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Vermehrung im Garnelenbecken

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mischling12

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12.04.2011, 13:31
 

Vermehrung im Garnelenbecken (Einrichtungsbeispiele)

Hallo
Ich habe bisher nur Erfahrung mit Gesellschaftsbecken und möchte jetzt gerne ein Garnelenbecken starten. Meine Frage ist jetzt: Kann ich der Vermehrung von Garnelen auch anders als durch Fischbesatz beikommen? Ich dachte nämlich an einen Besatz mit Amanogarnelen und Crystal Red. Aber nachdem ich jetzt schon einige Beiträge gelesen habe, bin ich mir wegen der "Vermehrungsfreude" der Crystal Red bei dieser Garnele nicht mehr so sicher. Ich hätte ja generell nichts gegen Nachwuchs einzuwenden, aber eben in einem kleinen Rahmen.
Gruß Karina

Michael Kreutz

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14.04.2011, 23:16
(editiert von Michael24, 14.04.2011, 23:27)

@ mischling12

Vermehrung im Garnelenbecken

Hallo Karina,

Du schriebst: „Aber nachdem ich jetzt schon einige Beiträge gelesen habe, bin ich mir wegen der "Vermehrungsfreude" der Crystal Red bei dieser Garnele nicht mehr so sicher.“

Ich glaube, hier hast Du etwas verwechselt. Es gibt eine für Neulinge vom Namen recht ähnliche Garnele wie die „Crystal Red“, nämlich die „Red Fire“.
Jetzt zu beiden Garnelenarten, zu Deinem Satz und zu meinen Erfahrungen:

Die Red Fire Garnele oder Red Cherry, lateinisch „Neocaridina heteropoda var. Red“:
Diese Garnele hat tatsächlich die Eigenschaft, sich unter den widrigsten Umständen zu vermehren. Ein Züchter hatte mir mal (natürlich nur sinnbildlich und stark übertrieben) gesagt: „Die vermehrt sich sogar in Chlorwasser“ – Also bitte nicht nachahmen!!! ;-)
Gemeint ist, dass diese Garnele faktisch ein wirkliches Anfängertier mit Vermehrungsgarantie ist. Einziger Störfaktor, der die Population im Zaum halten kann, sind Beifische, die sich über Garnelennachwuchs als Mahlzeit freuen.

Die Crystal Red Garnele oder Red Bee, lateinisch „Caridina cf. cantonensis“:
Bei dieser Garnele handelt es sich faktisch um eine völlig andere Art, als die Red Fire Garnele. Auch muss man sagen, dass es sich hier um eine „Hochzuchtgarnele“ handelt, im Gegensatz zur Red Fire Garnele, bei der es sich um eine natürliche Art handelt.
Hochzucht heißt, dass die Garnelenart „Caridina cf. Cantonensis“ in der Natur nur in schwarzer Zeichnung mit wenig Weiß vorkommt. Die rote Art ist laut Aussagen der japanischen Ursprungszüchter als „Mutation“ aus einer schwarzen Züchtung entstanden. Nun sind alle Hochzuchten in der Regel empfindlicher als normal in der Natur vorkommenden Arten, auch was die Vermehrungsrate angeht. Auch ich habe die Erfahrung gemacht.
Manche Züchtungen der Crystal Red sollen auf Leitungswasser gezogen werden. Jedoch habe ich bei meinen Tieren die Erfahrung gemacht, dass diese schon mal andere Wasserwerte bevorzugen, eher in den sauren Bereich gehend und mit gerungen Härtegraden. Auch dem entsprechend sehe ich die Vermehrungserfolge.
In Asien wird sogar teilweise mit einem pH von 5,5, also sehr sauer, gearbeitet.

Gernerell würde ich den Vermehrungserfolg von Crystal Red’s im Vergleich zu den Red Fire’s eher als gemäßigt bezeichnen. Bei Manchen klappt es mit einfachen Haltungsbedingungen gar nicht. Bei anderen, einzelnen Fällen (z.B. eine Arbeitskollegin) gab es bei den Crystal Red’s auf Leitungswasser zumindest zeitweise eine recht üppige Vermehrung. Seit dem sich aber die Bedingungen geändert haben (neues Größeres Becken – ansonsten alles gleich), kommt dort allerdings kein Nachwuchs mehr hoch.

Wie Du siehst, möchte ich Dich beruhigen, dass mit einfachen Haltungsbedingungen für die Population der Crystal Red’s eher keine Explosion zu befürchten ist.:no:

Ich bin übrigens der Meinung, dass man die Vermehrungsrate bei den Garnelen an der Verfügbarkeit am Markt (sowohl im Zoohandel als auch bei privaten Anbieterplattformen) und auch an dem Preisunterschied zwischen den Red Fire’s und den Crystal Red’s zumindest erahnen kann. Ich schaue übrigens öfter auf einer privaten Anbieterplattform nach, was dort an Red Bee’s (Crystal Red’s) angeboten wird. Das ist kein Verhältnis zu den Red Fire’s!

Übrigens, wenn Du Amanos als zweite Garnele hast, kann es sein, dass auch noch weniger Nachwuchs der Crystal Red’s hoch kommt. Ist nur eine Vermutung von mir aus eigener Erfahrung, also nicht bewiesen!!! Aber ich denke, dass die Amanos doch räuberischer sind und manchmal keine Gefangenen (gerade in Hinsicht auf Nachwuchs) machen.

Amanos kann man übrigens im einfachen „Süßwasser“ gar nicht vermehren, da die Tiere im Larvenstadium (andere Entwicklungsstadien als bei den Red Fire’s oder auch bei den Crystal Red’s) Brackwasser (mit einem bestimmten Salzgehalt) benötigen. Das ist eine Züchtungsart, die sich nicht für Anfänger eignet.

Ich hoffe, jetzt etwas Aufklärung und Hilfe gegeben zu haben.

Viele Grüße:waving:
Micha

mischling12

Homepage 

15.04.2011, 22:50

@ Michael Kreutz

Vermehrung im Garnelenbecken

Hallo Micha

Danke für deine Antwort.

Also, da kann ich die Bücher gleich wieder weg stellen. Denn da steht wirklich drin, das die Vermehrung der Caridina cf. cantonensis einfach ist. Aber das sich die Amanos an anderen Garnelen vergreifen könnten, das steht wiederrum nicht da.:-( Dann werde ich wohl doch nur die Amanos halten, denn dann bin ich in allen mir wichtigen Punkten auf der sicheren Seite.

Nochmals vielen Dank für deine Mühe. War mir eine große Hilfe.

Gruß Karina

Michael Kreutz

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17.04.2011, 21:26

@ mischling12

Vermehrung im Garnelenbecken

Hallo Karina,

ich hoffe nicht dass das, was ich jetzt schreiben werde zu überheblich klingt. Aber manche Buchautoren schreiben öfter, dass „die Vermehrung der Art XY… einfach ist“. Hier muss man aber wissen, dass es sowohl bei Fischen, als auch bei Wirbellosen Arten gibt, die nur unter extremen Bedingungen gezüchtet werden können. Die Amano ist z.B. so ein Fall.
Dass „die Vermehrung der Caridina cf. cantonensis einfach ist“ muss jedoch nicht unbedingt im Umkehrschluss bedeuten, dass diese Art sich explosionsartig vermehrt, sondern eine Vermehrung im normalen Rahmen möglich ist.
Auch habe ich öfter schon Buchautoren so einen Satz pauschal schreiben sehen, nur um eine von ihnen noch nicht bis dahin genau erforschte Unterart auch mal angerissen zu haben.
Als ich z.B. 2006 wieder mit der Aquaristik anfing, habe ich mir die damalig aktuelle Ausgabe des Mergus Aquarien Atlas zugelegt. Dort wird über die Caridina cf. cantonensis (damals noch Caridina serrata genannt) auch relativ oberflächlich berichtet. Und auch dort steht, dass sich diese Arten „ relativ problemlos vermehren“.
Nun habe ich auch schon in ein paar Büchern über das Thema gelesen.
So wie das gesamte Thema in der Fischwelt noch relativ exotisch ist, so oberflächlich gehen die entsprechenden allgemeinen Literaturen meist mit dem Thema um.
So umfasst die Art Caridina cf. Cantonensis schon die verschiedensten Unterarten mit auch den verschiedensten Lebenshaltungsbedingungen. Z.B. habe ich blaue Tiger bei Werten mit Berliner Leitungswasser problemlos vermehren können. Diese sollten jedoch nicht auf den Soil-Böden gehalten werden, die ich für meine Bienen einsetze.
Es gibt wie gesagt die verschiedensten Qualitäten von Büchern, die das Thema Garnelen anreißen. Auch hier habe ich teilweise recht großen Quatsch gelesen.

Viele Grüße:waving:
Micha

mischling12

Homepage 

17.04.2011, 22:02

@ Michael Kreutz

Vermehrung im Garnelenbecken

Hallo Micha

Ich habe das mit den unterschiedlichen Angaben in Büchern schon öfters fest gestellt (ich kaufe mir immer gleich stabelweise etwas über ein für mich neues Thema). Darum finde ich diese Seite hier gut. Denn hier schreiben Menschen, die sich mit den Tieren auseinander setzen und nicht nur irgendwas von irgendwem abschreiben, nur damit das Buch voll wird. Und den Verkäufern trau ich auch nicht mehr wirklich, denn die Mehrzahl will ihre Tiere verkaufen, egal obs passt oder nicht. Schade, das ich erst jetzt diese Internetseite gefunden habe, denn ich denke, da wäre mir die letzten Jahre einiges erspart geblieben.

Gruß, Karina:-)

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