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Malawibecken für Anfänger und Aquarianer, die den Pflegeaufwand minimieren wollen oder müssen

Ein Aquarium steht für viele, mit denen ich über mein Hobby spreche, für „viel Arbeit“, „Aufwand in der Freizeit“, „sehr teuer“ oder „große Enttäuschungen“. Ein Aquarium empfinden viele dabei als hochinteressant. Besuch steht bei mir nicht selten wirklich lange vor dem Becken und blickt gebannt, dem bunten Treiben der Fische zu. Selbst würde man sich aber meist aus oben genannten Gründen kein Aquarium zulegen wollen. Ganz ehrlich: Die Aquaristik hat ganz offenbar ein Imageproblem.

Die Argumente, die gegen ein Aquarium sprechen sind dabei nachvollziehbar. Aus meinen eigenen Lebensumständen kann ich sagen, dass ich auch nicht mit zu viel Freizeit gesegnet bin und wenn ich nicht über die Jahre das Hobby für mich optimiert hätte, wäre ich vielleicht auch schon aquarienlos.

Was steht für mich als regelmäßige Arbeiten an?

Der wöchentliche Wasserwechsel. Für viele ein Horror, bei mir stressfrei. Statt mit Eimern transportiere ich das Wasser per Schlauch aus dem Becken ins Waschbecken im Keller. Oder besser: Ich lasse transportieren: Ich habe eine ältere Eheimpumpe, die innerhalb von ca. 20 Minuten ca. 350 Liter aus meinem Aquarium herauspumpt. Am Ende des Schlauchs habe ich eine Gardenakupplung, die ich einfach an den Hahn umstecke, Wasser aufdrehe und schon geht es in die andere Richtung. Nach 45 Minuten ist für ein 784 Liter fassendes Aquarium alles vorbei. Ich sitze dabei gemütlich auf der Couch und muss nur aufpassen, dass mir das Becken nicht überläuft.

Nächste regelmäßige Tätigkeit ist das Reinigen der Scheiben. Als Platz kam bei mir leider nur eine Fläche direkt neben der Terrassentüre in Frage, was jetzt zu mehr Algenwuchs führt, als ich ursprünglich gedacht hatte. Mit einem Klingenreiniger kriege ich die Scheiben aber alle 3 Wochen innerhalb von 10 Minuten wieder absolut sauber.

Die Filterreinigung mache ich auch regelmäßig, aber regelmäßig heißt in diesem Fall alle 1,5 Jahre. Selbst die blauen Filterschwammblöcke muss ich nicht öfter ausdrücken. Zu Beginn hatte ich noch Zeolit als Hauptbefüllung in meinem eingeklebten Dreikammerfilter. Das hat sich aber als weniger praktisch erwiesen. Da das Aquarium 70 cm hoch ist, war es schwierig, die Filterkammer komplett zu leeren. Jetzt ist der Filter mit ca. 30 Litern Biokugeln und ca. 20 Litern Blöcken aus grober blauer Filtermatte gefüllt. Bei der Dimensionierung habe ich eine dauerhaft gute Filterqualität in Verbindung mit einer extrem langen Standzeit erreicht. Die großen Filtermatten-Blöcke lassen sich zudem leicht herausziehen und reinigen. Die Biokugeln ebenfalls, da sie schwimmen und es kein Problem gibt, sie aus dem hohen Filter zu bekommen. Als Pumpe habe ich eine Eheim Compact 2000 laufen. Der Durchfluss dürfte ca. bei 1800 Litern liegen. Die Pumpe ist überhaupt nicht zu hören. In den letzten 5 Jahren ist die Pumpe nur einmal ausgefallen, als sich eine kleine Schnecke im Rad verhakt hatte, was schnell behoben werden konnte.

Und sonst? Das war es schon! Experimente mit der Bepflanzung des Malawibeckens habe ich wieder aufgegeben. Ist ohnehin nicht notwendig und gewachsen sind die Valisnerien und Cryptocorynen auch nicht. So dass immer wieder Pflanzenreste entfernt werden mussten. Also weg damit.
Tote Fische muss ich kaum einmal aus dem Aquarium entfernen. Ich hatte kaum Ausfälle über die gesamte Laufzeit.

Was steckt aufregendes an Technik im Becken?

Ganz normal: Ein Heizstab mit 300 Watt in der Klarwasserkammer des Innenfilters. Dazu eine Strömungspumpe Tunze Turbelle nanostream 6045 mit 4.500l/h. In der Abdeckung stecken 2 Röhren mit 80 Watt T5-Röhren. Ja, und das war es dann schon, was an Stromverbrauchern läuft. Man muss aber noch dazu sagen, dass die Beleuchtung nur zwischen 15 und 24 Uhr an ist. Der Heizstab hat in den Sommermonaten kaum etwas zu tun und schaltet sich auch im Winter nur selten an, da das Aquarium trotz seiner Größe über die Beleuchtung, Abwärme der Pumpen und die Tatsache, dass das Wohnzimmer geheizt wird, auf die gewünschte Temperatur von 25°C kommt.

Und die Anschaffungskosten?

Das ist natürlich ein großer Brocken, wenn man ganz neu mit der Aquaristik beginnen will. Allerdings kann man das Meiste auch sehr günstig erstehen und muss dabei noch nicht einmal zu gebrauchten Artikeln zurückgreifen, die im Netz aber ebenfalls mannigfaltig angeboten werden.
Weil mein Aquarium mit seiner Abmessung von 70 cm Höhe und 70 cm Tiefe etwas, auch preislich, aus dem Rahmen fällt, meine Empfehlung für jemanden, der in die Malawi- oder Ostafrikaaquaristik gleich mit einem etwas größeren Aquarium einsteigen will. Ein Aquarium mit 150 x 70 x 60 cm (630 Liter) kann man bereits ab ca. 250 Euro kaufen. Eine passende Abdeckung kostet ab 240 Euro. Unterschrank kann man sehr leicht selbst mit Ytong-Steinen aus dem Baumarkt realisieren, die nur wenige Euros kosten. Wenn man schon mal im Baumarkt ist, kann man sich dort gleich die ausreichende Menge Sand (Spielkastensand) mitnehmen. Als weitere Dekoration erhält man im nächstgelegenen Steinbruch passende Steine, und das oftmals kostenlos, da erst bei Abnahmemengen jenseits der 1000 kg abgerechnet wird.
Die Technik ist ebenfalls übersichtlich: Leuchtröhren ab ca. 40 Euro, Heizer ca. 18 Euro, Filter (eingeklebter Innenfilter ca. 140 Euro + Pumpe ca. 50 Euro), Strömungspumpe ca. 50 Euro.
Lassen wir dem Anfänger noch ein Budget für Kleinteile, etc. dann bekommt man für ca. 800 Euro ein durchaus ordentliches Komplettpaket mit einem Aquarium weit jenseits der Standardabmessungen, das bestens als Malawiaquarium geeignet ist.

Der Fischbesatz als Kosten- und Stressfaktor?

Hier muss man ein wenig weiter ausholen. Die Beliebtheit der Malawibuntbarsche hängt stark mit ihren unterschiedlichen, leuchtenden Färbungen zusammen. In kaum einem anderen Biotop außer dem Meerwasser finden sich Arten, die ein solch breit gefächertes Spektrum an Ansprüchen und Aussehen abdecken, so dass hier fast jeder Aquarianer fündig werden sollte. Dazu kommt mit dem höchst interessanten Brutpflegeverhalten ein weiterer Aspekt, von dem Aquarianer doppelt profitieren: Es ist ein tolles Erlebnis auch als Anfänger eigene Nachzuchten im Becken aufwachsen zu sehen und auf der anderen Seite gibt es ein großes Angebot an günstigen Nachzuchten flächendeckend zu kaufen. Doch selbst wenn man die Tiere nicht privat, sondern bei professionellen Züchtern und Anbietern erstehen will, sollte man sich von den scheinbar höheren Preisen nicht abschrecken lassen, denn Malawibarsche haben eine Lebenserwartung, die locker in Richtung 10 Jahre geht und die Zahl der Tiere, die man für einen passenden Besatz benötigt, ist ebenfalls überschaubar.
Stress kann es allerdings dann im laufenden Betrieb geben. Buntbarsche sind in der Regel territorial und entsprechend aggressiv. Durch eine auf die Beckengröße abgestimmte Besatzdichte und Berücksichtigung von zusammen passenden Arten, kann man aber auch einen absolut friedlichen Besatz zusammenstellen. Anfänger sollten sich dabei genau beraten lassen und unbedingt vermeiden, den Besatz nach Farbe oder dem Artenangebot im Baumarkt einzukaufen.
Für Anfänger kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen Mbunas (Felscichliden) und Non-Mbunas niemals zu vermischen, da diese Gruppen von Malawibarschen nur schwierig auf Grund ihrer Nahrungspräferenzen und ihres Verhaltens zusammenpassen.
Für das oben beschriebene Aquarium kann ich mir sehr gut einen Besatz mit kleineren Mylochromis-, Copadichromis-, Protomelas-, Otopharynx- oder Placidochromis-Arten vorstellen. Diese Arten sind von Natur aus eher ruhig und friedlich und lassen sich auch für Anfänger sehr gut vergesellschaften. Wichtig ist dabei, dass gerade die Männchen in Farbe und Form möglichst deutliche Unterschiede aufweisen sollten.

Ich habe nicht die passenden Wasserwerte für Malawis!

Immer wieder höre ich, dass die Haltung von Malawicichliden am zu weichen Wasser scheitern würde. Dabei sind die Werte im Malawisee deutlich niedriger als viele vermuten: Mit zwischen 3 und 4 dGH ist das Wasser weicher als in den meisten Gebieten Deutschlands. Eine zu niedrige Karbonathärte lässt sich mit der Zugabe von Natriumbicarbonat (in der Apotheke sehr billig zu haben) leicht ausgleichen, falls nötig. Der passende PH-Wert von 7,5 bis 8,5 lässt sich ebenfalls über das Bicarbonat erreichen und puffern, falls dies nicht schon vom Leitungswasser erreicht wird oder mit Hilfe der Oberflächenbewegung erreicht werden kann.
Hartes Wasser schadet den Barschen aber auch nicht. Gerade Nachzuchten werden oft in sehr hartem Wasser gezogen.
Aus meiner Erfahrung ist es am wichtigsten, den PH-Wert konstant zu halten. Nicht unbedingt konstant hoch. 7,5 ist völlig ausreichend und die Tiere färben sich voll aus. Schwankungen sollten aber tunlichst vermieden werden.

Was muss bei der Fütterung beachtet werden?

Bei Malawibarschen muss generell unterschieden werden, ob es sich um Aufwuchsfesser handelt oder nicht. Die Aufwuchsfresser oder Mbunas haben keine entsprechende Darmflora, um rote Mückenlarven, Tubifex oder ähnliches zu verdauen. Ganz im Gegenteil: Solches Futter kann leicht zu Darmerkrankungen und zum Tod der Tiere führen. Trockenfutterformen, besonders spirulina- und algenhaltiges Flockenfutter, Tiefkühlfutter sowie pflanzliche Beikost in Form von ungespritztem Kopfsalat, Gurkenscheiben, Spinat etc. ist zu empfehlen. Aber auch bei den Non-Mbunas ist das Wichtigste, dass eine Überfütterung vermieden werden muss. Gängiges Flockenfutter und Sticks werden genauso gierig gefressen, wie gelegentliche Ergänzungen um Lebend- und Frostfutter. Selbstverständlich sollten auch hier Tubifex oder rote Mückenlarven tabu sein, da eine Belastung des Wassers ein zu hohes und unnützes Risiko darstellt.

Mein Fazit

Malawibarsche sind für den Anfänger sehr gut geeignet. Auch die Tatsache, dass die Begeisterung für diesen Bereich der Aquaristik problemlos auch über Jahrzehnte ungebremst andauern kann, spricht dafür. Selbstverständlich gibt es auch noch das eine oder andere Detail zu beachten. Empfehlen würde ich deshalb jedem Einsteiger, Kontakt mit dem örtlichen Aquariumverein oder den regionalen Ablegern der DCG (Deutsche Cichlidengemeinschaft) aufzunehmen. Dort kennt man die örtlichen Gegebenheiten, hat meist Kontakt zu Züchtern und man bekommt dort in aller Regel kompetente Ratschläge ohne kommerziellen Hintergedanken.
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