Vordergrund:
Mooskugel / Moosalgenball (Aegagropila linnaei / Cladophora aegagropila)
Graspflanze (Lilaeopsis brasiliensis)
Kleiner Stern `Daonoi` (Pogostemon helferi)
Der als "Daonoi" bzw. "Downoi" (Thai; "Kleiner Stern") bezeichnete Pogostemon helferi ist wissenschaftlich zwar schon seit über 120 Jahren bekannt, doch für die Aquaristik entdeckt wurde er erst 1996 durch Nonn Panitvong und Arthit Prasartkul, die ihn in der thailändischen Provinz Kanchanaburi an der Grenze zu Myanmar fanden. Innerhalb kurzer Zeit ist P. helferi eine sehr beliebte Aquarienpflanze für den Vorder- und Mittelgrund geworden.
Die genannten Autoren trafen diese Art an einem schnellfließenden Fluss mit Kalkstein-Untergrund an. Die Pflanzen sitzen auf und zwischen Felsen und wachsen während der sommerlichen Regenzeit überwiegend submers, oft in reißender Strömung. In den Herbst- und Wintermonaten fallen die P.-helferi-Bestände weitgehend trocken und bilden aufrechte, gestreckte Sprosse mit auffälligen, für die Gattung Pogostemon typischen Blütenähren.
Diese Pogostemon-Art ist nicht allzu schwierig zu halten, wenn man einige essentielle Bedürfnisse dieser Pflanze beachtet: genügend Licht (0,5-1+ Watt pro Liter), CO2-Zufuhr und Düngung einschließlich Nitrat, Phosphat, Kalium und Magnesium. Sie benötigt recht viel Eisen, was sie mit einer sattgrünen Blattfarbe dankt.
Lichtmangel führt zum Vergeilen der Pflanze, d.h. die Internodien werden länger. Zusätzlich geht die Blattfarbe ins Gelbliche.
Die Vermehrung gestaltet sich recht einfach, sofern man auf scharfes Schnittwerkzeug zurückgreift. Bei Kopfstecklingen erfolgt der Schnitt unterhalb eines Nodiums (Stängelknotens). Die Blätter kann man etwas einkürzen, damit der Steckling beim Pflanzen besseren Halt findet. Mit Seitentrieben kann man ebenso verfahren. Zum Einpflanzen benutzt man idealerweise eine Pflanzpinzette, da Quetschungen somit größtenteils vermieden werden.
Bei der Platzierung im Aquarium bietet sich diese Art für eine Mittenakzentuierung in Nano- oder Kleinaquarien an. Ansonsten sollte sie eher im Vordergrund platziert werden. Bei der Pflanzung sollte man vorsichtig vorgehen, da Quetschungen zum Absterben der Pflanze führen können. Pogostemon helferi kann auch auf Wurzeln oder Steinen anwachsen, indem man ihn auf diesen mit Nylonfaden befestigt. Dabei sind aber auch wieder unbedingt Quetschungen z.B. durch zu festes Schnüren zu vermeiden. Auch in Paludarien macht die Pflanze einen hervorragenden Eindruck, wenn sie teils emers, teils submers wächst.
Grüner Wendtscher Wasserkelch (Cryptocoryne wendtii grün)
Mittelgrund:
Zwergspeerblatt (Anubias barteri var. nana)
Anubias barteri var. nana stammt aus Kamerun, wo sie in flachen Bereichen von schnell strömenden Waldflüssen vorkommt. Es gibt kaum Informationen über die Fundorte. Die Firma Tropica kultivierte das Zwergspeerblatt als erstes um 1970 und sorgte für ihre Verbreitung. Anubias barteri var. nana ist mittlerweile eine der verbreitesten Aquarienpflanzen in Europa, Asien und den USA.
Im Aquarium ist diese Pflanze annährend unzerstörbar und wird deshalb oft die "Plastikpflanze, die wächst" genannt.
Die Pflanze selbst besteht aus einem kriechenden Rhizom, welches Blätter produziert, die mehrere Jahre halten können. Anubias barteri var. nana ist bezüglich der Lichtintensität nicht sehr anspruchsvoll und wächst bei sehr geringem Lichteinfall (0,25 Watt pro Liter und weniger) genauso wie unter Starklichtverhältnissen (1 Watt pro Liter und mehr).
Sie wächst mit oder ohne CO2-Zugabe, jedoch ist eine solche durchaus förderlich für das Wachstum, genauso wie Bodendüngung bzw. ein nährstoffreiches Substrat sowie das Entfernen von alten Blättern.
Hohe Phosphatwerte (1,5-2 mg/l) scheinen die Pflanze unabhängig von den Verhältnissen im Aquarium oder dem Wohlergehen der Anubias barteri var. nana zum Blühen zu bringen.
Diese hohen Phosphatwerte kombiniert mit guter Eisenversorgung und Mikronährstoffen verringern Probleme mit grünen Punktalgen bei Pflanzen unter starkem Lichteinfall. Die Pflanze in einen schattigeren Teil des Aquariums umzusetzen ist eine weitere Möglichkeit, die Punktalgen zu bekämpfen.
Für die Vermehrung einfach das Rhizom in zwei oder mehr Stücke zerteilen (abhängig von der Größe der Pflanze).
Für die Aquariengestaltung bietet sich diese Art für eine Mittenakzentuierung in Nano- oder Kleinaquarien an. Ansonsten sollte sie eher im Vordergrund platziert werden. Bei der Pflanzung sollte man das Rhizom nicht eingraben, da es sonst verrotten könnte. Die Anubias barteri var. nana kann ebenso auf Wurzeln oder Steinen anwachsen, wenn man sie auf diesen mit Nylonfaden befestigt.
Kardinalsrote Lobelie / Kardinalslobelie (Lobelia cardinalis)
Lobelia cardinalis, die Kardinalslobelie, ist eine echte Amerikanerin und wächst in den östlichen und zentralen Regionen der Vereinigten Staaten auf feuchten Böden entlang von Bächen, Teichen und Abzugsgräben. In ihrer emersen Form bringt sie grüne Blätter mit purpurfarbiger Unterseite und attraktive scharlachrote, glockenförmige Blüten hervor, die sie in ihrer Heimat sehr populär und zu einer wahren Augenweide machen. Die submerse Pflanze ist im Gegensatz dazu hellgrün. Schon seit langem für Aquarien im holländischen Stil verwendet, ist L. cardinalis heutzutage im Handel weit verbreitet.
L. cardinalis ist ziemlich leicht zu pflegen. Die Beleuchtung sollte zumindest mittelstark sein, obwohl höhere Wattzahlen auf kompakteres, üppigeres Wachstum hinauslaufen. Eine Düngung mit CO2 ist nicht notwendig, aber für ein kräftiges Wachstum dennoch zu empfehlen. Regelmäßige Düngergaben über die Wassersäule bestimmen, wie groß die Pflanze letztendlich wird. Ein Nitratwert von 10-20 mg/l und Phosphat im Bereich von 1-2 mg/l sowie genügend Mikronährstoffe führen zum schnellsten, üppigsten Wachstum. Dann bringt L. cardinalis auch die größte Anzahl von Seitentrieben hervor.
Diese ungewöhnliche Stängelpflanze wächst nur im mäßigem Tempo zur Wasseroberfläche. Ebenfalls neigt sie dazu, viele weiße Wurzeln an den Stengelknoten zu treiben, die aber verborgen bleiben, wenn die Pflanze sorgfältig beschnitten wird. Beschneiden sollte man diese Pflanze, indem man die Triebspitzen abschneidet und einpflanzt. Möchte man mit der Kardinalslobelie eine "Pflanzenstraße" anlegen, schneidet man die Spitzen in zunehmend kürzeren Zeitabständen.
Wegen ihrer eher geringen Wachstumsrate und regulierbaren Höhe ist L. cardinalis häufig in holländischen Aquarien zur Gestaltung der sogenannten "Leidener Straßen" gepflanzt worden. Ihre Größe und einzigartige Blatttextur machen sie zu einer ausgezeichneten Wahl für Aquarianer, die ein eher formelles Layout schaffen möchten.
Breitblättriges Pfeilkraut (Sagittaria platyphylla)
Sagittaria platyphylla, das Breitblättrige Pfeilkraut, kommt als Sumpfpflanze in stehenden und fließenden Gewässern in den östlichen und südöstlichen USA und stellenweise in Mittelamerika vor. Diese Pfeilkraut-Art wird schon seit langer Zeit, aber nicht so häufig wie Sagittaria subulata in Aquarien kultiviert.
Hintergrund:
Steifblättriger Froschlöffel (Echinodorus palaefolius)
Echinodorus palaefolius wird oft im Handel angeboten, aber nur selten unter seinem richtigen Namen.
Eine eher spitzblättrige Form, die E. subalatus recht nahe kommt (Bild 3-5), wird im Handel als "E. argentinensis" bezeichnet, hat aber nichts zu tun mit dem echten E. argentinensis, der zu E. grandiflorus zählt und nicht mehr im Handel ist (siehe Echinodorus grandiflorus).
Eine andere Form mit breit-ovalen Blättern und Verdickung am oberen Blattstiel-Ende (Bild 1 u. 2) hat den Handelsnamen "Echinodorus rigidifolius" (kein gültiger botanischer Name). Offenbar dieselbe oder eine ähnliche Form wird auch als E. palaefolius var. latifolius bezeichnet.
E. palaefolius stammt aus dem östlichen Brasilien und wächst in der Natur als Sumpfpflanze. Die Art ist mit E. subalatus nahe verwandt und hat wie dieser längsgeriefte Blattstiele mit deutlicher Rinne auf der Oberseite sowie relativ kleine Blüten (2-2,5 cm) mit 12 blassgelben Staubblättern und relativ schmalen Kronblättern. Die Kanten der Blütenstands-Achse sind bei beiden Arten geflügelt (alat). E. palaefolius unterscheidet sich von E. subalatus u.a. durch breitere emerse Blattspreiten, die weniger als zweimal so lang wie breit sind.
Er kann eventuell mit E. cordifolius verwechselt werden. Dieser hat aber größere Blüten (2,5-3 cm) mit 15-26 Staubblättern, keine Rinne auf der Blattstiel-Oberseite und eine nicht geflügelte Blütenstands-Achse.
Die submersen Blätter von E. palaefolius sind lanzettlich ähnlich denen von E. subalatus, bei guter Beleuchtung beim Austrieb oft rötlich gefärbt, und relativ langstielig.
Diese Art ist zwar anspruchslos und schnellwüchsig, aber ihre Verwendung als Aquarienpflanze wird dadurch eingeschränkt, dass sie als kräftige Pflanze bald mit Luftblättern aus dem Wasser herauswächst. Eine Zeitlang lässt sich dies durch Entfernen der langgestielten Blätter hinauszögern, worauf sich zunächst wieder kürzer gestielte Blätter entwickeln - oder man ersetzt das alte Exemplar durch eine Jungpflanze. Am besten eignet sich E. palaefolius aber als emerse Solitärpflanze für offene Becken oder große Paludarien, wo die Pflanze bis ca. 1 m hoch werden kann und eine große Blattmasse sowie ihre verzweigten Blütenstände mit den typischen, eher kleinen Blüten entwickelt. Die anfangs aufrechten Blütenstände hängen bald über und entwickeln viele Adventivpflanzen.
Rubin-Ludwigie / Weinrote Ludwigie (Ludwigia repens `Rubin`)
Diese auffällig dunkelrot gefärbte Pflanze ist von der dänischen Wasserpflanzengärtnerei Tropica als Ludwigia repens `Rubin` eingeführt worden. Sie ist auch unter der Bezeichnung Ludwigia sp. "Weinrot" bekannt. Nach neueren Untersuchungen zählt sie nicht zu L. repens, sondern ist enger mit L. glandulosa verwandt, und stellt vermutlich eine Hybride dar. Aus diesem Grund wird sie auch Ludwigia aff. glandulosa (Kramer 2006; aff. = affinis = "verwandt, nahe") und Ludwigia "Rubin" (Kasselmann 2010) genannt. Einige Gärtnereien führen die Pflanze fälschlich als L. glandulosa oder "L. glandiosa" (zur Unterscheidung von echter L. glandulosa siehe unten).
Ludwigia "Rubin" hat eine ähnliche Blattform wie L. repens und ähnelt ihr auch im Wuchsverhalten. Während L. repens aber stets gegenständige Blätter (2 Blätter pro Stängelknoten) hat, weist L. "Rubin" sowohl gegenständig als auch wechselständig (1 Blatt pro Knoten) beblätterte Sprossabschnitte in unregelmäßiger Folge auf. Die ähnlich weinrot gefärbte Ludwigia glandulosa hat stets wechselständige Blätter, eine schmalere, lanzettliche Blattform sowie submers strikter aufrecht wachsende, kaum verzweigte Stängel.
Wie die geläufigere L. repens ist L. "Rubin" einfach in der Haltung und stellt keine besonderen Ansprüche an die Kulturbedingungen, um zu gedeihen. Ihre tiefrote Farbe bildet sie allerdings nur bei viel Licht (0,5 Watt pro Liter und mehr) und guter Eisendüngung aus. Ludwigia "Rubin" bildet viele Wurzeln an den Nodien, die ohne Probleme entfernt werden können. Die Pflanze ist lediglich etwas empfindlich gegenüber Transport, erholt sich jedoch schnell wieder von den Schädigungen, wenn ihr gute Wuchsbedingungen geboten werden.
Die Vermehrung gestaltet sich ebenso einfach wie bei anderen Stängelpflanzen. Es werden regelmäßig Seitentriebe gebildet, die zur Vermehrung abgeschnitten und ins Substrat gesetzt werden können. Mit der Triebspitze kann man ebenso verfahren.
Als eine der am tiefsten rot gefärbten Pflanzen ist Ludwigia "Rubin" ein wahrer Blickfang im Aquarium. Eine kleine Gruppe, im Mittelgrund positioniert und mit einigen grünen Pflanzen im Hintergrund, zieht schnell die Blicke auf sich. In Verbindung mit z.B. Microsorum pteropus "Narrow Leaf" oder Hygrophila balsamica kommt sie besonders schön zur Geltung.
Indischer Wasserfreund (Hygrophila polysperma)
Hygrophila polysperma ist eine robuste und anpassungsfähige Aquarienpflanze, die ihren Ursprung in Indien und dem Bhutan hat. Eine braune Variante ist ebenfalls in Sri Lanka beheimatet und wird von der Wasserpflanzengärtnerei Tropica unter dem Namen Hygrophila polysperma "Ceylon" angeboten. In der Aquaristik stellt sie eine verbreitete Pflanze dar, die in vielen Aquariengeschäften angeboten wird.
Es gibt nur wenige Aquarienpflanzen, die so zäh und entgegenkommend bezüglich des Wachstums sind wie diese. Die Lichtintensität scheint nur eine sehr untergeordnete Rolle bei ihrem Wuchs zu spielen, wobei unter geringem Lichtangebot die Pflanze langsamer wächst und kleineres Blattwerk aufweist. Bei der Düngung ist Hygrophila polysperma sehr genügsam. Die Härtegrade des Wassers beeinflussen den schnellen Wuchs der Pflanze auch nicht. CO2 ist bei der Kultivierung nicht nötig. Kurz gesagt handelt es sich um eine perfekte Anfängerpflanze.
Hygrophila polysperma bildet viele Seitentriebe, wodurch die Vermehrung sehr einfach verläuft. Man trennt lediglich die Seitentriebe oder die Triebspitze ab und setzt sie ins Substrat. Durch den schnellen Wuchs ist eine Beschneidung der Pflanze ca. alle 2-3 Wochen von Nöten.
Eine Gruppe von Hygrophila polysperma Stengeln bildet besonders im Mittelgrund des Aquariums einen schönen Blickfang.
Nixkrautähnliche Wasserpest / Paraguay-Wasserpest (Egeria najas)
Egeria najas, die im zentralen und südlichen Südamerika beheimatet ist, stellt eine attraktive Stengelpflanze da, die so gut wie keine Ansprüche an den Aquarianer stellt. Sie benötigt lediglich ausreichend Licht und gibt sich auch ohne CO2-Zugabe zufrieden, welche jedoch von Vorteil ist und ihre Wuchsgeschwindigkeit steigert.
Bei viel Licht und einem ausgewogenen Nährstoffverhältnis wächst E. najas am besten. Besonders hervorzuheben ist, dass sie gegenüber höheren Temperaturen toleranter als Egeria densa ist. Daher ist sie für Tropenaquarien eher zu empfehlen als E. densa.
Durch ihren schnellen Wuchs kann sie gut eingesetzt werden, um Algen zu bekämpfen, da sie große Nährstoffmengen aufnehmen kann.
Die Blätter von E. najas stehen dicht beieinander, sie sind schmaler und deutlicher sichtbar gezähnt als die Blätter von E. densa. Die Art kann eventuell mit Hydrilla verticillata verwechselt werden. Zur Unterscheidung zwischen Egeria densa, E. najas und Hydrilla verticillata siehe Beschreibung von Egeria densa.
E. najas bildet viele Seitentriebe aus und kann einfach vermehrt werden. Es können Seitentriebe oder Kopfstecklinge geschnitten und ins Substrat eingesetzt werden, die schnell anwachsen und in die Höhe schießen. Die gestutzten Stengel brauchen dagegen etwas länger, um Seitentriebe auszubilden.
Trotz ihrer Attraktivität ist Egeria najas wegen ihrer Schnellwüchsigkeit und ihres eher unordentlichen Wuchsbildes nur schwer in gepflegt aussehende Aquariendesigns zu integrieren. Sie ist jedoch eine gute Wahl für naturhafte Gestaltungen und für Bepflanzungen, die den Fischen Deckung bieten sollen.
Quelle:
flowgrow