Blog: Marienkäfer im Herbst: Den Garten als Winterquartier erhalten (8439)
Wenn im Herbst die letzten Blüten verblühen und Beete für den Winter aufgeräumt werden, verschwinden auch die Marienkäfer aus dem Gartenbild. Die erwachsenen Käfer suchen geschützte Plätze, an denen sie die kalte Jahreszeit überstehen können. Wer den Garten jetzt gründlich von Laub, Pflanzenresten und trockenen Stängeln befreit, nimmt ihnen dabei möglicherweise wichtige Rückzugsorte.
Wo Marienkäfer den Winter verbringen
Marienkäfer überwintern als erwachsene Tiere. Je nach Art suchen sie dafür beispielsweise Laubansammlungen, Grasbüschel, Hohlräume unter Baumrinde, Ritzen oder geschützte Spalten auf. Manche Arten sammeln sich dabei in größeren Gruppen. Auch Gebäude können als Winterquartier dienen, wenn die Tiere geeignete Spalten und geschützte Bereiche finden.
Für die Käfer ist nicht entscheidend, dass ein Platz besonders warm ist. Er sollte vor allem Schutz vor Nässe, starken Temperaturschwankungen und unmittelbarer Witterung bieten. In ihrer Winterruhe verbrauchen die Tiere nur wenig Energie und zehren von ihren Reserven. Ein geschütztes Versteck hilft ihnen, diese Zeit zu überstehen.
Warum weniger Aufräumen im Herbst helfen kann
Ein Garten, in dem sämtliche Pflanzen bis zum Boden zurückgeschnitten und alle Laubblätter entfernt werden, bietet nur wenige natürliche Verstecke. Deshalb lohnt es sich, bei der Herbstpflege einzelne Bereiche auszusparen.
Unter Sträuchern kann eine Schicht aus Laub liegen bleiben. An einer ruhigen Stelle lässt sich ein kleiner Laub- oder Reisighaufen anlegen. Auch trockene Staudenstängel und andere Pflanzenreste müssen nicht überall sofort entfernt werden. Besonders hilfreich sind Plätze, an denen Laub, Pflanzenstängel und kleine Holzstücke unterschiedliche Strukturen bilden. Sie kommen nicht nur Marienkäfern zugute, sondern bieten auch anderen Kleintieren Schutz. Je vielfältiger ein Garten gestaltet ist, desto mehr Möglichkeiten stehen ihnen zur Verfügung.
Wenn Marienkäfer am Haus auftauchen
Im Herbst können sich Marienkäfer an sonnigen Hauswänden, Fenstern oder in der Nähe von Dachvorsprüngen sammeln. Manchmal gelangen sie durch Spalten auch in Wohnräume. Beheizte Wohnräume sind für eine längere Winterruhe allerdings ungeeignet. Durch die Wärme können die Käfer vorzeitig aktiv werden und ihre Energiereserven verbrauchen, ohne ausreichend Nahrung zu finden. Einzelne Tiere lassen sich vorsichtig aufnehmen und an einen geschützten, kühlen Ort im Freien setzen, sofern die Witterung dies zulässt.
Herbstpflege mit Rücksicht auf die kleinen Käfer
Wer Marienkäfern helfen möchte, muss keine besonderen Nisthilfen kaufen und auch keine aufwendigen Maßnahmen durchführen. Oft reicht es, die Gartenpflege etwas weniger gründlich zu gestalten: Laub unter Sträuchern liegen lassen, einen ruhigen Bereich mit Reisig erhalten und nicht alle Staudenstängel im Herbst abschneiden. Wichtig ist vor allem, diese Rückzugsorte während des Winters nicht wiederholt umzuschichten oder zu beseitigen.
Häufige Fragen
Müssen alle Stauden bis zum Frühjahr stehen bleiben?
Nein. Es ist sinnvoll, einen Teil der gesunden Staudenstängel stehen zu lassen und nicht alle Bereiche gleichzeitig zurückzuschneiden. Welche Pflanzen stehen bleiben, kann nach Standort und Gartengestaltung entschieden werden.
Hilft ein Laubhaufen Marienkäfern beim Überwintern?
Ein ungestörter Laubhaufen kann ein geeignetes Versteck bieten. Ob Marienkäfer ihn nutzen, hängt von der Art und den Bedingungen vor Ort ab. Der Haufen sollte möglichst bis zum Frühjahr liegen bleiben.
Sind Marienkäfer im Haus schädlich?
Nein. Sie beschädigen weder Gebäude noch Einrichtungsgegenstände. Dauerhaft warme Wohnräume sind für die Winterruhe jedoch ungünstig, weshalb die Tiere nach Möglichkeit an einen geeigneten geschützten Platz gebracht werden sollten.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






