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Blogartikel 'Pflanzliche Betrachtungen ..

von Falk
einrichtungsbeispiele.de-Moderator
Moderatorenbereiche: West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Aquascaping, Meerwasser
Offline (Zuletzt 21.10.2016)BlogInfoKarte
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Ort / Land: 
Corralejo/Fuerteventura / Spain


Pflanzliche Betrachtungen ..

 
Hallo Gemeinde

Dieser Blog ist einer der mir alles an Wissen abverlangt , was ich in den knapp52 Jahren meines bescheidenen Lebens mir an Wissen angeeignet habe. Er hat mich mit Sicherheit an meine derzeitigen Grenzen gebracht, um das Thema auch halbwegs ordentlich und möglichst einfach für jeden lesbar und einprägbar zu machen.

Ich hatte schon mehrere Gespräche mit Silvan, der mich mit seinen innovativen Ideen in der Aquariengestaltung aufmerksam machte , obwohl er vielleicht dies gar nicht so wollte ,wie hier geschrieben wird. Dafür einen mehr als riesengroßen Dank, denn ich habe wiedermal das „Schmelzwasser“ in meinem Kopfoberteil, Gehirn genannt richtig auf Trab gebracht. Schaden kann so was ja nie.

Zur Einleitung des Blogs ist zu sagen , das ich schon über das eine oder andere in anderen Blogs versucht habe zu erklären, inwie weit das aufgenommen wurde nun das kann ich nur mutmaßen.

Nun versuche ich das ganze mal aufzuarbeiten. Wir haben gerade hier auf EB in den letzten zwei-drei Jahren einen neuen Konsens in der Beckengestaltung eingeläutet, gerade das Thema Westafrika und überhaupt Afrika hat enorme Wandlungsmöglichkeiten aufgenommen , wobei hier erst der Anfang gemacht ist, denn wie an anderer Stelle schon von mir provokant gefragt, nicht immer nur Eichenlaub etc. das Maß der Dinge ist, zumindest sollte es nicht so aufgefasst werden, nein es gibt wesentlich mehr Dinge , ein Becken zu gestalten.

Hier sehe ich das Floh mit Malawi(Mbenjii-Riff), Silvan mit Malawi und dem Schilfgürtel einen Anfang gemacht haben. Dies in einer Größenordnung des Beckens von zwischen 500 und 900l grob gesagt.

Oder John K mit seinem „Dusterbecken“ „Junglesumpf“ mit den bewachsenen Ästen...und und..

Dies sind Beispiele , aber ich hebe hier bewußt die Malawisektion heraus, wenngleich , was ich hier schreibe für die meisten Westafrikabecken zumindest pflanzlicher Natur unbedingt in der Aquaristik Einzug halten sollte.

Womit ich hier die Überleitung zu Silvans damaliger Frage per PN an mich komme...“Amigo, kannst Du mir evtl. diese Pflanze deuten?“. Nach langem Hin und her konnten wir uns bis auf weiteres auf eine Art der Rohrkolbengewächse , die auch in Marokko vorkommen einigen.

So und nun stelle ich mich hierher und sage ...jedes zweite Sandcichlidenbecken, jedes anderthalbe Westafrikabecken sollte so eine Komponente beinhalten ,da es natürlicher nicht geht.

Warum, nun ich müßte 1000 weitere Sätze schreiben um jedes Süßgras , jedes Rohrkolbengewächs

, jede Schilfpflanze hier beschreiben,was den Rahmen sprengt, aber einiges sollte hier abgehandelt werden.

Die Rohrkolben , wie Silvan nachstellt sind natürlich Gewächse die einen Aquariendeckel nicht erlauben , es sei denn man macht das so wie er ,man präpariert zumindest die langen Blätter. Allein dafür verdient er einen aquaristischen wie wissentschaftlichen Orden . Diese Arten werden sehr groß und ich bin hier noch einen Zahn schärfer drauf, und verwende in meinem Ogowe Lampenputzergras , ebenfalls aus Marokko , welches noch mal so hoch wird.

Warum, es ist als bewiesen zu sehen , das viele Bäche in Afrika hundertemeter lange Randsäumungen aufweisen , die mit solchen hohen Süßgräßern bewachsen sind,und auch unterschiedliche Arten.

Und da wir bei Silvan sind, so etwas darüber...

Typha ist eine eigene Gattung der Süßgräser und besteht aus derzeit 10 festgestellten Arten ,die bis zu 3m hoch werden können. Sie zeichnen sich in Ihrem Bau dadurch aus ,das sie große zylindrische Kolben als Blütenstand haben und vor allem sehr faserige und pfeilförmige Blätter , die sehr dicht stehen. Dabei sind letztere oftmals mehr als einen Meter lang und umfassen den Stengel der Pflanze. Das wichtigste aber ist, das sie sich durch Rhizome vermehren und dies sehr sehr stark. Dies ist eindämmbar , indem man in Wurzeltiefe oder etwas tiefer eine Abgrenzung macht, sodas nur eine bestimmte Menge an Neupflanzen bzw Seitentriebe eine Chance zum wachsen haben. Allerdings hier eine bestimmte Länge mal Tiefe des Beckens gewährleistet sein muß, denn in 200l ist da wohl eher ein unstimmiges Ergebnis zu erwarten. Jeder Teichliebhaber würde hier sagen wir müde lächeln.

Gut, die nächste Pflanzengruppe , dem Schilf oder auch Schilfrohr genannt.

Diese besteht zur Zeit aus drei klassifizierten Arten, die allesamt weltweit vertreten sind und meist weit über drei Meter hoch werden. Was an der Pflanze oder den Pflanzen interessant ist..sie verlieren Ihre Blätter in der dunklen Jahreszeit, es bleiben nur die Halme stehen diese werden braun. Auch in der Blüte unterscheiden sie sich von den Rohrkolben, sie haben „fedrige“ Blütenstände.

Auch hier ist ein starkes Wuchern der Pflanze bekannt. Aber , die Arten gedeihen nur in stehenden Gewässern, keine Strömung. Für ein Becken auf Grund der Wuchshöhe nicht geeignet, es werden bis zu 6m erreicht.

Auch hier eher was für große Schaupaludarien, für Teiche sowieso,z.Bsp. In Tropenhäusern.

Aber ,wie schon zu sehen und zu merken ist, werden hier große Becken benötigt , und die Pflanzen würden große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, damit hier kein Dschungel bzw. ein Wertesturz entsteht, denn die Pflanzen sind Starkzehrer.

Hier kann genauso im trockenen Zustand gearbeitet werden, also wie es auch Silvan macht,Pflanzenteile nach eigenem Ermessen in Szene setzen.

Aber man kann das ganz anders auch bewerkstelligen..mit den Sumpfgräsern, hier besticht die Gattung Cyperus, die aus etwa 800 Arten besteht und sehr häufig an Teich und Bachrändern wächst. Auch in direkten Sümpfen mit hohem pH kommen diese zurecht. Hier besticht zum Beispiel Cyperus albostriatus die 60cm hoch wird aus Südafrika stammt und am Stielkopf hellgrüne Blätter hat. Oder den altbekannten Papyrus (cyperus papyrus), der allerdings wieder eine Höhe von 2,5 m erreichen kann.

Eine Art ist auch der Cyperus esculentus, dessen Wurzeln allerdings esbare ölige Knollen hat, aber als Deko abgeschnitten durchaus Verwendung finden kann.

Es gibt eine ganze Reihe Uferpflanzen /Sumpfpflanzen die eigentlich unbedingt in ein Westafrika rein sollten, bzw. ein Afrikabecken hochwertiger machen könnten. Die Reihe geht über Froschlöffelgewächse, über die große Gattung Binsen, bis hin zu Liliengewächsen, wo sehr viele Arten aus dem südlichen Afrika stammen, zumindest südlich der Sahara. Es gibt aber auch z.Bsp. Die ungewöhnliche Gattung Acorus, die aus zwei Arten besteht und mit schwertlilien-ähnlichen Blättern aufwartet, noch dazu antiseptisch wirken, was unserem Becken nur zu gut wäre.

Man kann hier die Blätter trocknen und ins Becken geben, eine dementsprechende Atmosphäre wäre geschaffen.

Der gemeine Froschlöffel ist auch ein Vertreter für eine schöne Beckenansicht , da dieser auch in Südafrika, sowie auch in Australien vorkommt , aber hauptsächlich gemäßigte Breiten bevölkert.

Der wissentschaftliche Name ist Alisma plantago-aquatica.

Die Gattung der Wasserähren (Aponogeton ) ist mit gut 40 Arten auch so eine Pflanzengruppe und kommen in subtropischen und tropischen Breiten vor, hier ist die afrikanische wasserähre hervorzuheben, die vor allem durch die Schwimmblätter Licht dunkelt, was einem Westafrikabeckenentgegen kommt.Auch die Aponogetum madagascariensis ist eine Pflanze ,die einigen aquarianern bekannt sein sollte ,sie zeichnet sich durch Ihre gitterartigen Blätter aus.

Auch eine Pflanze wäre die Schwanenblume oder Schwanenliesch, eine grazile Pflanze für den Randbereich, die sich durch gedrehte lange Blätter auszeichnet.

Eine Gattung sind die Wassersterne, die allerdings eher in nicht ganz so heissen Breiten vorkommen. Es gibt 25 klassifizierte Arten, die jederzeit für ein Aquarium gehalten werden können. Dazu haben sie die Eigenschaft besonders gute Sauerstoffspender zu sein.Hier sei die grazile Callistriche stagnalis erwähnt, die schwachstielig ist und blassgrüne Blätter besitzt.

Die nächste Gattung ist die der Carex, (Seggen) eine Gruppe aus über 1500 Arten die fast überall auf der Welt verbreitet sind.

Eine dieser Arten ,die auch in afrika vorkommt wäre Carex elata, die jedem Killi oder jedem Salmler riesige Freude bereiten würde in seinem Blätterhorst bzw. Wurzelwerk umherzufetzen.

Ich muß hier feststellen, das ich mit Schreiben gar nicht fertig werde..es soll ja nicht langweilig werden, ich müßte noch ganz viel schreiben....in etwa 6000 Arten wären jedenfalls für das nasse Pflanzen ob Tieferes Wasser oder als Rand und Hintergrundbepflanzung, Ihr versteht , das ich hier ja kein Buch schreiben will.

Ich kann immer nur wieder sagen , gerade wer Biotopgerecht sein möchte ,was die höchste Kunst eines jeden Aquarianers sein sollte, probiwert, lest ,fragt der Möglichkeiten gibt es viele.

Das Bildmaterial zum Blog reiche ich nach, da das viele Bilder werden, außerdem auch Aktualisierungen nachgereicht werden.

Good Working und einen schönen Sonntag von Falk

 
Pflanzliche Betrachtungen ..Pflanzliche Betrachtungen ..Pflanzliche Betrachtungen ..Pflanzliche Betrachtungen ..
 
Kategorie: "Biotope" zuletzt bearbeitet am 20.02.2011 um 11:49 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 22.02.2011 um 23:09 von Malawi-Guru.de
Hi Falk !

Okay,musste lange lesen aber ist Klasse geschrieben.

Typisch Falk Blog ;-)

LG

Flo
 
 
Geschrieben am 20.02.2011 um 11:56 von Der Schweizer
Hey hey hey...

Da habe ich mir noch einen dummen Spruch im letzten Deiner Blogs angemasst...und schon stolpere ich über dieses kleine Wunderwerk :-)
Da hab ich wohl einiges ins Rollen gebracht bei Dir *ggg*

Im Sommer werde ich natürlich wieder in meiner zweiten Heimat, respektive in Maghreb (Marokko) verweilen und die Zeit (neben dem Tee trinken und Tajine essen) nutzen, um mal wie die alten Entdecker, auf Sammeltour zu gehen. So wie`s aussieht, werden wir in Ourika (einem Auläufertal des mittleren Atlas - gen Marrakech) noch ein Stückchen Land kaufen, welches (ohh Wunder) direkt am stark bewachsenen Ufer des "Flusses" liegt. Ich muss dann vermutlich nicht mal so weit gehen, um bereits sehr interessante Gewächse zu finden :-) Mal schauen, was ich da alles "lebend" nach Hause mitbringen kann....

Bis es soweit ist, werde ich zusammen mit Sascha (der Auswanderer) versuchen, mit künstlichem Schilf (PVC) etwas schlaues zu kreiieren. Seinen Informationen zufolge hat er im Web einen Anbieter für Kunstpflanzen gefunden und dort PVC-Schilf bestellt, welches absolut lebensecht aussehen soll...

Vieleicht kriegen wir so ja eine Alternative für den "bequemeren" Aquarianer hin....

Herzlichen Dank für Deinen Blog, der mich grade wieder sehr viel weiter gebracht hat :-)

PS: und von der nächsten Reise ins schöne Afrika, bringen wir unserem Happen eine "freie Wassersäule" für seine Utakas mit *ggg*

lG Silvan
 
 


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