Blog: Moderne Geländerlösungen für individuelle Gestaltungsideen (8070)
Treppen, Balkone, Brüstungen, Rampen und Co. – wenn es um moderne Geländer für Immobilienprojekte geht, stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Ob klassisch oder elegant: Wie unterschieden sich unterschiedliche Ausführungen, welche Vorschriften und Normen spielen im Zusammenhang mit Geländerbau eine Rolle und was sollte man allgemein beim Thema Geländer beachten?
Die wichtigsten Materialien und Verbindungstechniken
Geländer zählen zu den wichtigsten Sicherheitselementen in und an Gebäuden. Neben dem rein funktionalen Zweck, spielt selbstverständlich auch die Optik eine Rolle, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte, um ein stimmiges Gesamtbild zu erschaffen. Moderne Geländer sind in zahlreichen unterschiedlichen Varianten und Ausführungen erhältlich, die sich sowohl hinsichtlich der verwendeten Materialien als auch in Bezug auf Design, Form und Funktion unterscheiden. Von klassischen Holz- und Metallkonstruktionen bis hin zu modernen Glasgeländern bieten sie vielfältige Möglichkeiten, individuelle Vorstellungen zu realisieren. Die gängigsten Materialien im Überblick:
Holzgeländer
Holzgeländer sind nach wie vor eine beliebte Wahl für Geländer im Innenbereich. Sie überzeugen durch ihre natürliche Optik und schaffen eine warme, wohnliche Atmosphäre. Verschiedene Holzarten wie Fichte, Eiche oder Buche ermöglichen viel Gestaltungsraum und eine Anpassung an den individuellen Einrichtungsstil. Um die Oberfläche dauerhaft zu schützen, sind allerdings regelmäßige Ölungen oder Lasuren erforderlich, diesen Pflegeaufwand sollte man nicht außen vorlassen.
Edelstahlgeländer
Edelstahlgeländer stehen vor allem für Stabilität, Langlebigkeit und eine hochwertige Optik. Da sie korrosionsbeständig, UV-beständig und besonders pflegeleicht sind, eignen sich Geländer aus Edelstahl nicht nur für Innen-, sondern auch für Außenbereiche. Auch hier bieten vielfältige Ausführungen, Formen und Designs eine sehr individuelle Anpassung an die persönlichen Vorstellungen.
Glasgeländer
Immer dann, wenn es um eine offene Gestaltung geht, die möglichst viel Licht durchlassen oder freie Sicht bieten soll, sind Glasgeländer die ideale Wahl. Sie sind robust, witterungsbeständig und dienen in vielen Fällen nicht nur dem Verhindern von Stürzen, sondern auch als Windschutz. Der Pflegebedarf ist bei Glasgeländern eher moderat – ein gelegentliches Reinigen mit klarem Wasser oder einem leichten Reinigungsmittel, um Verschmutzungen und Wasserflecken zu entfernen, reicht in der Regel vollkommen aus.
Passende Rohrverbinder (aus Temperguss)
Je nach Material kommen beim Geländerbau unterschiedliche Verbindungstechniken zum Einsatz. Bei Holzgeländern sind das entweder reine Holzkonstruktionen oder oft auch eine Kombination aus Holz und Edelstahl. Edelstahlgeländer werden in der Regel durch Verschrauben, Schweißen oder Klemmtechnik verbunden und bei Geländern aus Glas kommen Glasklemmsysteme, Punkthalter oder Profilkonstruktionen zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Rohrverbinder aus Temperguss, die eine stabile, flexible Konstruktion, auch ohne Schweißen ermöglichen.
Welche Vorschriften und Normen gelten beim Geländerbau?
In Deutschland gibt es keine einzelne Norm, die alle Anforderungen an den Geländerbau regelt, vielmehr kommt es immer auf den konkreten Einzelfall an. Grundsätzlich besteht eine Geländerpflicht immer dann, wenn eine Absturzgefahr gegeben ist, insbesondere in folgenden Fällen:
- Bei Balkonen, Terrassen oder auch Podesten ab einer Absturzhöhe von 1 Meter
- Bei Fensterbrüstungen in höher gelegenen Etagen
- Bei Treppen mit mehr als 3 Stufen
- Bei Rampen oder Wegen mit einem Gefälle
Welche Vorschriften im Einzelnen gelten, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem auch davon, ob es sich um ein Wohngebäude, ein öffentliches Gebäude oder einen Arbeitsplatz handelt. Die wichtigste Grundlage für Geländer bzw. Geländerbau in Deutschland ist die DIN 18055 für Treppenanlagen und die DIN EN 1991-1-1 für Nutzlasten. Die DIN 18008 spielt ebenso beim Geländebau eine wichtige Rolle - insbesondere bei Glasgeländern. In bestimmten Fällen, insbesondere bei öffentlich zugänglichen Gebäuden, müssen darüber hinaus auch Vorschriften für barrierefreies Bauen beachtet und eingehalten werden. Generell gelten folgende Vorgaben:
- Geländerhöhe: Bei Absturzhöhen bis 12 m muss das Geländer mindestens 90 cm hoch sein. Bei größeren Absturzhöhen ist eine Mindesthöhe von 110 cm erforderlich. Ausnahmen bilden hier Industrieanlagen oder Sondergebäude, bei denen auch andere Geländerhöhen vorgeschrieben oder zulässig sein können.
- Abstand der Stäbe: Der Abstand zwischen den einzelnen Stäben darf maximal 12 cm betragen, um zu gewährleisten, dass insbesondere Kinder nicht hindurchrutschen können.
- Stabilität und Belastbarkeit: Das Geländer muss ausreichend widerstandsfähig sein und den vorgeschriebenen horizontalen Belastungen, in der Regel etwa 0,5 kN/m (0,5 Kilonewton pro Meter Geländerlänge), standhalten.
- Sicherheit: Ein Geländer darf keine scharfen Kanten, hervorstehenden Schrauben oder lose beziehungsweise instabile Bauteile aufweisen, die eine Verletzungsgefahr darstellen.
Unter folgendem Link finden sich generelle Tipps, wie man bei Renovierungen, unter anderem auch beim Geländerbau, möglichst Kosten-effizient vorgehen kann.
Fazit
Ob Neubau oder Renovierung: Bei der Wahl eines passenden Geländers kommt es neben dem persönlichen Geschmack allem auch darauf an, die notwendigen Sicherheitsanforderungen einzuhalten. Da sich die genauen Vorgaben auch von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können, ist es wichtig, sich im Vorfeld beim zuständigen Bauamt oder einem Fachbetrieb umfassend über verschiedene Optionen und die Vor- und Nachteile zu informieren.






