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Quarzsand oder Kies

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Peter

25.04.2013, 01:06
 

Quarzsand oder Kies (Einrichtungsbeispiele)

Hallo Leute,
ich lese immer wieder,das viele Aquaristen Quarzsand für den Bodengrund nehmen. Da ich mir ein neues Becken zulege und ich noch von meinem alten 450ltr. Becken,Kies habe, ist meine Frage, was ist besser,Kies oder Quarzsand? Der Quarzsand hat doch eine viel höhere Verdichtung als der Kies und doch dementsprechend einen schlechteren Durchfluss, oder irre ich mich da. Welchen Vorteil hat denn der Quarzsand?
Gruß, Peter

Tanja B.

25.04.2013, 13:39

@ Peter

Quarzsand oder Kies

Hallo Peter,

so pauschal wird man das nicht sagen können, da es ein wenig von deiner Beckengestaltung usw abhängt. Außerdem gibt es sozusagen zwei Parteien, die eine, die Sand befürwortet, die andere, die auf Kies schwört.
Ich selbst bin absolut überzeugt von sehr feinem Quarzsand. Deshalb will ich dir meine Argumente darlegen, vielleicht findet sich ja noch jemand, der das auch bei Kies kann, dann kannst du für dich entscheiden, was optimaler ist.

Natürlich ist Sand dicht und wird nicht sehr gut durchspült. Allerdings soll der Boden ja auch nicht durchspült werden, sondern Halt für Pflanzen geben und Nährstoffe anreichern, vom Wasser "absondern" und dementsprechend natürlich "dicht" sein. Ähnlich wie in der Natür in Tümpel oder Seen, dort befindet sich ja auch dichter Untergrund.
Einige Pflanzen wie Echinodoren bevorzugen sogar so einen Untergrund, je lehmiger und dichter, desto besser.
Bei mir hat sich ein Nährboden und/oder Lehmkugeln mit darüber leigenden Sand (zwischen 3-5 cm hoch) als sehr gut erwiesen.

Sand und Kies können zwar nicht faulen, da es Mineralien sind, allerdings ist bei der größeren Dichte von Sand der Vorteil, dass er keine Verschmutzungen zwischen den einzelnen Partikeln aufnimmt. Bei Kies sind die Abstände zwischen den Steinchen so groß, dass hier leicht Mulm usw hineinrieseln kann. Da die Bakterien, die für die Nitrifikation nötig sind, mit Sauerstoff arbeiten, können sie in den tieferen Schichten des Kiesbodengrunds die dort "hineingefallenen" Nährstoffe nicht verwerten. Im schlimmsten Fall finden dann dort anaerobe Verfallsprozsse statt mit giftigen Gasprodukten.

Natürlich kann bei Sand dies auch passieren, jedoch eben nicht IM Bodengrund, sondern darauf, so dass man durch Absaugen den Boden sehr leicht rein halten kann.
Solltest du allerdings ein Bachaquarium planen oder verschieden hohen Bodengrund ohne Terrassen haben zu wollen, dann kannst du das mit Sand natürlich nicht bewerkstelligen. Sand fließt und gleicht sich immer einer Höhe an, bzw. lässt sich durch Ströumung natürlich schneller forttreiben.

Mit grobem oder mittelgrobem Kies ist ein Bodenfluter zu empfehlen. Hier streiten sich aber Pflanzenfreunde, ob dies für eine dichte Bepflanzung gut ist, da die Nährstoffe ja nicht im Boden bleiben, sondern der Boden als "Filter" dient, bei dem die Nährstoffe rasch abgebaut werden oder "hindurchgezogen" werden.
Der Bodenfluter oder -absauger bringt hier mechanisch den nötigen Sauerstoff in den Boden ein, so dass Bakterien sich nun auch im Boden ansiedeln können und die Abfälle dort verarbeiten. Allerdings komtm dies in dernNatur so gut wie nciht vor. Deshalb bezweifle ich persönlich auch, ob es den Pflanzen zuträglich wäre.
Bei einem Malawi-Becken wäre das natürlich egal, denn diese sind in der Regel ja eigentlich nicht bepflanzt.

Sand kann sehr schnell unansehlich werden, was nicht heißt, dass er "schlecht" ist. Mein blendend weißer Sand in den Becken hat sich eben "vernatürlicht", durch Mulmdurchmischungen im ersten cm-Bereich, durch ein paar Algen, die sich an der Scheibe angesiedelt haben usw. Er ist dennoch top und sauber, nur optisch ist er eben nicht mehr so schön wie es vielleicht Kies wäre.
Man sieht auch deutlich Schichtungen mit der Zeit.

Zu guter Letzt bleibt mir noch zu sagen, dass für einige Fische Sand die bessere Wahl wäre. Vor allem Bodenbewohner gründeln gerne darin und sind darauf angepasst ihre Nahrung in feinem Bodensubstrat zu finden. Hierzu zählen z.B. Schmerlen, Corydoras, Oocinclus (gründeln bei mir gelegentlich auch!) usw. Für manche Fische, meines Erachtens z.B. Corydoras und Tigerzwergschmerle, ist ein Bodengrund aus Sand zwingend notwendig für eine artgerechte Pflege.
Natürlich kann man "Sandkasten" für diese Fische aufstellen (besser als gar kein Sand), das Gründelgefühl :) in deinem Sandkasten sit aber etwas anderes, als in einem 5-7 cm hohen Boden aus Sand.
Auch viele Schnecken sind an Sand oder weichen Boden angepasst, z.B. Turmdeckelnschnecken, und durchwühlen die oben liegenden Mulmreste nach Essbaren und lockern so immer wieder die oberen Schichten. Du solltest deshalb auf keinen Fall auf Turmdeckelschnecken bei Sandverzichten!

Mein persönliches Fazit auf Grundlage meiner vorangestellten Überlegungen und eigener Erfahrung mit Sand-Becken:
Wenn es die Beckengestaltung und der Besatz zu lassen, ist sehr feiner Sand die otpimale Wahl für das Beckenklima, die Beckenhygiene, den Fischbesatz und die Pflanzen!

LG - ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen,
Tanja

Peter

27.04.2013, 02:32

@ Tanja B.

Quarzsand oder Kies

Hallo Tanja,
danke für die ausführliche Darlegung. Ist sehr interessant.
Muss dir mal kurz erzählen was ich mit Sand erlebt habe. Ich habe vor ein paar Monaten ein 450 ltr. Becken geschenkt bekommen. In diesem Becken wurden nur Barsche gehalten, natürlich mit Sand. Ich also den Sand ausgewaschen und wieder in dem Becken eingesetzt. Neue Pflanzen rein,da ich ein Pflanzenbecken mit den unterschiedlichsten Fischen haben wollte. Nach einiger Zeit bemerkte ich,das die Pflanzen nicht wuchsen,sondern alle verkümmerten. Ich habe gedüngt,was nicht geholfen hat. Nach noch einiger Zeit bildete sich so ca. 3 cm unter dem Sand eine braune Masse ab,an der Scheibe zu erkennen.Ich wusste bis dato nicht was ich machen sollte,bis mir einer riet,ich soll den Sand rausnehmen und ihn zumindestens anteilmäßig mit Kies vermischen.Also, ich alles wieder raus aus dem Becken,wieder ausgewaschen, mehr Kiesanteil als Sand und alles wieder eingepflanzt.
Ich muss sagen,seit dem hat alles bestens funktioniert. Da hat man mir schon erklärt, das mein Sand zu dicht war und so die Pflanzen keine Nährstoffe aufnehmen konnten.Kann ich zwar so nicht ganz verstehen,da ja auch Pflanzen Nährstoffe von den Blättern aufnehmen,meinte ich gelesen zu haben. Recht hast du, verschieden Fische sollten schon Sand bekommen. Muss mal schauen wie ich das hinbekomme. Will ja auch noch meine Terasse bauen.
LG. Peter

Tanja B.

27.04.2013, 08:37

@ Peter

Quarzsand oder Kies

Hej Peter,

also, ich muss sagen, das ist ja mal Quark, was man dir da erzählt hat. In der Natur wachsen verschiedene Pflanzen ja sogar in bevorzugt lehmigen Untergrund - DAS ist so ziehmlich das dichteste, was es gibt!

Wenn du allerdings Pflanzen hast, die eben nicht von Natur aus im Untergrund wurzeln, dann könnte das natürlich Probleme geben (z.B. Hornkraut, das ja auch schwimmt, div. andere Stengelpflanzen usw.).

Pflanzen wie Echinodorus, Cryptocoryne, Lotus usw. - also eindeutige Wurzelzehrer, die ihre Nährstoffe fast ausschließlich über die Wurzeln aufnehmen, wachsen eindeutig besser in feinem, dichten, hohen Bodengrund. (Hier solltest du den Boden - nicht das Wasser! - gut düngen)

Mein Sandboden hat auch braune bis schwarze Stellen. Das sind bei mir ausgeworfene, kristallierte (oxidierte? - bin keine Chemikerin) Nährstoffe, die aber nicht faulen können.

Natürlich, wenn eine riesen Echinodorus oder viel Pflanzenmasse fault, dann ist das natürlich doof fürs System.
Aber bei Wurzelzehrern brauchst du keine Angst haben, dass etwas passiert. Sie wurzeln durch dein ganzes Becken und verbrauchen überall Nährstoffe, bzw. belüften sogar den Boden im Fall des Lotus.

LG Tanja

ehemaliger User

28.04.2013, 06:06

@ Peter

Quarzsand oder Kies

Hallo Peter,

Tanja hat das alles schön erläutert und bin voll ihrer Meinung dazu.

Verwende selbst seit 4 Jahren nur noch Quarzsand 0,2-0,7mm mit weicher

Körnung und Faulstellen kenne ich nicht auch ohne TDS!

Für Fische ein Traum,auch L-Welse wühlen gern darin.Nur welcher Sand es ist,
scheint wichtig,denn Spielkastensand ist eher ungeeignet,da zuviel Staubanteile
die den Sand verpappen lassen.Das sollte unter Wasser nicht passieren.

Ein guter Test zur Eignung ist im Eimer etwas Sand geben und mit dem Finger rein schnipsen.Da sollte der Sand schön auseinander stieben.Geht das nicht ist er ungeeignet und dann kommt es zu solchen Faulstellen und Problemen durch das Dicht machen des Sandes.

Gruß Ronny

balzman

28.04.2013, 10:03

@ Peter

Quarzsand oder Kies

Hallo
Man liest ja so vieles,Sand,oder Kies.Habe schon vieles ausprobiert,von Kies 2-4mm kann ich für ein bepflanztes Becken,genauso wie Sand(eine Stufe gröber wie Quarzsand) bestens empfehlen.Wichtig in meinen Augen ist ,den Bodengrund in Ruhe zu lassen, und nicht ständig den Mulm abzusaugen,es wird sich dann mit der Zeit,ein für Pflanzen optimales Milieu einstellen.So ein Bodengrund wie der Grund von Dupla(nur mal zum Beispiel) sind mir zu leicht,und bieten Bodendeckern keinen Halt,und bei mir stellten sich Büschelalgen auf dem Bodengrund ein ,die sich nicht Mechanisch entfernen bzw. absaugen liesen.Dann kommt es ja auch auf die Beckenbewohner an,und deren Bedürfnisse.Ein versuch mit Erde wie bei Walstad beschrieben,hört sich sehr interressant an,ich dünge momentan mit Laterit und noch vorhandenen Düngetabletten direkt am Wurzelbereich.Naja du siehst,das ist ein riesen Thema.Meine Empfehlung,nicht zu feiner Sand,Düngung direkt an dem Wurzelbereich,und Zeit.
LG balzman

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