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Johann Albrecht Friedrich von Eichhorn - Preußischer Staatsmann mit Verbindung zur Botanik

Johann Albrecht Friedrich von Eichhorn - Preußischer Staatsmann mit Verbindung zur Botanik
Johann Albrecht Friedrich von Eichhorn - Preußischer Staatsmann mit Verbindung zur Botanik - Foto 1

Johann Albrecht Friedrich von Eichhorn (1779–1856) ist der Nachwelt vor allem als preußischer Politiker und Reformer bekannt. Als Minister für kirchliche Angelegenheiten und Bildung prägte er maßgeblich die deutsche Verwaltung im 19. Jahrhundert. Weniger bekannt ist jedoch, dass sein Name auch in der botanischen Nomenklatur auftaucht – insbesondere im Zusammenhang mit einer Wasserpflanze, die heute in vielen Aquarien kultiviert wird: Eichhornia crassipes, das Gemeine Wasserhyazinthe.

Staatsmann mit botanischem Namenspatronat

Johann von Eichhorn selbst war kein Naturforscher im eigentlichen Sinn. Dennoch wurde sein Name von botanischen Autoren des 19. Jahrhunderts aufgegriffen, um eine damals neu entdeckte Wasserpflanze aus Südamerika zu benennen. Der Gattungsname Eichhornia geht auf den deutschen Botaniker Carl Sigismund Kunth zurück, der dem preußischen Minister mit der Benennung offenbar eine Ehrung erweisen wollte. Kunth war ein Schüler Alexander von Humboldts und benannte viele der Pflanzen, die Humboldt und Bonpland von ihrer Amerikareise mitgebracht hatten.

In einem der frühen Werke zur Pflanzenkunde Südamerikas beschreibt Kunth die Pflanzengattung Eichhornia mit ihren auffälligen, auf dem Wasser treibenden Blattrosetten und ihren dekorativen blauen bis violetten Blüten – ein spektakulärer Vertreter der Wasserpflanzenwelt.

Die Pflanze: Eichhornia crassipes

Eichhornia crassipes, auch Wasserhyazinthe genannt, ist heute weltweit bekannt – sowohl wegen ihrer Schönheit als auch wegen ihrer problematischen Ausbreitung. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet, wurde aber aufgrund ihres attraktiven Erscheinungsbildes in viele Regionen exportiert. Dort hat sie sich teilweise invasiv ausgebreitet und gilt in zahlreichen Ländern als ökologisches Problem. 

Ein Beispiel für Wissenschafts- und Namensgeschichte

Eine eindeutige, dokumentierte Begründung für die Ehrung Johann Albrecht Friedrich von Eichhorns durch die Benennung der Pflanzengattung Eichhornia ist nicht überliefert. Historisch lässt sich nur vermuten, warum Carl Sigismund Kunth ihn auswählte:

Im frühen 19. Jahrhundert war es üblich, bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft oder Verwaltung durch Pflanzennamen zu ehren – oft Personen, die als Förderer der Wissenschaft oder als wichtige Vertreter des Staates galten. Eichhorn war als preußischer Minister für Kirchen- und Schulangelegenheiten maßgeblich an Reformen und der Förderung von Bildung und Wissenschaft beteiligt.

Vermutlich würdigte Kunth mit der Namensgebung seine Rolle als Förderer wissenschaftlicher Institutionen oder seine Stellung in der preußischen Verwaltung, die auch wissenschaftliche Unternehmungen unterstützte.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Tom

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Titel: Johann Albrecht Friedrich von Eichhorn - Preußischer Staatsmann mit Verbindung zur Botanik (Artikel 6979)
Veröffentlicht am von Tom

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