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Ein Neues Jahr beginnt – Gedanken zum Überleben des Lebens

Ein Neues Jahr beginnt – Gedanken zum Überleben des Lebens

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Kleines Vorwort:

Als ich diesen Artikel schrieb, war noch Dezember 2021... Anfang 2022 war bei mir privat/beruflich sehr viel los und ich hatte keinen Kopf, den Artikel fertig zu stellen bzw. Online zu stellen… Aber mit Verspätung – hier nun meine Gedanken vom Dezember 2021 zum Thema Leben.

Damals im Jahr 2018, als wir mit dem Bau des Aquarienkellers “Aquarium am Münzerturm“ begannen, sind uns viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Ein Gedanke war auch der, dass wir dann sehr viele Becken haben werden und wie es da wohl mit Krankheiten aussehen wird. Manche Kollegen desinfizieren die Netze, achten darauf, dass kein Wasser von einem zum anderen Becken kommt und anderes.

Wir haben von alldem nichts gemacht. Zum Großteil, da ich das Erlebnis mit den Kaudis und danach mit den Guppys in Bezug auf Schildkrötenkot bzw. deren Bakterien im Filter und wie positiv sich dies auf die Gesundheit der Tiere auswirkt machte, zum anderen auch, da dies die Handhabe im Keller etwas kompliziert machen würde.

Hier der Link zum... den Kaudis... Hier der Link zum... den Guppys... Mittlerweile ist schon einige Zeit vergangen und die Fische im Keller schwimmen teils seit vier Jahren munter in ihren Becken und wir haben mit Krankheiten eigentlich keine Probleme.

In der Natur ist es so, dass immer das Positive gewinnt. Die Natur, zu der wir Menschen natürlich gehören und von der wir “extra entworfen wurden“, birgt noch so viele Überraschungen für uns in sich. Aber mir kommt vor, dass die Wissenschaft etwas auf der Stelle steht.

In meinem Beruf als Tierpflegerin der Universität Innsbruck hatte ich zuletzt (2003-2007) mit Transgenen Mäusen zu tun. Ich war für deren Zucht und Pflege verantwortlich, für alle Arbeiten, was die Aufbereitung und Sterilisation der Käfige, des Wassers usw. anbelangte, aber zu meinen Aufgaben zählte auch die Mithilfe bei Wissenschaftlichen Tätigkeiten. Schon damals sah ich, dass die Mäuse, die wir dringend benötigten und die meist schwach waren, sich über die Zeit stärker entwickelten. Auch hier sah ich, dass Dinge möglich waren, die man vorher oft nicht so gedacht hätte bzw. die man nicht ausrechnen konnte.

Aber zurück zu den Fischen. Bei einem Vortrag zu in der Natur ausgestorbenen Goodeiden (Mexikanische Hochlandkärpflinge) und deren Wiederansiedelung in ihrem Biotop hörte ich, dass die Fische “gesund“ gemacht wurden, bevor man sie aussetzte. Sie hatten Würmer und Parasiten auf der Haut… Nachdem man sie davon befreite, wurden sie in ihr Biotop entlassen. Nach einigen Monaten oder einem Jahr wurden ein paar Tiere wieder gefangen, um sie zu untersuchen. Und was sah man da? Die Tiere hatten exakt dieselben “Parasiten/Würmer“ wieder!

Ich finde dies so spannend. Der Unterschied zwischen Krankheit und Gesundheit, wie wir ihn momentan kennen, der verschwimmt komplett.

Vor einiger Zeit erzählte mir ein Kollege aus dem Bereich Schildkröten, dass Spulwürmer zur normalen Darmflora von Schildkröten gehören würden und dass Halter von Schildkröten untersucht wurden und diese Menschen eine andere (stärkere) Darmflora hatten, als Menschen ohne Schildkröten.

Wir wissen doch auch, dass Igel Flöhe benötigen… Zumindest habe ich davon schon als Jugendliche gehört…

Warum sind wir dann ständig auf “sterile Sauberkeit“ aus?

In unserem Keller haben wir auch einige Becken mit Planarien. Anfangs habe ich mich sehr geärgert, da wir diese Tiere durch Pflanzen und Kies bei Becken-Übernahmen eingeschleppt hatten. Wir versuchten den Kies zu erhitzen und sahen, dass die Planarien bei einer Temperatur von ca. 50 Grad starben. Wir haben einige Zeit überlegt, diese Tiere komplett aus dem Keller zu verbannen – aber nun denken wir – Warum? Viele vergehen von alleine oder fügen sich in den Kreislauf ein und sind dann nicht mehr zu sehen. Es spielt sich von selbst alles ein und siehe da – ein bis zwei Jahre später sieht man kaum mehr Planarien bei uns.

Warum muss immer alles “sauber“ sein?

Wir als Aquarianer sind doch immer sehr besorgt um die Bakterien im Filter. Ohne diese würde ein Aquarium wohl nie funktionieren? Und was ist mit Viren? Die gehören doch ebenfalls auf diesen Planeten. Woher wissen wir, dass Viren nur schlecht sind? Kennen wir eigentlich ihre Aufgaben? Kann es denn sein, dass die Evolution hier etwas geschaffen hat, das uns in der Entwicklung weiterhelfen soll?

Mir fällt dazu ein Gleichnis aus der Bibel ein. Da geht es um eine kleine, verkümmerte Palme, über die sich jemand, der daran vorbeikam lustig machte. Die anderen Palmen wuchsen alle schön, aber diese kleine Palme nicht. Die Person legte noch einen Stein auf die Krone der Palme, damit sie es noch schwerer hatte und ging weiter.

Einige Jahre später kam dieselbe Person wieder an den Palmen vorbei und suchte besagte kleine Palme mit dem Stein auf der Krone. Doch es standen nur alles größere Palmen da, wovon eine die größte und schönste war. So stieg die Person auf die kleinste Palme und suchte nach dem Stein in der Krone, doch der war nicht dort. Eine nach der anderen Palme wurde ohne befriedigendes Resultat bestiegen, bis nur mehr die große, schönste Palme übrig war. Und wirklich! Genau auf dieser Palme lag der Stein, in der Krone verborgen.

Wenn wir Fische züchten und z.B. ein Pärchen haben, das sich nicht gut verträgt, dann wurde immer vom Zusetzen von “Feindfischen“ gesprochen. Ja, es klappt auch oft, wenn man zu den beiden streitenden Partnern z.B. Schwarmfische hinzusetzt auf die der Fokus gerichtet wird…

Kann es sein, dass das Leben ebenfalls diesen Druck benötigt? Diesen Druck der “Gefahr“. Es gibt doch den Spruch “Was einen nicht umbringt, macht einen stärker“… Klar, so krass muss es jetzt natürlich nicht sein! Aber wir entwickeln uns weiter, wenn etwas Einschneidendes im Leben geschieht.

Eines möchte ich noch erwähnen: “Das menschliche Gehirn ist zu mehr fähig, als alle Chemie-Labore der Welt zusammen.“ – Diesen Satz lernte meine Mutter Anfang der 70er Jahre von einem damals sehr guten Arzt, als sie die Ausbildung zur Diplomierten Krankenschwester machte.

Aber wie so oft – es führen mehrere Wege zum Ziel. Man kann auch den Weg der Krankheitsvermeidung, der Desinfektion usw. gehen. Auch das ist ein Weg! - Ich denke, jeder sollte weiterhin für sich selbst aussuchen können, welchen Weg er gehen möchte. Zu allen passt unser Weg vermutlich garnicht.

Und außerdem - in der Evolution ist es garnicht vorgesehen, dass alle dasselbe machen/machen sollen. Das wäre fatal, denn Evolution und Überleben basiert aufgrund der Vielfalt!

>> Mein Vorsatz für heuer ist nämlich, andere weniger maßzuregeln und dafür ihre Erkenntnisse zu erfragen.

Allen ein Gutes, Neues Jahr 2022 und dass wir uns nicht unterkriegen lassen!!

Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de

Blogartikel 'Blog 5519: Ein Neues Jahr beginnt – Gedanken zum Überleben des Lebens' aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 07.05.2022 um 18:15 Uhr von Helga Kury

Helga Kury

Userbild von Helga KuryHelga Kury ist Moderator*in von EB und stellt 17 Beispiele vor.

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