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Gute Aquaristik, schlechte Aquaristik? Warum die Ethik längst zur Aquaristik dazugehört

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Gute Aquaristik, schlechte Aquaristik? Warum die Ethik längst zur Aquaristik dazugehört
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Die Aquaristik ist ein buntes und vielfältiges Hobby, sowohl der Umgang mit den Tieren und Pflanzen, als auch der zwischenmenschliche Austausch mit Hobbykolleginnen und Hobbykollegen zählt dazu. Die Frage, ob ethische Überlegungen hierbei eine Rolle spielen, hat sich lange Zeit für die Aquaristikszene kaum gestellt. Das Tierschutzgesetz macht Vorgaben, ebenso tun es die Mindesthaltungsbestimmungen, die es für viele Arten gibt. Immer dann, wenn es darum geht, eine Entscheidung hinsichtlich Beckengröße, Besatzdichte, Fütterung u.ä. zu fällen, ist neben den genannten rechtlichen Rahmungen auch die Erfahrung, vor allem die im Verein und unter Kollegen geteilte Erfahrung, wichtig. Denn: Die Haltung soll den Bedürfnissen der Tiere und Pflanzen entsprechen.

Die von außen an das Hobby Aquaristik herangetragene Kritik sollte jedoch Grund genug sein, der „Ethik der Aquaristik“ etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Aquarianer längst viel geübter in ethischen Fragen sind, als das von außen betrachtet vielleicht den Anschein hat. Denn das, was Aquarianer in ihren Vereinen und anderswo so oft tun, entspricht in vieler Hinsicht bereits dem, worum es der (akademischen) Ethik geht: Das Nachdenken, Analysieren und Reflektieren darüber, wie eine möglichst „gute“ aquaristische Praxis aussieht – und was hingegen als schlechtes Handeln in der Aquaristik anzusehen ist. Das „richtige“ Handeln in der Aquaristik und die dabei leitenden Werte stehen im Zentrum ethischer Überlegungen. Insbesondere ist dabei auch spannend, welchen Spannungsfeldern und ethisch schwierigen Entscheidungen die Aquarianer ausgesetzt sind, und wie sie bestmögliche Lösungen für ihren Umgang mit den Lebewesen finden.

Durch den Austausch in den Vereinen, durch Vorträge und Artikel, und längst natürlich auch durch die zahlreichen Diskussionsgruppen auf Webforen und in den Social Media, wird Erfahrungswissen aus den Hobbykellern in den Austausch untereinander gebracht. So entsteht eine Grundlage für unser Verständnis von „gutem Verhalten“ in der Aquaristik. Die Frage beispielsweise, ob eine markante Mulmschicht auf dem Aquarienboden „gut" oder "schlecht" ist, geht über den rein ästhetischen Geschmack des einzelnen Betrachters hinaus. Diese Frage kann nämlich auch als eine ethische Überlegung zu gutem und schlechtem Handeln in der Aquaristik verstanden werden. Der Austausch über derlei Fragen innerhalb der Aquarianer-Community trägt letztlich dazu bei, ein besseres Verständnis von den ethischen Problemen des Hobbys zu erlangen, und dadurch bessere Empfehlungen für die ethisch „gute“ Aquaristik entwickeln zu können.

Jens Crueger promoviert in digitaler Medizinethik und ist ehrenamtlich im Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) für die Aquaristik engagiert.

Titel: Gute Aquaristik, schlechte Aquaristik? Warum die Ethik längst zur Aquaristik dazugehört (Artikel 6026)

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