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17.02.2021 von Helga Kury

Ist Tierhaltung eigentlich vertretbar? - Eine etwas andere Ansicht zur Haltung von Tieren in der Obhut von Menschen…

Ist Tierhaltung eigentlich vertretbar? - Eine etwas andere Ansicht zur Haltung von Tieren in der Obhut von Menschen…

Irgendwann oder irgendwie vor längerer Zeit (Theorien und wissenschaftliche Untersuchungen gibt es viele interessante dazu) kam der Mensch darauf, Tiere auch ohne landwirtschaftlichen Nutzen (Fleisch, Milch, Wolle, Schutz- oder Arbeitstier…) zu halten. Hier möchte ich mich jedoch nicht mit wissenschaftlichen Recherchen beschäftigen, sondern über eigene Gedanken und Ansichten oder auch Erfahrungen und Erlebnisse, die mir über die Jahre bei mir selbst oder anderen aufgefallen sind schreiben und meine Gedanken in die Zukunft schweifen lassen… Mich haben das schon ziemlich viele Leute gefragt, was ich eigentlich dazu sage – ist Tierhaltung “okay“?

Ist Tierhaltung eigentlich vertretbar? - Eine etwas andere Ansicht zur Haltung von Tieren in der Obhut von Menschen…Was mich jedoch vor allem in den letzten Jahren stärker beschäftigte, das ist die Tatsache, dass wir alle der Evolution angehören. Kein Lebewesen oder auch Ding oder auch unsere Wirtschaft sind davon ausgeschlossen. Ohne Weiterentwicklung gibt es einen Stillstand, der wohl meistens gleichbedeutend mit dem Verschwinden einhergeht.

Nicht zuletzt, da ich mich sehr viel mit der Arterhaltung beschäftige und hier mit meinem Kollegen zusammen einen Keller mit vom Aussterben bedrohten oder bereits ausgestorbenen Fischen halte, ist das Thema, ob Tierhaltung vertretbar ist, für mich sehr wichtig. Es wirft außerdem die Frage auf, ob es überhaupt Sinn macht, eine Art zu erhalten, die in ihren natürlichen Lebensraum nicht mehr zurückgesetzt werden kann, weil dort z.B. ein Hotel steht…

Ist Tierhaltung eigentlich vertretbar? - Eine etwas andere Ansicht zur Haltung von Tieren in der Obhut von Menschen…Artikel und Video zum Arterhaltungs-Projekte-Keller findet man hier:

https://www.einri...e_bid5394.html

Arche Noah - aktueller denn je

Ist nun diese Art, die nur mehr beim Menschen schwimmt, für immer auf den Menschen angewiesen? Ist diese Art darauf angewiesen, von Menschen am Leben erhalten zu werden, da sie ihres natürlichen Lebensraums für vermutlich immer vom Menschen beraubt wurde. Hierzu fällt mir immer die Arche Noah ein. Mir wurde damals in der Schule beigebracht, dass man Tiere erhalten soll und dass es auf alle Fälle Sinn macht. Auch wenn man vielleicht noch kein Land sieht – es gilt die Hoffnung zu bewahren.

Mir stellt sich da jedoch eine weitere Frage, die für viele noch immer nicht eindeutig geklärt ist. Was sind wir Menschen eigentlich und in welcher Beziehung stehen wir zu unserer Umwelt, zu den anderen Lebewesen hier auf diesem Planeten und zum Planeten selbst?

Und eines ist mir dabei auch noch wichtig. Tiere sollten nicht mit Menschen verglichen werden. Wir haben zwar sehr viele Ähnlichkeiten und viele Abläufe, die annähernd gleich sind, doch es gibt mehrere gravierende Dinge, die Tiere nicht haben oder können…

Gehen wir nun jedoch zurück zur anfänglichen Tierhaltung… Vielleicht haben sich jetzt eigentlich die Tiere uns Menschen einfach nur angeschlossen, da man gegenseitig voneinander profitierte? Denken wir an den Schutz für die Rinder, Schaf- und Ziegenartigen vor Wölfen. Durfte sich dafür der Mensch ihre Milch oder Wolle holen? Trotzdem tötet auch der Mensch die Tiere und isst sie. Und hat der Mensch den Tieren seinen Willen aufzwingen können und hat sie so “gezähmt“/domestiziert oder war da noch etwas anderes? Wie immer es auch abgelaufen ist, das werden wir vermutlich nie wissen… Und es wäre wohl eine Endlos-Diskussion… Fakt ist, dass der Mensch schon vor mehreren tausenden von Jahren Tiere gehalten hat, auch durch Zucht-Auslese veränderte oder die Tierarten haben sich teils auch an die veränderte Situation, das neue Habitat angepasst…

In der Heimtierhaltung hinter Glas ist der Goldfisch ein sehr gutes Beispiel… Natürlich wären ebenso der Hund und seine vielen "Rassen" zu erwähnen… Aber wir haben hier ja eine Seite, wo es um Vivaristik geht. *grins*

Doch zurück zu der Frage, in welcher Beziehung wir Menschen zu unserer Umwelt stehen? Was machen wir hier auf Erden und dürfen wir das?

Für mich war es schon als Kind klar – wir sind hier und haben die Aufgabe auf unsere Umwelt zu achten und haben die Pflicht, uns auch so zu verhalten, dass Platz bleibt, für alle Lebewesen dieser Erde, dass man die Erde sauber hält und pflegt. Es ist unsere Aufgabe, auf alles hier zu achten. Wir sind Gärtner, Reinigungs-Personal, Tierpfleger usw. unseres Planeten. Wir sind auch abhängig von unserem Planeten. Je mehr Arten verschwinden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch wir aussterben werden! Zuwenig wird über dieses Thema gesprochen und in Umlauf gebracht.

Man hört in den letzten Jahren oft, dass unser Planet als “Mutter Erde“ bezeichnet wird. Aber ist das so überhaupt richtig formuliert? Sollten nicht wir selbst uns als “Mütter und Väter“ bezeichnen, die auf ihr Haus, ihren Garten und die Tiere (ich möchte sie eigentlich nicht als “Kinder“ bezeichnen) achten sollten? Dann würde nämlich ein anderes Licht auf das ganze fallen! Die Verantwortung würde von Mutter Erde auf den Menschen übergehen und der Mensch könnte so endlich erwachsen werden und vielleicht würde er sich dann verhalten…

Ich versuche z.B. immer alle vor Desinfektionsmittel zu warnen. Diese Mittel zerstören etwas in unserem Körper, was wir so notwendig brauchen – es sind die Bakterien. Ein Aquarium würde ohne Bakterien im Filter niemals funktionieren und so ist es auch mit unserem Körper!

Aber was hat das jetzt mit Tierhaltung zu tun? Oh – so einiges. Denn Menschen, die mit Tieren zuhause leben, bleiben meist gesünder. Diese Menschen achten oft mehr auf ihre Umwelt, interessieren sich für Schutzprojekte, ob ihr eigenes Essen auch gesund ist und wo es herkommt… Ich kann es immer wieder und vor allem online sehen – Menschen mit Tieren und Pflanzen zuhause sind bzw. denken und handeln anders, als Menschen ohne Tiere und Pflanzen. Aber vielleicht Täusche ich mich da jetzt auch? Mir fällt nämlich gerade auf – ich kenne nicht so viele Menschen ohne Tiere…

Und aufgrund der Tiere haben wir natürlich auch mehr Bakterien bei uns und das ist gut so! Natürlich darf nicht auf Hygiene vergessen werden – man muss auch sein Tier nicht “abschmusen“ oder es im Bett haben. Hände waschen – mit einer guten Seife ist ebenfalls wichtig – besonders, bevor man z.B. essen geht oder die Toilette besucht hat… Es soll also keineswegs auf die Hygiene vergessen werden! Trotzdem lebt Mensch mit Tier in den eigenen vier Wänden ziemlich sicher gesünder, als ohne.

Das eigentliche Thema!

Also - können wir es überhaupt vertreten, Tiere bei uns zuhause “einzusperren“ und zu halten?

Tja, um diese Frage zu beantworten, müssten wir unsere Tiere selbst befragen. Da sich diese jedoch nicht "verständlich" äußern können, bleiben uns nur unsere eigenen Gedanken und Interpretationen.

Bei uns im Aquarien-Keller haben wir viele Fische schwimmen. Erst letztens hörte ich ein Geräusch und habe mir dann wieder mal vorgestellt – was, wenn mich jetzt die Paralabidochromis chilotes MAKOBE ISLAND (Victoriasee Cichliden) rufen würden und mir sagen, was sie als Futter haben möchten, wie ich das Becken gestalten soll, was man an der Filterung verbessern könnte usw.

Und was würden uns die Fische noch so alles sagen? Wären sie damit einverstanden, dass sie nun bei uns im Aquarium schwimmen? Aussuchen können es sich die Tiere oft nicht mehr wirklich. Sind doch ihre Lebensräume vielerorts verschmutzt, fremde Arten leben in ihren Lebensräumen oder die Seen, Flüsse usw. sind durch Staudämme verändert oder gar nicht mehr da.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass die Lebenserwartung der Tiere in Freiheit im Vergleich sehr niedrig liegt (z.B. Roter Neon) und in Aquarien leben diese Tiere sehr lange. Es kommen im Aquarium/Terrarium auch mehr Individuen hoch, als das in der Natur der Fall ist...

Hm, doch um endlich zum Punkt zu kommen. Auch in der freien Natur gibt es Lebewesen, die Symbiosen eingehen. Einer profitiert vom anderen und kann man das dann nicht beim Menschen und der Heimtierhaltung auch so betrachten? - Wir Menschen gehören doch genauso zur Evolution und die hat sich wohl etwas gedacht dabei? Vielleicht ist es alles stimmig so?

Einzig – wir Menschen haben die Verantwortung über die Lebewesen, sollten uns darüber im Klaren sein und uns auch so verhalten!

Ja, die Haustiere könnten wir als unsere Botschafter aus der Natur ansehen, die uns lehren nicht von der eigentlichen Natur abzukommen und den Weg zu verlieren...

Übrigens – es gibt einen tollen Film zum Thema Hund und wie er zum Menschen gekommen sein könnte – der Film heißt „Alpha“. Auf Netflix ist er seit einiger Zeit endlich zu sehen. (Stand Januar 2021)

Also geben wir unseren Tieren möglichst das, das sie benötigen und wir werden noch auf vieles “draufkommen“ und uns gemeinsam weiterentwickeln. Ich finde in Anbetracht vieler Überlegungen, die gesamt jedoch den Ramen dieses Artikels sprengen würden schon, dass Tierhaltung vertretbar ist – aber mit Vorsicht!

Und ist Tierhaltung im Ramen der Arterhaltung vielleicht eher vertretbar? Vielleicht?

Ich denke, dass die Frage, ob Tierhaltung eigentlich vertretbat ist, nur mit weiteren Fragen beantwortet werden kann...

Im Grunde genommen braucht der Mensch die Tiere sehr und brauchen die Tiere dann den Menschen? Wenn man so denkt, dann müsste man die gesamte Überlegung von grundauf anders angehen. Nämlich - was will die Evolution?

Wir Menschen sind doch das, das die Evolution hervorgebracht hat und was sind unsere Aufgaben?!

Ein spannendes Thema, ja!

Erklärung zu den Fotos:

Katze-Hund-Kaninchen... Ihre Vorfahren lebten in der Natur wohl nicht so friedlich zusammen... Die Katze ist übrigens um die 19 Jahre alt - so lange würde sie in freier Wildbahn eher nicht leben... Der Mensch macht vieles möglich...

Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de

Helga Kury

Userbild von Helga KuryHelga Kury ist Moderator*in von EB und stellt 17 Beispiele vor.

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Titel: Ist Tierhaltung eigentlich vertretbar? - Eine etwas andere Ansicht zur Haltung von Tieren in der Obhut von Menschen… (Artikel 5368)