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Garnelensterben - warum ich die Einrichtungsform ???Züchterbecken??? bei Garnelen bevorzuge.

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Hallo @ all,

ich möchte eigentlich nur erklären, warum ich die Form der Beckengestaltung gewählt habe.

Ich wei??, dass zumindest die Art der Beckengestaltung hier bei EB kein besonders schönes Beispiel abgibt. Jedoch bin ich der Meinung, dass man alle Facetten der aquaristischen Gestaltung mal zeigen sollte, auch wenn das Beispiel dann nicht unbedingt einem Aquascaping-Becken gleicht.

Nichts gegen Aquascaping! Im Gegenteil. Ich finde diese Form der Gestaltung unheimlich toll und sehe sie mir selbst sehr gerne an. Man was währen das für Motive für meine Spiegelreflex??? *träum*.

Aber

1. bin ich dafür nicht kreativ genug, solche Becken selbst zu erstellen. Mein Neid sei mit Euch, Ihr tollen Aquascaper!!! Daumen hoch !!!!

2. bin ich, wie zweifelsohne auch die Aquascaper, vorrangig dem Wohl meiner Garnelen verpflichtet.

Und da möchte ich zu Pudels Kern kommen..

Meist werden Garnelen, wie bei mir auch in relativ kleinen Aquarien gehalten. Fakt ist aber auch, dass sich Garnelen nur richtig in gro??en Gruppen wohl fühlen. Siehe dazu auch meinen Blog ???Besatzstärke von Zwerggarnelen???. Hier der Link:

https://www.einrichtungsbeispiele.de/besatzstaerke-von-zwerggarnelen_bid4002.html

Nun sind aber im Normalfall ein kleines Aquarium mit wenig Inhalt und eine gro??e Anzahl Insassen Punkte, die sich eigentlich in der Aquaristik gegenseitig verbieten.

Darum bitte ich, wenn dieser Fall eintritt, bitte tunlichst auf die Wasserqualität achten und lieber öfter Wasserwechsel machen, um nicht die Tiere zu gefährden! Damit wird nämlich auch die Anzahl Bakterien relativ klein gehalten. Hier geht es nicht allein um Nitrit und Nitrat, nein auch um die Bakterienzahl, die man mit den handelsüblichen Testreagenzen nicht messen kann.

Ist also auch nicht anders, als bei uns Menschen.

Wenn wir in einem vollbesetzten Zug sitzen, in dem um uns rum nur geniest und gehustet wird, werden wir nur nicht krank, wenn unser Immunsystem top-fit ist. Zeigt jedoch unser Immunsystem Schwächen, so werden wir höchstwahrscheinlich ein Opfer des Bakterienangebotes in dem Zug.

Natürlich versuche ich durch Einsatz aller möglichen Pflegemittel, Futtersorten und Mineralien, die Gesundheit meiner Pfleglinge in Top-Form zu halten. Jedoch kann das Immunsystem auch durch andere Faktoren geschwächt werden, auf die ich dann doch keinen Einfluss habe.

Also kann ich nur zusätzlich durch besagte Wasserwechsel der Zahl der Bakterien Herr werden!

Jedoch ist mir, wie es manch anderem Garnelen-Aquarianer auch schon passiert ist, schon zwei Mal ein ???Garnelen-Sterben??? vorgekommen.

Und glaubt mal, dass das extrem frustrierend ist, fast hilflos zuzusehen, wie alle Garnelen nach und nach wegsterben, ohne dass die angewendeten Gegenma??nahmen eine Besserung herbei führen. Ich war sogar schon so weit, die Aquaristik an den Nagel zu hängen.

Mit Garnelensterben ist auch nicht gemeint, wenn mal pro Woche ein Tier tot im Becken liegt. Das ist ein natürlicher Fall. Kann sein, dass sich das Tier nicht geschafft hat, richtig zu häuten, oder aufgrund der geringen Lebenserwartung der Tiere von nur max. 2 Jahren das Tier verendet ist. Bei mir liegt übrigens auch nicht jede Woche ein totes Tier im Becken. Max. ein Tier im Monat, meist auch nur wegen Altersschwäche.

So ein Supergau eines Garnelensterbens stellt sich anders dar. In der Regel hat man zwischen einem und sechs toten Tieren je Tag, ???die man zu sehen bekommt???. Und auf genau diesen letzten Teil des vorherigen Satzes, den ich hervorgehoben habe, möchte ich später noch mal genauer zurückkommen. Für mich und auch für diesen Blog ein wichtiger Faktor!!!

Wie gesagt, zeichnet sich so ein Massengarnelensterben durch eine bakterielle Infektion meist dadurch aus, dass nicht alle Tiere auf einmal verenden, sondern immer ein kleiner Teil auf einmal.

Nun sind Garnelen Tiere, die sich zwar auch karnivor, also fleischlich, ernähren, Jedoch lassen sie (im Gegensatz zu Zwergflusskrebsen) selbst ihren noch so kleinen Nachwuchs unbehelligt. Wenn jedoch ein Tier gestorben ist oder gerade im Sterben liegt, ist die ???Fleischtheke??? geöffnet! Und da liegt dann auch das Problem im Garnelensterben. Es nutzt in dem Fall nichts, nur Wasserwechsel zu machen, oder mit Antibiotikum auf das Becken zu schie??en. Ich habe in dem Fall immer versucht, alle toten Tiere, die ich gesehen habe, sofort aus dem Becken zu entfernen, bevor auch nur andere Tiere auf die Idee kommen konnten, das konterminierte Tier zu fressen und sich somit selbst die Krankheit zuzuziehen. Jedoch habe auch ich nicht 24 Stunden am Tag Zeit, das Becken zu beobachten.

Was hat aber die Einrichtung damit zu tun? In meinen Augen eine ganze Menge. Meist ist die Einrichtung in einem ???Aquascaping-Becken??? (das andere Einrichtungs-Extrembeispiel) doch recht fest eingebaut. Wenn man z.B. vorhandenes Wurzelwerk hochnehmen möchte, macht man sich z.B. gleich die halbe Einrichtung kaputt. Also ist man eher geneigt, die Einrichtung an ihrem Platz zu belassen.

Jedoch gab es bei mir in beiden Fällen des Garnelensterbens einen Punkt, an dem ich keine andere Möglichkeit mehr gesehen habe, als das Becken komplett auszuräumen, zu desinfizieren und neu einzurichten. Also machte ich mich an die Arbeit. Zuerst, bevor ich die Garnelen eingefangen hatte, habe ich natürlich alle störenden Einrichtungsgegenstände raus genommen. Auch die schöne Wurzel.

Und genau in dem Moment kam die Erkenntnis, dass ich mit der vorherigen Aktion, immer nur alle sichtbar toten Tiere zu entfernen, überhaupt keine Chance hatte. Denn unter der Wurzel lagen weitere sechs verendete Kadaver. Was nutzt es, wenn man nur alle sichtbar toten Tiere aus dem Becken entfernt, die Garnelen jedoch in den Verstecken die konterminierten Tiere weiter verzehren können? Gar nichts!!!!

Somit bin ich zu dem Beschluss gekommen, die Gestaltung der Garnelenbecken möglichst praktikabel zu gestalten. Was nicht hei??en soll, dass das Becken nicht Garnelen-gerecht eingerichtet sein soll. Jedoch machen sich die Tiere nicht wirklich was daraus, ob das Becken mehr einem Aquascaping-Sieger oder einem schlicht eingerichteten Tank entspricht.

Meine Beckeneinrichtung habe ich deshalb wie folgt und aus den nachfolgend beschriebenen Gründen gewählt.

1. Die ganze Beckeneinrichtung muss jederzeit und schnell ohne gro??en Aufwand entfernbar sein. D.h.

- Mooskugeln, die für die Garnelen einen idealen Weidegrund darstellen

- Javamoos, welches einen idealen Weidegrund darstellt und auf

- z.B. Crusta-Tubes gebunden werden kann. Die Crusta-Tubes hat zwar den Anschein für die Tiere, dass sie sich darin scheinbar verstecken können. Jedoch habe ich sie so im Becken aufgestellt, dass ich durchschauen und somit die oben beschriebene Situation im Auge behalten kann.

2. Auch möchte ich an und in den Becken keine feste Rückwandeinheit mehr haben, die mir die Sicht von hinten in das Becken versperrt, wenn es möglich ist, dass ich auch von Hinten das Becken einsehen kann.

Ob mir diese Strategie hilft, ein nächstes Garnelensterben in den bei mir bisherig gelaufenen Grö??enordnungen abzuwenden, werde ich sehen. Jedoch habe ich die Hoffnung!

Wobei ich sagen muss, dass zumindest im 20er die Einrichtung nicht allzu karg aussieht. Im 30er würde ich schon eher meckern. Mal sehen, ob ich dort nicht zumindest eine von au??en angebrachte, schnell abnehmbare Verkleidung anbringe, damit man nicht immer direkten Ausblick auf die hässliche Kellerheizung hat.

Viele Grü??e

Micha

Titel: Garnelensterben - warum ich die Einrichtungsform ???Züchterbecken??? bei Garnelen bevorzuge. (Artikel 4084)

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