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Artentafel - Melanochromis sp. "northern blue"

Artentafel - Melanochromis sp. "northern blue"
Lebensraum

Melanochromis sp. „northern blue“ lebt bevorzugt in den Übergangszonen der Nordostküste (Tanzania), welche er, den verschiedenen Mbuna-Gemeinschaften folgend, ständig durchwandert. Er wird in der sedimentärmeren genauso wie in der bereits sehr sedimentreichen Übergangszone angetroffen.


Wassertiefe der NorthernBlue-Habitate

Die Habitate von M. sp. „northern blue“ liegen in einer Wassertiefe zwischen 10 und 25 Meter. Gelegentlich ist die Art aber, auf der Jagd nach Mbuna-Jungfischen, auch bis ins seichte, lediglich 5 Meter tiefe Flachwasser anzutreffen.


Ernährung

Der Northern Blue ist zwar ein omnivorer Cichlide, jedoch mehr Räuber als Pflanzenfresser. Die Art ist meist in und um Mbuna-Gemeinschaften zu beobachten, wo sie Jagd auf deren Jungtiere macht. Immer wieder werden auch Algen und Wirbellose aus dem Aufwuchs gepickt, was allerdings in einer eher primitiven und wenig effizienten Art und Weise geschieht (kein Spezialist).

Sind im Sediment wühlende Cichliden zugegen, wird der NorthernBlue vom aufgewirbelten Sediment stark angelockt und er macht den Gräbern die freigelegten Wirbellosen streitig.


Besonderheiten

Die Art gilt als selten und dementsprechend als Rarität im Aquaristik-Fachhandel. Dies hat aber vorwiegend damit zu tun, dass die Tiere als einzelgängerische Wanderer leben und nicht in grossen Populationen befischt werden können.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren „Red List“ geführt, weshalb bislang noch keine Aussage über den aktuellen Gefährdungs-Status gemacht werden kann.


Verhalten

Melanochromis sp. „northern blue“ ist nicht sesshaft und zieht dauernd durch sein Biotop – immer auf der Suche nach Mbuna-Gemeinschaften, deren Nachwuchs er nachstellen kann. Die Art lebt absolut einzelgängerisch und wurde bis anhin nie in Gruppen angetroffen.

Das Wanderleben des NorthernBlue schliesst ein Territorial-Verhalten weitestgehend aus. Die Männchen sind aber übers ganze Jahr balzaktiv.

Aufgrund der durch das Wanderleben resultierenden geringen Populationsdichte besteht für die aktiven Böcke keinen Anlass, aussergewöhnlich territorial sein zu müssen (tiefes Konkurrenz-Niveau). Balzaktive Männchen, welche auf ihrem Weg möglichen Partnerinnen begegnen, suchen sich ganz kurzfristig eine geeignete Stelle (kleine Höhle, Nische an einem Felsen) und verteidigen diese als ihr Revier. Wenn das ausgemachte Weibchen kein Interesse zeigt, wird das Kurzzeit-Revier sofort wieder aufgegeben (typisch für viele Melanochromis-Arten). Während des Ablaichens werden Artgenossen sowie auch artfremde (teilweise viel grössere) Tiere sehr aggressiv vertrieben.


Populationen

Melanochromis sp. „northern blue“ existiert nicht in mehreren unabhängigen Populationen – er durchwandert vor allem die Mbuna-Gemeinschaften zwischen Nkanda und Lupingo, ist aber auch etwas südlicher zwischen Lupingu und Lundu anzutreffen.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium sollte ein möglichst geräumiges Becken mit vielen Felsen, Spalten und Höhlen zur Verfügung gestellt werden, um einerseits unterlegenen Tieren Zuflucht zu bieten und um andererseits auch Raum für die Balzaktivitäten bereit zu stellen. Die Gestaltung einer hohen Felsbarriere im Hintergrund hat sich hier als ideal erwiesen. Der Vordergrund darf ruhig sandig sein, sollte aber aus Sichtschutz-Gründen von einzelnen grössere Felsen durchzogen sein. Sehr wichtig ist aber, dass darauf geachtet wird, dass immer noch genügend freier Schwimmraum vorhanden ist.

Melanochromis sp. „northern blue“ kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 150 Zentimeter gewährleistet wird. Es ist sehr empfehlenswert, aufgrund der erhöhten innerartlichen Aggressivität dieser Art, die Tiere immer nur in grösseren Harems (1m/mind. 3-4w) zu pflegen. Eine Gruppenhaltung würde nicht dem einzelgängerischen Charakter der Tiere entsprechen. Auf Beibesatz sollte nicht verzichtet werden - die Vergesellschaftung mit anderen Arten führt nämlich dazu, dass die Aufmerksamkeit des dominanten Bockes etwas von seinen Artgenossinnen abgelenkt wird, und die Weibchen somit nicht dauernd unter Druck stehen.


Vergesellschaftung

Vergesellschaftet sollte grundsätzlich nur robusten und durchsetzungsfähigen Arten, welche sich ebenso omnivore ernähren wie der NorthernBlue. Im Gegensätz zu den meisten Mbunas ist eine Vergesellschaftung mit robusten Non-Mbunas respektive Utakas, aufgrund des hohen tierischen Nahrungsanteil, denkbar.

mögliche omnivore Mbunas:
>> Iodotropheus-Arten
>> Melanochromis-Arten
>> einige Pseudotropheus-Arten (z.Bsp. Ps. crabro)

mögliche Non-Mbunas / Utakas:
>> Protomelas-Arten
>> Copadichromis-Arten
>> Sciaenochromis-Arten


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von M. sp. „northern blue“ werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines NorthernBlue-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> Dennerle trocal color plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
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