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Moina

Zur Zucht von Japanischen Wasserflöhen - Moina macrocopa – gibt es im Internet bereits viel zu lesen. Unterschiedliche Anleitungen, die neben Gemeinsamkeiten auch völlig konträre Erfahrungen und Erklärungen bieten.

Ich möchte mich einfach einreihen und meinen eigenen Weg schildern, der sich, wie ich finde, bisher als recht einfach und erfolgreich darstellt.

Dabei muss ich mich auf die Beschreibung der praktischen Tätigkeiten beschränken, weil ich mich mit der Biologie dieser Art und der wissenschaftlichen Erklärung von Vorgängen bei der Zucht noch nicht weiter befasst habe.

Ich unterhalte zwei Zuchtansätze parallel in zwei 1l Gefäßen, da es Internetberichten zufolge vorkommen kann, dass ein Ansatz ganz plötzlich ohne offensichtlichen Grund umkippt.

Flache, breite Schalen sollten sich prinzipiell besser eignen als enge, hohe Gefäße, weil sie eine im Verhältnis größere Wasseroberfläche für den Eintrag von Sauerstoff aus der Luft bieten.

Ich habe eine Aquarienklemmleuchte dicht über den beiden nebeneinander stehenden Schalen befestigt, die tagsüber etwa 12 Std Licht spendet. Vielleicht funktioniert es am Fenster oder neben einer Schreibtischlampe aber ebenso gut. Die Lampe wird das Wasser wohl etwas aufheizen, gemessen habe ich die Temperatur in den Zuchtbehältern noch nicht. Die Raumtemperatur beträgt jetzt im Winter um 18°C.

Für den ersten Ansatz, der über eine Seite im Internet bestellt wurde (www.moinashop.de), hatte ich die Schalen mit Wasser gefüllt und dann die Wasserflöhe für die Zucht hineingegeben. Es ist eher weiches, saures Wasser. Die Leitfähigkeit liegt bei etwa 300-400 µs/cm und der pH bei etwa 6,6-6,8. Möglicherweise sind die Wasserwerte aber nicht von so großer Bedeutung – ich verwende der Einfachheit halber das für die wöchentlichen Wasserwechsel aufbereitete Frischwasser für die Mehrheit unserer Aquarien.

Die Moina aus dem gekauften Zuchtansatz waren zunächst kaum zu erkennen. Sie schienen mir sehr klein und nicht sehr zahlreich zu sein. Zahl und Größe sollten sich aber im Verlauf der folgenden Woche als absolut ausreichend herausstellen.

Gefüttert werden meine Moina täglich, manchmal aber auch nur alle zwei Tage, mit Hefe (Frischhefe – Trockenhefe sollte aber auch funktionieren). Ein erbsengroßes Stück wird in ein paar Tropfen Wasser aufgelöst, vielleicht noch mit Vitaminen angereichert und in das Zuchtgefäß gegeben.

Es kommt vor, dass sich gelegentlich eine Art Kahmhaut auf dem Wasser in den Zuchtschalen bildet. Im Zweifelsfall würde ich sie entfernen. Auch das kann nach meiner Erfahrung auch nur alle zwei Tage geschehen. Es ist außerdem möglich, dass sich Algen in den Aufzuchtschalen bilden. Möchte man diese wieder loswerden, sollten die Schalen vor einem erneuten Ansatz gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden. Des Weiteren ist es notwendig, die Moina, mit denen der Ansatz wieder gestartet werden soll, besonders gründlich durchzusieben und zu spülen, um möglichst nur Tiere aus algenfreiem Wasser zurück in die Schalen zu geben.

Innerhalb einer Woche produzieren beide Schalen bei mir zusammen so viele Wasserflöhe, dass ich etwa dreiviertel davon mit Artemiasieben für die Fütterung abschöpfe und nur die kleinsten Exemplare, in ihrer Größe vergleichbar mit Artemioa Nauplien, für die weitere Zucht verwende. Die Schalen wasche ich bei der Gelegenheit gut aus, fülle sie mit weichem Wasser, gebe die "Zuchtflöhe" hinein und füttere sofort wieder mit Hefe.

Die abgesiebten und gut gespülten „Futtermoina“ halte ich in einem Becher mit Wasser und habe so weit mehr Tiere als ich für die tägliche Fütterung von zwei, vielleicht drei Becken über eine ganze Woche benötige.

Verfüttert werden die Moina mit Hilfe einer Pipette. Sie schwimmen frei im Aquariumwasser und bleiben eine ganze Weile am Leben.

Zum Nährwert kann ich keine genauen Aussagen machen. Es ist wohl zu vermuten, dass dieser mit dem von Daphnia zu vergleichen ist. Ein hoher Wasseranteil von über 90%, wenig Eiweiß, aber auch nur ein sehr geringer Fettgehalt von unter einem Prozent. Die Panzer dieser Tiere sollen weicher als die Panzer von Daphnia sein. Somit sind sie u.U. auch für Fische attraktiv, die die heimischen Wasserflöhe verschmähen.

Abschließend sollte ich noch hinzufügen, dass meine Moinazucht seit etwa zwei Monaten läuft und ich noch nicht auf eine wirkliche Langzeiterfahrung zurückblicken kann. Diese Zwei Monate haben sich aber als recht problemlos gezeigt. Wahrscheinlich haben die Ansätze in ihrem wöchentlichen Rythmus bei mir einfach keine Zeit, umzukippen. Auch das sofortige Sterben vieler Tiere, wenn nur alle zwei Tage gefüttert wird, ist bei mir bislang nicht eingetreten.

Im Verlauf der Woche sterben natürlich viele der Moina im Becher ab. Längst aber nicht alle – und diese vermehren sich auch noch. Vielleicht würden regelmäßige Wasserwechsel die Situation optimieren.

Ich halte Moina für eine leicht zu kultivierende Futterquelle für kleine Zierfische oder solche mit kleinen Mäulern - aber ich würde sie nicht ausschließlich anbieten, sondern wenigstens im Wechsel mit gehaltvollerem Lebendfutter wie z. B. Artemia Nauplien oder auch Mikrowürmer, die beide ebenfalls leicht zu züchten bzw. zu erbrüten sind.

Links zu einigen Informations- und Bezugsquellen:

http://www.moinashop.de

http://www.labyrinthfische.de/html/moina.html

http://www.drak.de/de/info/lebendfutterkulturen/moina.html

http://www.spring-droso.de/html/jap__wasserflohe__zuchtanleitu.html

http://www.aquarium-forum.at/showthread.php?t=6528

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