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Biologietafel – eindeutige Geschlechtsbestimmung bei Cichliden

Biologietafel – eindeutige Geschlechtsbestimmung bei Cichliden
In den meisten Fällen ist die Unterscheidung der Geschlechter gerade bei ausgewachsenen Cichliden aus dem Malawisee eine problemlose Angelegenheit. Die sehr ausgeprägten Brutfärbungen der männlichen Tiere heben sich massiv vom eher unscheinbaren Farbenkleid der Weibchen ab. Falsch gedacht….gerade bei vielen Mbuna-Arten, oder auch bei vielen in Gruppen lebenden, nicht-dominanten Non-Mbunas, ist das Unterscheidungsmerkmal „Farbgebung“ trügerisch!

Bei einigen Mbunas ist das Weibchen absolut identisch gefärbt wie das dazugehörende Männchen (z.Bsp. Metriaclima sp. „blue reef“)und untergeordnete Non-Mbunas tragen oft „weibliche Farben“ (z.Bsp. Placidochromis electra).

Auch die Eifleck-Methode ist kein sicheres Erkennungs-Merkmal, da bei vielen Arten auch die Weibchen solche Eiflecken besitzen können (z.Bsp. Pseudotropheus socolofi).

Noch schwieriger wird die Bestimmung der Geschlechter bei Jungfischen. Gerade bei Züchtern, in deren Aufzuchtbecken grosse Schwärme halbwüchsiger Tiere schwimmen, ist die Unterscheidung der weiblichen und männlichen Tieren für den Betrachter oft ein Ding der Unmöglichkeit.

Die einzige eindeutige und sichere Art der Geschlechterbestimmung ist die Methode des Genitalpapillen-Vergleichs!


Genitalpapillen-Grössen-Vergleich

Jeder Fisch besitzt zwei Körperöffnungen im hinteren Bereich seines Unterkörpers, kurz vor dem Ansatz der Afterflosse. Die vordere Öffnung ist der After, die hintere die sogenannte Genitalpapille (oder auch Urogenitalöffnung). Bei männlichen Tieren ist die Genitalpapille in etwa gleich gross wie der dicht davor liegende After. Bei weiblichen Tieren hingegen ist die Geschlechtsöffnung im Verhältnis zum After vergrössert. Gerade bei adulten Weibchen, welche bereits einmal abgelaicht haben, kann die Genitalpapille bis viermal die Grösse des Afters erreichen. Bei noch nicht geschlechtsreifen Weibchen ist der Grössenunterschied noch nicht ganz so ausgeprägt und manchmal schwer zu erkennen. In solchen Fällen kann die Begutachtung der Form der Urogenitalöffnung als endgültigen Erkennungstest beigezogen werden.


Genitalpapillen-Form-Vergleich

Auf den ersten Blick erscheinen die Geschlechtsöffnungen der Männchen sowie der Weibchen rundlich. Wenn die Bauchdecke des Testlings gestreckt, das heisst, das Tier leicht in der Dorsalen gekrümmt wird, wird erkennbar, dass die männliche Genitalpapille in einem Spitz zuläuft, während die weibliche ihre rundliche Form beibehält.


Vorgehen:

Für beide der oben beschriebenen Arten der Geschlechtsbestimmung ist es Voraussetzung, dass der zu bestimmende Fisch aus dem Aquarium heraus gefangen wird. Das Hantieren mit dem Kescher sollte auf jeden Fall so behutsam wie möglich passieren, um unnötigen Stress im Becken so weit als möglich zu vermeiden. Ist der Testling erst einmal gefangen, muss er mit der dorsalen in die unbedingt nasse Handfläche gelegt werden, wobei das Tier mit dem Handballen fixiert werden kann.
Mit blossem Auge oder mit einer Lupe kann der Genitalbereich des Fisches nun untersucht werden. Sollte eine Bestimmung über die Form der Geschlechtsöffnung notwendig werden, kann hierzu einfach die Schwanzpartie des Tieres mit einem Finger leicht gegen die Handfläche gedrückt werden, wodurch sich die Bauchdecke des Fisches streckt.


WICHTIG: FISCHE DÜRFEN ZUM SCHUTZ IHRER SCHLEIMSCHICHT IMMER NUR MIT NASSEN HÄNDEN BERÜHRT WERDEN!!!


Die nachfolgende Biologietafel zeigt den Genitalpapillen-Grössen-Vergleich anhand echter Fotos und in Form von Skizzen zur besseren Verständlichkeit.


Diese Informationen und viele weiteren informativen Tafeln und Beiträge, findet Ihr jederzeit bei malawi-guru.de, einer Partnerseite von Einrichtungsbeispiele.de
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