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Xipho - Zucht und Haltung

Haltung
]Die Haltung von XiphoZuchtformen wird meist als einfach bezeichnet, und tatsächlich ist sie es auch, wenn man einige Grundregeln beachtet. So mögen diese Fische klares, frisches Wasser. Ein zweiwöchentlicher Wasserwechsel, je nach Besatzdichte 30 bis 50 %, ist dazu unabdingbar. Der pHWert sollte nicht unter 6 liegen, besser über 7. Für Platys reichen schon kleinere Aquarien ab 54 l, für Schwertträger muss es dann aber schon ein Meterbecken ab 160 l sein, denn nur dort können sie ihre ganze Schwimmfreude und ihr attraktives Balzverhalten zeigen.Grundlage der Ernährung ist ein normales Flockenfutter, das einmal täglich angeboten wird. Wie immer soll nur so viel gereicht werden, wie in längstens fünf Minuten gefressen wird. Alles andere belastet das Wasser nur. Zweimal in der Woche kann etwas Lebendoder Frostfutter als Nahrungsergänzung dienen

Genetik
Wer sich mit der Zucht von Lebendgebärenden beschäftigen will, sollte zumindest ein bisschen über Vererbungslehre (Mendelsche gesetze und so ) wissen. Denn dort liegt auch die Erklärung, warum die Kreuzungen auf einmal rot waren. Denn obwohl Schwertträger und Platy relativ nahe miteinander verwandt sind, unterscheiden sie sich genetisch deutlich. Platys haben nämlich Geschlechtschromosomen, Schwertträger dagegen nicht nicht, bei ihnen wird das Geschlecht durch eine Kombinationen von Genen auf verschiedenen Chromosomen bestimmt. Offensichtlich gibt es da noch mehr Unterschiede. Und daher ist es bei der Kreuzung wohl so gelaufen, dass das Gen, das beim Platy für den schwarzen Fleck in der Rückenflosse verantwortlich war, in der Kombination mit den Schwertträgergenen zur Rotfärbung führte. Dominant für Rot bedeutet, dass die Verpaarung eines roten mit einem andersfarbigen Schwertträger oder Platy der ersten Mendelschen Regel folgt und alle Nachzuchten rot sind. Ähnliches gilt für die langflossigen Zuchtformen, wobei hier allerdings die zweite Mendelsche Regel zum Tragen kommt, da reinerbige Langflosser wahrscheinlich nicht existieren. Langflossig mit langflossig geht wegen der Gonopodenverlängerung nämlich nicht nur technisch nicht, sondern die Eier entwickeln sich auch nicht bei künstlicher Befruchtung. Deswegen kreuzt man normalflossige Männchen mit langflossigen Weibchen und erhält in der Nachzucht statistisch gesehen wieder 50 % Langflosser.

Vermehrung
Auch wenn die Vermehrung als leicht beschrieben wird, gilt es wieder einige Grundregeln einzuhalten. Ein Wort vorab: Die speziell für Lebendgebärende angebotenen winzigen Ablaichkästen, die im Aquarium schwimmen, sind schlicht weg Tierquälerei. Durch Algen setzen sich die Öffnungen zu, die Wasserqualität sinkt, weil viel zuviel gefüttert wird. Die Netzkästen sind da nicht viel besser.In einem Gesellschaftsaquarium mit einigen dichten Pflanzenbereichen (vor allem an der Wasseroberfläche) sowie keinen Räubern wie Skalaren werden immer einige Junge durchkommen. Will man aber mehr Jungfische haben, setzt man das Weibchen ab. Dazu füllt man ein kleines Aquarium (ab 20 l, Schwammfilter, viele Pflanzen) je zur Hälfte mit Wasser aus dem Haltungsaquarium und mit Frischwasser. Dort setzt man das am deutlich gestiegenen Leibesumfang erkennbare trächtige Weibchen ein. Nach wenigen Tagen hat sie ihre Jungen dann abgesetzt und kann zurück ins Haltungsbecken. Kleines Lebendfutter wie Ar-temiaNauplien im Mix mit feingeriebenem Flockenoder speziellem Jungfischfutter mit wöchentlichem Wasserwechsel wird dazu führen, dass die Kleinen schnell heranwachsen.

Zucht
Nanu, Vermehrung und Zucht werden unterschieden? Ja, denn die Zucht ist die gezielte Vermehrung. Dabei will der Aquarianer eine bestimmte Farbund Flossenform festigen, etwa normalflossige AnanasSchwertträger. Kauft man sich nun ein solches Pärchen (oder gleich mehrere Weibchen dazu), kann man eine Überraschung erleben. Denn im ersten, vielleicht noch im zweiten Wurf können alle möglichen Farben herauskommen. Das liegt an der Vorratsbefruchtung, denn nach einer einzigen Befruchtung kann ein Weibchen mehrmals werfen. Da aber frisches Sperma das alte verdrängt, ist spätestens beim dritten Wurf unser Schwertträgermännchen der Vater. Trotzdem können mischfarbige Junge herauskommen, wenn Farben verdeckt vererbt werden (zweite Mendelsche Regel, s.o.). Dann sucht man sich die passendsten Jungfische heraus und züchtet mit diesen weiter, bis der Stamm gefestigt ist und man seine Wunschfarbe hat.Langflosser = Qualzuchten?Solange die Fische normal schwimmen können, was bei den Lyraoder Drachenflossern und erst recht bei den Formen, die nur eine hohe Rückenflosse haben (Delta, Simpson), regelmäßig der Fall ist, spricht nichts dagegen.

Aquarienvermehrung?I
Im Gegensatz zu den Guppys (Poecilia reticulata)(/i), bei denen man möglichst viele Aquarien braucht, kann die Zucht eines schönen Stamms in einem Aquarium stattfinden. Dazu nimmt man die jungen Männchen und langsamer wachsenden Weibchen heraus, sobald man ihr Geschlecht erkennen kann. Rechtzeitig sollte man sich Gedanken machen, wohin der Überschuss gehen soll. Er kann in einem zweiten Aquarium zur Handelsgröße aufgezogen werden, vielleicht findet man auch schon vorher einen Abnehmer

Rot – der Anfang
Dabei fing das Ganze mit einem Zufall an. Um etwa 1910 waren die Lebendgebärenden sehr beliebt. Aber der Platy blieb rätselhaft. Mal waren die Männchen gefleckt oder mit einem schwarzen Seitenspiegel, auch Flecken in den Flossen gab es. Vor allem auf dem Schwanzstiel, vor dem Ansatz der Schwanzflosse, waren zahlreiche unterschiedliche Muster erkennbar. So wurden die Stimmen laut, die dafür plädierten, dass es sich um einen Hybriden handelt. Aber was hier hätte gekreuzt werden können, das konnte man sich auch nicht vorstellen, weshalb man auch neue Kreuzungen andachte.Ob es Zufall oder Absicht war, ist heute nicht mehr festzustellen. Jedenfalls verpaarte ein Züchter ein Platymännchen mit einem schwarzen Fleck in der Rückenflosse (vermutlich aus der weiteren Umgebung von Veracruz) mit einem natürlich ebenfalls wildfarbenen Schwertträgerweibchen. Zumindest ist das zu vermuten, denn ein Platyweibchen wartet wohl kaum ab, bis ein Schwertträgermännchen seinen Sicheltanz beendet hat, der imposant, aber für andere Fische sicher erschreckend ist. Wie muss der Züchter damals erstaunt gewesen sein, als die Nachzuchten rot waren! Da dieses Rot auch noch dominant vererbt wird, konnten daraus durch Rückkreuzung wieder „typische“ Schwertträger und Platys gezüchtet werden. Denn die Kreuzungen sehen aus wie Riesenplatys mit kleinem, aber deutlichem Schwert.
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