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Blogartikel 'Neetroplus nematopus – Arbeiter-Tropheus' von Benjamin Hamann

Userbild von Benjamin Hamann
Aquarianer seit: 
1998


Neetroplus nematopus – Arbeiter-Tropheus

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Ich möchte, heute einen Buntbarsch der besonderen Art vorstellen. Ich selbst habe ihn schon einmal gepflegt in meiner Anfängerzeit. Er ist bis heute nicht aus meiner Erinnerung verschwunden, wohl gerade weil, er so speziell ist.
Die folgende Beschreibung setzt sich aus eigenen Erfahrungen und Literaturrecherchen zusammen.

Nomenklatur:

Der im Titel angegebene Gattungsname besteht nach einer Revision nicht mehr. Heute wird der einst monotypische „nematopus“ mit dem ehemaligen Cichlasoma nicaraguensis, in der Gattung Hypsophyrs geführt. Die einstige Beschreibung und Einordnung in die Gattung Neetroplus, beruhte noch auf der Tatsache, das Ichthyologen früher anhand von Zahnformen zuordneten. Ob die neue Einordung sinnvoll scheint, lass ich hier mal offen. Man muss aber dazu sagen, das sich die zwei Arten in bestimmten Merkmalen schon gleichen, jedoch aber auch erhebliche Unterschied vorhanden sind. Ich werde mich im weiteren an den „alten“ Namen halten, auch aus dem Grund, dass er sich einfach „besser anhört“ ;-)

Vorkommen:

Den „nematopus“ findet man in den mittelamerikanischen Ländern Nicaragua und Costa Rica. Hier bewohnt er sowohl Flüsse als auch Kraterseen. Die Biotope, sind meist felsenreich bzw. stark strukturiert mit einem Sand/Geröll Boden. Das Wasser in diesen Habitaten ist mittel- bis stark- alkalisch und hart.
Die Temperaturen variieren je nach Biotop zwischen 22°C-32°C. Die Art benötigt sehr sauerstoffreiches und SAUBERES Wasser. Bei schlechten Bedingungen versuchen die Fische auch aus dem Becken zu springen um den schlechten Verhältnissen zu entkommen.

Aussehen:

Es handelt sich hier um einen Fisch, der wahrscheinlich nicht unbedingt durch seine Farbigkeit besticht. Eine grau-braune Grundfarbe bedeckt den Körper. Die Streifenzeichung ist je nach Gemüt mehr oder weniger stark ausgeprägt, je nach Stimmung, häufig ist aber auch nur ein schwarzer Streifen in der Körpermitte zu sehen. Dieser ist jedoch nicht durchgängig bis in die Flossen. Das wahre „Wunder“ kann man dann in der Brutzeit erleben. Das Farbkleid, kehrt sich komplett um. Weibchen wie Männchen (je nach Abschnitt der Brutpflege!) zeigen dann einen komplett dunkelgrauen bis schwarzen Körper, in dessen Mitte ein weißes Band den ehemals schwarzen Streifen ersetzt.
Es handelt sich hier um einen relativ lang gestreckten Fisch mit kompakter kräftiger Gestalt. Beide Geschlechter neigen zur „Buckelbildung“ (dürfte sich je nach Herkunftsort aber auch unterscheiden???), wobei dieser beim Männchen stärker ausgeprägt ist. Laut Literatur wird er im männlichen Geschlecht bis zu 11cm groß.
Ergänzung von mir: Meine beiden Männchen waren größer als laut Literaturangabe. Ca. 13 -15 cm dürften es gewesen sein, mit stark ausprägten Buckeln. Wer einmal die Chance hat den Fischen in die Augen zu schauen, wird begeistert sein. Die Farbe der Iris erscheint je nach Lichteinfall in allen irisierenden Regenbogenfarben! Auch die roten Zähne sind ein kleines „Schamkerl“ ! ;-)

Erhänzung von Falk: DIe Tiere werden mindestens 15cm groß!!!! ...also nicht unbedingt an den Literaturangaben orientieren!

Fressverhalten:

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich hierbei um Aufwuchsfresser. Zumindestens haben sie die anatomischen Vorraussetzungen. Jetzt kommt jedoch das interessante einmalige: Es wird auch ein Putzerverhalten beobachtet! So werden weitaus größere Vieja sp., Parachromis managuense usw. wie von ihren „Kollegen“ im Meerwasser geputzt. Dieses opportunistische Verhalten weitet sich aber noch weiter aus. So ist es nicht unüblich, das es zu „Parasitismuss“ kommt. Augen und Schuppen anderer Fische, sind dabei beliebte Ziele (in meinem Becken, hatten alle Panzerwelse keine Augen mehr!!! auch wurde eine aus Unwissenheit eingesetzte Gruppe von Neons über Nacht halbiert! Und das ist wörtlich zu nehmen – am nächsten morgen schwammen nur noch Hälften der Neons an der Wasseroberfläche!!!). Jedoch können diese Fische sehr wohl zwischen Freund und Feind unterscheiden. Bei großen Räubern (Parachromis dovii) ist ein Putzerverhalten nicht zu beobachten.
Somit, kann man eigentlich nur festhalten, dass „nematopus“ vielfältig in der Nahrungsbeschaffung ist. Das typische Aufwuchsfressen, lässt sich im Aquarium meist nur beobachten, wenn andere Futtergaben ausbleiben!

Aggressionsverhalten/Brutverhalten:


Ein weiterer Punkt, warum mir dieser Fisch in Erinnerung geblieben ist, ist das große Aggressionspotential. Dieser kleine Fisch gehört wohl mit Abstand zu den aggressivsten kleinen „Biestern“ die es gibt. Als gleichwertig, kann man hier Amphilophus citrinellus nennen. Selbst gegen diesen Gegner (30 – 40 cm!!!), mit dem er syntop vorkommt, kann er sich behaupten, wenn es um Junge, Revier und Brut geht.
Wir haben es hier also mit einem Höhlenbrüter zu tun, der seine Jungen aufopferungsvoll pflegt (bis zu zweieinhalb!!! Monate!!!!). Dabei, wird nicht wie bei anderen Buntbarschen nur das Revier verteidigt, nein es kann sogar vorkommen, das andere Fische die nicht in Sichtweite aber im Revier sind, bewusst gesucht werden und bei mangelnden Ausweichmöglichkeiten im Becken getötet werden, bis nur noch das brutpflegende Pärchen übrig bleibt. Hieraus erkennt man schon, welch enormen Platzanspruch ein Paar hat! Nicht nur, das sie für ihre Größe sehr große Reviere besetzen, nein sie verteidigen dieses und die Brut auch noch sehr sehr stark gegen andere Tiere. Die Paarverteidigung sieht dabei so aus, dass das Männchen frontale Attacken ausführt und das Weibchen die Seiten der Fische in Angriff nimmt. Grundsätzlich lässt sich sagen, das die Brut durch dieses extrem aggressive Vorgehen gegen Feinde sehr gut geschützt ist. Man fühlt sich genötigt zu sagen, wenn sie Eier legen, werden diese auch durchkommen!!! Ansonsten verläuft die Brutpflege nicht anders als bei anderen Buntbarschen.
Wie die optimale Haltung dieser Cichliden aussieht, kann ich jedoch nicht genau sagen. So bilden in der Natur die Jungtiere große Kolonien während adulte Tiere alles attackieren was ihnen in die Quere kommt.
So empfiehlt sich eigentlich eine Paarhaltung in Becken ab 200L( wobei eher 1, 20 x 50 die bodenfläche sein sollte!!!). Erst bei viel größeren Becken, denke ich macht eine Vergesellschaftung Sinn.
Ob jedoch auch eine Gruppenhaltung mit relativ hoher Besatzdichte zum Erfolg führen kann wie es bei Tropheus Arten der Fall ist, kann ich nicht sagen, ich hatte noch keine Chance die Tiere so zu halten.

Abschließende Betrachtung:

Es ist ein „ Infant terrible“, das als graues Mäuschen daher kommt aber aufgrund seines enorm sozialen Brutpflege- und Sozialverhaltens wirklich ansprechend ist! Natürlich muss man etwas mehr Erfahrung haben in der Haltung von Buntbarschen und entsprechend große Aquarien zur Verfügung stellen aber dann macht selbst die Haltung dieses auf den ersten Blick unscheinbaren Fisches Spaß. Eine wahre Empfehlung für jeden, der eine Fischpersönlichkeit sucht.
Es muss kein Piranha als Statussymbol sein…es gibt auch kleinere Giftzwerge! ;-) 

Wenn jemand noch ergänzende Erfahrungen gemacht hat oder gute Infoquellen zu diesem Fisch kennt, würde ich mich freuen, wenn ihr sie als Kommentar darunter setzt! Leider gibt es im Netz nicht so sehr viel! Auch Beispiele zur Vergesellschaftung sind gern gesehen!

lg benni

Links:

Pärchen in der Natur:
http://www.youtube.com/watch?v=hGJs3JamQqQ

300L Becken mit Neetroplus nematopus:
http://www.youtube.com/watch?v=1DKV2YLITV4
http://www.youtube.com/watch?v=He7xH4WwDrs&feature=related


Bilder:
 
Neetroplus nematopus – Arbeiter-Tropheus
Neetroplus nematopus – Arbeiter-Tropheus
Neetroplus nematopus – Arbeiter-Tropheus
 
Blogartikel 'Blog 3367: Neetroplus nematopus – Arbeiter-Tropheus' aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet von Benjamin Hamann am 22.01.2011 um 14:18 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 17.06.2010 um 14:53 von Benjamin Hamann
Danke für deine Ergänzungen!!! ...werde ich später noch in den Blog einfließen lassen!

Das mit der Endgröße, habe ich z.B. dem Mergus entnommen!

Gut das du es erwähnst, werde ich nochmal explizit aufführen!

lg benni
 
 
Geschrieben am 17.06.2010 um 14:46 von Falk
noch was ...
der barsch wird nicht !! unter 15cm groß, wer 10cm sagt , hat sich gewaltig vertan....

***
 
 
Geschrieben am 17.06.2010 um 14:45 von Falk
Hi benny

Nun , ich traue mir zu sagen , das 200l eine relative Konstanta sind , eher ein becken mit langem Kantenmaß...
je weniger tief das becken ist , so "doller" wir das reviergehabe des Männchens ...soll sagen eine Grundfläche von 1,2 x 0,6m sind eine Mindestvorraussetzung...aber das ist meine meinung...
jedenfalls sollte die Heimathöhle auch sehr lang gestreckt sein,sonst kommt es nicht zur Brut.

Was übrigens hier noch zu erwähnen ist...die Eier sind nicht haftend und glasklar ,eine seltene Gegebenheit bei den Cichlasomavertretern...

Auch wird mal das Becken umgeackert , wenn es mit dem grubenlaichen nicht passt !!! sollte man dran denken..

fazit meinerseits:

kein zu kleines Becken,welches mehrere überdachten Längsschlitze zwischen unter Wurzeln oder Steinen haben sollte..

Ansonsten sehr schön gemacht , dieser Blog !!!

Gruß falk
 
 


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