Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Hochbeete im Herbst neu anlegen

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Hochbeete im Herbst neu anlegen
Hochbeete im Herbst neu anlegen - Foto 1

Der Herbst kann ein ausgesprochen guter Zeitpunkt sein, um mit der Befüllung eins neuen Hochbeetes zu beginnen. Im Garten fällt jetzt reichlich Material an: Laub, abgeschnittene Stauden, kleinere Äste, Strauchschnitt und andere Pflanzenreste. Vieles davon würde auf dem Kompost oder in der Biotonne landen, obwohl es sich hervorragend für den Aufbau eines Hochbeetes eignet.

Wird das Hochbeet bereits im Herbst aufgebaut, bekommt die Füllung mehrere Monate Zeit, sich zu setzen und zu verrotten. Im Frühjahr kann das Beet dann mit vergleichsweise wenig Aufwand für die erste Bepflanzung vorbereitet werden.

Was in ein Hochbeet gehört

Ein klassisch aufgebautes Hochbeet besteht aus mehreren Schichten. Im unteren Bereich eignen sich vor allem grobe, strukturreiche Materialien. Äste und Zweige sorgen für Hohlräume und damit zunächst für eine gute Durchlüftung. Darauf können gröbere Pflanzenreste, gehäckseltes Holz, Laub oder kleinere Gartenabfälle folgen. Darüber kommt eine Schicht aus bereits stärker zersetztem organischem Material, beispielsweise grobem Kompost.

Wichtig ist, dass die einzelnen Materialien nicht einfach wahllos miteinander vermischt werden. Die groben Bestandteile gehören nach unten, feinere und bereits stärker verrottete Materialien nach oben. Die oberste Schicht sollte aus einer guten, nährstoffreichen Erde beziehungsweise einem geeigneten Kompost-Erde-Gemisch bestehen. Sie bildet später den eigentlichen Wurzelraum der Pflanzen.

Hochbeete im Herbst neu anlegen
Hochbeete im Herbst neu anlegen - Foto 2

Nicht alles gehört ins Hochbeet

Bei aller Freude über die kostenlose Füllung sollte das Hochbeet nicht zum Sammelplatz für sämtliche Gartenabfälle werden. Kranke Pflanzen gehören nicht in die Füllung, auch Samenstände problematischer Unkräuter sollten besser nicht verwendet werden. Aus ihnen könnten sich im kommenden Jahr unerwünschte Pflanzen im Hochbeet entwickeln.

Auch größere Mengen reiner Grassoden sind ungeeignet. Werden sie einfach übereinandergestapelt, können sie sich zu einer dichten, schlecht durchlüfteten Schicht entwickeln. Frischer Rasenschnitt ist ebenfalls keine gute Grundlage für das Hochbeet. Er kann bei größeren Mengen zusammensacken, verkleben und unter Luftabschluss beginnen zu faulen.

Ebenso wenig sinnvoll sind Küchenabfälle, behandelte oder lackierte Holzreste und Materialien unbekannter Herkunft. Ein Hochbeet sollte mit organischem Material aus dem Garten aufgebaut werden, dessen Herkunft und Zustand bekannt sind.

Was über den Winter im Hochbeet passiert

Mit der Befüllung ist die Arbeit keineswegs abgeschlossen – allerdings übernimmt anschließend die Natur einen großen Teil davon. Feuchtigkeit, Mikroorganismen und zahlreiche Bodenlebewesen beginnen damit, die organischen Bestandteile abzubauen. Äste und grobe Pflanzenreste werden langsam zersetzt, Laub und feinere Materialien verrotten zunehmend und werden Teil des entstehenden Humus.

Dabei verliert die Füllung an Volumen. Das ist völlig normal und sogar erwünscht. Ein Hochbeet, das im Herbst bis zur Oberkante gefüllt wurde, wird im Frühjahr deutlich abgesackt sein. Besonders stark fällt dieser Effekt aus, wenn große Mengen frischen organischen Materials verwendet wurden.

Hochbeete im Herbst neu anlegen
Hochbeete im Herbst neu anlegen - Foto 3

Auch während des Winters kann sich die Füllung durch Regen, Schnee und ihr eigenes Gewicht weiter verdichten. Gleichzeitig entstehen durch die Zersetzung Nährstoffe, die später den Pflanzen zur Verfügung stehen. Das Hochbeet entwickelt sich also über Monate hinweg von einer Ansammlung verschiedener Gartenmaterialien zu einem zunehmend homogenen und fruchtbaren Substrat.

Was im Frühjahr noch zu tun ist

Im Frühjahr sollte zunächst kontrolliert werden, wie stark sich das Hochbeet gesetzt hat. Meist fehlt nun deutlich Höhe. Der entstandene Freiraum wird mit frischem, hochwertigem Material aufgefüllt. Für die oberste Schicht eignet sich beispielsweise eine Mischung aus reifem Kompost und guter Pflanzerde.

Dabei sollte nicht versucht werden, das abgesackte Volumen mit grobem Material wieder auszugleichen. Die Pflanzen brauchen im oberen Bereich einen geeigneten, lockeren und nährstoffreichen Wurzelraum. Je nach geplanter Bepflanzung kann die oberste Pflanzschicht entsprechend stärker ausfallen.

Anschließend kann das Hochbeet bepflanzt werden. Wer bereits im Herbst weiß, was im kommenden Jahr darin wachsen soll, kann die endgültige Zusammensetzung der oberen Schicht darauf abstimmen. Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini oder Kohl profitieren beispielsweise von einem nährstoffreichen Beet, während für Kräuter oder andere weniger anspruchsvolle Pflanzen eine entsprechend weniger üppige Versorgung sinnvoll sein kann.

Herbstmaterial auch für bestehende Hochbeete nutzen

Auch ein bereits bepflanztes oder schon mehrere Jahre bestehendes Hochbeet kann vom Herbstmaterial profitieren. Allerdings sollte hier nicht einfach eine dicke Schicht frischer Gartenabfälle auf die vorhandene Erde gelegt werden. 

Hochbeete im Herbst neu anlegen
Hochbeete im Herbst neu anlegen - Foto 4

Viel sinnvoller ist es, nach der Ernte die oberste Erdschicht vorsichtig zu lockern und gut geeignetes, zerkleinertes Herbstmaterial wie Laub oder feinen Häcksel zwischenzuarbeiten. Reifer Kompost kann ebenfalls eingemischt werden. Größere Mengen frischer, noch wenig zersetzter Materialien gehören dagegen eher in den unteren Bereich eines neu aufgebauten Hochbeetes. 

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Autor*in: Tom

Userbild von Tom
Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Hochbeete im Herbst neu anlegen (Artikel 8281)

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Laubnetze am Gartenteich: Schutz vor Herbstlaub - ohne Gefahr für Teichtiere

Laubnetze am Gartenteich: Schutz vor Herbstlaub - ohne Gefahr für Teichtiere

Allgemeine Tipps & Tricks

Wenn im Herbst die ersten Blätter von den Bäumen fallen, beginnt für viele Gartenteichbesitzer eine eher lästige Aufgabe: Das Laub landet nicht nur auf Rasen und Wegen, sondern auch im Wasser. Einzelne Blätter sind dabei kein Problem. Sammeln sich jedoch größere Mengen auf der Wasseroberfläche und sinken anschließend auf den Teichgrund, kann das die Wasserqualität deutlich beeinflussen. Ein Laubnetz kann hier eine einfache und bewährte Lösung sein.

Die Sumpfschwertlilie - Rückschnitt mit Bedacht

Die Sumpfschwertlilie - Rückschnitt mit Bedacht

Pflanzen

Zu den Teichpflanzen, die im Herbst etwas Aufmerksamkeit verdienen, gehört die Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus). Sie zieht ihre Kraft in die kräftigen Rhizome zurück und bereitet sich damit auf die Winterruhe vor. Damit sie im Frühjahr zuverlässig austreibt, kommt es in dieser Jahreszeit vor allem auf den richtigen Umgang mit Laub und Standort an.

Rasen düngen - so bekommt dein Garten dauerhaft eine kräftige, sattgrüne Grasnarbe

Rasen düngen - so bekommt dein Garten dauerhaft eine kräftige, sattgrüne Grasnarbe

Pflanzen

Ein gesunder Rasen wirkt fast wie ein natürlicher Teppich im Garten: sattgrün, dicht, gleichmäßig und robust genug, um spielenden Kindern, häufigem Betreten oder wechselhaftem Wetter standzuhalten. Doch genauso wie andere Pflanzen braucht auch der Rasen regelmäßig Nährstoffe. Nur mähen und wässern reicht nicht aus, wenn du dir eine wirklich kräftige Grasfläche wünschst. Entscheidend ist vor allem eine durchdachte, regelmäßige und geeignete Düngung. Viele Gartenbesitzer wissen, dass Düngen wichtig ist, aber nur wenige haben ein richtig gutes Gefühl dafür, wann, wie oft, womit und in welcher Form es sinnvoll ist. Genau hier setzt dieser ausführliche Artikel an.

Kohl im Garten anpflanzen: Ein umfassender Leitfaden für Hobbygärtner

Kohl im Garten anpflanzen: Ein umfassender Leitfaden für Hobbygärtner

Pflanzen

Kohl gehört zu den ältesten und zugleich beliebtesten Gemüsesorten in unseren Gärten. Ob Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing oder Blumenkohl – Kohl ist nicht nur gesund, sondern auch vielseitig in der Küche einsetzbar. Er ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die für die Gesundheit von Herz, Leber und Immunsystem wichtig sind. Gleichzeitig stellt das Anpflanzen von Kohl einige Herausforderungen dar, da die Pflanzen empfindlich gegenüber Schädlingsbefall, Krankheiten und ungünstigen Wetterbedingungen sein können.

Der Bayerische Wald als Urlaubsziel und Inspiration für Hobbygärtner

Der Bayerische Wald als Urlaubsziel und Inspiration für Hobbygärtner

Vor Ort

Der Bayerische Wald ist eines der faszinierendsten Naturparadiese Deutschlands und zieht Jahr für Jahr tausende Besucher an. Mit seinen endlosen Wäldern, klaren Seen, saftigen Wiesen und traditionellen Dörfern bietet diese Region nicht nur Erholung und Abenteuer, sondern auch eine Fülle an Inspiration für Hobbygärtner. Wer den Bayerischen Wald besucht, taucht in eine Welt ein, in der Natur und Kultur harmonisch miteinander verschmelzen. Diese Region eignet sich perfekt für Naturliebhaber, Wanderer, Familien, Fotografen und eben auch für alle, die ihre eigenen Gartenprojekte erweitern oder neu gestalten möchten.

Im Fernsehen: Garteln mit Starkl - Wenn Gartenleidenschaft zur Kultsendung wird

Im Fernsehen: Garteln mit Starkl - Wenn Gartenleidenschaft zur Kultsendung wird

Allgemeine Tipps & Tricks

Gartenarbeit ist längst nicht mehr nur ein stilles Hobby für Menschen mit viel Zeit und Geduld. In den letzten Jahren hat sich das Gärtnern zu einem echten Lifestyle-Thema entwickelt, das Generationen verbindet, Trends setzt und sogar den Weg ins Fernsehen gefunden hat. Eine der bekanntesten und beliebtesten Gartensendungen im deutschsprachigen Raum ist „Garteln mit Starkl“. Wer sich auch nur ansatzweise für Pflanzen, Natur, nachhaltiges Leben oder einfach entspannte Fernsehabende interessiert, ist an dieser Sendung kaum vorbeigekommen.