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Blogartikel 'Haben meine Pflanzen eine "Mittagspause" verdient???' von ©h®iS

Offline (Zuletzt 04.03.2012)BlogInfoKarte
Userbild von ©h®iS
Ort / Land: 
94547 Iggensbach / Deutschland
Aquarianer seit: 
1988


Haben meine Pflanzen eine "Mittagspause" verdient???

 
Viele Aquarianer schwören auf die Mittagspause ihrer Beckenbeleuchtung!!

Bringt dies was?

Als einfachste Erklärung und manchmal unbewusste Handlung geben Aquarianer an, dass die Beleuchtung zur Mittagszeit aus Sparmaßnahmen heraus abgeschaltet wird. Eine tiefere Bedeutung wird diesem Vorgang nicht zugesagt.

Andere wiederum geben an, dass sie sich am Abend den selben, schönen Anblick ihrer Pflanzen gönnen möchten und deshalb das Becken tagsüber für ein paar Std. nicht beleuchten. Verschiedene Pflanzen haben nämlich die Angewohnheit sich nach intensiver Lichteinwirkung den Lichtstrahlen durch Anklappen der Blätter zu entziehen.

Doch als Hauptbegründung geben die Pflanzenkundler unter den Aquarianern an, dass durch die Dauerbestrahlung und die dabei von statten gehende pflanzliche Photosynthese, der Sauerstoffgehalt im Wasser übermäßig angereichert werde und das den Pflanzen schaden würde.

Es wird vermutet, dass der durch die Pflanzen abgegebene Sauerstoff die Pflanzennährstoffe oxidieren würde und diese den Pflanzen dadurch nicht mehr zur Verfügung stünden. Aus diesem Grund unterbrechen sie die Beleuchtzeit in der Mittagspause für ein paar Stunden und entgehen somit, den ihrer Meinung nach, schlechten Eingenschaften der Photosynthese und der damit zusammenhängenden Sauerstoffproduktion, welche wiederum direkt an die Beleuchtung gekoppelt ist.......

Recherchen in der Fachliteratur und Aussagen verschiedener zum Thema befragter Botaniker, lassen auf die Erkenntnis schließen, dass der Sauerstoffgehalt in aquaristisch relevanten Größenordnungen keine Rolle auf das Pflanzenwachstum hat.

Ergo – hat die Mittagspause „keinen“ Nutzen!!!!

Moment!!!!!

Weitere Tests haben ergeben, dass sich hauptsächlich der PH-Wert in einer solchen Mittagspause verändert.

Während der Beleuchtung steigt der PH-Wert an und fällt während der Pause logischerweise wieder ab.

Das Ansteigen während der Beleuchtung begründet man damit, dass die Pflanzen CO² aufnehmen und dadurch der PH-Wert ansteigt.

Herrscht nun Dunkelheit im Becken, verbrauchen die Pflanzen kein CO², es wird aber durch Fische und Bakterien erzeugt und somit fällt der PH-Wert wieder.

Ist nun keine Versorgung durch eine Co² Anlage vorhanden – nutzt die Mittagspause insofern den Pflanzen, dass sich das zum Wachstum benötigte Co², in der Pause wieder reproduzieren kann.

Dies bedeutet wiederum, dass Becken die über eine Co2 Düngung, welche insbesondere über den PH-Wert geregelt ist – keinen Nutzen aus einer Unterbrechung ziehen werden. Da in solchen Becken stets eine genügende CO2-Versorgung vorhanden ist.

Weniger stark bepflanzte und vielleicht auch weniger stark beleuchtete Becken ziehen ebenfalls wenig Nutzen aus der Pause, da der Co² – Bedarf nicht so stark ist und eine genügende CO² Versorgung generell vorhanden ist.

Abschließend kann man das Thema nicht verallgemeinern und muss es für sich und sein Becken im Einzelfall prüfen.

Bei schlechtem Pflanzenwuchs kann die Einführung einer Mittagspause zu guten Erfolgen führen, ohne dass man teure Pflanzendünger verwendet und womöglich sein Becken noch Überdüngt!!

Man sollte jedoch 2 – 3 Wochen Geduld haben bis sich erste Erfolge einstellen.

Ps: ich gehe hier grundsätzlich davon aus dass keine künstliche CO² - Versorgung vorhanden ist.

 
Kategorie: "Tipps und Tricks zur Aquarienpflege " zuletzt bearbeitet am 08.02.2009 um 15:04 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 27.06.2011 um 05:30 von vixen
Interessanter Post. Ich als Chemisch-teschnicher Assistent glaube auch nicht daran, dass es im Bezug auf Oxidation der Pflanzennährstoffe einen unterschied macht, ob man 5 mg/L O2 hat, oder mit ca 8 mg/L an der Sättigungsgrenze ist...
Die Erklärung mit dem CO2 macht allerdings sinn. Allerdings bleibt dazu zu sagen, dass z.B. in Bäumen die Licht- und die Dunkelreaktion gleichzeitig abläuft. Blätter in der Baumkrone betreiben Photosynthese, stark abgeschattete Blätter betreiben die Dunkelreaktion auch am Tag. Wie das bei Wasserpflanzen ist, weiß ich allerdings nicht.
 
 
Geschrieben am 06.02.2009 um 22:49 von Lee Kienle
Hi!

Ich denke es kommt auf das Becken an.

Wenn ich davon ausgehe, das die meisten Fische aus meinem "ursprünglich" aus Südamerika stammen, kann es sicher nicht schaden, das Licht nachmittags auszuschalten, denn im tropischen Regenwald ist es normal, dass nicht viel Licht bis zum Boden oder kleineren Fluss- bzw. Bachläufen durchkommt. Im speziellen während der Regenzeit, wenn sich riesige Gewitter zusammenziehen, wirds schonmal richtig dunkel. Rein theoretisch müssten auch meine Südamerikapflanzen damit klarkommen. Zu Becken anderer Territorien kann ich leider nichts sagen, glaube aber, dass man sich heutzutage leicht informieren kann.
Ein anderer Punkt ist sicherlich auch die Energieersparniss, bei den steigenden Preisen heutzutage...
Ich für meinen Teil habe mich für eine 2 stündige Pause ab 14.00 Uhr entschieden, werde aber die Beleuchtungszeit insgesamt nicht verlängern. Am Amazonas und seinen Zuflüssen gibts höchstens 11 - 12 Stunden Licht.

Und nur weil es regnet, lässt Mutter Natur abends die Sonne auch nicht länger scheinen.. ;-))


Liebe Grüße


Lee
 
 
Geschrieben am 06.02.2009 um 19:25 von Bungi
Hallo,
ist ja alles, wie ich finde, Geschmackssache.

Wichtig ist allein, dass eine Mittagspause den Pflanzen im Wachstum nicht schadet oder unnatürlich ist. Die Wirkung auf Algenwuchs ist ein anderes Thema. Wichtiger für mich ist die Tatsache der Reduzierung der Wärmeentwicklung durch die LSR. Besonders im Sommer wird die Wassertemperatur erheblich gesteigert. Durch eine 4-stündige Unterbrechung der Beleuchtung würde das nicht mehr der Fall sein. Nebenaspekt: Man hat in den Abendstunden mehr vom AQ.
Quelle, die mich überzeugt hat:
www.didiplis-diandra.de

Gruß Werner
 
 


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