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Blogartikel 'Überbesatz in Malawi- und/oder Tanganjikabecken

von bossie1704
Offline (Zuletzt 30.05.2014)BlogInfo
    Sieger Beckenwettbewerb September 2011 Sieger Beckenwettbewerb Oktober 2012 
Aquarianer seit: 
2006


Überbesatz in Malawi- und/oder Tanganjikabecken

 
Hallo EB-Freunde,

habe bei Veröffentlichung meines Beckens "Dark Stones of Malawi" einen Part zum Thema Überbesatz verfasst und meine Meinung dazu kund getan. Hierfür habe ich von vielen Seiten Zuspruch erhalten. Da ich nun aber erneut mit der Aussage konfrontiert worden bin, dass dies in bestimmten Fällen so sein muss habe ich mich entschlossen, den Beitrag aus meinem Becken mal als Blog einzustellen.

Mich interessiert eure Meinung zu dem Thema. Muss es sein, ein Becken mit bewusst deutlich zu viel Fisch fu fahren, damit sich Aggressionen verteilen oder gibt es eine andere Lösung? Wo, bzw. bei welchem Liter pro Fisch-Verhältnis ist die Untergrenze des Vertretbaren erreicht? Wer entscheidet darüber, wo diese Grenze liegt?

Es wäre schön, wenn sich viele hierzu melden. Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, bzw. darum, jemanden anzuprangern, sondern einfach nur um die Beweggründe, bzw. eure Einschätzung. Ich habe in meinem Beitrag zwar von Malawibecken gesprochen, aber dies ist beliebig auch auf Tanganjikabecken oder sonstige Aquarien erweiterbar.

Hier meine Anmerkungen zu diesem Thema aus meiner Beckenvorstellung:

Es gibt vielfach die Meinung, dass man Malawi-Becken überbesetzen muss oder soll, damit die Tiere ihre Aggressionen auf mehrere Mitbewohner verteilen können. Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Es kann nicht die Lösung sein, mehr Fische in einen Tank zu packen, damit sie nicht immer den gleichen Mitbewohnern an die Gurgel gehen. Viel mehr sollte die Größe des Beckens ausreichend bemessen sein und auf eine vernünftige Strukturierung Wert gelegt werden. Wer also 20 Malawibarsche halten will, sollte in einem 300 Liter-Becken also nicht aus dem eben erwähnten Grunde noch 10 weitere Fische reinsetzen, sondern sich vielmehr für ein 500 Liter-Becken entscheiden und es bei den 20 Fischen belassen. Davon abgesehen - wer das Pech hat, einen richtigen Klopper erwischt zu haben, der wird wahrscheinlich feststellen, dass die anderen Fische dabei trotzdem nicht allzu alt werden. Es dauert halt nur länger, bis alle durch sind.

Zudem sollte man daran denken, dass es bei einigen Malawi-Barschen im Aquarium dazu kommen kann, dass sie oftmals größer werden als in freier Wildbahn, da sie regelmäßig ein ausgewogenes Futter von uns erhalten, was in der Natur nicht unbedingt immer so gegeben ist. Wer schon mal einen 15 cm großen Yellow-Bock gesehen hat, weiß was ich meine. Auch das sollte man bei der Beckengröße berücksichtigen. Meine Zusammenstellung ergibt ca. 18 Liter Wasser (netto - brutto sind es ca. 25 Liter) pro Fisch, bei einer Durchschnittsgröße von ca. 10 cm. Viel weniger sollten es meiner Meinung nach nicht sein.

Darüber hinaus kann man durch eine vernünftige Zusammenstellung der Fische schon vorher dafür Sorge tragen, dass man nicht nur vermeindliche Raufbolde einsetzt, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Eine Garantie gibt es natürlich eh nicht. Auch vermeindlich verträgliche Fische können ganz schöne Stinkstiefel sein. Dennoch kann man Risiken mit der richtigen Auswahl an Fischen minimieren.

Fazit: Man sollte seinen Fischen immer genügend Platz gönnen.

So, dann mal los...;-)

LG

Frank

 
Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 20.09.2011 um 16:36 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 21.09.2011 um 18:58 von bossie1704
Hi,

ey Heiko, ich glaube niemand hat geschrieben, dass du was behauptet hast, hab zumindest nix gefunden. Ich schrieb Zitat: "Haben sie definitiv weniger Stress (wie du schreibst)....". Insofern bräuchtest du nix zu berichtigen;-) Aber hast natürlich recht, bzgl. artgerecht oder nicht könnte man sicher ganze Bücher schreiben.

@ Simon

Danke für deinen interessanten Beitrag. Es scheint ja dann wirklich Situationen zu geben, wo es Sinn macht. Da ich die erwähnten Arten nicht kenne, kann ich nichts dazu sagen. Würde mir aber wohl überlegen, ob ich die Arten hältern würde. Zumal es ja als eine zwingende Notwendigkeit erscheint, die Tiere nicht so zu pflegen, wie es in der Natur vorkommt - also wenn sich natürliche Einzelgänger plötzlich in großen Schwärmen zurecht finden müssten, weil man sie allen nicht halten will und mit zu wenigen Artgenossen es Mord und Totschlag gibt. Wobei ich das natürlich niemanden zum Vorwurf mache, da man damit ja versucht die Tiere zu schützen.

Meine Beobachtungen mit meinen Mbunas sind bislang allerdings völlig anders. Wie ich ja schrieb, habe ich netto ca. 18 L/Fisch. Brutto wären es soger 25, aber das ist ja ne Milchmädchenrechnung. In meinem letzten Malawibecken lag das Verhältnis bei ca. 13 Litern. Der Metriaclimabock hat die ganze Zeit die Weiber durchs Becken gescheucht und es gab häufig Zoff. Dabei wurden teilweise auch die anderen BEwohner nicht geschont. Natürlich gab es bei 120 -er Kantenlänge und 320 Liter brutto weniger Platz. Aber es waren natürlich auch weniger Fische drin. Im Neuen Becken tut er das nicht mehr. Die Mädels haben genügend Möglichkeiten sich vor ihm zurück zu ziehen, wenn sie "keinen Bock" haben;-) Im übrigen sind ca. die Hälfte meines gesamten Besatzs Wildfänge. Komischerweise hat der AfraBock (WFNZ) die beiden neuen Wildfangböcke anfangs ganz schön heftig angemacht, so dass ich mich schon arg gesorgt habe. Allerdings, 2 TAge später, als die neuen Bewohner ihre Umgebung kannten, war der Stress völlig raus aus dem Becken. Selbst beim Fressen gibt es keinen Zoff mehr und es gibt auch keine andauernden Hetzjagden mehr. Dabei sind die WF-Böcke tendenziell sogar noch weniger rauflustig, als die WFNZ. Natürlich wird hin uns wieder ein wenig gerauft oder den Bräuten hinterher gezogen, aber das ist ja sicher normal. Ich hatte ca. zwei Wochen bei den Johannii sogar ein Verhältnis von 3 Böcken zu zwei Weibern (alles WF), weil leider der Züchter den Fehler gemacht hat, zu viele Fische in einen Beutel zu packen, so dass es zu 5 Ausfällen bei den Weibern gekommen ist. Ich musste sie daher schnell aus den Tüten rausholen und einsetzen und hatte somit keine Zeit mehr, ein Quarantänebecken einzurichten. Hier war es der gleiche Effekt. Zwei Tage lang habe ich befürchtet, ich müsste die zwei Weiber bis zum Eintreffen der Nachhut rausfangen. War aber nicht nötig. Die Weiber haben schnell genügend Möglichkeiten gefunden, sich den übereifrigen Werbeversuchen der Böcke zu entziehen. Jetzt, wo die Gruppe bei 3/7 steht, geht es teilweise zu wie in einer Großfamilie. Die Weiber schwimmen häufig zusammen und werden von dem Alphabock gelegentlich abgecheckt, während sich die niederen Böcke beobachtend und abwartend geben.

Gruß

Frank
 
 
Geschrieben am 21.09.2011 um 15:56 von Simon Delgardo
Hallo Frank,

ich betreibe die Ostafrika Aquaristik seit nun mehr als 12 Jahren und bin dann auch vom Malawisee zum Tanganjikasee gewechselt, da die Fische einfach ein anderes Verhalten haben.
Nun zu deinen Text bzw. Fragen. Gerade in der Tanganjikasee Aquaristik lassen sich bei diversen Aufwuchsfressern gar nicht anders hältern als mit einem Überbesatz. In dem Sinne sind Petrochromis, Tropheus u.a. Fische aus dem See keine Aquarienfische, da zB ein Petrochromis polyodon im See ein Einzelgäner ist und teilweise Reviere in Zimmerformat beherrscht.
Ich habe Petrochromis schon gehältert, auch wenn die kleineren Sorten wie Famula oder Orthognathus, die Fische lassen sich einfach nicht anders halten, als mit einem Überbesatz und nur ein bis zwei Sichtbarrieren im Becken, da die Fische dermaßen agressiv sind. Als Puffer empfehle ich dann einen "zartbeseiteden" Fadenmaulbrüter(Ophthalmotilapia ventralis oder Boops.) ins Becken zusetzen, die räumen dann auch zwischen den Petrochromis auf.
Ähnliches habe ich auch schon bei Tropheus gemerkt.
Ich habe auch schon bei einem Impoteur(Cichlidenland.de) gearbeitet und habe festgestellt jeweniger Fische es einfach im Becken sind, desto agressiver sind sie.
Hier mal ein alter Schnappschuss aus einem meiner 650er Becken mit Ophthalmotilapia ventralis, Eretmodus und Petrochromis.
http://www.youtube.com/watch?v=HJOI9oGLYpg&feature=channel_video_title

Bei einem Kollegen der Petrochromis spec Texas Longola und Ophthalmotilapia in einem 1000 Liter Becken pflegt. Man möchte sich nicht vorstellen, was für Mord und Totschlag in dem Becken herrschen würde, wenn die Hälfte der Fische im Becken schwimmen würde...
http://www.youtube.com/watch?v=FCiI3lZ3grg&feature=channel_video_title

Im Malawisee ist es doch genauso, ich habe ewig Mbunas gehalten, und je mehr Fische im Becken waren, desto "frecher" waren sie einfach, bie zuwenigen Fischen sind sie einfach scheu und sitzen die ganze Zeit in den Hölen. Da greift mE nach die 15 Liter + Fisch Formel wieder. Gerade wenn man Wildfänge pflegt, die teilweise wesentlich agressiver als ihre Nachzuchten sind, lassen sich mit einem "Unterbesatz" nicht halten, es sei denn man will öfters mal nen Toten aus dem Becken fischen.
Ich habe auch, wie oben geschrieben, schon mit "Unterbesatz" gehältert und es hat einfach keinen Spaß gemacht.
Und auch wenn man die Fischvideos auf Youtube aus den Seen sieht, schwimmen die Fische immer in großen Schwärmen und Schulen um große Felsbrocken und die einzelnen Mänchen haben dann ihre Revierzonen auf der Felsoberfläche...Viele sagen jetzt, kann man nicht mit dem Aquarium vergleichen, doch man kann. ;)

Grüße
Simon
 
 
Geschrieben am 20.09.2011 um 23:21 von bossie1704
Hey Heiko,

danke für deinen Beitrag. Ich verstehe deinen Ansatz. Und natürlich ist auch klar, dass es mit diversen Parametern zusammenhängt, bzw. diese in Abhängigkeit stehen.

Aber wie sehen die Beobachtungen konkret aus? Haben die Tiere Stress bzw. Aggressionen und verteilen dies einfach nur auf mehrere andere Tiere? Warum haben sie Stress, bzw. sind sie aggressiv? Haben sie definitiv weniger Stress (wie du schreibst) weil es zu viele vermeindliche Nebenbuhler oder Revierdiebe sind, so dass sie gar nicht erst versuchen ein Revier aufzubauen? Ist natürlich auch eine Art Stressbewältigung - man könnte das auch Kapitulation nennen aufgrund von Reizüberflutung. Mich würde mal interessieren, wie so ein direkter Vergleich aussieht. vielleicht gibt es hier ja den ein oder anderen, der beide Varianten ausprobiert hat.

LG

Frank


 
 


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