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Blogartikel 'Besatzdichte im Aquarium' von Kerstin Bake

Offline (Zuletzt 01.01.2013)BlogBeispielWebKarte
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Ort / Land: 
27711 Osterholz-Scharmbeck / Deutschlend
Aquarianer seit: 
1976-1992 nach langer Pause wieder seit 2001


Besatzdichte im Aquarium

 
Das leidige Problem nicht nur für Anfänger, wieviel Fisch darf in mein Becken!

Grundsätzlich gilt je weniger desto besser. Also ein Artbecken anstelle einer Fischsuppe. Die gescholtene Regel von 1 cm Fisch (Endgröße) auf 1 Liter Wasser (brutto) oder auch netto also Sand und Deko von der Bruttoliterzahl abrechen ist natürlich veraltet! Das weiß ich auch! Die Natur kann man nicht berechnen! Schönes Argument, stimmt auch! Trotzdem breche ich eine Lanze dafür, ein Maß anzulegen, um eben beim Besatz MAß halten zu können. Ich habe noch keine Literatur gefunden, in der steht ein Neon braucht 3 Liter Wasser, ein Platy 5 und eine Saugschmerle 50 Liter. Und doch müssen Grenzen bei der Vergesellschaftung von Fischen gesetzt werden. Es reicht halt nicht für die Beckengröße das ein 80 cm Becken (72 Liter) üblicherweise für ein 5 cm Fischchen ausreicht, wenn dann 30 Rote Neon und 1 Paar Antennenwelse gehalten werden. Die Literregel ist nicht überholt weil die Technik besser geworden ist, sondern weil Tierschutzgesichtspunkte mittlerweile wesentlich höhere Literzahlen für Fische fordern.

Fischgröße (ausgewachsen) Wassermenge pro 1 cm Fisch

unter 2 cm 1 Liter

2 cm - 5 cm 1,5 Liter

6 cm - 9 cm 2 Liter

10 cm - 13 cm 3 Liter

14 cm u. größer 4 Liter

Diese Werte entsprechen weitestgehend dem Sachkundenachweis

http://www.aquarium-bbs.de/fisch/krankhei/a-besatz.htm

Um es noch mal für alle ganz deutlich zu machen, selbstverständlich müssen auch Mindestbeckengrößen, Höhen und Volumen bestimmter Fischarten z.B. Diskus eingehalten werden! Ein 30 cm Barsch kann also nicht in 120 Liter und ein 20 cm Fisch nicht in 20 Liter gehalten werden. Ich bin jetzt wirklich davon ausgegangen, dass nicht einmal ein Anfänger auf diese Idee kommt!

Ich glaube aber das kein Aquarianer behaupten kann, dass sein Becken mit einem Besatz von einem (therotisch berechneten Außenmaß des Beckens als Gesamtliterzahl Volumen nicht gleich Wasser) halben Liter Wasser pro cm Fisch eine artgerechte Haltung darstellt!

Natürlich muß jeder sehen welche Beckengrößen für die zu pflegenden Fische empfohlen werden, dies sind Richtwerte bzw. Mindeststandarts. Ich denke man kann getrost davon ausgehen, dass man jedenfalls die Regel gut als Anhaltspunkt nehmen kann, dass jedenfalls bei nicht mal 1 Liter pro 1 cm Fisch das Becken überbesetzt ist! Eine weitere alte Regel die einen guten Richtwert bietet ist Endgröße cm Fisch x 100 gleich Beckenlänge. Auch hier kann man sehr ruhige Fische in kürzeren Becken halten, mit einem längern macht man jedoch selten etwas falsch. Wenn keine Angaben zu den Fischen zu finden sind, helfen diese alten Regeln für eine ungefähre Einordnung. Das einmal nicht mehr als.(Liter).. das andere nicht weniger als (Beckenlänge).

Falls jemand andere Vorschläge hat bin ich ehrlich gespannt! Nur zu sagen man kann es nicht berechnen und lässt dann die Berechnung weg, hilft meines Erachtens gerade den Anfängern gar nicht weiter, solange sie keine Bezugspunkte haben. Der Mensch ist nun mal ein Jäger und Sammler und ich würde mich am liebsten immer mit neuen Fischen belohnen! "Leider" sterben sie bei mir nur in langen Abständen weg und vermehren sich auch noch!

Jutta Etscheidt die ja nicht unumstritten ist, empfiehlt für ein schwach besetztes Becken unter bis 0,3 cm Fisch pro Liter, 0,3 bis 0,5 normal besetzt,

0,6-1,00 cm Stark besetzt und darüber überbesetzt.

Weitere Formel

Oberfläche Aquarium

Bei tropischen Fischen 2,5 cm Fisch pro 30 cm2 erscheint mir etwas viel besser finde ich die folgende Variante

Um die Anzahl der Fische zu ermitteln, die in einem Aquarium leben können, gelten folgende Richtwerte:

Tropische Süßwasserfische: 25 cm2 pro Zentimeter Körperlänge (ohne Schwanz)

Kaltwasserfische: 75 cm2 pro Zentimeter Körperlänge

Tropische Meeresfische: 120 cm2 pro Zentimeter Körperlänge

Bei der Berechnung des für den Fischbesatz nutzbaren Wasserinhaltes wird ein Wert von 75% des Aquarienvolumens berücksichtigt. (Hier die xx cm auf xx Liter Regel)

Grundsätzlich nach Sachkundenachweis;:

Die Besatzdichte muss der Grösse des Aquariums angepasst sein und gewährleisten, dass das Wohlbefinden aller Beckeninsassen gesichert ist.

Für die zulässige Besatzdichte sind jedoch nicht nur die Abmessung (Oberfläche,Grundfläche, Höhe usw.), sondern auch die Strukturierung des Aquariums und die jeweiligen Bedürfnisse der Beckeninsassen von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise wechseln sich kleinere und grössere Raumansprüche in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und spezifischer biologischer Aktivitätsphasen (verpaarte/unverpaarte,

territoriale/nicht-territoriale, balzende, Fortpflanzungs- oder brutpflegende Individuen) periodisch ab.

Verbindlichere Angaben zur Besatzdichte sind daher wegen der Gefahr von

Missverständnissen eher kontraproduktiv als nützlich, da sie von zu vielen Variablen

abhängen und deshalb zu stark vereinfacht werden müssten.

Ich freue mich über eine Diskussion!

Beste Grüße

Kerstin
 
Blogartikel aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 10.12.2007 um 11:14 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 28.10.2007 um 01:15 von Gernot Hensel
Bei den verschiedenen Verhaltensweisen die Fische an den Tag legen halte ich es für schwierig und teilweise irreführend Formeln aufzustellen. Da kann der Schuß schnell nach hinten los gehen. Denn das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.
Es gibt für die für viele Gattungen oder auch Arten spezielle Foren in denen Leute aktiv sind die sich schon lange mit den Tieren beschäftigen. Dort sollte man sich Rat suchen.

Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes verlangt, daß der Halter eines Tieres "über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen" muss.

Liest sich gut, nicht wahr? Sagt aber nix aus. Was ist die Definition von verhaltensgerecht? Bezogen auf das Verhalten im natürlichen Lebensraum? Na dann Prost Mahlzeit. Oder wird auch die Fähigkeit von Fischen (von Tieren im allgemeinen) in Betracht bezogen sich auf einen veränderten Lebensraum einzustellen. Denn ohne diese Fähigkeit könnten wir Tiere überhaupt nicht pflegen bzw. wir würden fortwährend Tierquälerei betreiben.

gruß
gernot
 
 
Geschrieben am 27.10.2007 um 02:08 von Kai Dinkel
Hallo Kerstin!

Ich bin auch kein Freund (mehr) von den Formeln, weil einfach das ganze Artverhalten nicht mit berücksichtigt wird. Wenn es aber unbedingt eine Formel sein muss dann sollte sie sich auf cm² Grundfläche beziehen. Die meisten "Anfängerfische" brauchen eigendlich von der Wassertiefe überhaupt nicht so viel. Da reichen meist 20-30cm. Die brauchen eigendlich mehr Grundfläche um sich verteilen zu können. Davon haben die meisten Einsteigerbecken aber nicht gerade viel.

Gruß
Kai
 
 
Geschrieben am 25.10.2007 um 20:59 von Mario
Hallo Kerstin,

du sprichst mir aus der Seele. Ich weiß ja nicht, ob du dich auch auf die eine Reaktion zu deiner 1cm-Regel beziehst, wo gesagt wurde dass wegen besserer Technik diese Regel veraltet ist und man statt dessen sogar noch mehr Fische einsetzen kann. Dieses Posting hatte mich auch sehr geärgert.
Ja, eine Regel braucht man, gerade für den Anfang, wo es ja meistens Richtung Gesellschaftsbecken tendiert. Zur Orientierung für den Anfänger, später kann man dann mit Sachkenntnis und eigener Beobachtung von diesen Richtlinien abweisen.
Mein Vorschlag wären Werte, die gleich einen Bezug zum Becken geben, also Besatzempfehlungen.

Z.b.:
54l = 1 Schwarmfisch bis 4cm à 10 Tiere + 1 bodenbewohnender Gruppenfisch bis 5cm à 5 Tiere ODER 5 Garnelen... Finde ich persönlich besser als cm-Regeln, weil dann hat man nachher 5 verschiedene Welsarten im Becken, aber jeweils nur einen, weil es von den Maßen her ja passt.

Sowas ähnliches wie Besatzempfehlungen machen ja auch schon Firmen ( wie Sera, Tetra ), die Einsteigeraquariensets anbieten.
Ich glaube aber, das keine dieser Regeln, auch die 0,5cm Fisch/L - Regel, wirklich greift, weil das übliche Bild von Aquarien eben bunte und mit zahlreichen Fischen versehenden Wohnzimmerfernseher sind. Bei manchen 54l-Aquariensets sieht man auch gezeichnete Skalare und Buntbarsche als "Beckenbewohner", vielleicht ist dies ein Grund warum sich diese auch hin und wieder in 60cm-Becken befinden.
Hier im Forum kann man ja erst meistens handeln, wenn schon zu viele Fische drin sind. Und natürlich ist der Reiz groß, möglichst viele Fische paralell statt hintereinander zu pflegen, weil es soviele interessante Fische gibt. Das man nachher keinen einzigen Fisch in seiner natürlichen Verhaltensweise kennengelernt hat, wer begreift das schon? Und wer erklärt einem das? Handel und Industrie?

Ich glaube ja es wird nur helfen, dass man einen Sachkundenachweis beim Kauf von Tieren braucht, auch in der Aquaristik. Und wenn es den mal allgemeingültig geben sollte, sollte man sich mit den Kriterien vorher noch einmal genau auseinandersetzen.

Gruß Mario
 
 
Geschrieben am 25.10.2007 um 20:06 von Patrick Stobbe
Hi Kerstin,

schöner Beitrag!
Bin mitlerweile auch für weniger Besatz.
Im 60er werden maximal 15 Rasbora hengeli rein kommen.
Das ist auch der Endbesatz, kommt nix mehr dazu.
Das wären 3,6 L pro Fisch, denke
das ist okay bei der Größe von 3cm.

Gruß Patrick
 
 


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