, Homöopathie nutzen oder sonst was tun, was auch ich selbst eher unter dem Gedanken da hilft eher der Glaube daren abtue. Ich muß allerdings sagen, dass diese Leute sofern man sich mit denen Beschäftigt tatsächlich einen glücklichen, gesunden und oder ausgeglichenen Eindruck auf mich machen. Persönlich führe ich das nicht auf die Wirksamkeit der Mittel und Maßnahmen zurück. Aber trotzdem scheint es ein Zusammenhang zu geben, selbst wenn es in diesen Fällen nur der Glaube daran ist. Vielleicht können durch diesen Glauben die Selbstheilungskräfte des Körpers gestärkt werden. Vielleicht leben diese Leute auch bewußter.... Ich weiß es nicht! Aber wenn es diesen Leuten hilft, hat die Sache für die Leute auch eine Berechtigung und ist dann für diesen Personenkreis auch ein wirksames Medikament.

Bis dann

paris

13.03.2016, 08:24

@ ehemaliger User

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

also mal abgesehen vom einbringen von huminstoffen o.ä. um die heimatverhältnisse der tiere nachzuahmen, was durchaus sinnvoll ist: nein!

die kräuterheilkunde ist nix, womit man nix falsch machen kann, das kann durchaus auch nach hinten losgehen! einfach so rumexperimentieren würd ich da nicht. zumal die wirkung auf fische wohl kaum erforscht ist. man kann die wirkung nicht eins zu eins vom menschen auf andere tiere übertragen. es gibt durchaus genügend kräuter, die beim menschen gute wirkung entfalten, während sie auf andere tierarten tödlich wirken können. mensch und fisch sind entwicklungsgeschichtlich so weit auseinander, dass sich da bestimmt einiges unterscheidet... es wurde ja zb. ingwer erwähnt. der wird oft bei gelenksschmerzen eingenommen, allerdings nur kurweise, weil man sonst magenprobleme riskiert.
fazit: mit kräutern pfuscht man nicht rum, wenn man sich damit nicht auskennt!

auch ansonsten bin ich da ganz wolfgangs meinung.
was man aquarianern verkaufen kann, ist ja echt saaaagenhaft! nicht nur, was div. mittel betrifft. interessant find ich auch, dass (grad im internet) immer wieder gebetsmühlenartig dogmen wiederholt werden, die doch ganz offensichtlich vom handel gestreut wurden. zb.: jaaa keine selbst gesammelten materialien (bodengrund, steine, holz, zweige, blätter) verwenden, damit schleppt man sich bestimmt krankheiten ein, oder sie sind schadstoffbelastet. lieber im laden zu horrenden preisen kaufen, dann ist man auf der sicheren seite. man will doch wohl nicht das leben der fische aufs spiel setzen!?!?
ich finds ja furchtbar, wenn gerüchte einfach übernommen und schließlich zu dogmen werden...

Ralf.SOS

14.03.2016, 21:29

@ paris

Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik

Hallo Paris
Also selbst gesammelte Materialien aus dem Wald dürften überhaupt keine Gefahr darstellen, wenn man sie vor dem Einbringen ins Aquarium ausreichend wässert. Stammen die Teile aus Gewässern, in denen vermutlich Fische leben, wäre ich schon eteas vorsichtiger, da fast alle einheimischen Fischkrankheiten auch auf unsere Aquarienfische übertragbar sind.
Hier würde ich in jedem Fall längeres Abkochen empfehlen.
Dann gibt es auch noch Parasiten, die durch Vogelschiß von Seevögeln oder Schnecken übertragen werden. (Diese Tiere dienen dann als Zwischenwirte)
Aber auch die dürften halbstündiges Abkochen wohl nicht überleben. (die Parasiten meine ich natürlich)
Grüsse Ralf

12057 Postings in 2614 Threads
Naturheilmittel / Vorsorge in der Aquaristik
RSS Feed