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Blog: Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap" (3817)

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Lesezeit: ca. 4 Minuten
Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap"

Lebensraum

Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? kommt lediglich bei Ndumbi an den sedimentfreien Felsriffen vor. In diesen Riffen werden die oberen und stark wellenumspülten Regionen bevorzugt.

Wassertiefe der POC-Habitate

Die Habitate des Persipax Orange Cap liegen in Wassertiefen zwischen 2 und 10 Metern.

Ernährung

Der P. sp. ???persipax orange cap??? ist ein absoluter Nahrungsspezialist und ernährt sich ausschliesslich von Kieselalgen und Mikroorganismen, welche er im Aufwuchs findet.

Wichtig: die Art reagiert sehr empfindlich, wenn zu wenig ballastreiche oder gar tierische (proteinreiche) Kost gefüttert wird ??? es besteht das akute Risiko von Darmerkrankungen. Ein plötzliches Verenden aufgrund falscher Fütterung konnte vielfach beobachtet werden!

Besonderheiten

Die beiden bekannten Populationen (Standort-Varianten) unterscheiden sich dadurch, dass diejenige an den Pombo Rocks eine eher bräunliche und diejenige am Ndumbi Reef (red top ndumbi) eine feuerrote Kappe trägt. Die Ndumbi-Variante wurde von Andreas Spreinat als Pseudotropheus sp. ???red top ndumbi??? beschrieben. Aktuell wird nun aber davon ausgegangen, dass es sich bei beiden Varianten um ein und dieselbe Art handelt, welche dem Persipax-Komplex zuzuordnen ist. Aufgrund dessen werden beide Populationen unter der Art Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? geführt.

Verhalten

Der POC streift meist einzeln durch sein Habitat, um laufend nach fressbaren Partikeln im Aufwuchs zu suchen. Die Fische sind sehr standorttreu und bewegen sich immer im selben Umkreis von lediglich etwa 15 Metern.

Wie fast alle Cichliden des Malawi-Sees gehört auch Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? zu den maternalen Maulbrütern Die Art zeigt aber im Gegensatz zu den meisten anderen Mbunas kein typisches Territorialverhalten: paarungswillige Männchen besetzen nur ganz kurzfristig höhlenähnliche Vertiefungen oder Gruben unter einem Stein, nachdem sie auf das Interesse eines paarungswilligen Weibchens gestossen sind. Gelegentlich kann auch beobachtet werden, wie in der bereits etwas sedimentreicheren Zone Sandgruben unter Steinen ausgehoben werden. Direkt nach der Paarung wird das Höhlennest wieder aufgegeben.

Weder artfremde noch innerartliche Individuen werden gross angefeindet.

Populationen

Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? kommt lediglich in einem kleinen Gebiet südlich der Mündung des Ruhuhu Rivers zwischen dem Ndumbi Reef und den Pombo Rocks vor.

>> Ndumbi Point (rote Kappen ??? ehemals P. sp. ???red top ndumbi???)

>> Pombo Rocks (bräunliche Kappen)

Die meisten im Fachhandel angebotenen Tiere stammen aus der Population am Ndumbi Reef, da deren feuerrote Kappen eindeutig mehr zu bestechen scheinen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung einer sedimentfreien Felszone ??? steile Felsbarrieren mit vielen Höhlen dazwischen im Hintergrund. Auch der Vordergrund sollte durch viele Sichtschutzbarrieren unterteilt werden. Ganz wichtig ist für diese Art, dass das Becken über eine sehr starke Wasserumwälzung (Strömung) verfügt - 7-10faches Becken-Nettovolumen pro Stunde wäre empfehlenswert.

Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? kann in Becken ab 250 Litern und einer Mindestkantenlänge von 100 Zentimetern gehalten werden. Als optimal wäre die Haltung kleinerer Gruppen (z.Bsp. 3m/6-7w) zu bezeichnen. Die Art kann aber auch im Harem (mind. 1m/2-3w) gepflegt werden.

Vergesellschaftung

Da die Art nicht wirklich revierbildend ist, halten sich auch die Aggressionen sehr in Grenzen. Der POC gilt als sehr friedfertiger Mbuna, welcher vor allem mit nicht allzu aggressiven Mbunas vergesellschaftet werden kann. Wichtig ist aber, dass es sich bei den vergesellschafteten Arten um rein limnivore Arten handelt, welche ebenfalls eine Vorliebe für starke Wasserbewegung haben

Mbunas aus dem wellenumspülten oberen Felsbiotop:

>> Labeotropheus fuelleborni

>> Labeotropheus trewavasae

>> Pseudotropheus saulosi

>> Tropheops-Arten

>> Petrotilapia-Arten

Andere mögliche Mbunas:

>> Labidochromis caeruleus

>> Melanochromis-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. sp. ???persipax orange cap??? werden die Spektralfarben BLAU, GR??N und GELB stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den oberen Bereichen der POC-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GR??N- und BLAU-Anteilen. Ein reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines POC-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> SERA Daylight brilliant

>> Dennerle Trocal Color Plus

>> HAGEN Aqua GLO

>> HAGEN Power GLO

>> JBL ULTRA Solar Nature

Blogartikel 'Blog 3817: Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap"' aus der Kategorie: "Ichthyologie" zuletzt bearbeitet am 31.12.2010 um 16:38 Uhr von Der Schweizer

Autor*in: Der Schweizer

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