Blog: Gabionen im Garten: Lärmschutz und Sichtschutz geschickt kombinieren (8342)
Gabionen haben sich innerhalb weniger Jahre von einem reinen Funktionselement des Erdbaus zu einem festen Bestandteil der Gartengestaltung entwickelt. Die mit Naturstein gefüllten Drahtkörbe erfüllen dabei mehrere Aufgaben zugleich: Sie machen Grundstücke dicht, dämpfen Lärm von den Straßen und schaffen eine klare optische Trennung von Wohnbereich und Außenraum. Wer sich für diese Bauweise entscheidet, sollte jedoch vor der ersten Bestellung der Körbe einige technische Grundlagen kennen.
Aufbau und Materialien von Gabionenkörben
Der Korb selbst besteht aus verschweißtem oder gewickeltem Stahldrahtgitter. Für den privaten Gartenbereich hat sich eine Drahtstärke zwischen 4 und 5 Millimetern bei einer Maschenweite von 5 mal 10 oder 10 mal 10 Zentimetern als geeignete Kombination für den Eigenbau etabliert. Bei Mauern ab zwei Metern Höhe wird häufig zur dickeren Variante geraten, da Gabionen mit 4,5 Millimeter Drahtdurchmesser gegenüber der 3,5-Millimeter-Ausführung ein etwa ein Drittel höheres Eigengewicht aufweisen, was der Stabilität zugutekommt. Für den Korrosionsschutz kommt meist eine Zink-Aluminium-Legierung zum Einsatz, die nach anerkannten Prüfnormen für Salzsprühtests im Test nach DIN EN ISO 9227 eine Beständigkeit von über 3.000 Stunden erreichen kann. Wer die Montage nicht selbst übernehmen möchte, kann auf vorkonfektionierte Systeme zurückgreifen. Ein fertig montierter Gabionenzaun reduziert den Montageaufwand erheblich, da Korb, Pfosten und Verbindungstechnik aufeinander abgestimmt sind. Anbieter wie Zaundirekt, Fachhändler für Gabionen und Zaunsysteme, liefern Körbe, Steine und Zubehör direkt ab Werk, was die Logistik auf der Baustelle vereinfacht.
Steinfüllung: Auswahl und Körnung
Die Wahl des Füllmaterials beeinflusst sowohl die Optik als auch die akustische Wirkung. Für die gängigen Maschenweiten empfiehlt sich frostbeständiges Gestein wie Basalt, Granit oder Kalkstein mit einer Korngröße von 60 bis 120 Millimetern, abgestimmt auf die jeweilige Maschenweite. Zu kleine Steine fallen durch die Maschen, zu große lassen sich schwer verdichten und hinterlassen große Hohlräume. Diese Hohlräume sind für die Lärmschutzwirkung allerdings kein Nachteil: Die unregelmäßige Oberfläche der Steinfüllung bricht Schallwellen und sorgt für eine spürbare Schallabsorption, weshalb Gabionenwände neben dem Sichtschutz auch als Lärmschutzelement entlang von Straßen oder Bahntrassen eingesetzt werden.
Fundament und statische Anforderungen
Ein tragfähiges Fundament ist bei Gabionen kein optionales Detail, sondern die Grundvoraussetzung für Standsicherheit. Bei Zaunlösungen mit angeschweißtem Pfosten wird ein Punktfundament je nach Bodenbeschaffenheit mit einer Größe von etwa 900 mal 450 Millimetern und einer frostfreien Tiefe von rund 800 Millimetern ausgehoben. Bei freistehenden Gabionenmauern richtet sich die Fundamenttiefe zusätzlich nach der Sichthöhe: Für Höhen bis 600 Millimeter genügt in der Regel eine Masche zur Einbetonierung, bei größerer Sichthöhe werden zwei bis drei Maschen im Fundament einbetoniert. Für Konstruktionen über einem Meter Höhe, in Hanglage oder mit stützender Funktion gilt eine statische Prüfung durch einen Bauingenieur als notwendig, ebenso wie die Klärung der baurechtlichen Zulässigkeit beim zuständigen Bauamt vor Baubeginn.
Montage in der Praxis
Nach dem Aushub wird das Fundament mit Beton der Festigkeitsklasse C20/25 befüllt und verdichtet, anschließend die Gabione mit der Wasserwaage ausgerichtet und der Beton in mehreren Schritten aufgefüllt. Erst nach ausreichender Trocknungszeit von etwa zwei bis drei Tagen, abhängig von Fundamentgröße und Witterung, sollte die Befüllung mit Steinen erfolgen. Der schichtweise Aufbau, bei dem Steinkörbe und Hinterfüllung gleichzeitig entstehen und lagenweise verdichtet werden, sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung und verringert das Risiko von Setzungen.
Wer diese Punkte, Materialwahl, Fundamenttiefe und statische Prüfung, von Anfang an mitplant, spart sich spätere Nachbesserungen und erhält eine Lösung, die Sicht- und Lärmschutz über Jahre zuverlässig verbindet.






