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Garnelen und Kupfer

Ob es den Lesern hier schon bekannt ist oder nicht. Oft wird geschrieben, dass schon kleinste Mengen Kupfer für Garnelen tödlich sind.
In erster Linie stimmt das auch und sollte gerade Anfängern von Garnelenhaltung ein Begriff werden. Somit ist zu beachten, dass in einem mit Garnelen besetzten Aquarium bewusst kein Kupfer eingebracht werden sollte. Dieses kann sich innerhalb kürzester Zeit tödlich auf Wirbellose wie Garnelen, aber auch auf Schnecken auswirken.

Warum nur in erster Linie?
Es sollte aber auch bekannt sein, dass Kupfer als Spurenelement wichtig für Flora und Fauna ist. Unzählige Enzyme enthalten z.B. Kupfer.
Was hier als besonders interessant hervorzuheben ist, dass das Hämocyanin, welches das für den Sauerstofftransport zuständige Molekül im Hämolymph (Blutflüssigkeit der Garnelen) ist, Kupfer enthält. Dieses übernimmt hier die Aufgabe analog zum Eisen im Hämoglobin beim Menschen. Somit ist auch in einer gewissen Menge Kupfer für Garnelen wichtig. Jedoch kommt es auf die Menge an!


Tödliche Mengen und Verhältnisse:
Für Garnelenbrut kann eine Konzentration zwischen 1 μg/L und 2050 μg/L schon gefährlich sein. Erwachsene Tiere sind schon nach einer Studie bei extrem niedrigen Werten von 3-4 μg/L innerhalb von wenigen Tagen gestorben. Der niedrige Wert ist auf das leicht saure Wasser (pH 6,0) in diesem Versuch zurückzuführen. Auch konnte in diesem Versuch eine Abhängigkeit der Toxität von Kupfer von der Konzentration an Härtebildern und dem pH-Wert des Wassers festgestellt werden.
Wobei jedoch z.B. Huminsäuren und andere organische Verbindungen Kupferionen binden können. Auch werden in alkalischem, karbonatreichem Wasser Kupferionen als schwerlösliches Kupferkarbonat ausgefällt und stehen nicht mehr in der toxisch ionisierten Form zur Verfügung.
Ändert sich aber der pH-Wert, so können diese Kupferionen wieder frei gesetzt werden. Somit können sich unterschiedliche Verhältnisse auf die Wirkung von Kupfer im Aquarium auswirken.
Fazit:
Kupferverbindungen im Aquarium können ein unkalkulierbares Risiko darstellen, auch wenn sie zwischenzeitlich gebunden worden sind.


Kupfernachweise im Wasser durch Messen:
Oft wird angeraten, den Kupferwert in einem Garnelenaquarium als notwendige Messgröße anzusehen. Ist in meinen Augen nur bedingt sinnvoll. Wie oben zu lesen, können schon Konzentrationen ab 1-4 μg/L tödlich auf Garnelen wirken.
Die meisten Testsets für die Aquaristik fangen aber erst in viel höheren
Konzentrationen an, das Vorhandensein von Kupfer nachzuweisen. Folgend ein paar Beispiele:

Sera-Tröpfchentest löst in 5 Stufen auf:
0,0 / 0,3 / 0,5 / 1,0 / 2,5 mg/L Cu

JBL-Tröpfchentest löst in 9 Stufen auf:
0 / 0,15 / 0,3 / 0,45 / 0,6 / 0,8 / 1,2 / 1,6 / 2,0 mg/l Cu

Aquaquant Kupfer-TestAQ löst in 10 Stufen auf:
0 / 0,05 / 0,08 / 0,12 / 0,16 / 0,2 / 0,25 / 0,3 / 0,4 / 0,5 mg/l Cu

Wie man sieht, greifen diese Tests in Punkto Garnelenempfindlichkeit erst viel zu spät.
Macht es dann Sinn zu messen?
Dauerhaft sicher nicht. Jedoch, um nicht einige Versuchstiere nach dem
Erstgarnelenkauf über die Klinge springen zu lassen, sollte man vorher zumindest einen Test mit einem hochauflösenden Test (z.B. Aquaquant) machen. Auch sollte man vorher wissen, ob man Kupferrohre im Haus hat. Das Alter der Rohre ist auch ein Faktor in Zusammenhang mit der Härte und dem pH-Wert des Wassers (wie schon oben beschrieben). In Berlin sind die Wasserleitungen z.B. nach einigen Jahren schon etwas durch den Härtegrad des hiesigen Wassers verkalkt. Somit liegt meist über dem blanken Kupfer der Röhren eine abdeckende Kalkschicht, die die Abgabe von Kupferionen zumindest hemmt. Verlassen würde ich mich aber nicht darauf. Ich bin noch in keiner meiner Röhren lang gekrochen, um mal nachzuschauen *lach*.
Auch hat mir mal ein Berliner Züchter erklärt, dass er vor dem Wasserwechsel vergessen hat, das Wasser ein paar Minuten ablaufen zu lassen. Dieser Fehler hat ihm fast seine gesamten Garnelenpopulationen hingerafft.

Ich habe bei meinen ersten Garnelen z.B. nichts von dem Thema
Kupferempfindlichkeit gewusst und die Tiere einfach so eingesetzt. Bis heute hatte ich keine größeren Ausfälle, die auf Kupfer zurückzuführen sind. In dem Fall einfach nur Glück gehabt!!!

Wie gesagt, sollten vor der Anschaffung von Garnelen die Menge und das Vorhandensein von Kupfer abgeklärt sein. Ist dieses jedoch mit normalen Messmethoden nicht machbar oder nachweisbar, so kommt die Probe aufs Exempel an.
Später im laufenden Garnelenbetrieb macht das regelmäßige Messen des Kupfers erst recht keinen Sinn.
Somit werde ich, solange sich meine Wohnverhältnisse nicht ändern, keine Kupfermessung mehr durchführen!

Jedoch sollte in dem Zusammenhang der heimischen Wasserinstallationen auch nicht nur das sichtbare Kupfer bedacht werden. Einige Armaturen und Verbinder bestehen aus Messing. Messing ist eine Kupfer-Zink-Legierung, die auch ihre Bestandteile abgeben kann.

Wo wir übrigens schon einmal Beim Thema währen. Auch Zink, sowie Blei, Chrom, Nickel und Quecksilber wirken sich hochtoxisch auf Garnelen aus!


Wasserwechsel:
Jeder Garnelenbesitzer sollte einige Regeln im Zusammenhang mit Wechselwasser beherrschen.
1. Vor Verwendung das Wasser aus dem Wasserhahn einige Zeit laufen lassen. Teilweise werden bis zu 5 Minuten empfohlen.
Warum?
Auch wenn sich das Wasser nicht in der Leitung bewegt, können die Installationen ihre Ionen abgeben. Also gerade das Kupfer, Zink, Blei und Chrom.
Somit werden durch das lange Spülen die Ionen ausgewaschen und außerdem enthalten die Hauptwasserrohre in der Straße meist keine oder nur wenige Anteile dieser Materialien.
Ich denke jedoch, es kommt auf die Verhältnisse der Wasserinstallationen an. Ich zum Beispiel habe früher aus Unwissenheit das Wasser vorher nicht laufen lassen.
Und ich betone es nochmal: Bis heute hatte ich keine größeren Ausfälle, die auf Kupfer zurückzuführen sind.
2. Sollte man die Verwendung von Warmwasser aus der Leitung zur
Temperaturanpassung an die Beckenverhältnisse vermeiden.
Warum?
Meist bestehen die Heizspiralen in einem Wasserboiler oder Durchlauferhitzer, um die das Wasser direkt fließt, aus Kupfer.
Durch die dauernde Erwärmung und anschließende Abkühlung gibt es natürlich auch im Kupfer eine gewisse Ausdehnung. Schon das Umspülen des Materials, jedoch auch das thermische Arbeiten führen zwangsläufig zur Abgabe von Kupfer an das Wasser.
Und dies dann in stärkerem Maße, als in einer Kaltwasserleitung.
Also das Wechselwasser vorher aus dem Wasserhahn entnehmen und ggf. stehen lassen, bis es Zimmertemperatur erlangt hat.


Medikamente:
Kupfer ist ein Bestandteil vieler Medikamente. Diese dürfen in einem Aquarium mit Garnelen AUF KEINEN FALL zur Anwendung kommen! Bitte also vor dem Gebrauch bzw. Kauf von Medikamenten nachlesen, ob dort Kupfer enthalten ist.
Eines der Medikamente, die ich für Fische einsetzte, ist z.B. eSHa 2000. Dabei handelt es sich um ein Kombinationspräparat, welches eine Konzentration von Kupfer2+ von 3,2 mg je 1ml Lösung enthält.
Müssen meine Fische aus dem Gesellschaftsaquarium behandelt werden, in dem sich jede Menge Garnelen befinden, setze ich die zu behandelnden Fische in ein 45Liter-Quarantänebecken um.

Übrigens habe ich durch die konsequent wenige Fütterung, die Futterauswahl und durch wenigen Besatz schon sehr lange keine Krankheiten mehr in dem Becken gehabt. Meist habe ich bei mir nur Fische aus Becken von Bekanntschaften gesund zu pflegen. Dies ist aber ein anderes Thema.


Wasseraufbereitungsmittel und Alternativen:
Wasseraufbereitungsmittel enthalten in der Regel Komplexbilder als Wirkstoff.
Diese binden einen Großteil von ionisiertem Kupfer. Somit kann dieses für den Augenblick nicht mehr toxisch wirken. Jedoch sind diese Komplexe nicht aus dem Aquarium entfernt und immer noch vorhanden. Diese lagern sich dann im Bodengrund ab und können sich infolge von pH-Wert-Veränderungen wieder lösen und somit ihre toxische Wirkung wieder freigeben.
Sie sind nur teilweise entfernbar durch absaugen. Ein vollständiges Entfernen funktioniert nur durch vollständiges Ausräumen des Beckens.
Ich benutze jedenfalls Easy-Life flüssiges Filtermedium, welches aus in Wasser aufgelöstem Zeolith-Gestein bestehen soll und kein Kupfer enthält.
Als Alternative, wenn auch sehr teuer, währen z.B. CARBONIT Monoblock-Filter, die durch Ihre Kohlefilterpatronen Schadstoffe und Schwermetalle ausfiltern können. Der Preis liegt allerdings bei 100€ und mehr. Weiterhin gibt es die Reiser-Filterdie zwar sehr Effektiv aber recht teuer sind.


Pflanzendüngemittel:
Auch eine Menge Düngemittel enthalten Kupferverbindungen. Darum sollte beim Kauf darauf geachtet werden, ob das Mittel Kupferanteile enthält. Jedoch ist die Zusammensetzung nicht immer einwandfrei auf den Verpackungen zu lesen. In dem Fall empfehle ich, mal in den verschiedenen Wirbellosen-Foren nachzulesen, welche Düngemittel dort favorisiert werden. Das Thema aquaristische Wasserzusätze mit und ohne Kupfer ist dort sehr oft zu finden.
Ich persönlich nehme die Produkte von Easy-Life. ProFito (Hauptdünger), Ferro (Eisendünger) und EasyCarbo (flüssiger Kohlenstoff-Dünger).
Wobei ich das EasyCarbo nicht in den Becken mit den Crystal Red’s und den Tigergarnelen einsetze, da EasyCarbo den Ruf hat, die gewünscht steigende Crystal Red-Population negativ zu beeinflussen. Dies hat jedoch nichts mit dem Thema Kupfer zu tun.
Auch werden die Easy-Life-Produkte z.B. bei Garnelen-Gümmer angeboten.


Pflanzen:
Wie schon oben im Thema Pflanzendüngemittel zu lesen, enthalten Menge Düngemittel Kupferverbindungen. Dies ist nicht nur bei der eigenen Düngung zu bedenken. Auch schon beim Kauf von neuen Pflanzen sollte daran gedacht werden, dass diese eventuell noch mit Kupferverbindungen behaftet sein können. Auch werden eine Menge Pflanzen bei den Züchtern emers (außerhalb des Wassers) in Gewächshäusern gezüchtet. Dort erhalten diese meist jede Art von Dünger und auch Pflanzenschutzmittel, Welche auch aufgrund der Feuchtigkeit unter Anderem gegen Pilze wirken sollen. Kupfer ist eines der ältesten Fungizide (Ein Fungizid ist ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der Pilze oder ihre Sporen abtötet oder ihr Wachstum für die Zeit seiner Wirksamkeit verhindert).
Empfehlung: Neue Pflanzen vor dem Einsetzen in ein Garnelenbecken mehrere Tage oder sogar Wochen extern wässern.


Futter:
Im Internet gibt es die verschiedensten Tipps zur Fütterung von Garnelen. In der Regel sind diese auch vorher ausprobiert worden und haben in dem Fall den Garnelen nicht geschadet.
Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten.
Vor geraumer Zeit habe ich z.B. gelesen, dass Garnelen Heupellets aus handelsüblichem Kaninchenfutter mit Vorliebe verspeisen. Da wie auch Kaninchen haben, war es ein Leichtes für mich, dies auszuprobieren. Es stimmte sogar.
Jedoch riet mir später in einem Gespräch eine Züchterin ab. Logisch, aber ich bin vorher nicht darauf gekommen. Heu ist Gras vom Feld. Dort können vorher auch Düngezusätze oder sonstige Chemikalien zum Einsatz gekommen sein.
Somit ist bei solchen Futterempfehlungen immer Vorsicht geboten und in Hinsicht auf die Garnelen immer zwei Mal nachzudenken.


Fazit:
Wie gesagt, ist es zwar einfach zu sagen, dass Kupfer giftig auf Garnelen wirkt.
Jedoch sollten jedem Garnelenbesitzer die Zusammenhänge einmal genauer bekannt gemacht werden. Ich hoffe, nichts vergessen zu haben.
Falls noch jemandem etwas dazu einfällt, kann er dies ja als Kommentar ergänzen.

Viele Grüße aus Berlin
Micha
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