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Boraras-Haltung seit 2013 - Ein Erfahrungsbericht

Seit 2013 habe ich Boraras in unterschiedlichen Becken gehalten. Mit unterschiedlichen Erfolgen. Dies ist ein kleiner Erafhrungsbericht, der von den Höhen und Tiefen erzählt, die ich mit den kleinen Fischchen hatte.

Mich reizte schon immer die Unauffälligkeit im Aquarium. Gerne habe ich dezenten Besatz und gerne wählen ich auch Fische, die nicht sofort ins Auge stechen. So kam ich zu diesem wunderschönen Fisch, der so unauffällig und so hübsch zugleich ist. Geht es ihm gut, so funkelt seine dezente Färbung wie die schönsten Edelsteine im Aquarium. Winzige Partien des Körpers sind herrlich rot gefärbt, manchmal glitzert es metallisch in Rostfarben. Ein paar Exemplare - vermutlich einige potente Männchen - sind im tiefsten Rot gefärbt, das ergänzt wird durch das Funkeln der partiell gefärbten Flossen. Ohne Frage: Eine Schönheit und mein absoluter Lieblingsfisch.
Leider war seine Haltung nicht immer von Erfolg gekrönt.

Das 1. Becken
Ich begann mit einer Aquarienmaßanfertigung (The Salmones (Febr. 2013)) mit 56 Litern und einer Kantenlänge von 70 cm. Es befanden sich 40 B. micros im Becken. Gefiltert wurde Osmosewasser über Torf, der Ph lag bei 6,5. Den Tieren ging es gut, sie zeigten eine schöne Farbe. Dann kam der Blaualgenhorror. Ich vermute, dass durch die extremen Wasserwerte es die Blaualge relativ einfach hatte sich anzusiedeln. Ein weiteres Becken, dass ein Jahr später an diesem Ort stand, hatte den selben Blaualgenbewuchs. Vielleicht lag es auch an der Sonneneinstrahlung. Das Becken war voll davon und ich habe sie einfach nicht ausgemerzt bekommen. Wenn ich VOLL meine, dann war es auch VOLL: Alles war überzogen, selbst im Filter siedelten sie. Man kann sich keine Vorstellung davon machen, wie sehr 56 Liter mit Blaualgen in einem 100 qm Wohnraum stinken können.

Das 2. Becken
Versuche mit einer Pflege in einem Dennerle Scapers Tank (Whole Lotta Fish ) ließ ich schnell bleiben. Mit einer Kantenlänge von nur 45 cm, vermute ich, war das Becken einfach zu klein. Die Boraras zeigten ein merkwürdiges Schwimmverhalten und Stress an. Kein Vergleich zu längeren Becken.

Das 3. Becken
So beschloss ich für die Boraras ein neues Becken zu bauen und die 40 Fische um weitere 40 aufzustocken. Ich träumte von einem 80er Schwarm, der durch die Weiten eines 120 cm Beckens schwimmt. Das Becken Rockaway Beach war geboren. Gleich mal vornweg: Es war auch das Boraraseigenheim mit der längsten Standzeit. Anfangs funktionierte das Einhalten der Wasserwerte noch sehr gut - wenn auch mit erheblichem Aufwand - dann kamen die Blaualgen...
Nach einer Verdunkelung von 10 Tagen kam das ersten Fischsterben: Die Luftpumpe hat durch den Sprudelstein die leichten Fische aus dem Wasser geschleudert. Als ich die Plane, die die Scheiben verdunkelte, abmachte, kam mir ein schrecklicher Fischgestank entgegen. Unzählige Boraras lagen außerhalb des Beckens. Ich blickte auf einen traurigen, scheuen Rest und war am Boden zerstört.
Die Blaualgen sollten aus diesem Becken nie ganz verschwinden. Ich hatte sie einigermaßen im Griff, indem ich Leitungswasser verwendete. Mit einem LW von >400 µS/cm und einem Ph von 7,5 war das noch gerade so im Rahmen für die Fischchen, wenn auch alles andere als ideal. Ganz los wurde ich die Blaualgen jedoch nie wieder in diesem Becken. Die meisten Boraras zeigten auch nicht mehr ihre volle Farbenpracht. Es kam zu einigen Verkrüppelungen, die in etwa wie Fischtuberkulose aussahen. Ob es wirklich Tuberkulose war, weiß ich nicht. Der Restbestand pendelte sich, trotz nochmaliger Aufstockung auf ca. 20-30 Exemplare ein. Ich konnte einmal drei Babyfischchen entdecken.
Dann kam 2017 der Umzug und damit das absolute Ende des Schwarms. Es war mitnichten so beabsichtigt. Ich wusste, dass ich die Fische niemals alle aus dem terrasierten Becken herausfangen werden kann. Zuviele Winkel, zuviele Ecken. Ich hätte, selbst wenn mir ein Fangen möglich gewesen wäre, die meisten wahrscheinlich verletzt. Ich entschied mich, das Becken am Stück umzuziehen. Ich ließ das Wasser so weit wie möglcih ab und zwei starke Männer trugen das Becken zwei Etagen hinunter, ins Auto, führen damit 40 Kilometer, trugen es drei Etagen hinauf ins neue Eigenheim und stellten es an Ort und Stelle. Nichts war für ein so anspruchvolles Becken vorbereitet (ich sage nur Altbausanierung), die Osmoseanlae unauffindbar. Und alle Fische bis auf zwei (ein Baby und ein Erwachsener) waren tot. Tot. Tot. Meine Vermutung: Der aufgewirbelte Mulm aus den letzten Ecken des Beckens - ein Absaugen wäre unmöglich gewesen - hat sie getötet. Ich war fassungslos. Das war der letzte Tropfen in ein überlaufendes Fass. Ich hatte genug und wollte nichts mehr wissen.
Beim Anblick der zwei scheuen Fischchen, die absolut desorientert im riesigen Becken herumschwammen und sich irgendwann gar nicht mehr zeigten (ich streute Futter aufs Geradewohl in irgendwelche zugewucherten Ecken des Beckens), hatte ich Mitleid und besorgte beim Händler 15 neue Boraras. Leider gehörten diese zur Art maculata. In der Hoffnung, dass sich der Schwarm dennoch finden würde, schwammen nun zwei B.-Arten durch mein Becken. Bei "Gefahr" sah man alle zusammen, ansonsten schienen sich die micros eher fern zu halten. Vielleicht hatten sie ein anderes Schwimmbedürfnis. Nach einem erneuten Auftauchen der Blaualge (nur an zwei Blättern einer Anubias, aber dies sorgte schon für einen Herzinfarkt) und erneutem Fischausfall hatte ich entgültig genug. Die Wasserwerte stimmten hinten und vorne nicht, das Leitungswasser hat im neuen Zuhause einen Ph von 8 und einen LW von >800 µS/cm. Die Fische sahen nicht gut aus und zeigten sich kaum. So sehr ich das Layout meines durch die Jahre (2013-2017) gewachsenen Beckens mochte, so sehr riss mein Geduldsfaden mit einem lauten "pling".

Das 3. Becken
Ich besorgte mir ein 60 cm Becken. Etwas kleines muss her. Die Wasserwerte müssen kontrollierbar und einstellbar sein. Ohne Aufwand, denn im Stall nebenan warten drei Pferde auf Versorgung, das Haus muss weiter renoviert werden, in der Küche stand ein neues 900l Becken (das problemlos mit Leitungswasser betrieben werden kann dank einem Besatz, der eher "Härteres" braucht)... Ich brauchte etwas, was gut zu kontrollieren ist. Die Bepflanzung und die Boraras zogen in das 54l Aquarium. Viel Zeit war nicht, da ich allerdings die Einrichtung aus dem alten Becken übernahm, kam kein Nitrit auf. So siedelten die Fische schon am 3. Tag um, die Werte waren und sind weiter stabil. Lediglich der Sauerstoff war zu knapp. Innerhalb von 3 Stunden hingen die Fische an der Oberfläche. Entweder haben die Bakterien zuviel Sauerstoff verbraucht, oder der Torf hat zuviel CO2 abgegeben. Eine Oberflächenbwegung ist da, sie reicht aber nicht aus, um die Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten. Die Bepflanzung besteht vorwiegend aus Anubias - viel O2-Einbringung ist von diesen Pflanzen nicht zu erwarten. Dennoch bin ich ein wenig ratlos, denn im alten 120er-Becken stellte der Saurstoff nie ein Problem dar. Eventuell lag es wirklich am Torf...
Ein Luftsprudler wurde vorrübergehend installiert - dieses Mal hinter den HMF um den Fahrstuhl des Todes den Fischen zu ersparen. Die gewünschte Wirkung stellte sich schon nach 10 Minuten ein: Allgemeines Aufatmen auf allen Seiten.
In diesem Becken, auch wenn nun weniger Platz zur Verfügung stand, sollte alles richtig gemacht werden:
1. Eine Aufstockung der Boraras micros, um dem einsamen Fischlein einen Schwarm zu geben.
2. Endlich ein saures Milieu von Ph 5,0-5,5. In der Natur sind die Fische sogar in Ph 4,5 zu finden.
3. Endlich einen sehr tiefen Leitwert dank der Osmoseanlage, die wieder auftauchte.
4. Eine grundlegende Hygiene im Becken. Nach wie vor bin ich kein Freund von übertriebener Reinlichkeit. Mulm wird auch weiterhin nur der Optik wegen an einsehbaren Stellen abgesaugt. Jedoch soll durch den sauren Ph, viel Einsatz von Humin und der Installation eines Oxydators Sauberkeit einziehen. Die Huminstoffe und das saure MIlieu halten die Bakteriendichte klein. Der Oxydator oxidiert auch die Nährstoffe im Becken, die dann in einer nicht mehr so schnell verfügbaren Form vorliegen und gleicht somit die geringere Filtermasse aus (Bakteriendichte wird ja gedrückt, was aber auch die Filterung betrifft). Wie es den Pflanzen damit gehen wird, wird die Zeit zeigen.
Und der Oxydator bringt Sauerstoff ins Becken.
Erste Beobachtungen der Fische geben mir recht. Schon nach dem ersten Tag zeigen die maculata eine rote Farbe an, nach ein paar wenigen Tagen sind die ranghohen Männchen wirklich knallrot. Die micros zeigen schon 2 Stunden nach dem Einsetzen die ersten Farbabzeichen. Mittlerweile funkeln sie herrlichst im Becken und selbst in den hintersten Ecken blitzt es immerwieder im Moos.
Für ein Aufkommen von Blaualgen steht übrigens ein Kaliumdünger bereit. Ich hoffe zwar nicht, dass ich ihn jemals brauche, aber es gibt wohl Menschen, die gute Erfolge mit ähnlich hartäckigen Blaualgen hatten.

Summa Summarum
Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem neuen Becken und erstmals auch wieder mit dem Zustand des Besatzes. Die Zeit wird zeigen, ob die Änderungen und für mich auch Neuerungen (Oxydator) Erfolg bringen.
Lediglich die Beckenlänge lässt mich manchmal nachdenken. Aber auch hier warte ich ersteinmal ab. Die Tiere scheinen sich ja ersteinmal wohlzufühlen und ich hoffe, dass sie mit der Zeit noch ein wenig ruhiger werden. Momentan schwimmen sie sehr lebendig auf und ab. Ob das nun ein Zeichen von Platzmangel oder gesteigerte Aktivität aufgrund von Wohlbefinden ist...?
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Interessante Links:

Habitatvideos
https://www.youtube.com/watch?v=4HZpzbti4q0
Quelle: Quelle: Youtube · DiscoveryPlanetuk · Cryptocoryne schulzei and Boraras maculatus in Singkep island
https://www.youtube.com/watch?v=Nn_785qsozM
Quelle: Quelle: Youtube · DiscoveryPlanetuk · Cryptocoryne, Betta and Boraras brigittae
https://www.youtube.com/watch?v=2UwtcChODEo
Quelle: Quelle: Youtube · DiscoveryPlanetuk · Boraras maculatus ボララス マキュラータ -DIscoveryPlanet-

Artenbeschreibung Boraras naevus
Artenbeschreibung Boraras micros
Artenbeschreibung Boraras maculata
www.seriouslyfish.com, letzter Zugriff 05.08.2017, kleine Anmerkung zu den Wasserwertangaben: Immer wieder liest man von festen Wasserwerten. Allerdings findet man in immer neuen Biotopen unterschiedliche Arten. Zum Teil auch mit unterschiedlichen Ph-Werten von 4,5-7,0

Kleine Vorstellung der Boraras-Arten
AMAZONAS 14, Novemer/Dezember 2007, Seite 14–21, mit Biotopfotos, letzter Zugriff 05.08.2017

Fotos von Habitaten
letzter Zugriff 05.08.2017

Ein interessanter Artikel über die Boraras-Arten
www.aqualog.de, letzter Zugriff 05.08.2017
Besonders interessant: Beobachtungen zu B. brigittae und merah: Artentstehung ist wohl noch nicht abgeschlossen, beide sind noch kreuzbar und die brigittae passne sich wohl optisch an die merah an, sofern sie im selben Biotop vorkommen (ebd.).

Kaliummethode Blaualgen - Flowgrow
Diskussion vom 15.11.2015, letzter Zugriff 05.08.2017
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Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen, Beobachtungen und neue Infos die Boraras betreffend freuen.
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