Streusalz im Winter: Ökologisch problematisch?
Schon als Schülerin ist mir aufgefallen, dass der Eingangsbereich meiner Schule immer absolut frei von Unkraut in den Fugen war. Warum mir das auffiel? Weil ich zu Hause mithelfen musste, die Einfahrt meiner Oma unkrautfrei zu halten. Keine beliebte Aufgabe für einen Teenager! Heute weiß ich: Die vielen, vielen Kilo Streusalz, die der Hausmeister im Winter großzügig verteilte, dürften dafür gesorgt haben, dass in diesen Fugen absolut nichts wuchs.
Streusalz und seine Wirkung auf Pflanzen und Tiere
Streusalz, meist Natriumchlorid, wird eingesetzt, um Wege, Straßen und Einfahrten im Winter eisfrei zu halten. Durch das Salz sinkt der Gefrierpunkt von Wasser und Schnee sowie Eis schmelzen. Doch diese kurzfristige Wirkung hat deutliche ökologische Folgen, die weit über den Einsatzbereich hinausreichen!
Wenn Salz in den Boden gelangt, erhöht sich die Salzkonzentration stark. Pflanzen nehmen Wasser über ihre Wurzeln auf, doch hoher Salzgehalt stört diesen Prozess erheblich. Die Folge sind Dehydration, Wachstumsstörungen, Blattverbrennungen oder auch das Absterben empfindlicher Pflanzen. Besonders problematisch ist dies für bodennahe Gewächse wie Gräser, Stauden oder eben Unkraut entlang von Wegen.
Auch Bodenlebewesen leiden unter den Veränderungen. Regenwürmer, Insektenlarven und Mikroorganismen sind auf einen stabilen Wasserhaushalt und bestimmte Mineralien im Boden angewiesen. Salz trocknet den Boden aus, verändert die chemische Zusammensetzung und reduziert die Artenvielfalt.
In Gewässern kann weggespültes Streusalz den Salzgehalt erhöhen, was Fische, Amphibien und wirbellose Tiere belastet. Empfindliche Arten sterben ab und das ökologische Gleichgewicht der Gewässer wird gestört.
Streusalz verwenden?
Wer Streusalz verwenden möchte, sollte sich vorher unbedingt über die örtlichen Regelungen informieren. In vielen Kommunen ist der private Einsatz auf Gehwegen oder Einfahrten verboten oder stark eingeschränkt, um Schäden an Boden, Pflanzen und Tieren zu vermeiden. Kommunale Straßenmeistereien und Betriebe nutzen Streusalz nach speziellen Richtlinien, um die Umweltbelastung zu begrenzen.
Um die Umwelt zu schonen, gibt es verschiedene Alternativen:
- Sand oder Splitt verbessern die Rutschfestigkeit ohne chemische Belastung.
- Auch organische Streumittel wie Holzspäne oder Rindenmehl bieten eine abrasive Wirkung und sind biologisch abbaubar.
Streusalz ist zwar ein wirksames Mittel zur Sicherung winterlicher Wege, verursacht jedoch langfristige Schäden an Pflanzen, Bodenlebewesen und Gewässern. Vor einem Einsatz sollte daher stets geprüft werden, ob umweltverträglichere Alternativen zur Verfügung stehen. Ein bewusster, sparsamer Umgang oder der Einsatz abrasiver Streumittel kann dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, ohne unnötige ökologische Belastungen zu verursachen.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





