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Ammonium - Nitrit - Nitrat

Ammonium - Nitrit - Nitrat
Man kann immer lesen das die in der Überschrift genannten Werte (Ammonium/Ammoniak - Nitrit - Nitrat) ständig gemessen werden sollen.

Aber was es damit auf sich hat können die Meisten nicht genau erklären. Ich möchte hier das Wichtigste für Jedermann zusammenfassen und somit etwas Licht ins Dunkel bringen.

1: Ammonium


Ammonium ist eine Stickstoffverbindung und hat die chemische Formel NH4+
Das + zeigt dem Chemiker das es eine elektrische Ladung trägt und somit ein Ion ist.

Das Wasser welches wir in unsere Aquarien geben ist/sollte frei von Ammonium (sein). Es hat Trinkwasserqualität und dies ist eine Grundvoraussetzung dafür. Sollte es nicht so sein, wäre das Wasser verschmutzt.

In unserem Aquarienwasser ist jedoch ständig Ammonium vorhanden. Das Ausscheiden von Kot und Urin und das Zersetzen von Futterresten ist ausschlaggebend dafür.

Unsere Pflanzen sind dankbar für das Ammonium, sie nehmen es auf und nutzen es als Nährstoffquelle. Das Ammonium ist relativ ungiftig, leider hat es die Angewohnheit sich abhängig vom PH-Wert in das sehr giftige Ammoniak (NH3) umzuwandeln. Ammoniak ist ein Gas welches sich im Wasser sehr gut lösen kann.

Die Umwandlung ist ein rein chemischer Prozess und ist abhängig vom PH-Wert. Desto höher der PH-Wert ist, desto schneller kann Ammonium zu Ammoniak werden. Aus diesem Grund muss in den Ostafrikabecken (Malawi.Tanganjika) der Wert ständig mitgemessen werden.

Genauso geht es auch andersherum. Sinkt der PH-Wert wandelt sich Ammoniak wieder in Ammonium. Bei einem PH-Wert von 6,0 kann man davon ausgehen, dass nur noch Ammonium im Becken vorhanden ist.

Zusammenfassend kann man sagen: ein relativ verschmutztes Becken (keine regelmäßigen Wasserwechseln oder zu hoher Fischbesatz) plus einen hohen PH-Wert ergibt die tödliche Mischung - Ammoniak.


Grenzwerte:


Ammonium ist harmlos, aber Ammoniak im Bereich von 0,02 mg/l ist schon schädlich für unsere Fische. Werte im Bereich von 0,2 sind absolut tödlich.

Man kann durch einfache Tröpfchentests aus dem Handel die Werte messen und dementsprechend reagieren.

Normalerweise bleiben die Werte in unseren Aquarien stabil, sollte jedoch eine Anomalie festgestellt werden, behebt man das Problem am besten mit einem Teilwasserwechsel.



2. Nitrit



Nitrit entsteht durch die oxidierende Tätigkeit der Filterbakterien aus Ammonium (wie bereits erwähnt in jedem Aquarium vorhanden)

Nitrit hat die chemische Formel NO2-
Es zählt ebenfalls zu den Ionen. Dies wird durch den - angezeigt.

Nitrit ist ein Fischgift welches in höherer Konzentration ebenfalls tödlich ist. Es hat die Eigenschaft den Sauerstoffgehalt im Blut zu stoppen. In der Regel wird Nitrit recht zügig in Nitrat gewandelt und damit ist es wieder ungiftig für unsere Fische.

Eine zu geringe Einfahrzeit des Aquariums ( siehe Blog: http://www.einrichtungsbeispiele.de/mit-vollgas-einfahren_bid2648.html ) oder ein zu klein gewählter Filter bzw. zu viele Fische, sind meist die Gründe für zu hohe Nitritwerte.

Grenzwerte:

bis 0,1 mg/l können es die Fische in der Regel ohne Schaden zu nehmen aushalten. (Perfekt wären Werte im 0,0 Bereich) Alles was darüber ist kann Gesundheitsschädigend bis tödlich sein.

Sollten die Werte nicht passen muss nach der Ursache gefahndet werden. (Filter Besatz ect.) EIn sofortiger Wasserwechsel ist zu vollziehen.

Auch hier gibt es im Fachgeschäft diverse Tests um regelmäßig die Werte prüfen zu können.


Nitrat:

Und weiter gehts mit dem Oxidieren der Filterbakterien - aus Nitrit wird Nitrat.

Nitrat hat die chemische Formel NO3-

Nitrat ist eine ziemlich stabile Stickstoffverbindung und stellt die Endstufe der bakteriellen Einweißzerlegung dar. Nitrat kann durch normale Aquarienfilter nicht weiterverarbeitet werden und kann sich daher im Aquarium anhäufen. Pflanzen nehmen zwar teilweise Nitrat auf aber Ammonium ist ihnen lieber und es fällt meist mehr Nitrat an, als die Pflanzen verwerten können.

Nitrat ist prinzipiell ungefährlich für unsere Fische. Aber wie immer ist auch hier ein Haken. In sauerstoffarmen Regionen wird Nitrat zu Nitrit zurück verwandelt und dann kann es wieder tödlich werden. Unser Trinkwasser hat z.B. eine Nitratbegrenzung: Diese liegt bei 50 mg/l doch liegt der Mittelwert deutlich darunter bei ca. 20 mg/l. Grund dafür ist, dass unser Körper auch sauerstoffarme Regionen hat, was bei höheren Werten für Kleinkindern gefährlich werden könnte.

Grenzwerte:

Diskuszüchter streben Werte bis 20mg/l an. Es wurde beobachtet, dass Jungtiere bei Werten ab 40mg/l Wachstumsschwächen aufwiesen.
Normale ausgewachsene Tiere kommen mit Werten bis 50mg/l bestens zurecht. Ich weise jedoch hier nochmals darauf hin, dass Nitrat sich in Nitrit zurück wandeln kann und es damit wieder gefährlich wird.

Auch hier gibt es im Handel verschiedene Tests um die Werte im Blick zu behalten.

Den Nitratwert senkt man wie so oft am Besten mit einem Teilwasserwechsel.

Zum Abschluss bleibt zu sagen: Wasserwerte messen und regelmäßige Wasserwechsel gehören zu den wichtigsten Aufgaben eines Aquarianers um erfolgreich seinem Hobby nach zu gehen.

Ich wünsch euch immer gutes Wasser

Chris


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