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Wasserwerte

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Auch in unserem Aquaristik-Forum fühlen wir uns selbstverständlich den Zielen und Werten verpflichtet, die uns alle zu erfolgreichen Aquarianern machen sollen und ein konstruktives und respektvolles Miteinander garantieren.
Feinripp

19.11.2015, 16:58
 

Wasserwerte (Einrichtungsbeispiele)

Hi Leute,

bevor ich irgendetwas falsch mache, dachte ich das ich euch mal frage....denn von Profi-Anwendern ist mir ein rat lieber wie aus dem Laden.

Ich möchte meine Wasserwerte an die Fische anpassen die ich halten will und zwar Neontetras.
Meine bisherigen Wasserwerte :

KH: 12
Gh: 14
No3 : 25mg/l
No2: 0,0mg/l
Fe: 0,2mg/l
Co2: 23mg/l

Nun möchte ich was die Härte angeht die Werte halbieren kH6 und Gh 7 , denke das sollte reichen damit die Fische sich wohlfühlen. Ich habe ein 120l Becken, das Becken läuft nun seid 6 tagen mit 5 Fischen drin(3 braune Antennenwelse und 2 Kakaduzwergbuntbarsche) aufgrund eines Unfalles. Bei Interesse erklär ich diese auch. Konnte das Becken ich leider nicht einfahren lassen, daher messe ich die Werte nicht mit dem Ratestäbchen sondern habe mir den Koffer von Sera geholt, soll ja um einiges genauer sein ^^

Da am Samstag der erste WW ansteht von 30% wollte ich diesen mit Osmosewasser auffüllen, bin mir nur nicht sicher ob dieses ohne Probleme von statten geht. Nach dem 2. WW will ich dann eine Mischung von 50/50 erreichen damit ich die besagten werte bekomme.
Können die Fische sowas ab wenn ich ich nun den ersten WW mit Osmose mache?

Das war eigentlich schon meine Frage vielleicht kann mir ja einer helfen :-D

Schonmal danke im Voraus
mfg

Daniel

Wolfgang N

19.11.2015, 17:54

@ Feinripp

Wasserwerte

Hallo Daniel,

Du kannst das Osmosewasser ruhig pur reinschütten. Besser als Leitungswasser ist das allemal. Die Fische werden das positiv aufnehmen.

Deine Wasserwerte werden sich mit steigendem Osmosewasser-Anteil immer mehr an die Werte der Ursprungsbiotope Deiner Fische annähern. Die von Dir angestrebten Werte sind ein akzeptabler Kompromiss.

Wenn Du dich traust, kannst Du mit der Härte noch ein ganzes Stück runter gehen. In meinem "Großen" liegt die KH meistens unter eins. Trotzdem sind die natürlichen Weichwasserbiotope noch einen Ticken weicher. Im Aquarium sollte man aber bei so niedriger KH zur Sicherheit etwas Marmorsplitt in den Filter legen. So beugt man dem Absturz des pH-Wertes vor. Dann kann wirklich nichts mehr passieren.

Viele Grüße

Wolfgang

Feinripp

19.11.2015, 18:26

@ Wolfgang N

Wasserwerte

Wow dein Becken ist mal der Hammer !! Klasse Leistung.

Jedoch werde ich es erstmal bei der Hälfte belassen und mit mehr Erfahrung und dem nächsten Becken werde ich dies mal versuchen ^^

Aber ich bin schonmal beruhigt das ich das so umsetzen kann ohne das die Fische einen schock bekommen :-D

Ralf.SOS

20.11.2015, 08:52

@ Feinripp

Wasserwerte

Hallo Daniel
Ich finde es sehr gut, dass du deinen Fischen Wasserwerte wie aus ihren Heimatgebieten schaffen willst. Auch deine Zwergbuntbarsche werden es dir danken. Meine Erfahrung ist: alle Änderungen an den Wasserwerten (Härte, Temperatur, ph-Wert) sollten behutsam durchgeführt werden, auch zu besseren Werten hin. Insofern denke ich, deine Entscheidung, die Idealwerte nicht mit einem WW sofort zu erreichen, ist richtig.
Kh Werte unter 4 gerade für kleinere Aquarien sehe ich etwas kritisch. Sie haben dann in bezug auf den ph-Wert kaum noch Pufferpotential, durch biologische Prozesse im Becken besteht dann die Gefahr eines "Säuresturzes".
Aber 4Kh sind für die Fische, die du halten willst, vollkommen ausreichend.
Grüsse Ralf

Wolfgang N

20.11.2015, 13:38

@ Ralf.SOS

Wasserwerte

Hallo Ralf,

so ganz unkommentiert mag ich Deine Anmerkungen nicht im Raum stehen lassen.

Eine Verbesserung der Wasserwerte hin zu den natürlichen Gegebenheiten wird von allen Fischen problemlos toleriert. Warum auch nicht? Schließlich wird der Organismus schlagartig entlastet, muss er doch nicht mehr gegen ungünstige Verhältnisse ankämpfen. Provokante Frage: Würdest Du bei einem unvorhergesehenen Nitritpeak die Konzentration nur langsam und in mehreren Schritten über Tage hinweg senken? ;-)

Jeder Stoff, der in einer für den Fisch zu hohen Konzentration vorliegt, darf sofort und schlagartig verdünnt werden.

Dennoch wird diese Tatsache von vielen Aquarianern standhaft negiert. Wird hier möglicherweise ein Querbezug zu Rauchern in Betracht gezogen, die angeblich auch langsam entwöhnt werden müssen, bevor sie wieder frische Luft vertragen? :-)

Die Temperatur allerdings hat einen Sonderstatus. Hier müssen Änderungen tatsächlich langsam vollzogen werden. Interessanterweise vertragen die meisten Fische ein Absinken um 2-3 Grad Celsius deutlich besser als ein Ansteigen. Eine mögliche Erklärung wären schnelle Temperaturabsenkungen bei starken Regenfällen, an die sich die Fische im Laufe der Zeit angepasst haben.

Wie kommst Du eigentlich ausgerechnet auf die KH 4 als Grenzwert für kritisches Wasser? Ist das ein berechneter Wert? Gibt es da Beobachtungen, Erfahrungswerte?

Rückblende: In meiner wilden Zeit :-) habe ich just for Fun Rote Neons gezüchtet. 60 cm Aquarien mit Trennscheiben gedrittelt. In jedem dieser 20-Liter Abteile Mattenfilter und Laichrost. Als Wasser habe ich reines Osmosewasser eingesetzt. Leitwert etwa 20 µS/cm. GH und KH nicht nachweisbar. Den pH-Wert konstant bei 4,5-5. Das habe ich fast zwei Jahre lang praktiziert. In der ganzen Zeit gab es nicht einen einzigen Säuresturz.

Warum also sollten kleine Aquarien stärker gefährdet sein? :-)

Wahr ist, wenn man sich die Mühe macht, die Zusammenhänge zu verstehen, dann wird man auch in die Lage versetzt, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Das ist gar nicht so schwer. Hat auch nichts mit Profi zu tun. Man muss sich nur mal einlesen.

Leider handeln viele freiberufliche Wasserpanscher immer noch nach dem Prinzip "...denn sie wissen nicht, was sie tun.". Verständlich, dass dann gerne das Schreckgespenst Säuresturz beschworen wird. Ein realer Säuresturz ist nicht nur selten, er ist auch ein Hinweis auf ein reales Wissensdefizit. Beides ist vermeidbar.

Viele Grüße

Wolfgang

Ralf.SOS

20.11.2015, 15:52

@ Wolfgang N

Wasserwerte

Hallo Wolfgang
Mein Beitrag sollte lediglich eine Ergänzung sein, keinesfalls wollte ich deine Kompetenz in Sachen Wasserchemie anzweifeln. In deinem "zweiten Leben" hast du bestimmt auch mit Chemie zu tun.:-)
Ja, woher habe ich den Wert 4°KH? In der meisten Aquarienliteratur wird ein Wert zwischen 4 und 6 empfohlen. Zum Beispiel die Tabelle "Ideale Wasserwerte (nach Horst 1992)" Wohlgemerkt, hier geht es um normale Gesellschaftsaquarien, die in deinem Beispiel angeführte Neonzucht ist schon sehr speziell. Bedenke bitte auch, dass die meisten "Normalaquarianer" die wichtigsten Wasserwerte günstigstenfalls wöchentlich überprüfen. Da ist eine gewisse "Säurepufferungskapazität" sicher nicht verkehrt.
Du hast die Temperatur schon ausgeklammert, als Wert, den man nicht abrupt verändern sollte. Aber trifft dasselbe nicht auch auf den pH-Wert zu?
Ich zumindest habe in dieser Hinsicht schon einmal leidvolle Erfahrungen gemacht.:-( Habe für einen Schwarm Rotkopfsalmler ideale Bedingungen in meinem Becken geschaffen, (weiches Wasser, leicht sauer). Dann im Laden gekauft und wie vorgeschrieben ins Aquarium eingesetzt. Fast der ganze Schwarm erlitt einen Schock. Die Fische, die schon im Becken waren und mehr Zeit hatten, sich an die neuen Wasserwerte zu gewöhnen, zeigten dagegen keine Symptome.
Ob man ohne Gefahr Fische aus hartem Wasser in kürzester Zeit in weiches Wasser umsetzen kann, weiss ich nicht. Werde ich ganz sicher auch nicht ausprobieren.
Grüsse Ralf

Wolfgang N

20.11.2015, 17:46

@ Ralf.SOS

Wasserwerte

Hallo Ralf,

mit der Aquarienliteratur ist das so eine Sache. Einer schreibt ein Buch mit einer Vermutung, der Zweite bezieht sich da drauf und im dritten Buch ist es dann schon ein Fakt. :-) Eine Zeitlang konnte man in allen Büchern nachlesen, dass Sand als Bodengrund völlig ungeeignet, ja sogar gefährlich sei...

Was "ideale Wasserwerte" anbelangt, orientiere ich mich ausschließlich am Herkunftsgewässer der jeweiligen Fische. Das ist ideal, was meinst Du? ;-)

Der "normale" Aquarianer wird schwerlich in die Situation eines Säuresturzes kommen, da er die dafür notwendigen Randbedingungen kaum aufweisen kann. Die wenigen mir bekannten Säurestürze betrafen ausnahmslos Zuchtaquarien und Aufzuchtbecken. Keine Härte nachweisbar, sehr hohe Besatzdichte, intensive Fütterung. Auch dann kam es nur zur Katastrophe, wenn die Kontrolle der Wasserwerte, das Absaugen von Futterresten und der regelmäßige Wasserwechsel vernachlässigt wurden. In einem normal eingerichteten, mäßig besetzten Aquarium ist die Gefahr dagegen äußerst gering. Selbst bei Superweichwasser.

Der pH-Wert ist ein resultierender Wert. Er ist von der Konzentration mehrerer, teilweise dem Aquarianer unbekannter Substanzen abhängig. Leider glauben immer noch (zu) viele Aquarianer, dass man den pH-Wert mit CO2 einstellt. Richtig ist vielmehr, dass ich CO2 bis zu einer gewünschten Konzentration zudosiere. Der pH-Wert wird sich dann in Abhängigkeit von der Karbonathärte neu einstellen. Wenn noch Huminstoffe oder auch andere saure oder basische Stoffe vorhanden sind, dann kann das den pH-Wert zusätzlich beeinflussen. Grundsätzlich gilt für den pH-Wert auch das, was ich in meinem obigen Post geschrieben habe. Ist auch logisch, denn wenn alle anderen Inhaltsstoffe des Wassers dem Biotopwert entsprechen, dann tut es der pH-Wert automatisch auch. Eben resultierend.

Deine Beobachtung mit den Rotköpfen haben viele andere leidvoll geprüfte Aquarianer auch schon machen müssen. Rotköpfe sind sehr leicht zu verschrecken. Nicht umsonst sagt man ihnen nach, dass sie der einzige echte Schwarmfisch im Süßwasser wären. Schwarmverhalten ist eine reine Schutzfunktion. Sie geraten nun mal leicht in Panik. Vor allem, wenn sie gefangen und in einen Beutel ohne Flucht- und Versteckmöglichkeit gestopft werden. Natürlich sind nicht alle Arten von Fischen so empfindlich und nicht alle zeigen das so. Das hat aber mit dem Wasser nichts zu tun.

Verstärkend kommt noch dazu, dass unter Schock bestimmte Pheromone ausgeschieden werden, die bei Tieren der gleichen Art die sofortige Flucht und ebenfalls den Ausstoß dieser Botensubstanz auslösen. Bei Elritzen wurde das zuerst festgestellt und auch recht gut dokumentiert. In so einer Situation ist es natürlich nicht gerade hilfreich, wenn man in einem engen Plastiksack steckt. ;-)

Lange Rede, kurzer Sinn: Rotköpfe sind Hosen..., äh Flossenscheißer erster Güte. :-D Andere Fische reagieren meist weniger schreckhaft. Wenn Du den Stress in Zukunft verringern willst, dann schalte das Licht im Aquarium aus, bevor Du die Plastiktüten reinhängst. Nicht vor dem Becken rumturnen, solange die Fische eingesackt sind. Auch nach dem "reinlassen" noch eine Stunde dunkel lassen. So lange der Fisch merkt, dass er keine Chance zur Flucht hat, löst jede Bewegung und jedes Geräusch Stress aus.

Zusätzlich kannst Du beim nächsten Kauf von Schwarmfischen den Händler darum bitten, dass er ein paar Krümel Aktivkohle in den Beutel schmeißt. Das adsorbiert die Botensubstanz zumindest für die Transportdauer. Bei Sterba-Panzerwelsen ist das Pflicht, aber das ist eine andere Geschichte...

Hoffentlich hab ich Dich mit dieser Riesen-Antwort jetzt nicht verschreckt. :-) Ich bin eben der Ansicht, dass die Beobachtung, die Du bei den Rotköpfen gemacht hast, nicht mit Deiner Erklärung zusammenpasst.

Ich wünsch Dir immer entspannte Fische

Wolfgang

P.S.: Du darfst meine Kompetenz gerne anzweifeln. Ich glaube schließlich auch nicht alles, was so erzählt wird. ;-)

Ralf.SOS

21.11.2015, 10:51

@ Feinripp

Wasserwerte

Hallo Daniel!
Jetzt haben der Wolfgang und ich uns auf deinem Posting so richtig ausgetauscht. Entschuldigung. Aber so bin ich zu ein paar wertvollen Tipps für meinen nächsten Zierfischkauf gekommen. Danke Wolfgang, werde ich beachten.
Grüsse Ralf

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