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Blogartikel 'Die Krux mit den Wasserwerten

von Salmlerfreund
Ort / Land: 
40599 Düsseldorf / Deutschland


Die Krux mit den Wasserwerten

 
Ist nur mal so eine Art Brainstorming.

„Südamerkanische Salmler sind weich saure Fische, pH-Werte über 7 und GH über 10 sind nicht gut.“

Hm, dann hoffen wir mal, dass die Salmler nicht aus dem Rio Ucayali-Gebiet (ein riesiges südamerikanisches Salmlerbiotop) stammen. Denn da herrschen wiederholt gemessene pH-Werte bis 7,9, eine KH von 14-16 und eine GH von 12-17. (Dr. Steack)

Härtetoleranz

Die Toleranz gegenüber den Wasserwerten ist genetisch festgelegt. Diese ist aber nicht unveränderlich und bei jedem EINZELNEN Fisch verschieden. Es gibt immer wieder Fische, die eine höhere Toleranz haben, als ihre Kollegen.

Eine Zucht im heimischen Aquarium ist mit diesen Fischen leichter möglich, es kommt zu einer so genannten transformierten Selektion. Schon in der F1-Generation erhöht sich die Anzahl der Jungfische, die härteres oder eben auch weicheres Wasser tolerieren.

Es entsteht eine ökologische Zuchtrasse.

Wie viele der im Handel erhältlichen Standardfische für das Gesellschaftsaquarium sind Wildfänge und wie viele davon sind eine ökologische Zuchtrasse?

Natürlich gibt es sie noch, die Wildfänge (roter Neon z.B.). Doch wie viele Wildfänge sind wirklich stenök und wie viele sind euryök?

Wer setzt die Grenzwerte für Fische fest?

Aufgrund welcher Untersuchungen? Das Amazonasgebiet zum Beispiel ist sehr variabel in seiner Wasserzusammensetzung. Siehe oben, auch jahreszeitliche starke Schwankungen sind absolut normal (Regenzeit, Trockenzeit).

Vielleicht einfach nur von einem anderen abgeschrieben?

Welche Erfahrungen haben die Autoren mit den Fischen selber? Und zwar auch in Bezug auf das Überschreiten der nachzulesenden Grenzwerte?

Was passiert eigentlich mit einem Fisch, der angeblich in „unpassenden“ Wasserwerten gehalten wird? Und zwar physiologisch?

Sauerstoff hat eine unangenehme physikalische Eigenheit. Er kann nur bei einem alkalischen Blut-pH-Wert so richtig gut an das Hämoglobin binden. Beim Fisch ist das nicht anders. Also hat ein Fisch einen Blut-pH-Wert im Bereich von 7,8 bis 8,2.

Jetzt schwimmt der Fisch in einem Wasser von pH 6.

Ionenkanäle des Fisches sind schneller geschlossen als gebildet.

Ein Trauermantelsalmler stirbt nachweislich bei pH-Werten von 4 recht schnell. Bei einem pH-Wert von 7,5-8 schwimmt er über Jahre munter im Becken (bei mir auch, war mit einer meiner ersten Salmler)

„Ich habe in meinem 54l-Becken so gute Wasserwerte, pH von 6,8 und eine GH von 5.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass meine beiden Skalare nicht so richtig wachsen wollen.“

Sind Wasserwerte wirklich das Non-Plus-Ultra für die PFLEGE von Fischen?

Oder sind andere Dinge vielleicht sogar noch wichtiger?

Was ist mit der Beckengröße, Ernährung, Versteckmöglichkeiten etc.?

Fragen über Fragen.

lg

Beate

 
Kategorie: "Dies und Das" zuletzt bearbeitet am 08.02.2009 um 16:56 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 08.02.2009 um 21:51 von Falk
Hallo Beate

Du machst aber neuerdings viel "Brainstorming"....

Für mich ist klar,wenn ich am Rio Negro stehe ,kommtes auch darauf an,wo ich da genau bin ...stehe ich mehr zur Quelle ,oder mehr am Flußunterlauf....auch in sogenannten Braun.-Schwarzwassergebieten wird es zwischen den zwei genannten punkten nicht die gleichen Wasserwerte geben und demzufolge werden auch die darin lebenden Fische ihre Toleranz beziehen...
dasselbe haben wir im becken auch,gerade bepflanzte Becken haben im Tag.-Nachtzyklus abweichende pH und KH -Werte...
Toleranzmässig haben wir auch bei pflanzen manchmal ganz unterschiedliche Werte...einfach zu erklären,der richtige mann hierfür ist in meinen Augen der Herr Holger Windelow, der dahingehend schon recht respektable ergebnisse angebracht hat.
Am einfachsten ist es so zu sehen ,das am oben als Beispiel genannten Fluß langsam fließende Abschnitte vorhanden sind ,genauso schnell fließende ...soll heissen ,das da schon erhebliche Temp.-Unterschiede vorliegen,welches auch für die anderen Parameter gilt,da gerade die Sauerstoffanreicherung...

übrigens ...was n3lix gesagt hat...der Blauaugenpleco hält bestimmt pH 7,5 aus ,aber eben in diesem Bereich wird er sich nicht vermehren...ist eben ein 26°C gewohnter Weichwassertyp....

Gruß Falk
 
 
Geschrieben am 08.02.2009 um 18:47 von Bungi
Hallo,
mich hat vor einiger Zeit der Ausspruch eines hiesigen Zoohändlers nachdenklich gemacht. Er verkauft aus mehr als 200 AQ Fische aus allen Erdteilen. Das vorbereitete Wechselwasser kommt aus e i n e m Tank! Also gleiche Bedingungen für Neon, Regenbogen oder Malawis.
Demnach können die Wasserwerte nicht so wichtig sein, wie es behauptet wird.
Gruß Werner
 
 


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