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Artentafel - Lichnochromis acuticeps

Artentafel - Lichnochromis acuticeps
Lebensraum

Lichnochromis acuticeps bevölkert das seichte Wasser in Ufernähe. Die Art lebt in der Regel in der sehr sedimentreichen Übergangszone, wo er sich meist unmittelbar über dem Substrat aufhält.


Wassertiefe der Acuticeps-Habitate

Die Habitate des L. acuticeps liegen in Wassertiefen zwischen 5 und 15 Metern. Selten kann der Art auch in Tiefen von 20 Metern begegnet werden.


Ernährung

Lichnochromis acuticeps ist ein hochspezialisierter Carnivore, welcher vorwiegend Insektenlarven und junge Mbunas frisst. Jede Spalte zwischen den herumliegenden Steinen und dem Sand darunter wird nach möglicher Beute beäugt. Hat der Acuticeps erst ein Opfer entdeckt, unterbricht er seine Patrouille und nähert sich vorsichtig dem ausgemachten Ziel. Wie auch andere seitlich stark abgeflachte Arten, dreht er seinen Körper um 90 Grad, um in solche engen horizontalen Spalten vordringen zu können. Seine spitz zulaufende Schnauze mit den fleischigen Lippen hilft ihm, die Opfer zu ertasten und zu packen.

Ist Plankton vorhanden (abhängig von der Jahreszeit), wird auch dieser gierig gefressen.

INFO: im Aquarium kann die Art problemlos mit Flocken- und Frostfutter ernährt werden. Gelegentliches Angebot von Lebendfutter (Plankton, weisse Mückenlarven etc.) sollten aber gewährleistet sein.


Besonderheiten

Die Art fällt durch den seitlich sehr stark komprimierten Körper und den sehr schmalen Kopf auf. L. acuticeps wird nur gelegentlich exportiert und taucht wenn, dann unter dem Namen „Malawi Gar“ im Fachhandel auf.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft.


Verhalten

L. acuticeps lebt meist einzeln oder in kleinsten, aber sehr losen Gruppen, in welchen er in konstanter Geschwindigkeit durch das Biotop zieht. Die Art ist nicht standorttreu und legt sehr weite Strecken zurück. Ein Acuticeps hält nur dann inne, wenn er in einer Spalte oder Nische eine mögliche Beute entdeckt hat.

Während der Brutperiode tragen die geschlechtsreifen Böcke ihr schönstes Farbkleid und besetzen kurzzeitig Reviere auf Sand. Solche Stellen sind eigentlich immer an einen grossen Stein angelehnt und werden, zumindest gegenüber Artgenossen, verteidigt. Es scheint, als ob die Art weder Krater baut noch Gruben aushebt.

Bei Begegnung werden sämtliche Weibchen sofort angebalzt und versucht, zum verteidigten Revier respektive Ablaich-Platz zu führen. Stösst das Werben eines Bockes auf Interesse, folgt ihm das Weibchen, um sich im Zentrum des Reviers über Sand zu paaren.


Populationen

Lichnochromis acuticeps ist, aufgrund seiner dauernden Wanderschaft und dem einzelgängerischen Verhalten, ein eher selten anzutreffender Cichlide. Trotzdem ist die Art seeweit verbreitet. Es konnten sich keine Standort-Varianten entwickeln, weshalb auch nicht von Populationen gesprochen werden kann.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer lockeren „Übergangszone“ an – sandiger Untergrund von vielen grösseren Felsbrocken durchzogen. Es ist empfehlenswert, einige offene Sandflächen zu belassen, welche als Brutarenen genutzt werden. Die Steinformationen sollten aber nur das unterste Drittel des Aquariums in Anspruch nehmen, sodass im oberen Bereich sehr viel freier Schwimmraum frei bleibt.

Lichnochromis acuticeps kann in Becken ab 800 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 200 Zentimeter gewährleistet ist.

Aufgrund der äusserst geringen innerartlichen Aggressivität, können auch problemlos mehrere Böcke im selben Aquarium gehalten werden, sofern die Revier- und Platzverhältnisse dies zulassen. Optimal wäre die Haltung im Harem (z.Bsp. 1m/2w), kann aber auch in Gruppen (ab 2m/5w) gepflegt werden.


Vergesellschaftung

L. acuticeps gilt trotz seiner Grösse als relativ friedlich und nicht sonderlich durchsetzungsfähig – gegenüber anderen Arten eher mässig aggressiv.

Die hier beschriebene Art eignet sich hervorragend für die Vergesellschaftung in grossen Räuber- oder in reinen Non-Mbuna-Becken.

Räuber:
>> Champsochromis-Arten
>> Aristochromis-Arten
>> Dimidiochromis-Arten
>> Nimbochromis-Arten
>> Buccochromis-Arten

Non-Mbunas:
>> Aulonocara-Arten
>> Copadichromis-Arten
>> Mylochromis-Arten
>> Placidochromis-Arten
>> Protomelas-Arten

Mbunas:
Die Vergesellschaftung mit Mbunas der Übergangszone würde den natürlichen Begebenheiten am nächsten kommen. Allerdings sollten es dann entweder Plankton fressende Arten (z.Bsp. Cynotilapias) sein, oder L. acuticeps soll sich hauptsächlich vom Mbuna-Nachwuchs ernähren. Eine solche Vergesellschaftung setzt aber sehr viel Erfahrung voraus.


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von L. acuticeps werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Acuticeps-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> Dennerle trocal color plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
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