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Die Geschichte vom Nitratgehalt und dem Wasserwechsel

Die Geschichte vom Nitratgehalt und dem Wasserwechsel

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Die Diskussion um Häufigkeit und Menge des Wasserwechsels im Aquarium ist so alt wie die Aquaristik selbst.

Ziel des Wasserwechsels ist es, Abbauprodukte aus dem Stickstoffkreislauf, u.a. Nitrat, auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Aber auch um andere Schadstoffe zu verdünnen, den Keimdruck im Becken niedrig zu halten und - sofern man Leitungswasser für den WW verwendet - verbrauchte Mineralien zuzuführen.

Was ist nun richtig? Kleine WW in kurzen Abständen, große WW in größeren Abständen? - Letztlich keines von Beiden!

Wichtig ist hier:

- der Anstieg des Nitratgehaltes innerhalb eines Wechselintervalls. Realistisch sind hier etwa 10-20 mg/l pro Woche, bei hohem Besatz und starker Fütterung kann es aber auch ein Vielfaches betragen.

- Die Nitratkonzentration des Wechselwassers - in der Regel Trinkwasser aus der Leitung. Laut Trinkwasserverordnung darf es bis zu 50 mg/l Nitrat enthalten, tatsächlich wird dieser Wert in manchen Regionen sogar überschritten

Ich habe mal 2 Beispiele durchgerechnet:

Fall 1: (günstig)

Das Ausgangs Aquarienwasser und das Wechsel-(Leitungs-)wasser enthalten jeweils 20mg/l NO3, der wöchentliche NO3-Anstieg im Becken beträgt 10mg/l.

Bei wöchentlichem Wasserwechsel von 50% pendelt sich der Nitratgehalt im Aquarium nach etwa 5 Wochen Betrieb zwischen 40 mg/l (vor WW) und 30 mg/l (nach WW) ein. Werte, die durchaus auch für empfindliche Fische akzeptabel sind

Fall 2: (ungünstig)

Das Ausgangs Aquarienwasser und das Wechsel-(Leitungs-)wasser enthalten jeweils 50mg/l NO3, der wöchentliche NO3-Anstieg im Becken beträgt 20mg/l.

Bei 2-wöchentlichem Wasserwechsel von 20% Steigt der Nitratgehalt im Aquarium stetig an und pendelt sich nach etwa 20 Wochen Betrieb zwischen 250 mg/l (vor WW) und 210 mg/l (nach WW) ein. Wer möchte das Tieren, die aus Keim- und Schadstoff-armen Gewässern kommen, wie der oben abgebildete Ophthalmotilapia ventralis aus dem Tanganjikasee, zumuten?

Sofern Ihr nicht mit Nitratentfernern, anaerober Filterung oder Osmosewasser arbeitet, gibt es nur einen Weg:

Für empfindliche Fische möglichst große Wasserwechsel - mindestens 40-50% - in wöchentlichen Abständen

Übrigens:

Den Rechner findet Ihr online auf dcg-owl.de und könnt dort mal für Euer Becken selber nachrechnen. Aber erschreckt Euch nicht!

Die Geschichte vom Nitratgehalt und dem Wasserwechsel
Die Geschichte vom Nitratgehalt und dem Wasserwechsel
Blogartikel 'Blog 5500: Die Geschichte vom Nitratgehalt und dem Wasserwechsel' aus der Kategorie: "Nitratgehalt und Wasserwechsel" zuletzt bearbeitet am 22.09.2021 um 15:18 Uhr von ravaka
Kommentare:
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Geschrieben am 13.10.2021 um 12:52 von Valhall
Hallo ravaka!
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Die Denitrifikation, also der Abbau von Nitrat zu gasförmigem Stickstoff durch Reduktion erfolgt nur in einem Sauerstoff-armen bis -freien Milieu, das in der Regel in normalen Topffiltern oder auch Filterbecken nicht gegeben ist.
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Genau darauf zielte ich ab, als ich von Siporax/Biohome etc schrieb, dass diese innere Bereiche mit anaeroben Zonen haben können, wodurch es zur Nitratsenkung (leider aber nicht Phosphatsenkung) kommen kann.
Viele Grüße,
Dirk

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