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Blogartikel 'Garnelen richtig Pflegen

von Der Engländer
Offline (Zuletzt 26.06.2016)BlogBeispielKarte
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Ort / Land: 
29633 Munster / Deutschland
Aquarianer seit: 
2000


Garnelen richtig Pflegen

 
Den Text und noch mehr kann man unter www.garnelennet.de nachlesen

Einige Arten können schon in einem Becken ab 12 Liter gepflegt werden. Ich persönlich würde diese Literangabe nicht unterschreiten, 5 Liter o. ä. sind meiner Ansicht nach zu wenig, um Garnelen zu pflegen. Hier sollte man sich aber auch vor Augen halten, dass ein 12 Liter Becken, bei der extremen Vermehrungsrate einiger Garnelenarten, recht schnell “voll” ist. Nach meinen Erfahrungen stellen die Tiere bei einer hohen Besatzdichte schon mal die Vermehrung ein. Hier sollte man in regelmäßigen Abständen Tiere abgeben oder halt für Ausweichbecken sorgen.

Da es sich bei Zwerggarnelen um sehr gesellige Tiere handelt, sollte man sie unbedingt in einer Gruppe von ca. 10 Tieren halten.

Welcher Bodengrund im Becken benutzt wird, ist den Garnelen egal. Sand geht genauso wie Kies. Durch schwarzen Kies kommen natürlich extrem farbenprächtige Garnelen gut zur Geltung. Ansonsten ist die Auswahl wirklich reine Geschmackssache. Hier noch der Hinweis, einige Halter hatten mit kunststoffummanteltem Farbkies Probleme. Hier gab es enorme Ausfälle bei den Tieren. Trifft scheinbar aber nicht auf jede Kiesmarke zu.

12er.jpgEs ist nicht unbedingt notwendig, das Becken mit einem Heizstab oder Filter auszustatten. Zimmertemperatur reicht ihnen in der Regel aus und man kann die Becken ohne weitere Probleme filterlos oder an einem hellen Platz sogar komplett techniklos laufen lassen. Für kleine Becken reicht eine Schreibtischlampe als Beleuchtung vollkommen aus. Hier würde ich es jedoch auch von der Garnelenart abhängig machen. Red Bees sind z. B. recht “sauerstoffhungrig”. Filter- oder techniklos würde ich hier nicht empfehlen.

Bei der Filterauswahl sollte man an den zukünftigen Nachwuchs denken! Fast jeder Innenfilter muss gesichert werden, damit sich der Nachwuchs darin nicht verläuft! Einfach einen Nylonstrumpf über den Filter ziehen. Der Nachteil liegt dann jedoch bei der schnellen Reduzierung des Durchflusses, da der Strumpf recht schnell “verstopfen” kann. Eine Alternative dazu ist der Hamburger Mattenfilter.

Mittlerweile gibt es im Fachhandel jedoch schon eine kleine Auswahl von Filtern, die sich für Garnelen sind.

Ich hatte eine lange Zeit einige Becken filterlos, ohne weitere Sauerstoffzugabe laufen. Meiner Ansicht nach, ist dieses ohne Probleme möglich. Hier sollte natürlich, wie in einem Becken mit Filter auch, für entsprechende Wasserhygiene gesorgt werden. Für Wasserwechsel-Muffel ist diese Alternative nicht unbedingt etwas. Im Sommer sollte man hier jedoch aufpassen, sobald die Temperaturen sich im Becken extrem erhöhen, sollten die Becken mit zusätzlichem Sauerstoff (z. B. Membranpumpe + Spurdelstein) versorgt werden.

Das Becken sollte mit vielen feinfiedrigen Pflanzen schön dicht besetzt werden. Garnelen lieben es, sich darin aufzuhalten. Ich habe alle meine Becken z. B. mit Cabomba, Nixkraut, Hornkraut ausgestattet. Noch etwas Javamoos und eine kleine Wurzel (empfehlenswert ist Moorkienholz, da dieses recht weich ist und die Oberfläche schnell mit Mikroorganismen besiedelt ist) dabei und schon ist das Garnelenbecken fertig. Von Mopani-Wurzel wird abgeraten. Weitere Infos dazu hier.

Durch neu erworbene Pflanzen können Pestizide ins Wasser gelangen (z. B. Schneckenmittel). Da Garnelen sehr empfindlich auf geringe Spuren von Schwermetallen reagieren, sollte man neue Pflanzen erst in ein Wirbellosenbecken setzen, wenn man diese eine längere Zeit vorher - separat vom eigentlichen Becken - gewässert hat!

Ich wässere meine Pflanzen in der Regel ca. 1 Woche in einem separaten Behältnis. Hier mache ich täglichen einen großen Wasserwechsel.

laub.jpg

Laub sollte in keinem Wirbellosenbecken fehlen. In meinen Becken sind immer Eichen-, Buchenlaub oder Seemandelbaumblätter. Die Zwerge lieben es darin rumzuwuseln und es zu fressen. Zusätzlich haben die Wirkstoffe der Seemandelbaumblätter eine desinfizierende und fungizide Wirkung. So können sie gegen verschiedene Krankheiten vorbeugend eingesetzt werden.

Weitere Laubarten findet ihr hier.

Hohe Nitritwerte haben auf Garnelen keine Auswirkung. Der Sauerstofftransport erfolgt durch Haemocyanin (nicht wie bei Wirbeltieren durch das Hämoglobin), daher gibt es auch bei hoher Nitritnachweisbarkeit keine Probleme bei der Sauerstoffaufnahme.

Garnelen können jedoch unter bestimmten Bedingungen auf Ammoniak sehr empfindlich reagieren. In neu eingerichteten Becken kann es - bei PH-Werten über 7,0 - zu schädlichen Konzentrationen kommen.

Ich empfehle trotzdem, immer einen Nitritpeak abzuwarten (soweit Zeit dazu ist) und erst danach langsam Garnelen einzusetzen oder zumindest das Becken gut anzuimpfen.

Beim Umsetzen von Zwerggarnelen sollte sich viel Zeit genommen werden und sie sehr langsam an die neuen Wasserverhältnisse gewöhnen. Man sollte sie hier nicht nur an die Wassertemperatur gewöhnen, sondern das Transportwasser langsam, sehr langsam mit dem eigentlichen Aquarienwasser verschneiden. Einige machen dieses durch einen dünnen Schlauch (mit entsprechender Klemme) tröpfchenweise.

exuvie.jpgNach der Häutung sollte die alte Haut (Exuvie) auf jeden Fall nicht aus dem Becken genommen werden. Die Garnelen werden diese nach einiger Zeit fressen. Sie enthält wichtige Nährstoffe.

Man hört immer wieder, beim Rückschnitt/Teilung von Anubias kann bei Verletzung der Pflanze Oxalsäure ins Wasser gelangen. Diese kann bei bestimmter Konzentration durchaus toxisch wirken. ABER wird diese hohe Konzentration in unseren Aquarien sicherlich nicht erreicht werden.

Futterliste

Laub (Eiche, Buche, Seemandelbaum), getrocknete Brennnessel, Salatgurke, Möhren,

Erbsen, Mais, Schnittbohnen, Tomaten, rohe Nudeln, gekochter Reis, Paprika, Zucchini, Kiwi, Hokkaido-Kürbis (getrocknet), Spargel, Paprikapulver (edelsüß), Kartoffeln, Frostfutter, Lebendfutter (rote Mülas), Kaninchenpellets (ohne Zugabe von Kupfer), Cyclop-Eeze, Flockenfutter.

Hier gibt es weitere Futtervorschläge.

redfire.jpg

Gemüse übergieße ich vorher mit heißem Wasser oder schäle es. Nicht gefüttert werden sollte:

Petersilie, Laub vom Bambus, frischer Spinat - gegen tiefgekühlten bzw. kurz gekochten Spinat ist scheinbar nichts einzuwenden.

Stärkehaltiges Futter wie z. B. Kartoffeln oder Nudeln sollte nicht zu lange im Wasser bleiben, es kann dieses stark belasten. Aber auch bei anderem Futter sollte immer geschaut werden, dass in kleinen Mengen gereicht wird und somit schnell aufgefressen ist.

Wer mit wem?

Grundsätzlich können verschiedene Garnelenarten miteinander vergesellschaftet werden. Hier kann es jedoch unter Umständen passieren, dass eine Art von der anderen unterrückt wird, diese könnte dann die Vermehrung einstellen. Dieses ist ab und zu in kleinen Becken zu beobachten. Daher würde ich in kleineren Becken lediglich eine Art halten.

Hier sollte auch darauf geachtet werden, dass sich die unterschiedlichen Arten nicht miteinander kreuzen, dies ist in den meisten Fällen nicht gewünscht. Eine Kreuzungstabelle findet ihr hier.
 
Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 02.05.2009 um 08:13 Uhr
 
 
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