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Blogartikel 'Exclusiv für EB von Aquascape-Guru- Hintergrundinformationen zu „Tropheus-Dreams“

von Falk
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Exclusiv für EB von Aquascape-Guru- Hintergrundinformationen zu „Tropheus-Dreams“

 
Das Biotopaquarium von Matthias(Maclya) stellt die Welt der Tropheus vor, welche den Tanganjikasee als ursprüngliche Heimat bezeichnen und dort vor allem die felsigen Uferregionen besiedeln.

Der Tropheusbesatz, welcher im Einzelnen aus dem Tropheus moori "Golden Kazumba" (F1+NZ), Tropheus spec. Chaitika (Blauer Regenbogenmoori, WF) und dem Eretmodus cyanostictus "Kigoma Orange" (F1) besteht, kommt in seiner natürlichen Form nur im Tanganjikasee vor, ein See der durch seinen großen Artenreichtum besticht. Dieser Besatz fordert ein hohes Maß an Erfahrung, um die Bedürfnisse dieser besonderen Art erfüllen zu können. Das Becken von Matthias zeigt uns perfektes Aquascaping, unter anderem wie uns ein Stück Tanganjikasee in unseren heimischen 4-Wänden begeistern kann.

Die Heimat der Tropheus ist wie oben bereits erwähnt der Tanganjikasee. Dieser See zählt zu den sechs größten Süßwasserseen unserer Erde. Mit einem Volumen von 18880 km³ besitzt er das größte Süßwasservorkommen von ganz Afrika. Sozusagen ein „ großes kühles Nass“, welches die Wasserversorgung der angrenzenden Staaten (Tansania, Kongo, Sambia, Burundi) und weit darüber hinaus absichert. Die Geographische Lage des Sees bezieht sich wie beim Victoriasee und dem Malawisee (ostafrikanische Seenplatte) auf den Grabenbruch. Der Tanganjikasee ist mit seinem 1470m tiefen „Urgestein“ der tiefste dieser drei. In der „Weltrangliste“ der tiefsten Seen unseres Planeten schafft er es somit auf Platz 2 hinter dem Baikalsee in Sibirien, der mit 1642m an maximaler Tiefe den Ersten Platz für sich beansprucht. Zahlen, die auf ein hohes Alter beider Seen schließen lassen, wobei sich Wissenschaftler bis heute noch nicht so ganz einig sind, ob Sie das Alter des Tanganjikasees auf 12 oder sogar 40 Millionen Jahre beziffern sollen.

Kommen wir nun zum Besatz, wo es einige wichtige Punkte zu erklären gibt. Der Name „Tropheus“ bezeichnet eine spezielle Gattung der Buntbarsche (Cichliden) die nur aus dem Tanganjikasee stammen, nicht zu verwechseln mit den Cichliden aus dem Victoria- oder Malawisee. Von der „Tropheus-Gattung“ sind mittlerweile 5 Arten wissenschaftlich, eindeutig hinterlegt:

Tropheus moorii

Tropheus duboisi

Tropheus brichardi

Tropheus polli



Tropheus annectens

Grundsätzlich wird bei der Namensgebung zwischen den Farben dieser Fische unterschieden und meist durch den Anhang des Fundortes die wissenschaftliche Bezeichnung kreiert. Auf Grund der unzähligen verschiedenen Farbformen der Tropheus ist dies bis heute leider nur bedingt möglich, da immer wieder neue Arten „gefunden“ werden. Deswegen kommt es vermehrt vor, dass sich bereits bestehende Namen nochmals ändern oder abwandeln können. Leider ein Nachteil wenn es um die genaue Beschreibung des Besatzes für die heimischen Biotope geht. Meist werden die Fische mit den Abkürzungen Tropheus spec. oder Tropheus spec.aff. betitelt. Dies ist lediglich eine „Annahme“, welche die Angehörigkeit zu oben aufgezählten Gattungen vermuten lässt (logische Schlussfolgerung). Ein wissenschaftlicher Beleg für diese Bezeichnungen, der eine eindeutige Bestimmung erklärt, liegt hier leider nicht vor.

Die natürlichen Lebensräume von Tropheus sind Fels- und Geröllabschnitte, insbesondere in Küstenregionen des Tanganjikasees die eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten aufweisen. Dabei kann die Größe der Steinformationen von kleinen Geröllhaufen bis hin zu massiven Felsblöcken variieren. Vereinzelte Wasserpflanzen, die sich in Ufernähe ansiedeln können tragen ebenso zum „positiven Klima“ im Becken bei, da sich wiederum Versteckmöglichkeiten zwischen den Pflanzen auftun. Egal welche „Unterwasserlandschaft“ gerade vorliegt, Tropheus halten sich vermehrt in den oberen, mit Sonnenlicht durchfluteten Bereiche des Wassers auf, wo vermehrt ein Algenbewuchs auf den Steinen erkennbar ist.

Wo wir schon beim nächsten Punkt angelangt sind, die Nahrungsaufnahme. In steiniger Uferlandschaft, in denen der Wasserstand meist etwas niedriger ist, kann der Aufwuchs der Steine bestens gedeihen. Eine gute Vorraussetzung für die Tropheus, welche die Sedimente (auch in größeren Gruppen) abweiden. Sogar kleinere Fische kommen hier nicht zu kurz, da ausreichender Algenwuchs vorliegt.

Aufgrund der Tatsache, dass sich Tropheus ausschließlich an pflanzlichen Nahrungsquellen bedienen, muss dies bei der Fütterung berücksichtigt werden. Tropheus sind extreme Futterspezialisten. Soll heißen, dass diese Tiere über einen äußerst empfindlichen Verdauungstrakt verfügen. Frostfutter in Form von roten Mückenlarven oder Rinderherz (allgemein gesehen Futter mit tierischem Anteil) kann nicht verdauert werden und führt bis zum Tod dieser schönen Tiere.

Das Futter MUSS deshalb auf pflanzlicher Basis aufgebaut sein, dies ist oberste Priorität!

Tropheus suchen sich meist Steine aus, die in der Größe mit Ihnen identisch sind. Ist der „perfekte“ Stein ausgewählt, symbolisiert dieser das Revier des jeweiligen Fisches, welches auch sehr aktiv verteidigt wird. Ein Grund mehr, dass eine großzügige Auswahl an Steinen vorhanden sein muss, um die natürlichen Bedürfnisse dieser Tiere zu bewahren. Die Wahl des Beckenvolumens spielt hier natürlich auch eine wichtige Rolle. Tropheus sind sehr schwimmfreudig, was neben den Steinen einen ausreichenden Schwimmraum fordert.

Um einen Aufwuchs auf den Steinen überhaupt im Becken realisieren zu können müssen die Wasserwerte sowie die Lichtverhältnisse optimal sein. Nur im perfekten Einklang beider Komponenten lassen sich solche Ergebnisse erzielen. Das natürliche Gewässer des Tanganjikasees ist stark mit gelösten Salzen angereichert, welche eine hohe Gesamt- und Karbonathärte mit sich bringt. Der pH-Wert liegt je nach Region und Jahreszeit zwischen 8 und 9,5. Die Gesamthärte GH liegt zwischen 12-18. Die Wassertemperatur liegt in den oberen Wasserregionen (Uferbereich) meist zwischen 24 und 28°C. In tieferen Lagen kann die Temperatur immer noch bei 23°C liegen, was einen schlechten Sauerstoffaustausch zur Folge hat und das Leben somit in tieferen Lagen erschwert. Die Vorgaben der Natur, in Bezug auf die Wasserwerte, sind im heimischen Biotop anzustreben und als Richtwerte zu betrachten. Dies ist Vorraussetzung für ein positives Gesamtergebnis sowie für eine gute Entwicklung der Tropheus.



Fazit:


„Tropheus-Dreams“ – ein First-Class Biotopaquarium für das Themengebiet Aquascaping. Ein äußerst schwierig gewählter Besatz der sehr viel Pflege, Backroundwissen und Erfahrung im Umgang mit den Tieren voraussetzt. Die Bedürfnisse der Tropheus setzen so manche optische Schönheiten außer Kraft, dennoch zeigt uns Matthias wie solch ein prächtiges Becken realisiert werden kann.
 
Exclusiv für EB von Aquascape-Guru- Hintergrundinformationen zu „Tropheus-Dreams“
 
Kategorie: "Biotope" zuletzt bearbeitet am 30.06.2011 um 21:44 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 30.06.2011 um 23:15 von Flo - Malawi
Hallo Hallo

Sehr faszinierend geschrieben, ich kann es immer nur wieder betonen, nicht meine Welt die Tanganjikas,aber wenn überhaupt dann Tropheus!!

Toller Beitrag Herr Kollege, und sehr gut gegliedert....auf FB würde man sagen "Gefällt mir" ;-))

LG

Flo
 
 


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