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Wasserenthärtung

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Auch in unserem Aquaristik-Forum fühlen wir uns selbstverständlich den Zielen und Werten verpflichtet, die uns alle zu erfolgreichen Aquarianern machen sollen und ein konstruktives und respektvolles Miteinander garantieren.
Blackwater

11.01.2016, 20:19
 

Wasserenthärtung (Technik)

Hallo zusammen!
Ich werde demnächst eine Wassenthärtungsanlage nach dem Prinzip des Neutralaus-
austausches installieren lassen. Ausgangswasser mit 15° GH und 12° KH, das enthärtete Wasser wird mit Leitungswasser auf 4° aufgehärtet. Kann ich dieses
Wasser bedenkenlos für mein Aquarium verwenden? Der Salzgehalt bleibt ja gleich,
"nur " Magnesium und Calcium werden gegen Natrium ausgetauscht.
Wer hat schon Erfahrung damit?

Grüße aus Neuwied
Dieter

Tom

Homepage

11.01.2016, 21:07

@ Blackwater

Wasserenthärtung

Hallo,
ich habe auch eine Enthärtungsanlage im Haus. Ich habe die Anlage auf GH 6 eingestellt. Die KH bleibt auf 14. So ist das Wasser ideal für meine Malawis und es funktioniert nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis seit Jahren.
Grüße, Tom.

Wolfgang N

11.01.2016, 21:59

@ Blackwater

Wasserenthärtung

Hallo Dieter,

wie Tom schon schreibt, liefert die Anlage ein perfektes Malawiwasser. Für alle anderen Gewässer entspricht es nicht gerade dem Idealtypus.

Wie Du selbst weißt, ist die Natriumkonzentration höher, Calcium und Magnesium machen sich dagegen rar. Allgemein nennt man das ein "verschobenes Ionengleichgewicht".

Das klingt dramatischer als es ist. Bis auf wenige sehr empfindliche Fische sind eigentlich keine Probleme zu erwarten. Der Gesamtsalzgehalt ist wichtiger. Und der ist, wie Du schon selbst gesagt hast, unverändert. Falls Du also ein Weichwasserbecken betreiben willst, kommst Du um eine Osmoseanlage nicht herum. Anders kannst Du keinen Einfluss auf den osmotischen Druck ausüben.

Ich habe von 1992 bis 2009 Wasser aus einer Enthärtungsanlage durch die Osmose gejagt und damit meine Weichwasserbecken befüllt. Probleme gab es damit keine. Ordentliche Vermehrungsraten bei Fischen und Pflanzen. Positiver Nebeneffekt: Ein Verkalken der Membranen ist sehr unwahrscheinlich.

Seit 2009 zweige ich das Aquarienwasser VOR der Enthärtungsanlage (Neutraltauscher) ab. Wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich keinen Unterschied bei Fischen und Pflanzen feststellen. :-) Allerdings beschränken sich meine Beobachtungen ausschließlich auf Weichwasser. Dem Problem des verschobenen Ionengleichgewichts bin ich also durch starke Verdünnung aus dem Weg gegangen.

Viele Grüße

Wolfgang

Blackwater

18.01.2016, 18:43

@ Wolfgang N

Wasserenthärtung

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die Antwort.
Du hast das Wasser aber durch die Osmose-Anlage nochmals enthärtet/entsalzt.
Wie schaut es aber mit dem Wasser aus, das aus dem Neutralaustauscher kommt?
Was passiert mit PH-Wert/Säurebindungskapazität? Hält das entstehende Natriumhydrogencarbonat das Wasser auch so stabil, wie vorher die Magnesium- und
Calziumhydrogencarbonate im unbehandelten Wasser? Oder ist für die Wasserstabilität
nur noch der KH-Anteil zuständig, der sich aus dem Verschneiden mit Leitungswasser ergibt, in meinem Falle wären das ca. 3° "echte KH".
Fragen über Fragen, hätte ich doch damals im Chemie-Unterricht besser aufgepasst...

Grüße aus Neuwied
Dieter

ehemaliger User

18.01.2016, 18:50

@ Blackwater

Wasserenthärtung

Hallo Dieter,

ich habe ja keine Ahnung von den ganzen Anlagen die ihr hier besprecht und im Chemieunterricht hätte ich auch aufpassen können ;)

Du schreibst aber, dass Du am eine "normale" KH von 3 erreichst. Aus meiner Wasserleitung hier kommt auch ca. KH 3 raus. Mein PH hat sich sowohl im alten wie auch im neuen Becken stabil bei 6,5 eingependelt. Im alten Becken hatte ich zeitweise eine CO2 Anlage, selbst die konnte den PH / KH Wert nicht senken.

Auch Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter haben hier keinen Einfluß auf einen dieser beiden Werte.

Bis dann

Wolfgang N

18.01.2016, 22:19

@ Blackwater

Wasserenthärtung

Hallo Dieter,

das Wasser das aus dem Neutraltauscher kommt, hat einen Teil des Calcium und des Magnesium gegen Natrium getauscht. Sonst nichts.

Der Gehalt an Hydrogencarbonat ist völlig unverändert. Das Säurepufferungsvermögen auch. Ein KH-Tropftest liefert das selbe Ergebnis wie vor dem Tauscher. Der pH-Wert ist dabei sekundär, weil er nur ein resultierender Wert ist. Falls es Dich aber beruhigt: Er wird sich ebenso verhalten wie vor dem Neutraltauscher.

Für die Pufferwirkung ist NUR der Gehalt an Hydrogenkarbonat entscheidend. Ob das Kation Calcium, Magnesium, Natrium oder Plutonium ist, spielt keine Rolle. :-)

Wenn die endgültige GH nach dem Tauschen und Verschneiden 3 beträgt, dann ist die "echte " KH ebenfalls 3. Das Säurebindungsvermögen laut Tropftest wird aber immer noch dem Ursprungswasser entsprechen, in Deinem Fall also 12. Typisches Malawi-Wasser.

Nochmal zur Erinnerung: Das neutralgetauschte Wasser ist für die Haustechnik "weich", da kalkarm. Für die Fische ist es kaum verändert, da es in der Summe immer noch den selben Ionengehalt hat. Die osmotischen Druckverhältnisse in Bezug auf die Körperzellen entsprechen denen von hartem Wasser und das ist für die Fische entscheidend. Klartext: Für Weichwasserfische ist Dein neutralgetauschtes Wasser immer noch nicht geeignet. Blöd, aber so ist das.

Viele Grüße

Wolfgang

So, jetzt steht's fest! Ich werde mich auf den Hosenboden setzen und einen Blog zur Wasserhärte fabrizieren. Irgendwie habe ich das Gefühl, da besteht noch eine Menge Klärungsbedarf. ;-) Gib mir noch 14 Tage, dann passt es in meinen Zeitplan...

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