Ein Malawi Aquarium einrichten
Einrichtungsbeispiele für Malawi-Buntbarsche

Wissenswertes zu Malawisee-Aquarium
Malawi
Der Staat Malawi liegt in Ostafrika. Die einstige englische Kolonie wurde 1964 unabhängig und gilt als eines der ärmsten Länder der Erde. Das Land ist Namensgeber für den angrenzende Grabensee, dem Lake Malawi, der früher als Njassasee bezeichnet wurde.
Malawi ist aber nicht das einzige Land, das an den See grenzt. Die farbenfrohen Buntbarsche stammen auch aus Sambia, Tansania und Mosambik.
Neben dem Abbau einiger Bodenschätze ist im überwiegend landwirtschaftlich geprägten Land, auch der Fang und Handel mit Zierfischen ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden.
Was macht die Faszination dieser Buntbarsche aus?
Ein Malawisee Aquarium mit den Buntbarschen aus dem ostafrikanischen See begeistert seit vielen Jahren die Aquarianer. Mit ihren unterschiedlichsten Farbkleidern gehören sie inzwischen zu den beliebtesten Aquarienfischen, die mit ihrer Maulbrutpflege ein äußerst interessantes Brutpflegeverhalten auch im Aquarium zeigen.
Ein weiterer Grund dürfte das weite Spektrum an unterschiedlichen Verhaltensweisen sein und immer wieder neue Arten, die erstmalig aus Afrika zu uns exportiert werden. Bei einer Auswahl von ca. 450 Buntbarscharten, die bisher den Weg in die Aquarien gefunden haben, dürfte es selbst für die erfahrensten Malawihalter noch immer neue Herausforderungen geben.
Wie sollten Malawi-Cichliden gehalten werden?
Eine Haltung von Zierfischen aus dem Malawisee ist in größeren Aquarien ab ca. 300 Litern möglich. Am besten wird das Malawi Becken als im Biotop-Aquarium betrieben. Zahlreiche Arten erfordern auf Grund ihres Verhaltens aber auch weit größere Behälter, die entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse eingerichtet werden müsssen. Beim Aquarium einrichten für felsenbewohnenden Mbunas ist darauf zu achten, dass zahlreiche Verstecke und Steinaufbauten entstehen, halten sich Utakas und Fischfresser, die auch als Non-Mbunas zusammengefasst werden, bevorzugt über Sandflächen mit viel Schwimmraum auf.
Bei den Wasserwerten herrscht oft der Irrglaube, dass Malawis hartes Wasser brauchen würden. Das stimmt so nicht. Ganz im Gegenteil. Der Malawisee hat eher weiches bis mittelhartes Wasser. Die meisten Arten tolerieren zwar auch Härtegrade über 15, aber die besten Erfahrungen haben Halter gemacht, die ihre Tiere bei einer Gesamthärte zwischen 5 und 15°dGH pflegen. Die Temperatur ist zwischen 24 und 26°C optimal.
Auch bei der Ernährung haben die ansonsten recht robusten Zierfische oft Spezialwünsche: Je nach Gattung muss der Speiseplan rein pflanzlich oder auch mit einem hohen Proteinanteil gestaltet werden. Im Malawisee haben sich absolute Nahrungsspezialisten entwickelt. Diese Spezialisierung ist oft deutlich zu sehen, wie bei den Chilotilapia-Arten an ihren dicken Lippen, die es ihnen ermöglicht, die Felsen im Malawisee auf der Futtersuche regelrecht abzulutschen. Das Malawisee Aquarium muss deshalb so eingerichtet werden, dass es die natürlichen Verhaltensweisen der Buntbarsche ermöglicht.
Auf keinen Fall sollten Malawibuntbarsche mit roten Mückenlarven gefüttert werden. Der Verdauungsapparat der Malawis ist nicht auf diese Futtertiere ausgerichtet. Die Folge können Darmerkrankungen und sogar der Tod der Tier sein.
Sind Malawibuntbarsche nur etwas für Profis?
Bei der Beachtung einiger grundsätzlicher Regeln sind die meisten Arten aus dem Malawisee auch für eine Haltung durch Aquaristik-Anfänger geeignet.
Eine Herausforderung stellen oft die spezifischen Ansprüche an die Wasserwerte dar. Obwohl das Wasser im Malawisee recht weich ist, weist es einen hohen pH-Wert von über 7.5 auf. Optimal für die Haltung ist ein unbedingt stabiler Wert bei ca. pH 8. Dazu sollt das Wasser möglichst keimarm und sauerstoffreich sein. Das kann zum einen durch regelmäßige große Wasserwechsel erreicht werden. Bewährt hat sich der wöchentliche Wasserwechsel von ca. 50%. Um die Keimdichte gering zu halten, verwenden Aquarianer auch oft einen UV-Klärer. Für die Sauerstoffanreicherung empfielt sich eine Strömungspumpe, die die Wasseroberfläche gut bewegt und damit für einen erhöhten Gasaustausch sorgt.
Da Malawi-Cichliden einen hohen Stoffwechsel haben, ist eine gute Filterung notwendig. Erfahrungen zeigen, dass gut doppelt so groß dimensioniert werden sollte, wie es die Hersteller für ihre Filterprodukte empfehlen.
Wenn sich ein Einsteiger dann auch noch ausführlich damit beschäftigt, welche Arten in welcher Aquariengröße zusammenpassen und wie das Becken entsprechend eingerichtet werden muss, um die Ansprüche der jeweiligen Art zu erfüllen, kann sich auch ein Anfänger an die Einrichtung eines Malawiaquariums wagen.
Beliebte Fischarten aus dem Malawisee
Die meisten Cichliden aus dem Malawisee kommen nur dort vor. Es gibt allerdings einige wenige Ausnahmen wie die Arten der Gattung Astatotilapia, die trotzdem sehr gut im Malawi Aquarium gehalten werden können.
Wer zusätzlich Welse im Malawiaquarium halten will, sollte auf die zahlreichen ostafrikanischen Synodontis-Arten zurückgreifen. Besonders interessant sind dabei Synodontis multipunctatus, die auch mit größeren Non-Mbunas nachgezüchtet werden können. Ungeeignet, aber leider oft zu finden sind Antennenwelse. Die eingesetzt werden, um den Algenaufwuchs zu fressen und so zum Beispiel das Lochgestein weiß zu halten. Das funktioniert allerdings nicht. Die Haltungsbedingungen der Südamerikanischer sind in einem Malawibecken nicht erfüllbar.
Exoten im Malawiaquarium sind die blaue Malawikrabbe (Potamonautes lirrangensis), die bisher nur recht selten gehalten wird oder der Malawi-Aal.
Bei der Vergesellschaftung der Buntbarsche aus dem Malawisee sollte immer darauf geachtet werden, dass sie auf keinen Fall alle das gleiche Verhalten oder gleiche Ansprüche haben. Grundsätzlich ist es empfehlenswert nur solche Tiere gemeinsam zu halten, die die gleichen Nahrung benötigen. Das führt in der Praxis dazu, dass Mbunas und Nons recht strickt getrennt gehalten werden.
Problematisch bei der Planung des Besatzes kann sein, dass es zwischen zahlreichen Arten zur Hybridisierung kommen kann. Gezielt genutzt wurden solche Kreuzungen durch Züchter, die neue Arten, wie den Firefish erschaffen wollten, um zum Beispiel rote Farbanteile zu betonen. Solche Züchtungen werden von Malawiprofis meist kritisch beäugt oder komplett abgeleht.
Malawi Barsche
Gerade die Maulbrüter aus dem Malawisee stehen oft als Prototyp für den Barsch. Dabei gibt es im ganzen See keine Barsche. Bei allen in der Aquaristik gängigen Arten handelt es sich um Buntbarsche, bzw. genauer um Cichliden. Buntbarsche sind also keine Barsche und mit den echten Barschen nicht einmal nahe verwandt.
Wie wird ein Malawi Aquarium eingerichtet?
Biotopgerecht bepflanzt werden kann ein Malawisee Aquarium mit Vallisneria. Nicht ganz biotopgerechet, aber möglich, ist eine Bepflanzung mit Anubias.
Wenn es um das Einrichten eines Aquariums für Malawibuntbarsche möglichst nahe an den natürlichen Verhältnissen im Malawisee geht, ist es in der Regel zu empfehlen, mit einer Strömungspumpe die Wasserbedingungen an den steilen, felsigen Uferzonen nachzuahmen.
Bei der naturnahen Einrichtung eines Malawi Beckens hat sich in den letzten Jahren ein Trend entwickelt: Aquarien werden nicht mehr mit Lochgestein dekoriert, sondern mit Gesteinsbrocken, die so auch im Malawisee die Uferregionen bilden könnten. Sehr beliebt ist die Gestaltung der Riffbereiche mit Basaltsteinen oder küstlichen Steinen, z.B. von Rockzolid. Auf diese Weise wird ein Malawi-Aquarium geschaffen, das den Buntbarschen einen Lebensraum bietet, der ihrem natürlichen Habitat sehr genau entspricht.
Weniger gut als Dekomaterial im Malawibecken geeignet sind Lavasteine, da sich die Tiere sehr leicht an der rauen Oberfläche verletzen können. Die Steine können aber abgeschliffen und so für die Deko verwendet werden.
Jungtiere im Malawi-Becken
Wenn die Cichliden nicht gerade als Männer-WG gehalten werden, lässt sich kaum verhindern, dass sich die Maulbrüter fortpflanzen. Bei einem Besatz mit Felscichliden überleben auch immer einige Jungtiere und wachsen zusammen mit dem bestehenden Aquariumfische aus dem Malawisee heran. Es ist nur dann nötig, ein Aufzuchtbecken anzuschaffen, wenn gezüchtet werden soll und die Zahl der Jungfische optimiert werden muss.
Bei einem Besatz mit Non-Mbunas oder Räubern kommt nur ganz selten Nachwuchs durch, da er in der Regel von den adulten Tieren gefressen wird. Wer Jungfische aufziehen möchte, kommt in einem solchen Fall nicht um eine Aufzuchtanlage herum.
Häufig gestellte Fragen zum Malawiaquarium
Was ist ein Malawiaquarium?
Ein Malawiaquarium ist ein Süßwasseraquarium, das den natürlichen Lebensraum der Buntbarsche aus dem Malawisee möglichst authentisch nachbildet. Charakteristisch sind eine felsige Einrichtung, klares Wasser und eine auf die Bedürfnisse der Malawibuntbarsche abgestimmte Technik.
Welche Fische eignen sich für ein Malawiaquarium?
Für ein Malawiaquarium eignen sich vor allem Buntbarsche aus dem Malawisee. Besonders beliebt sind Arten aus den Gruppen Mbuna, Utaka und Non-Mbuna, da sie an ähnliche Wasserwerte angepasst sind und sich bei sorgfältiger Auswahl gut miteinander vergesellschaften lassen.
Wie groß sollte ein Malawiaquarium sein?
Ein Malawiaquarium sollte möglichst groß gewählt werden, da viele Malawibuntbarsche revierbildend sind und ausreichend Schwimmraum benötigen. Für die meisten Arten gelten Aquarien ab etwa 300 Litern als sinnvoll, während größere Arten deutlich mehr Platz benötigen.
Welche Wasserwerte sind für Malawibuntbarsche ideal?
Malawibuntbarsche bevorzugen hartes, mineralstoffreiches Wasser mit einem alkalischen pH-Wert zwischen etwa 7,5 und 8,5. Die Wassertemperatur liegt idealerweise zwischen 24 und 26 Grad Celsius.
Wie sollte ein Malawiaquarium eingerichtet werden?
Ein Malawiaquarium sollte mit zahlreichen Felsen, Steinaufbauten und Höhlen ausgestattet sein, damit die Tiere Reviere bilden und sich zurückziehen können. Offene Schwimmflächen ergänzen die Einrichtung und sorgen für ausreichend Bewegungsfreiheit.
Brauchen Malawibuntbarsche Pflanzen?
Die meisten Malawibuntbarsche benötigen keine Pflanzen, da ihre natürlichen Lebensräume oft nur spärlich bewachsen sind. Robuste Pflanzen können dennoch verwendet werden, wenn sie fest befestigt werden und mit den Wasserwerten zurechtkommen.
Welche Steine eignen sich für ein Malawiaquarium?
Für ein Malawiaquarium eignen sich stabile Natursteine wie Lochgestein, Kalkstein oder Granit. Wichtig ist, dass die Steine sicher auf dem Aquarienboden stehen und nicht verrutschen können.
Wie oft sollte das Wasser gewechselt werden?
Ein regelmäßiger Wasserwechsel von etwa 30 bis 50 Prozent pro Woche trägt dazu bei, die Wasserqualität dauerhaft hoch zu halten. Die genaue Menge hängt vom Fischbesatz, der Fütterung und der Filterleistung ab.
Welcher Bodengrund ist für ein Malawiaquarium geeignet?
Feiner bis mittelkörniger Sand eignet sich besonders gut als Bodengrund, da viele Malawibuntbarsche gerne im Substrat graben oder nach Nahrung suchen. Scharfkantiger Kies sollte vermieden werden, um Verletzungen auszuschließen.
Wie wichtig ist die Filterung?
Eine leistungsstarke Filterung ist in einem Malawiaquarium besonders wichtig, da die Fische vergleichsweise viel Stoffwechselprodukte produzieren. Ein ausreichend dimensionierter Filter sorgt für stabile Wasserwerte und unterstützt das biologische Gleichgewicht.
Können verschiedene Malawibuntbarsche zusammen gehalten werden?
Viele Arten lassen sich gemeinsam pflegen, wenn ihre Ansprüche an Wasserwerte, Ernährung und Verhalten ähnlich sind. Eine sorgfältige Auswahl verhindert übermäßige Aggressionen und unnötigen Konkurrenzdruck.
Wie viele Fische sollten in einem Malawiaquarium gehalten werden?
Die optimale Besatzdichte hängt von der Aquariengröße und den gepflegten Arten ab. Ein durchdachter Besatz reduziert Revierkämpfe und trägt zu einem stabilen Sozialgefüge bei.
Was fressen Malawibuntbarsche?
Die Ernährung richtet sich nach der jeweiligen Art, da es sowohl Pflanzenfresser als auch Allesfresser und räuberisch lebende Arten gibt. Das Futter sollte daher immer auf die natürlichen Ernährungsgewohnheiten der gepflegten Fische abgestimmt werden.
Warum graben Malawibuntbarsche den Bodengrund um?
Das Graben gehört zum natürlichen Verhalten vieler Malawibuntbarsche. Die Tiere legen Reviere an, bauen Laichplätze oder suchen im Sand nach Nahrung.
Sind Malawibuntbarsche aggressiv?
Viele Malawibuntbarsche zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten, insbesondere während der Fortpflanzungszeit. Durch ausreichend Platz, passende Vergesellschaftung und eine strukturreiche Einrichtung lassen sich Konflikte jedoch deutlich reduzieren.
Kann man Garnelen oder Schnecken mit Malawibuntbarschen halten?
Die gemeinsame Haltung ist meist nicht empfehlenswert, da Garnelen und viele Schneckenarten als Nahrung betrachtet oder durch das Verhalten der Buntbarsche verletzt werden können. Größere Schnecken können zwar gelegentlich funktionieren, sind aber ebenfalls nicht immer sicher.
Wie vermehren sich Malawibuntbarsche?
Die meisten Malawibuntbarsche sind Maulbrüter. Nach der Eiablage nimmt das Weibchen die Eier ins Maul auf und entlässt die vollständig entwickelten Jungfische erst nach mehreren Wochen.
Wie lange leben Malawibuntbarsche?
Je nach Art und Haltungsbedingungen können Malawibuntbarsche ein Alter von etwa acht bis fünfzehn Jahren erreichen. Eine ausgewogene Ernährung, gute Wasserqualität und eine artgerechte Haltung fördern eine hohe Lebenserwartung.
Welche Beleuchtung ist für ein Malawiaquarium sinnvoll?
Eine moderne LED-Beleuchtung mit einer täglichen Beleuchtungsdauer von etwa acht bis zehn Stunden ist für die meisten Malawiaquarien vollkommen ausreichend. Die Beleuchtung dient vor allem der Beobachtung der Tiere und unterstützt gegebenenfalls vorhandene Pflanzen.
Ist ein Malawiaquarium für Anfänger geeignet?
Ein Malawiaquarium kann auch von Einsteigern erfolgreich betrieben werden, wenn sie sich vor der Anschaffung intensiv mit den Ansprüchen der Fische beschäftigen. Wer auf passende Wasserwerte, einen geeigneten Besatz und regelmäßige Pflege achtet, kann Malawibuntbarsche langfristig erfolgreich halten.











