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Blogartikel 'Massensterben verwandelte Urozeane in Gift-Kloaken

von Aquarientechniker
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Massensterben verwandelte Urozeane in Gift-Kloaken

 
Vor 200 Millionen Jahren haben große Mengen von giftigem Schwefelwasserstoff die Meere verseucht. Ursache war ein Massensterben von Tieren und Pflanzen, ausgelöst von starken Vulkanausbrüchen.

Ein internationales Forscherteam hat aufgeklärt, warum sich die Ozeane vor 200 Millionen Jahren nur langsam von einem dramatischen Massensterben erholten: Damals bildeten sich große Mengen von giftigem Schwefelwasserstoff in den flachen, warmen Meeren.

Sauerstoff war dagegen rar. Unter diesen Bedingungen konnten die meisten Meeresbewohner nicht überleben. Stattdessen vermehrten sich Schwefelbakterien rapide, die in Gegenwart von Schwefelwasserstoff besonders gut gedeihen.

Ihre massenhaften Relikte haben die Forscher, unter ihnen auch Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, jetzt in Ablagerungen aus jener Zeit nachgewiesen. Aus den Sedimentanalysen konnten sie den Zustand der Küstenmeere nach dem Massensterben rekonstruieren, wie sie im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichten.

Im frühen Jura stank es nach faulen Eiern

"Der Ozean muss im frühen Jura nach faulen Eiern gestunken haben", sagt Bas van de Schootbrugge von der Goethe-Universität Frankfurt, einer der Autoren der Studie. Unter diesen schlechten Bedingungen habe sich auch die Zusammensetzung der Algen in den Meeren verändert.

Da Algen die Basis der Nahrungsketten im Meer bilden, hatte dies auch nach dem eigentlichen Massensterben noch weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Die Lebenswelt der Ozeane habe sich dadurch weitaus langsamer von dem Massensterben erholt als die Ökosysteme an Land.

Vulkanausbrüche lösten Massensterben aus

Vor 200 Millionen Jahren setzten gewaltige Vulkanausbrüche große Mengen an Kohlendioxid (CO2) und Schwefeldioxid (SO2) frei. Dies veränderte nicht nur das Klima und ließ große Waldflächen abbrennen, sondern führte auch zu einem massiven Sauerstoffmangel in den Ozeanen.

Als Folge dieser Ereignisse starben viele Tiere und Pflanzen aus. Nach dem Massensterben habe sich die Natur an Land relativ schnell erholt, berichten die Forscher. Dort, wo zuvor Wälder standen, breiteten sich nun sehr schnell Farne und andere Pionierpflanzen aus.

Im Meer aber blieb die Lebenswelt länger gestört, wie die Wissenschaftler anhand von rund 200 Millionen Jahre alten Sedimentproben feststellten.

Algenüberreste zeugen von der Katastrophe

"Die molekularen Überreste der grünen Schwefelbakterien, die wir jetzt in schwarzem Schiefer bei Bohrungen in Norddeutschland und Luxemburg gefunden haben, vermitteln ein düsteres Bild der Küstengewässer unmittelbar nach dem Massensterben", sagt van de Schootbrugge.

Das massenhafte Auftreten dieser Bakterien zeige, dass viel giftiger Schwefelwasserstoff im Wasser vorhanden war. Zudem zeige die Analyse der Sedimentbohrkerne, dass sich das Gleichgewicht in dieser Zeit dramatisch von roten zu grünen Algen-Arten verschob. Diese grünen Algen seien ein Indikator für sehr sauerstoffarmes Wasser.

Insgesamt deute alles darauf hin, dass es zu Anfang des Jura-Zeitalters nur sehr wenig Zirkulation in den Küstenbereichen des Tethys-Meeres gegeben habe, schreiben die Forscher.

Das Tethys-Meer war ein flacher Ozean, der vor 200 Millionen Jahren das Gebiet des heutigen Deutschlands und Mitteleuropas bedeckte. Da die Küstenbereiche damals wie heute die artenreichsten Gebiete der Meere sind, beeinträchtigte ihr schlechter Zustand die gesamte Lebenswelt der Ozeane.

LG Torsten
 
Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 18.08.2012 um 13:44 Uhr
 
 
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