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Haltungsformel bei Mbunas, speziell Demasonis

Gerade bei den Mbuna-Arten aus dem Malawisee werden bei Besatzfraghen bzgl. Gruppenstärke und Geschlechterverteilung bei den meisten Arten fast immer die gleichen Empfehlungen ausgesprochen.

Möglichkeit 1: Haremshaltung 1M/3-4W
Möglichkeit 2: Gruppenhaltung mit Weibchenüberschuss 3M/7W
Möglichkeit 3: Wie oben, aber mit leichtem Überbesatz bzw. Vergesellschaftung mit anderen Arten

Beide Empfehlungen haben als Faustformel ihre Berechtigung, Ich halte es aber für weitaus sinnvoller, sich die Hintergründe für diese Faustformeln bewußt zu machen. Es gibt nämlich auch noch andere Möglichkeiten und bei einigen Arten sind gängige Faustformeln nämlich nicht unbedingt sinnvoll.

Grundlage für Überlegungen über eine angemessene Haltungsformel ist der Umstand, dass es sich bei den Mbunas um polygame maternale Maulbrüter handelt und die Böcke dauerhafte oder zumindeste temporäre Reviere besetzen.

Da die Eier und für einige Wochen auch die Jungfische alleine im Maul des Weibchens aufgezogen werden, wendet sich der Bock gleich nach der Paarung wieder anderen Weibchen zu. Es wird jedes Weibchen angebalzt, welches das Revier des Bock durchschwimmt.

Im Aquarium können wir in den wenigsten Fällen den Männchen ausreichend große Reviere zur Verfügung stellen. Die Weibchen befinden sich quasi permanent innerhalb des Reviers des Männchens und sind dauerhaften "Stalking-Attacken" ausgesetzt.
Andere Böcke machen sich natürlich ebenfalls einer permanenten Revierverletzung schuldig, weil sie gar keine Möglichkeit haben, die Reviergrenzen einzuhalten. Und wer will schon gerne einen Konkurrenten im eigenen Schlafzimmer haben.

Die daraus resultierenden hohen innerartliche Agressionen sind aber vor allem dem Umstand geschuldet, dass wir im Auquarium keine Haltungsbedingungen bieten können, die denen in der Natur entsprechen, wo die Tiere genug Raum haben, sich aus dem Wege zu gehen.

Die Haremshaltung ist ein Ansatz mit dem Dilemma umzugehen. Wo nur ein Bock anwesend ist, gibt es auch keine Reibereien mit anderen Böcken und wenn mehrere Weibchen im Becken sind, wird nicht immer die gleiche Dame belästigt. Während der Bock einem Weibchen auf die Pelle rückt, haben die anderen Zeit sich zu erholen.

Der zweite Ansatz der Gruppenhaltung verfolgt ein ähnliches Ziel. Sind nur zwei Männchen im Becken, wäre eines immer das Unterlegene und permanenter Unterdrückung ausgesetzt. Bei mindestens 3 Böcken werden sich die Aggressionen des dominanten Bocks aber auf zwei Artgenossen verteilen. Auch hier hat immer einer die Gelegenheit sich auszuruhen. Logischerweise erfordert eine 3/7 Besatz abert prinzipiell ein größeres Becken als 1/3, es sind ja schließlich mehr als doppelt so viele Fische.

Noch einen Schritt weiter geht die Philosophie eines leichten Überbesatzes evtl. auch in Verbindung mit der Vergesellschaftung anderer Arten. Der Gedanke dahinter ist, dass die Agressionen sich auf möglichst viele Fische verteilen und es zudem für die dominanten Fische so viele potentielle "Opfer" gibt, dass sie selbst gar nicht mehr zur Ruhe kommen weil sie gar nicht mehr wissen, wen sie zuerst angreifen sollen und die Aggressionen dann weitgehend einstellen.

Besonders diesen letzten Ansatz halte ich zumindest für fragwürdig. Die Symptomatik zeigt zwar ein scheinbar friedlicheres und entspannteres Verhalten. Aber wohl weniger, weil es den natürlichen Verhaltensmustern entspricht´, sondern weil die Fische in Haltungsbedingungen gezwungen werden, die eine natürliche Verhaltensweise nicht mehr zulassen.

Besonders beim Pseudotropheus Demasoni wird oftmals der letze Ansatz verfolgt, da die Fische ein hohes innerartliches Potential aufweisen. Bei diesen Fischen wird oftmals eine große Gruppe von mindestens 15-20 Tieren empfohlen. Trotz der geringen Größe der Tiere resultiert daraus natürlich auch das Erfordernis eines relativ großen Aquariums. Normalerweise tut man den Tieren immer etwas Gutes, wenn man ihnen bei gleicher Besatzstärke eine größere Behausung zur Verfügung stellt. Oftmals stellen die Besitzer dann aber fest, dass es im größeren Becken plötzlich zu Verlusten kommt. Wenn dann der Besatz entsprechend auf 30-40 Tiere aufgestockt wird, ist scheinbar wieder alles gut.

Scheinbar widersprüchlich dazu zeigen die Demasonis in der freien Natur keine hohe innerartliche Aggression. Allerdings hat dort das Revier eines Fisches auch einen Durchmesser von ca. 2m, das sind über 4000 Liter Wasser !
Da wir den Tieren diese Haltungsbedingungen kaum bieten können, versuchen wir die Aggressionen auf möglichst viele Tiere zu verteilen.

Ein relativ selten genannter Ansatz bei der Haltungsformel ist aber eine ausgeglichene Geschlechterformel. Das hat nichts mit Paarhaltung zu tun, sondern vereint die Vorteile von Ansatz 1 und Ansatz 2 ohne dabei den Gesamtbesatz zu groß werden zu lassen. Eine 3/3 Haltung ist bei vielen Mbunas durchaus überlegenswert. Bei 3/3 verteilt der dominante Bock seine Aggressionen genauso auf die verbleibenden Böcke, wie bei einer 3/7 Haltung. Gegenüber einer 1/3 Haltung hat die 3/3 Haltung für die Weibchen aber sogar Vorteile, trotz des ausgeglichenen Geschlechterverhältnisses. Die 3 Böcke sind miteinander so beschäftigt, dass die Weibchen ganz allgemein etwas mehr Ruhe haben.
Ich habe zudem bei keiner meiner Nachzuchten feststellen können, dass in der Nachkommenschaft ein Weibchenüberschuss vorhanden war, das Geschlechterverhältnis war immer ziemlich ausgeglichen. Es sei also die Frage erlaubt: Wenn fast alle Besatzvorschläge einen deutlichen Weibchenüberschuss fordern, was passiert dann mit den ganzen überzähligen Böcken ?

Ich selbst habe 3 Jahre lang Demasonis in einer 3/3 Konstallation in meinem 240 Liter Becken gehalten, ohne jegliche Verluste oder übermässige Reibereien.
Die Pauschalausage zu einem solchen Besatz lautet: Unpassendes Geschlechterverhältnis, viel zu kleine Gruppengröße, daraus resultierend viel zu kleines Becken.

Aber sind 25 Tiere in 400L tatsächlich besser oder nicht sogar weitaus weniger artgerecht ? Ich persönlich halt Aggressionsvermeidung vor allem durch eine geeignete Beckengestaltung für weitaus wichtiger und artgerechter als Aggressionsunterdrückung durch Besatzdichte-und/oder -verteilung.

Vielen Demasoni-Besitzern gehen viele Fische nach einiger Zeit plötzlich ein oder vermehren sich nicht mehr. Oftmals liegt das an falscher Ernährung, die die Fische schwächt und sie dann dem Haltungs-Stress nicht mehr gewachsen sind. Meine Fütterung war durch die Vergesellschatung mit anderen Fischen sicherlich auch niemals optimal für die Demasonis. Trotzdem hatte keine Verluste zu verzeichnen und Nachwuchs gab es auch immer wieder. Es könnte durchaus daran liegen, dass die Fische einfach keinen Stress hatten.

Bei vielen Malawis gibt es keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse über die tatsächlichen Ansprüche bei der Haltung. Die Demasonis z.B. sind vor gerade mal 20 Jahren entdeckt worden. Wenn man sich vor Augen führt, dass das natürliche Verhalten extrem vom Verhalten im Aquarium abweicht, sollte eigentlich einleuchten, dass die empirische Erkenntnis "große Gruppenhaltung bringt wenig Probleme" wenig darüber aussagt, ob die Tiere damit tatsächlich artgerecht gehalten werden, oder ob nicht sogar das gegenteilige Extrem einer 1/1 Haltung in einem großen Becken mehr dem natürlichen Verhalten entgegenkommt.






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