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Interview mit Hans-Jürgen Ende, Aquarianer und Hobby-Autor

Interview mit Hans-Jürgen Ende, Aquarianer und Hobby-AutorHallo Hans-Jürgen, es freut uns, dass wir Dich interviewen dürfen. Du gehörst ja schon zu den etwas älteren Semestern und blickst auf sehr viel Erfahrung zurück. Da ist es besonders spannend, was Du über vergangene Zeiten erzählen kannst. Wie war das bei Dir, wie hast Du Deine Leidenschaft für die Aquaristik entdeckt?
Ich hatte als Kind hin und wieder ein Aquarium. Das hielt aber nie lange vor. Als ich 1973 meine erste eigene Wohnung bekam, begann ich mich ernsthaft für tropische Fische zu interessieren. Es wurden schließlich immer mehr Aquarien. Nach einer Ausstellung der “Aquarien- und Terrarien-Fachgruppe Halle“ 1974 trat ich dieser Gruppe bei und gehöre ihr heute noch an.

Wie vielleicht einige von unseren Lesern auch, hast Du ja noch als zweites Hobby die Terraristik. Was hältst Du im Moment für Tiere?
Lygodactylus williamsiPhelsuma nigristriataIm Moment habe ich noch eine Afrikanische Eierschlange, Dasipeltis scabra, Himmelblaue Taggeckos, Lygodactylus williamsi, Schwarzstreifen-Taggeckos, Phelsuma nigristriata mit Nachzucht, Australische Taub-Agamen Tympanocryptis tetraporophora und als neustes Jungferngeckos, Lepidodactylus lugubris.


Zurück zu der Aquaristik. Welche Fische bzw. welches Fachgebiet hat es Dir da besonders angetan?
Pethia bandulaMein Hauptinteresse gilt den Fischen von Sri Lanka, vor allem Barben und Schmerlen. Daneben beschäftige ich mich mit Labyrinthfischen, allerdings z.Z. nicht von Sri Lanka. Bei den Barben habe ich eine der seltensten, Pethia bandula, die Bandulabarbe. Sie kommt original nur in einem Bach in Sri Lanka auf etwa 500 m Länge vor. Durch Schutzmaßnahmen vor Ort konnte inzwischen etwas zur Erhaltung dieser Art beigetragen werden.

Wie viele Becken hast aktuell Du zuhause stehen?
18 Aquarien stehen bei mir ständig zuhause. Dass sind Becken von 40 Liter bis 150 Liter.
Beckenanlage 1Beckenanlage 2Beckenanlage 3Beckenanlage 4


Wie war das früher in Deutschland mit der Aquaristik? Gab es da viele Vereine? Wo holte man sich z.B. die Informationen zur Haltung von noch unbekannten Tieren?
Früher in Deutschland? Da muss man unterscheiden zwischen DDR und BRD. Ich bin in der DDR groß geworden. Durch die Abgeschlossenheit dieses Staates suchten viele Leute Nischen, in denen sie nicht so eingeengt waren. Das waren z.B. die Aquaristik und Terraristik. Es gab viele Fachgruppen, selbst in größeren Betrieben. Man wurde nicht gegängelt und konnte sich weg träumen. Ein „Vorteil oder Besonderheit“ dieser Abgeschlossenheit, man musste die vorhandenen Tiere pflegen und nachziehen, es kamen ja kaum Importe. Eine Quelle für Neuheiten waren die „Omaimporte“. Rentner durften ins kapitalistische Ausland zu Verwandtenbesuchen. Die konnten dann für interessierte Angehörige Tiere mitbringen. Auch gab es überregionale „Zentrale Arbeits-Gemeinschaften, das waren Zusammenschlüsse von spezialisierten Aquarianern. Es gab die ZAG Cichliden, Barben-Salmler-Welse, Labyrinthfische, Lebendgebärende bzw. Eierlegende Zahnkarpfen, Meeresaquaristik u.a. Die Zeitschrift „Aquarien-Terrarien“ war sehr interessant. Waren in ihr doch in der Regel Haltungs- und Zuchtberichte aus eigenen Beobachtungen, so wie in den alten “Blättern“ und „Wochenschriften.“ Man konnte wenig von anderen abschreiben. Mit der Wende Anfang der 1990er Jahre brachen viele Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften weg.

Das ist wirklich interessant, wie es früher in der DDR aussah. Vor allem jüngere Semester haben hiervon nicht mehr viel Ahnung. – Nun zu den Vereinen und Gemeinschaften in der BRD. - Soweit bekannt, bist Du schon länger Mitglied im VDA (Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V.) Was weißt Du über den Verband?
Pethia revalIm VDA bin ich seit 1990, als wir uns diesem Verband wieder anschließen konnten. Vorher waren die Fachgruppen im Kulturbund der DDR angesiedelt. Die Mitgliedszeit dort wurde im VDA angerechnet. Der VDA ist, genau wie der ÖVVÖ (Österreichischer Verband für Vivaristik und Ökologie), sehr wichtig für die Aquaristik und Terraristik. Wir brauchen eine Vertretung, gemeinsam mit anderen Tierhaltern, um uns gegen die ständigen Angriffe auf die Tierhaltung von einigen Parteien und den sogenannten „Tierrechtsorganisationen“ wie z.B. P€TA wehren zu können. Zum anderen bildet der Verband natürlich die Grundlage der Zusammenarbeit in den Bundesländern und den Vereinen untereinander.

Und nun zu einer weiteren Leidenschaft von Dir. Du fotografierst gerne und hast schon mehrere Artikel geschrieben. Wie bist Du auf diese Idee gekommen?
Lepidocephalichthys thermalisWer versucht nicht, seine Tiere zu fotografieren. Mit der analogen Technik war das nicht weit her, aber mit der jetzigen digitalen sieht es schon besser aus. Ja, und das Schreiben? Ich wollte nicht nur lesen sondern auch versuchen, mitzugestalten. Ich bin nicht mehr so richtig davon losgekommen, wenn ich jetzt auch hauptsächlich in Vereinszeitschriften schreibe. Aber ich habe noch ein weiteres Hobby. Ich sammle alte Aquarienliteratur. In ihr kann man wunderbare alte Artikel finden, mit denen die Geschichte vieler Fische nachempfunden werden kann, aber auch die der Vereine und Verbände. So habe ich manchem Aquarienverein helfen können, seine Geschichte zu erforschen.

Für welche Magazine oder Zeitschriften hast Du bisher schon Artikel verfasst? Wie wichtig findest Du es, dass ein reger Austausch stattfindet und warum?
Betta albimarginataMein erster Artikel erschien 1982 in Aquarien-Terrarien „Meine Erfahrungen mit Tropheus moorii (Brabant)“. Ich ritt damals auch auf der Tanganjika-Welle. Ich wollte einfach meine Erfahrungen weiter geben und schreiben lag und liegt mir mehr als reden. Wie viel ich bisher geschrieben habe? Keine Ahnung. Es ging dann aber von den Buntbarschen weg zu Sri Lanka-Fischen, also Barben, Schmerlen und Labyrinthfischen. In den Arbeitsmaterialien der ZAG habe ich auch geschrieben. 1995 war ich das erste Mal in Sri Lanka, auch darüber habe ich berichtet. Mein Leib- und Magenblatt wurde dann „Das Aquarium“ aus dem Schmettkamp-Verlag. Dort fand ich mich gut aufgehoben, was natürlich mit der Familie Schmettkamp zu tun hatte. Ich habe aber auch im Aquaristik-Fachmagazin, Aquaristik aktuell, Aquarium heute, Aquarium live, Der Makropode, BSSW-Report sowie in Akvárium živ? geschrieben. Vergessen möchte ich nicht die Verbandsorgane VDA aktuell, die DDA und aqua-terra-austria (ATA) sowie diverse örtliche Vereinshefte.

Das ist eine ganze Menge. Toll! Ja, da kommst dann vermutlich auch viel umher? Du warst z.B. im Frühjahr 2017 beim Aquaday der “Aquareinfreunde Tirol 1990“ und Du warst beim Bundeskongress des ÖVVÖ (Österreichischer Verband für Vivaristik und Ökologie). Wo warst Du noch überall und wie oft reist Du zu aquaristischen Veranstaltungen?
l jonklaasiIch war eigentlich immer sehr reisefreudig, vielleicht meinem Beruf geschuldet. In Sri Lanka war ich zum Beispiel neun Mal. Ich habe unbeschreibliche Eindrücke von diesem schönen Land erhalten. Natürlich konnte ich viele Biotope unserer Fische besuchen. Während der Reise 1998 konnte ich mit Freunden einen neuen fünften Fundort der sehr seltenen Schmerle Lepidocephalichthys jonklaasi nachweisen und eine für das Land bisher unbekannte Glasgrundel, Gobiopterus brachypterus. Auch Thailand habe ich einmal besucht. Schwerpunkte meiner Reisetätigkeit sind im Moment zentrale Veranstaltungen. Das sind also VDA- bzw. ÖVVÖ-Kongresse, Tagungen der IGL oder der IG BSSW. Auch in Baden (Schweiz) war ich zum 1. Internationalen Aquaristik-Forum. Und seit Jahren fahre ich mit Freunden in die Tschechische Republik zu Ausstellungen. Früher bewerteten wir dort ausgestellte Kampffische. Manchmal besuche ich noch Veranstaltungen von örtlichen Vereinen, das habe ich aber sehr eingeschränkt.

Wir sind fast am Ende des Interviews angelangt. Doch eine Frage bleibt, die wir unsere Befragten praktisch selbst wählen lassen. Liegt Dir etwas besonders am Herzen?
Ich wünsche und hoffe, dass wir uns trotz aller Anfeindungen an unserem Hobby noch lange erfreuen und Fische und Reptilien halten und nachziehen können.

Ja, das sind wahre Worte, denen wir uns anschließen möchten. Vielen Dank für das Interview, Hans-Jürgen Ende! Das ist wirklich sehr interessant, wie es damals in der DDR um das Hobby bestellt war und wie schwierig es war, an Fische ran zu kommen. Das können wir uns heute nicht mehr vorstellen.
Wir wünschen Dir Alles Gute und mach` weiter so. Vielleicht lesen wir von Dir hier auf unseren Seiten auch mal einen Artikel?


Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de
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