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Wasser?!? Chemie oder doch Biologie

Wasser?!?  Chemie oder doch Biologie

Weder in tropischen Gewässern, noch in klarem Leitungswasser sieht man mit bloßem Auge, welche chemischen und organischen Substanzen darin enthalten sind. In allen verschiedenen Arten von Wasser und Gewässern, sind andere Wasserwerte vorhanden, und somit auch für die Fische optimal. Gute Wasserwerte geben nicht nur den Fischen ein besseres Lebensumfeld, sondern auch Microorganismen und Pflanzen sind davon positiv oder auch negativ betroffen. Darum ist eine entsprechende Wasseraufbereitung unerlässlich. Dies fängt schon bei der Wasserbeschaffung an. Während in Deutschland meist Trinkwasser aus der Leitung kommt, welches unbedenklich für das Aquarium ist, so können auch Rohre aus Blei, Kupfer oder Zink im Haus verbaut sein, welche die Wasserqualität beeinflussen

Wasserwerte im Überblick

Leitfähigkeit (LW):

200 bis 5000 µS/cm Süßwasser

und

Meerwasser > 40000 µS/cm

Die elektrische Leitfähigkeit ist ein Summenparameter für gelöste Stoffe. Die Größe der Leitfähigkeit hängt von der Konzentration und dem Dissoziationsgrad der Ionen sowie von der Temperatur und der Wanderungsgeschwindigkeit ab. Über die Art der Ionen selbst

kann eine Messung der Leitfähigkeit keine Aussage machen.

Trotzdem kann man exakte Rückschlüsse von der Leitfähigkeit auf die Konzentration gelöster Elektrolyte ziehen, wenn die Ionen

Zusammensetzung bekannt ist.

Verschiedene Leitwerte in Mikrosiemens

Destilliertes Wasser ca. 0 bis 5 µS

Osmose Wasser ca. 5 bis 15 µS

Regenwasser ca. 80 bis 120 µS

Trinkwasser ca. 200 bis 700 µS

Natürliche Gewässer ca. 200 bis 5000 µS

Seewasser über 40000 µS

Carbonathärte (KH):

Die Carbonathärte ist eine oft fehlinterpretierte Größe, die manchmal (fälschlicherweise) mit dem Kalkgehalt des Wassers gleichgesetzt

wird. Dabei ist sie durchaus wichtig, da sie bei ausreichender Höhe Schwankungen im Säure Basen-Haushalt des Wassers puffert.

Eine KH unter 4 °d ist kritisch, weil es hinsichtlich des Säure/Basen-Haushaltes sehr instabil sein kann.

Vor allem in besonders "sauberen" mulmarmen Aquarien kann es schnell zu einem sogenannten Säuresturz kommen.

--> also ein gewisser Anteil an Mulm gehört dahin wo er ist im Becken

Gesamthärte (GH):

Die Gesamthärte ist ein (indirektes) Maß für den Anteil der im Wasser gelösten Mineralstoffe (Salze).

Reines Wasser (z. B. OsmoseWasser) ist absolut salzfrei. In solchem Wasser können keine Lebewesen leben.

Die Gesamthärte Ihres Leitungswassers erfahren Sie von Ihrem Wasserversorger oder können von Ihnen selbst gemessen

werden. Der Gesamtsalzgehalt lässt sich nur mit einem elektrischen Leitwertmessgerät bestimmen. Der elektrische Leitwert ist die Größe für den Salzgehalt, während die GH eine alte Größe ist, mit der der Anteil der im Wasser enthaltenen Erdalkali-Ionen (Calcium, Magnesium, Strontium,

Barium u. a.) bezeichnet wird (gemessen werden mit den handelsüblichen Tests sogar nur die Calcium- und Magnesium-Ionen, die

ca. 80 % der Kationen natürlicher Wässer ausmachen). In der Aquaristik ist die alte Einheit Deutsche Grad [°d] gebräuchlich (sehr veraltet ist Grad Deutsche Härte [°dH]).

Säuregrad (PH):

Der pH-Wert bezeichnet, wie basisch oder sauer eine Flüssigkeit ist. Bei pH 7 ist sie neutral (grüner Indikator), über 7 ist sie alkalisch (blauer Indikator),unter 7 ist sie sauer (roter-Indikator).

pH ist die Abkürzung für potentia hydrogenii. Es wird mit ihm das

Gewicht der Wasserstoffionen (H+) in einem Liter Wasser bei 20 °C im Verhältnis zu dem der Hydroxylionen (OH-) angegeben.

Bei alkalischem Wasser sind mehr OH- -Ionen enthalten. Bei saurem Wasser nimmt die Anzahl der H+-Ionen dagegen zu, weshalb der kleiner werdende Nenner für einen kleineren pH-Wert sorgt. Es ist wenig aussagekräftig, den pH-Wert des Leitungswassers zu bestimmen. Von

Seiten des Wasserwerkes wird jedes Leitungswasser auf einen leicht alkalischen Wert gebracht (je nach Wasserbeschaffenheit

entweder mittels kräftiger Belüftung, was zu einem Austreiben der Kohlensäure führt, oder durch Zufügen alkalisch reagierender Substan-

zen wie NaOH oder Ca(OH)2). Dies dient dem Schutz des Leitungsnetzes vor Korrosion (selten wird mit H2SO4 angesäuert).

Im Aquarium wird sich der Wert ändern, da hier viele biologische und chemische Prozesse ablaufen oder sogar Kohlendioxid gezielt eingebracht wird.

Ammonium/Ammoniak NH4+/NH3

maximal 0,5 mg/l, optimal < 0,1 mg/l Ammonium ist ein Ausscheidungsprodukt der Fische, welches mit dem Urin über die

Nieren, aber auch kontinuierlich über die Kiemen abgegeben wird. Das Ammonium ist nicht besonders schädlich. Es reagiert jedoch

mit alkalischem Wassers zu Ammoniak und Wasser. Ammoniak wiederum ist hochgiftig. Daher sollte (vor allem bei alkalischem

Wasser) die Konzentration von Ammonium/Ammoniak nicht zu hoch sein.

Verhindern kann man zu hohe Ammonium-/Ammoniak-Konzentrationen durch eine gut entwickelte Population an Filterbakterien und regelmäßige Wasserwechsel.

Nitrit NO2

maximal 0,2 mg/l, optimal < 0,1 mg/l Nitrit ist eine giftige Stickstoffverbindung,

welche stets gut kontrolliert werden sollte! In einem eingefahrenen Aquarium oder Teich ist Nitrit nur in sehr geringem Maße

vorhanden. Es entsteht bei der Nitrifikationals bakterielles Stoffwechselprodukt aus Ammonium/Ammoniak und wird weiter zu

Nitrat umgebaut. Lediglich bei Neueinrichtung eines Beckens,

bei Störungen oder Reinigung des Filters bzw. bei Austausch des Bodengrundes kann es zu gefährlichen Nitritwerten kommen.

Zu Problemen kommt es manchmal in kleinen und überbesetzten Aquarien, wo der Filter entweder nicht ausreichend groß ist oder zu oft gereinigt wird und daher mit der anfallenden Menge an Ammonium und Nitrit nicht fertig wird.

Nitrat NO3

maximal 50 mg/l, optimal < 25 mg/l Nitrat, in den meisten Aquarien Endprodukt der Stoffwechselkette Ammonium/Ammoniak - Nitrit - Nitrat, ist eine vergleichsweise harmlose Stickstoffverbindung. Nitrat wird von den

meisten Pflanzen als Nährstoff aufgenommen und ist bis zu einer Konzentration von ca.30 mg/l für die meisten Fische völlig

ungefährlich. Höhere Konzentrationen sollten aber vermieden werden. Die beste Hilfe gegen zu hohe Konzentrationen ist der regelmäßige

Wasserwechsel mit frischem Wasser, eine gute Filterbesiedelung mit Mikroben und viele Pflanzen bei sparsamem Besatz.

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