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Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt
Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt - Foto 1

Im Spätsommer hängen die Bäume voller blauer und violetter Früchte. Auf dem einen Baum wachsen Zwetschgen, auf dem anderen Pflaumen – oder vielleicht doch genau andersherum? Im Alltag werden die beiden Begriffe häufig durcheinandergebracht. Und tatsächlich ist die Sache nicht ganz so einfach, wie es zunächst klingt. Denn neben botanischen Merkmalen spielt bei der Bezeichnung auch die regionale Sprache eine Rolle.

Zwetschgen sind Pflaumen – aber Pflaumen nicht unbedingt Zwetschgen

Die wichtigste Unterscheidung zuerst: Zwetschgen gehören zur großen Gruppe der Pflaumen. Botanisch handelt es sich bei beiden um Formen beziehungsweise Sortengruppen innerhalb der Art Prunus domestica. „Pflaume“ ist also gewissermaßen der Oberbegriff, während die Zwetschge eine bestimmte Gruppe darunter bildet.

Im Garten- und Küchenalltag wird allerdings häufig zwischen „Pflaumen“ und „Zwetschgen“ unterschieden. Gemeint sind dann Früchte mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Typische Zwetschgen sind meist länglich-oval und besitzen eine eher feste, dunkelblaue bis violette Schale. Das Fruchtfleisch ist vergleichsweise fest und lässt sich häufig gut vom Stein lösen. Pflaumen im engeren Sinne sind dagegen oft runder, größer und saftiger. Ihre Schale kann je nach Sorte blau, violett, rot oder sogar gelblich sein. Das Fruchtfleisch ist häufig weicher und der Stein lässt sich nicht immer so leicht herauslösen.

Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt
Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt - Foto 2

Allerdings sind diese Merkmale keine unumstößlichen Regeln. Bei der großen Sortenvielfalt gibt es zahlreiche Übergänge und Früchte, bei denen eine eindeutige Einordnung allein anhand des Aussehens schwierig sein kann.

Warum die Form für die Küche wichtig ist

Auf den ersten Blick könnte man sich fragen, warum es überhaupt wichtig sein sollte, ob eine Frucht nun Pflaume oder Zwetschge heißt. Schließlich sind beide süß, saftig und lecker. Spätestens beim Backen macht der Unterschied aber durchaus etwas aus.

Zwetschgen behalten beim Erhitzen häufig besser ihre Form und geben weniger Saft ab. Deshalb eignen sie sich besonders gut für Kuchen, Blechkuchen oder Zwetschgenknödel. Der klassische Zwetschgenkuchen funktioniert gerade deshalb so gut mit den länglichen Früchten: Sie lassen sich dicht an dicht auf dem Teig verteilen, ohne dass der Kuchen vollständig durchweicht.

Saftigere Pflaumensorten können dagegen beim Backen stärker zerfallen und mehr Flüssigkeit abgeben. Dafür sind sie beispielsweise hervorragend für Mus, Kompott, Marmelade oder andere Zubereitungen geeignet, bei denen eine weichere Konsistenz durchaus erwünscht ist.

Der Stein verrät ebenfalls etwas

Ein praktisches Merkmal ist der Kern beziehungsweise Stein. Bei vielen klassischen Zwetschgensorten lässt er sich vergleichsweise leicht vom Fruchtfleisch lösen. Das ist bei Pflaumen nicht immer der Fall.

Auch hier gilt allerdings: Es handelt sich nicht um eine perfekte Bestimmungsmethode. Sorten unterscheiden sich, und es gibt auch Pflaumen, deren Stein sich gut löst.

Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt
Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt - Foto 3

Und dann kommt der Dialekt ins Spiel

Als wäre die Sortenfrage nicht schon kompliziert genug, kommt noch die regionale Sprache hinzu. Je nach Gegend werden die Begriffe Pflaume, Zwetschge, Zwetsche oder sogar Quetsche unterschiedlich verwendet. Was für die einen eindeutig eine Zwetschge ist, kann andernorts schlicht als Pflaume bezeichnet werden.

Besonders in Süddeutschland und Österreich ist „Zwetschge“ eine ganz geläufige Bezeichnung. In anderen Regionen wird dagegen vieles, was botanisch oder sortenkundlich genauer unterschieden werden könnte, einfach als Pflaume bezeichnet.

Für den Gartenbesitzer ist die Unterscheidung trotzdem hilfreich

Wer einen Obstbaum im eigenen Garten hat, profitiert durchaus davon, etwas genauer zu wissen, welche Frucht daran wächst. Denn die Sorteneigenschaften beeinflussen nicht nur den Geschmack, sondern auch Erntezeitpunkt, Verwendung und Lagerfähigkeit.

Eine Zwetschge, die sich hervorragend zum Backen eignet, kann ganz andere Eigenschaften besitzen als eine sehr saftige Pflaumensorte. Manche Sorten reifen bereits im Hochsommer, andere erst im September. Auch die Frage, ob sich die Früchte gut vom Stein lösen lassen, kann bei der Verarbeitung eine Rolle spielen.

Noch wichtiger wird die genaue Bezeichnung, wenn eine neue Pflanze angeschafft werden soll. Wer gezielt einen Baum für Früchte für den geliebten Zwetschgenkuchen sucht, sollte nicht einfach irgendeinen „Pflaumenbaum“ kaufen, sondern auf die konkrete Sorte und deren Eigenschaften achten.

Am Ende dürfen beide auf den Teller

Ob nun Pflaume oder Zwetschge: Beide haben im Spätsommer ihren großen Auftritt. Die eine ist besonders saftig, die andere lässt sich hervorragend auf dem Kuchen verteilen, manche eignen sich wunderbar zum Einkochen und andere schmecken direkt vom Baum am besten.

Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt
Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt - Foto 4

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Autor*in: Tom

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Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Zwetschge oder Pflaume? Wo der Unterschied liegt (Artikel 8280)

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